Château de Montpoupon

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Chateau de Montpoupon, Loire (Frankreich) - Panorama
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Chateau de Montpoupon, Loire (Frankreich) - Ansicht Innenhof
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Chateau de Montpoupon, Loire (Frankreich) - Kamindetail
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Chateau de Montpoupon, Loire (Frankreich) - Altar + Details
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Chateau de Montpoupon, Loire (Frankreich) - Bibliothek
Adresse
37460 Céré-la-Ronde,
Centre-Val de Loire
Frankreich

Karte
Wissenswertes über Château de Montpoupon

Lesezeit: 4 min

Im Herzen der Touraine liegt das Château de Montpoupon. Ein Besuch, der die Besucher in die familiäre Intimität der Schlossbesitzer eintauchen läßt. Man schreitet durch Räume, die noch immer reichhaltig eingerichtet sind: Vom Esszimmer mit den sogenannten Trauerbalken in grau und schwarz und seinem üppig gedeckten Tisch bis zum obligatorischen Chambre du Roi, dem Schlafzimmer des Königs. Jedes Schloss im Loire-Tal musste ein schönes und komfortables Zimmer für den eventuellen Besuch des Herrschers bereithalten. Leuchtkraft und Farben kennzeichnen diesen Raum mit farbenfrohen Kastanienholzbalken aus dem 16. Jahrhundert und seltenen Möbel aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Gemälden und Wandteppichen. Im Amboise Saal findet man im Kaminmantel die verschlungenen Initialien A und M, also Montpoupon und Amboise.

Im zweiten Stock befinden sich die Privatwohnungen der Familie La Motte Saint-Pierre. Sie wurden mit allen Annehmlichkeiten des frühen 20. Jahrhunderts ausgestattet. Die außergewöhnliche Küche ist mit mehr als 150 Kupferelementen bestückt. Sie wurde im 19. Jahrhundert ausgestattet und wurde bis 1977 genutzt, als der letzte Koch das Schloss verließ. Ein Herd aus dem 19. Jahrhundert mit Warmhalteplatte, Miniofen, Abschäumer, Eisbereiter, Faisselleformen - die Schlossküche wäre sofort wieder einsatzbereit.

Das Schloss liegt auf einem Vorgebirge, auf welchem zur Zeit Karls des Großen der Stamm der Popponen siedelte. Von ihnen soll sich der heutige Name ableiten, aus Mons Poppo, dem Hügel der Popponen, wurde Montpoupon. Der Ort war schon im Mittelalter ein Ort von strategischer Bedeutung, hart umkämpft von den Kontrahenten Fulco Nerra und Odo von Blois.

Ab dem Mittelalter lebten hier die Familien de Prie und de Buzancais. Ab dem Jahr 1460 verhalfen Antoine de Prie und seine Gemahlin Madeleine d´Amboise dem Château zu neuem Glanz, nachdem es im Hundertjährigen Krieg völlig heruntergekommen war. Sie verwandelten die Burg in ein Renaissanceschloss und fügten im Jahr 1500 das prächtige Schlossportal hinzu, das bis heute unverändert besteht. Die Herren von Montpoupon waren treue Anhänger der Valois-Könige und die Lage ihres Schlosses war in komfortabler Nähe zu den Residenzen des Königs. Für ihre Treue wurden sie mit wichtigen Ämtern belohnt - sie waren Kämmerer oder Großmeister der Armbrustschützen.

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Montpoupon in der männlichen Linie vererbt, danach von der Mutter auf die Tochter. Die bekannteste Dame der Familie war Louise de Prie de La Mothe-Houdancourt, Marquise de Toucy und Duchesse de Cardona. Sie war unter Louis XIV. Gouvernante der königlichen Kinder. Da sie sich aber oft am Hof auffielt, wurde das Château de Montpoupon vernachläßigt und begann zu verfallen.

1763 wurde es von dem zukünftigen Bürgermeister von Orléans, Nicolas Marquis de Tristan erworben. Er ließ eine Flurbereinigung durchführen und verbesserte die Mühlen und Pachthöfe um den Besitz profitabler zu machen. Außerdem begann er mit der Restaurierung des Schlosses, bis die Französische Revolution dazwischen kam.

Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der neue Eigentümer Monsieur de Farville die Wirtschaftsgebäude errichten, die man noch heute sehen kann. Im Jahr 1857 erwarb Jean Baptiste de la Motte Saint Pierre den Besitz. Die Familie ließ das Château im Stil der Renaissance restaurieren. Der heutige Besitzer, der Comte de Louvencourt, ließ das eindrucksvolle Jagdmuseum mit 30 Räumen erbauen. Es beinhaltet die Stallungen, die Sattlereien, das Hermès-Zimmer, das Haus Deyrolle und das Haus des 'Piqueur', der zentralen Figur der Jagd. Seit 1971 ist das Château de Montpoupon für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Park
Im 18. Jahrhundert wollte der Marquis de Tristan einen französischen Garten anlegen. Die Arbeiten an dem Garten begannen 1786, wurden aber durch die Französische Revolution unterbrochen. Im Jahr 2006 wuden größere Renovierungsarbeiten durchgeführt, um den im 19. Jahrhundert aufgefüllten Wasserspiegel wieder auszuheben. Die Gestaltung des Französischen Gartens wird durch das Mähen von Gräsern auf verschiedenen Ebenen nach den Plänen von 1773 nachgezeichnet. Dieser von Wasser umgebene Garten endet mit dem Teich, einem Wasserspiegel, in dem das Schloss sichtbar ist.
Eintrittspreise
Erwachsene: 10,00 €
Senioren ab 65 Jahre: 9,00 €
Studenten/ Schüler bis 26 Jahre: 7,50 €
Kinder (5 bis 14 Jahre) : 5,00 €
Familienticket: (2 erwachsene + 2 Kinder): 27,00 €
Jahrespass: 18,00 €

Die Führung (französisch) durch das Schloss, der Besuch des Museums und der Waldspaziergang sind kostenlos.

Mit der Eintrittskarte für das Château de Montpoupon, erhält man in den Schlössern von Montrésor, Bouges, Valençay, der Cité Royale de Loches und der Domaine de Poulaine einem ermäßigten Tarif.
(Stand 2020)
Öffnungszeiten
Vom 08. Februar 2020, März (Wochenenden, Feiertage und Schulferien): 10:00h bis 13:00h und 14:00h bis 17:00h

April bis September: täglich von 10:00h bis 19:00h (Geschlossen am 25. und 26. Juli 2020)

Oktober bis einschließlich 01. November: täglich von 10:00h bis 18:00h

Vom 07. bis 29. November (Wochenenden und Feiertage): 10:00h bis 13:00h und 14:00h bis 17:00h

Dezember und Januar: geschlossen, außer am 12. und 13. Dezember zu Weihnachten im Schloss.

Für den Besuch sollte man ca.2 Stunden einplanen.
Letzter Zugang zur Kasse 1 Stunde vor Schließung der Domaine.
(Stand 2020)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Touren-Tipps
Reisetipps

Das flächenmäßig größte Land Europas hat ein abwechslungsreiches Klima, welches das Land durch alle Jahreszeiten zu einem attraktiven Reiseziel macht. Für Städtebesichtigungen oder Burgentouren sind die Frühjahrs- und Herbstmonate zu empfehlen, mit dem niederschlagsarmen Frühjahr und dem milden Herbst. Grundsätzlich empfiehlt sich gerade bei den kleineren Schlössern, die etwas abseits der “Rennstrecken” liegen, die Öffnungszeiten vorher auf deren Website zu prüfen. Gerade bei private Objekten erlebt man sonst allerlei Überraschungen.

Reisezeit
Die beste Reisezeit für Frankreich hängt ganz davon ab, in welcher Region man reisen möchte. Der Norden, Westen und Osten haben ein eher gemäßigtes Klima, hier empfiehlt sich die Zeit von von April bis September, zumal dann die meisten Schlösser und Burgen regelmäßige Öffnungzeiten haben. Im mediterranen Klima des Südens kann die angenehme Zeit noch bis weit in den Oktober reichen.

Tickets
Viele der französischen Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Reiseführer
Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps, inkl. kostenloser Touren-App & Update-Service.

Lesen
Buchcover "So sind die Franzosen" - amüsierte Hilfe zum Umgang mit unseren geliebten Nachbarn =)

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir das Buch “So sind sie, die Franzosen: Die Fremdenversteher von Reise Know-How” (Knapp) – etwas bissig und voller humