
Die Schlösser der Loire zählen zu Frankreichs beliebtesten Reisezielen. Auf 280 Kilometern zwischen Orléans und dem Atlantik liegen über 400 Bauwerke aus dem 10. bis 16. Jahrhundert dicht beieinander, darunter Weltberühmtheiten wie Chambord und Chenonceau, aber auch stille Perlen wie Talcy oder das Château de l’Islette, die abseits der ausgetretenen Pfade liegen.
Stellen Sie sich vor: Sie stehen im Innenhof von Chambord, umgeben von 440 Zimmern und einem Wald aus Türmen und Kaminen, der sich hoch über Ihnen in den Himmel reckt. Irgendwo darin windet sich seit fast 500 Jahren eine Doppelwendeltreppe empor, die vermutlich Leonardo da Vinci ersonnen hat. Willkommen im Loiretal – der Region, in der Frankreichs Könige einst ihre Machtdemonstrationen aus Stein bauten.
Von kleinen Maison de plaisance mit intimen Gärten bis hin zu hoch aufragenden Festungen, die über charmanten Städtchen thronen, hat jedes Château etwas Einzigartiges für seine Besucher zu bieten.
Einige Schlösser der Loire sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, andere kennt kaum jemand außerhalb der Region – und genau das macht die Reise so reizvoll.
Große Namen verbindet man mit dem Loiretal: Henry II. Plantagenet, Eleonore von Aquitanien, Katharina von Medici, Richard Löwenherz oder Jeanne d’Arc – hinter jedem Busch „lauern“ in dieser wunderbaren Region Geschichte und Geschichten!
Egal welche(s) der majestätischen Schlösser des Loire-Tals Sie besuchen – es wird eine unvergessliche Reise werden!
Geschichte: Warum stehen an der Loire eigentlich so viele Schlösser?
Im Laufe seiner Geschichte war das Loiretal ein wichtiges kulturelles Zentrum für Kunst und Literatur sowie ein politischer Machtsitz.
Die Schlösser der Loire verdanken ihre Entstehung einem jahrhundertelangen Grenzkonflikt, denn die Loire war lange Zeit Grenzland, und Grenzland braucht Burgen. Besiedelt ist das Gebiet zwischen Atlantik und Zentralmassiv wohl schon seit rund 6000 v. Chr.
Von mittelalterlichen Festungen bis hin zu Renaissanceschlössern beherbergt diese Region einige der beeindruckendsten architektonischen Schätze Europas.



Die Schlösser der Loire und ihrer Nebenflüsse verteilen sich auf die drei ehemaligen Provinzen Anjou, Orléanais und Touraine. Vom Frieden zwischen Gallien und Rom bis zur karolingischen Renaissance war die Loire Region über die Jahrhunderte auch ein bedeutendes Zentrum des Christentums mit zahlreichen Abteien und Kirchen.
Das nördliche Okzitanien ist eine Region wie aus dem Bilderbuch und der Inbegriff des romantischen Frankreichs. Pittoreske Dörfer und malerische Landschaften prägen die in diesem Buch beschriebenen historischen Provinzen Quercy und Rouergue. Kunstschätze wie berühmte romanische Klöster ziehen seit Jahrhunderten Jakobspilger in die steinigen Kalkhochebenen.
Kulinarische Genüsse locken die Feinschmecker, die Weine aus der Region erfreuten schon Päpste, Könige und Zaren. Reisende und Kulturpilger finden in diesem Reiseführer detaillierte Informationen zu Geographie, Geschichte, Traditionen, Kunst, Kultur und Sehenswürdigkeiten.
Tipps zu Hotels, Restaurants und Aktivitäten helfen sowohl bei der Vorbereitung wie auf einer Reise durchs nördliche Okzitanien.
Der Hundertjährige Krieg
Die eigentliche Bauwelle begann jedoch erst mit einem der grausamsten Kapitel der französischen Geschichte: dem Hundertjährigen Krieg. Zwischen 1337 und 1453 kämpften die englischen Plantagenets gegen das französische Königshaus Valois um die Vorherrschaft – tatsächlich also länger als die namensgebenden hundert Jahre.
Die Plantagenets waren zugleich Herzöge von Aquitanien, was den Streit zusätzlich verkomplizierte. Territorialstreitigkeiten im Norden und Westen Frankreichs kamen hinzu, dazu eine umstrittene Thronfolge, Handelsrivalität und schlichte Beutegier. Der Konflikt kochte jahrzehntelang.
1415 nahm König Henry V. von England den Feldzug wieder auf und eroberte weite Teile Frankreichs. 1420 heiratete er sogar die französische Königstochter Catherine de Valois. Nach seinem überraschenden Tod 1422 schlug die französische Krone zurück, angeführt von Jeanne d’Arc.
Sie beendete 1429 die Belagerung von Orléans und kämpfte den Weg nach Reims frei, wo der Dauphin als Charles VII. zum König gekrönt wurde. Bis zur endgültigen englischen Niederlage bei Castillon vergingen trotzdem noch fast 25 Jahre.
Das Loiretal als Heimat der Könige
Während des Krieges verlief die Loire zeitweise als Frontlinie zwischen dem englisch besetzten Norden und dem restlichen Frankreich. Paris selbst war von 1420 bis 1436 in englischer Hand, und der französische König musste ausweichen: Charles VII. zog sich nach Bourges zurück, Louis XII. machte später Blois zur Nebenhauptstadt – dorthin, wo sich die Kronvasallen als loyal erwiesen hatten.
Und dann geschah etwas Erstaunliches: Die Könige blieben, auch nachdem die Burgen ihre strategische Bedeutung längst verloren hatten. Erst 1528 verlegte François I. seine Hauptresidenz zurück nach Paris. Chambord blieb zwar sein aufwändigstes Bauprojekt. Als bevorzugten Aufenthaltsort wählte er fortan jedoch das Château de Fontainebleau.
Der Hochadel tat es ihm gleich. Er reiste mit dem Hof von Schloss zu Schloss – ob Angers, Chinon oder Saumur, der König war überall zuhause. Die alten Wehrburgen wurden zu Renaissanceschlössern, während die Gotik allmählich der neuen Stilrichtung wich.
Erst nach 1528 wurde das Loiretal zur bloßen Provinz, die Schlösser dienten fortan als Jagd- und Sommerresidenzen. Von Paris aus sind es nur knapp 250 Kilometer bis an die Loire – nah genug, um regelmäßig zurückzukehren, und genau das taten die Könige auch immer wieder.
Eine Reise zu den Schlössern des Loire-Tals zählt zu dem Schönsten, was Frankreich seinen Reisenden zu bieten hat. Die einmaligen Bauwerke sind untrennbar verbunden mit den herrlichen Gärten und Landschaftsparks, die sie umgeben.
Ob Renaissance- oder Barockgarten, Küchen- oder Obstgarten, Teppichbeet oder Waldpark – Hervé Lenain entführt uns mit seinen Fotografien auf eine Entdeckungstour zu zauberhaften Orten, an denen die Zeit stillzustehen scheint und die sich doch immer wieder neu erfinden. Reiseführerin ist Barbara de Nicolaÿ – die große Gartenkennerin hat die passenden Texte verfasst.
Die 10 schönsten Schlösser der Loire
Von 400 Schönheiten die Schönsten auszuwählen ist keine leichte Aufgabe. Lassen Sie uns einen Blick auf die zehn beeindruckendensten Loire-Schlösser werfen und was sie so besonders macht.
Welches sind die schönsten Schlösser an der Loire? Eine endgültige Antwort gibt es nicht – aber diese zehn gehören für uns ganz oben auf jede Reiseliste. Begleiten Sie uns bei der Erkundung ihrer Geschichte und entdecken Sie, warum sie auch heute noch so beliebte Reiseziele sind.
Unsere Top 10 Liste mit den Loire-Schlössern, die auf keiner Reiseliste fehlen sollten!
Château de Chambord

Chambord ist eines der meistfotografierten Schlösser der Loire. Das königliche Jagdschloss von François I. entstand ab September 1519 und war selbst nach seinem Tod 1547 noch unvollendet, erst Louis XIV. ließ den Bau abschließen. Mit 440 Zimmern, 365 Kaminen und der berühmten Doppelwendeltreppe, bei der zwei Personen sich sehen, aber nie begegnen können, bleibt es Frankreichs aufwändigstes Renaissanceschloss. Molière ließ hier 1669/1670 gleich mehrere seiner Theaterstücke uraufführen.
Warum lohnt sich ein Besuch von Château de Chambord? Der buchstäbliche Höhepunkt liegt ganz oben: Von den offenen Dachterrassen aus blickt man aus nächster Nähe auf das verschlungene Gewirr aus Schornsteinen, Türmchen und Laternen, das Chambords Silhouette wie eine steinerne Kleinstadt in der Luft wirken lässt. Der Zugang ist im Ticket bereits enthalten.
Château de Chenonceau

Chenonceau, das „Schloss der Damen“, spannt sich über den Fluss Cher und besitzt zwei Renaissancegärten im italienischen Stil. Henri II. schenkte es seiner Mätresse Diane de Poitiers, die die berühmte Brücke über den Cher errichten ließ. Nach seinem Tod 1559 zwang ihn Katharina von Medici zur Rückgabe und ergänzte selbst die zweistöckige Galerie auf der Brücke. Später zog sich Louise de Lorraine, Witwe Henri III., hier in Trauerweiß zurück und wurde als „weiße Dame“ von Chenonceau bekannt.
Was macht einen Besuch von Château de Chenonceau besonders? Unbedingt in die Küchen hinabsteigen, die direkt in die Flusspfeiler unter der Brücke gebaut sind – mit eigenem Anlegesteg, an dem einst Lieferboote festmachten. Und die 60 Meter lange Galerie über dem Cher selbst entlangschreiten: ein Raum, der buchstäblich über dem Fluss schwebt.
Château Royal de Blois

Château Royal de Blois vereint vier Epochen unter einem Dach: den mittelalterlichen Ständesaal aus dem 13. Jahrhundert, den gotischen Flügel unter Louis XII., den Renaissanceflügel von François I. mit seiner offenen Wendeltreppe, sowie den klassizistischen Flügel, den Architekt François Mansart im 17. Jahrhundert für Gaston d’Orléans entwarf. In der Königskammer im Renaissanceflügel ließ Henri III. 1588 seinen mächtigen Rivalen, Herzog Henri de Guise, während einer Audienz ermorden.
Warum lohnt sich ein Besuch des Château Royal de Blois? Abends verwandelt sich die Fassade des Innenhofs in eine Leinwand: Die Son-et-lumière-Show projiziert Licht, Musik und die bewegte Geschichte des Schlosses direkt auf die vier Flügel. Tagsüber lohnt sich der Blick auf die offene Renaissance-Wendeltreppe, an der Salamander-Symbole und das gekrönte „F“ für François I. überall zu entdecken sind.
Château d’Amboise

Charles VIII. wurde in Amboise geboren und starb 1498 auch hier, nachdem er sich an einer niedrigen Tür den Kopf gestoßen hatte. Die junge Maria Stuart wuchs hier als Verlobte des Thronfolgers François II. auf. Leonardo da Vinci liegt bis heute in der Chapelle Saint-Hubert auf dem Schlossgelände begraben, ein unterirdischer Gang verband das Schloss einst mit dem nahen Château du Clos Lucé, seinem letzten Wohnsitz. 1560 scheiterte hier zudem die „Verschwörung von Amboise“, ein Umsturzversuch protestantischer Adliger gegen die katholische Krone.
Was macht einen Besuch von Château d’Amboise besonders? Von den Terrassengärten aus öffnet sich einer der schönsten Panoramablicke über die Loire und die Altstadt von Amboise, ganz ohne Warteschlange.
Château Azay-le-Rideau

Ein hartnäckiger Irrtum hält sich bis heute: Azay-le-Rideau liegt gar nicht an der Loire, sondern am Fluss Indre, in dem sich seine Fassaden spiegeln. Schriftsteller Honoré de Balzac, der einen Teil seines Romans „Le Lys dans la vallée“ hier in der Nähe verfasste, beschrieb das Schloss als „diamant taillé à facettes, serti par l’Indre, monté sur des pilotis masqués de fleurs“, einen geschliffenen Diamanten, gefasst von der Indre. Erbaut wurde es zwischen 1518 und 1527 von Gilles Berthelot, Finanzminister unter François I. Als sich Berthelot wegen Unterschlagungsvorwürfen aus Frankreich absetzen musste, fiel das noch unvollendete Schloss an die Krone.
Warum lohnt sich ein Besuch von Château Azay-le-Rideau? Im Sommer verwandeln abendliche Klang- und Lichtspaziergänge durch den Park das Schloss und seine Spiegelung im Indre in eine stimmungsvolle Kulisse, deutlich ruhiger und intimer als die großen Son-et-lumière-Shows der Nachbarschlösser. Tagsüber lohnt sich der Blick von der gegenüberliegenden Uferseite, von wo aus sich die berühmte Wasserspiegelung am besten fotografieren lässt.
Château de Cheverny

Cheverny gehört seit dem 14. Jahrhundert derselben Familie, den Huraults, und wird bis heute von ihren Nachfahren bewohnt, eine der wenigen Loire-Residenzen mit derart ungebrochener Familientradition. Comic-Zeichner Hergé besuchte das Schloss mehrfach, bevor er es 1943 als Vorbild für Schloss Moulinsart in „Tim und Struppi“ verewigte.
Was macht einen Besuch von Château de Cheverny besonders? Täglich um 11:30 Uhr (April bis September) wird die rund hundertköpfige Jagdhundemeute gefüttert, die „Soupe des Chiens“ – ein lautstarkes Spektakel, das Besucher aus aller Welt anlockt. Danach lohnt sich die interaktive Tim-und-Struppi-Ausstellung im Nebengebäude, komplett mit nachgebautem Zimmer des Comic-Helden.
Château de Villandry

Château de Villandry gilt als das letzte während der Renaissance im Loiretal errichtete Schloss und ist heute vor allem für seine Gärten berühmt. Die weltberühmten Gärten, wie man sie heute sieht, sind gar nicht original: Der spanische Arzt Joachim Carvallo kaufte das damals stark verfallene Schloss 1906 und ließ die Renaissancegärten von Grund auf originalgetreu rekonstruieren. Seine Nachfahren pflegen die Anlage bis heute.
Was sollte man bei einem Besuch von Château de Villandry nicht verpassen? Steigen Sie unbedingt in den Belvedere-Turm im Schlossgebäude, von dort überblickt man das gesamte geometrische Muster des Ziergartens und des Küchengartens auf einen Blick, wie ein lebendiger Teppich aus Buchsbaum und Gemüsebeeten. Der Küchengarten wird zudem zweimal jährlich komplett neu bepflanzt, ein Besuch im Frühling zeigt also ein anderes Bild als einer im Spätsommer.
Château de Chaumont

Nach dem Tod Henri II. zwang Katharina von Medici dessen Mätresse Diane de Poitiers, Chenonceau gegen das deutlich kleinere Chaumont einzutauschen, eine unmissverständliche Machtdemonstration der Königinwitwe. Seit 1992 verwandelt sich das Schlossgelände jeden Sommer in eine Bühne für zeitgenössische Gartenkunst, mit Installationen international renommierter Landschaftsarchitekten.
Wann ist ein Besuch von Château de Chaumont ganz besonders? Von Ende April bis Anfang November ist das Festival International des Jardins begehbar, rund zwanzig experimentelle Gärten internationaler Landschaftsarchitekten, jedes Jahr unter einem neuen Thema. Wer außerhalb der Festivalzeit kommt, findet stattdessen die stillen historischen Gemächer und den weitläufigen englischen Landschaftspark fast menschenleer vor.
Forteresse Royale de Chinon

Chinon war im 12. Jahrhundert die Lieblingsresidenz von Henry II. Plantagenet, König von England und zugleich Herzog von Anjou, der hier 1189 starb. Fast 250 Jahre später erkannte Jeanne d’Arc hier angeblich den als Höfling verkleideten Dauphin Charles VII. inmitten seines Hofstaats wieder, eine Szene, die zum Gründungsmythos ihrer Mission wurde.
Warum lohnt sich ein Besuch der Forteresse Royale de Chinon? Von den Wehrgängen der Festung reicht der Blick weit über die Weinberge und die Altstadt von Chinon im Vienne-Tal, einer der schönsten Panoramen der gesamten Region. Ein interaktives Multimedia-Erlebnis in den einstigen königlichen Gemächern lässt zudem die Begegnung zwischen Jeanne d’Arc und dem Dauphin lebendig werden.
Château de Saumur

Château de Saumur thront über der historischen Altstadt und wurde im berühmten mittelalterlichen Stundenbuch „Très Riches Heures du Duc de Berry“ verewigt, einem der bedeutendsten illuminierten Manuskripte des Mittelalters. Die Monatsdarstellung für September zeigt Saumur mit seinen schlanken weißen Türmen nahezu fotorealistisch. Im 16. Jahrhundert diente das Schloss zeitweise als Hochburg der Hugenotten, bevor es unter Napoleon zur Kaserne und zum Gefängnis umgebaut wurde.
Was gibt es rund um Château de Saumur noch zu entdecken? Saumur ist die Heimat der berühmten Reitschule Cadre Noir, deren Vorführungen der französischen Hohen Schule der Reitkunst einen eigenen Ausflug wert sind. Zugleich ist die Stadt Zentrum der Loire-Schaumweinproduktion: Unter Saumur erstrecken sich kilometerlange Tuffstein-Kellergewölbe, in denen Winzer ihre Crémants reifen lassen, viele davon mit Führung und Verkostung direkt vor Ort.



Versteckte Juwelen: Welche Schlösser an der Loire sind noch Geheimtipps?
Das Loiretal ist für seine vielen Schlösser berühmt, und genau das wird den ikonischen Bauwerken inzwischen zum Verhängnis.
Mit der wachsenden Beliebtheit des UNESCO-Weltkulturerbes wird es schwieriger, die historischen Stätten in Ruhe zu genießen, ohne sich durch Besuchermassen zu schlängeln. Vor allem die vier großen Schlösser Chambord, Chenonceau, Azay-le-Rideau und Amboise kämpfen mit hohen Besucherzahlen.
Während die meisten Reisenden zu diesen bekannten Attraktionen strömen, warten daneben stille Perlen darauf, entdeckt zu werden.
Ein Tipp von uns: In den Kassenbereichen der großen Schlösser liegen oft Prospektständer mit Hinweisen zu Attraktionen der Umgebung aus. Nicht jeder Flyer lohnt sich – aber wir haben dort schon mehrfach die besten Anregungen für „nicht so bekannte“ Schlösser gefunden, die in keinem Reiseführer stehen.
Diese 6 Schlösser gehören noch zu den echten Geheimtipps für Entdecker.
Sie sind der vielen Menschen müde? Hier finden Sie 6 Schlösser abseits der Besuchermassen.

Château de l’Islette: Das von den Armen der Indre umschlossene Château de l’Islette war Schauplatz der leidenschaftlichen Liebesaffäre zwischen den Bildhauern Auguste Rodin und Camille Claudel.
Château de Beauregard: beherbergt die Galerie des Illustres, eine Sammlung von 327 Porträts aus dem 17. Jahrhundert – ein Who-is-who der französischen Geschichte auf engstem Raum.


Château de Montsoreau: Im Schloss ist heute ein Museum für Konzeptkunst untergebracht, ein überraschender Kontrast zwischen Renaissance-Mauern und zeitgenössischer Kunst.
Château du Rivau: Das bezauberndste Schloss im Loiretal entführt Sie in eine phantastische Welt. Außerhalb des Schlosses warten die Gärten, in denen sich das märchenhafte Thema fortsetzt.


Château de Talcy: Dieses charmantes Wohnschloss aus dem 16. Jahrhundert mit Inneneinrichtungen aus dem 18. Jahrhundert wirkt, als hätten die Bewohner es gerade erst verlassen.
Château d’Oiron: Das Schloss beherbergt eine ständige Sammlung zeitgenössischer Kunst, die so präsentiert wird, dass das Gebäude selbst Teil der Ausstellung wird.




Tipps für eine unvergessliche Reise zu den Schlössern der Loire
Eine Reise ins Loiretal kann ein unglaubliches Erlebnis sein, aber es gibt ein paar Tipps, die Sie im Vorfeld beachten sollten. In diesem Abschnitt geben wir Ihnen wichtige Informationen für die Planung, damit Sie das Beste aus der Zeit an diesem magischen Ort machen können.
On y va! Auf zu einer unvergesslichen Reise zu den majestätischen Schlössern des Loire-Tals
Wann ist die beste Reisezeit für die Loire-Schlösser?
Zwischen Anfang Mai und Mitte September sind die meisten Häuser regelmäßig geöffnet – allerdings auch am vollsten. Der Frühling bringt milde 20 Grad und aufblühende Gärten, der Herbst ähnliche Temperaturen und leuchtendes Laub; beide Jahreszeiten sind deutlich ruhiger als der Sommer.
Im Sommer selbst wird es mit bis zu 26 Grad warm, der Atlantikwind macht die Hitze meist erträglich – und viele Schlösser zeigen jetzt ihre „Son et lumière“-Spektakel. Ab Ende Oktober steigt die Wahrscheinlichkeit für „Schietwetter“, wie man an der Küste sagt, doch gerade bei nasskaltem Wetter machen Innenbesichtigungen richtig Freude.
Eine Warnung aus eigener Erfahrung: Recherchieren Sie die Öffnungszeiten immer vorab, ausnahmslos. Jedes Schloss kocht sein eigenes Süppchen. Wir standen Ende September vor mehr als einer verschlossenen Tür – während die großen Publikumsmagnete bis in den Spätherbst geöffnet bleiben, heißt es bei den kleineren Schätzchen außerhalb der Saison schnell: Désolé, nous sommes fermés!
Was sollte man für die Schlösser der Loire einpacken?
Bequeme Schuhe stehen an erster Stelle – die Wege sind fast immer weiter als gedacht, und Renaissancegärten bieten wenig Schatten oder Schutz vor Regen. Dazu gehören eine leichte Jacke oder ein Pullover für kühlere Stunden, Sonnencreme, ein Hut und eine wiederauffüllbare Trinkflasche für heiße Tage.
Das Klima im Loiretal kann unberechenbar sein: kalt im Winter, schwül im Sommer. Frankreich mag ein Synonym für elegante Mode sein – an einem langen Besichtigungstag retten trotzdem die bequemen Schuhe die Stimmung.
Sollte man Tickets für die Schlösser der Loire vorab kaufen?
Ja, bei den großen Häusern lohnt sich das fast immer. Online gebuchte Tickets vermeiden lange Warteschlangen und geben Ihnen Budgetsicherheit; bei den Hauptattraktionen lassen sich sogar konkrete Zeitfenster reservieren. Bei unserem Partner Get Your Guide können Sie für die „wichtigsten“ Schlösser Eintrittskarten kaufen, oft sogar für den begehrten Schnelleinlass durch einen separaten Eingang.
Auf der Website des Fremdenverkehrsverein von BLOIS CHAMBORD werden diverse Schlösser-Pässe angeboten. In den verschiedenen Paketen werden 2 bis 4 Châteaux der Region kombiniert, manchmal ist sogar eines der beliebten Son et lumière-Spektakel enthalten. Im Schnitt spart man ca. 1€ pro Schloss. Man kann die Pässe vor Ort in den Fremdenverkehrsbüros von Blois und Chambord oder als e-Ticket kaufen.
Wie vermeidet man die Besuchermassen an den beliebten Schlössern?
Bei teils starkem Besucherandrang kann es zu langen Warteschlangen an den Eingangstoren kommen. Planen Sie deshalb voraus und kaufen Sie Ihre Tickets online, bei den Hauptattraktionen lässt sich sogar ein konkretes Zeitfenster buchen. Falls das nicht möglich ist, versuchen Sie, möglichst gleich zur Öffnung vor Ort zu sein. So haben Sie nicht nur mehr Zeit für die bemerkenswerte Architektur und die beeindruckenden Kunstwerke, sondern gehören auch zu den Ersten, die durch die schönen Säle schreiten.
Versuchen Sie außerdem zu vermeiden, was Reisegruppen aufhält – Garderobe, Toilettenpause, der „große historische Überblick“ gleich in der Eingangshalle. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das, was dieses eine Schloss besonders macht. Das findet sich meist nicht in den ersten Räumen, da lässt sich das eine oder andere mit gutem Gewissen überspringen.
Zur Mittagszeit sitzen die meisten Reisegruppen ohnehin beim Essen – eine gute Gelegenheit, gerade wenn Sie mehrere Schlösser an einem Tag besichtigen möchten. Auch am späteren Nachmittag wird es oft ruhiger, und das weiche Abendlicht gibt Ihren Fotos eine schönere Atmosphäre als die harte Mittagssonne, besonders in den Gärten.
In den Gärten selbst lohnt es sich, den Lageplan gut zu studieren. An den Hauptattraktionen werden Sie selten allein sein, aber wer bereit ist, ein paar Schritte mehr zu gehen, findet oft traumhafte Blicke auf das Schloss, ohne den Ellenbogen des Nächsten in den Rippen zu spüren.
Wo übernachtet man am besten im Loiretal?
Von luxuriösen Schlössern bis hin zu modernen Boutique-Hotels ist für jeden Geschmack und jedes Budget etwas dabei. Ganz gleich, ob Sie einen romantischen Kurzurlaub oder einen Familienurlaub verbringen möchten: Hier finden Sie sicher ein Hotel, das Ihren Aufenthalt unvergesslich macht.
Wenn Sie die Region rund um die Schlösser der Loire ausführlich erkunden möchten, empfehlen wir 2 Unterkünfte (z.B. bei Saumur weiter westlich und Montrichard weiter östlich). Wenn Sie den Standort nicht wechseln möchten, empfehlen wir Ihnen eher etwas Zentrales: Was halten Sie von einem Schloss als Unterkunft? =)
Die besten Reiseführer für die Schlösser der Loire
Während unserer Reisevorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden, die uns die Arbeit leichter gemacht und auf der Reise selbst gute Dienste erweisen haben.
Die Loire bietet so viel mehr als Burgen & Schlösser
Die Erkundung von Schlössern macht zweifelsohne Spaß, aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, die Zeit im Loiretal zu genießen. Machen Sie eine Bootsfahrt auf einem der Flüsse oder fahren Sie mit dem Kanu zu den Arkaden von Schloss Chenonceau, besuchen Sie Weingüter, schlendern Sie durch charmante Dörfer und und genießen Sie die französische Küche!
FAQ: Häufige Fragen zu den Loire-Schlössern
Wie viele Schlösser gibt es an der Loire? Die Schlösser der Loire verteilen sich über 280 Kilometer zwischen Orléans und dem Atlantik, mehr als 400 Bauwerke aus dem 10. bis 16. Jahrhundert.
Welches ist das schönste Schloss an der Loire? Eine objektive Antwort gibt es nicht, aber Chambord gilt als das größte und bekannteste der Schlösser an der Loire, während Chenonceau mit seiner Lage über dem Fluss Cher und seinen Renaissancegärten viele Besucher am meisten verzaubert.
Wie viele Tage braucht man für die Schlösser der Loire? Für die zehn wichtigsten Highlights sollten Sie mindestens 4 bis 5 Tage einplanen, um jedes Schloss ohne Hetze zu erleben. Wer auch Geheimtipps entdecken möchte, plant besser 7 bis 10 Tage.
Welches Loire-Schloss liegt eigentlich nicht an der Loire? Azay-le-Rideau, eines der meistfotografierten Schlösser der Region, liegt tatsächlich am Indre, nicht an der Loire selbst – ein Irrtum, dem viele Reisende erliegen.
Was kostet der Eintritt zu denSchlössern der Loire? Die Preise variieren stark, die großen Häuser wie Chambord oder Chenonceau liegen meist zwischen 13,00€ und 19,00€ pro Erwachsenem; Kombi-Pässe mehrerer Schlösser sparen im Schnitt etwa 1 Euro pro Objekt.
Ein letztes Wort
Vielleicht ist es genau diese Mischung, die die Schlösser der Loire so besonders macht: die weltberühmte Kulisse von Chambord und gleich um die Ecke ein Schloss, das kaum jemand kennt. Zwischen Königsintrigen, Renaissancegärten und einem verlassen wirkenden Wohnschloss aus dem 16. Jahrhundert liegt genug Geschichte für ein ganzes Leben voller Reisen – Sie müssen nur losfahren.
On y va! Auf zu einer unvergesslichen Reise zu den majestätischen Schlössern des Loiretals.




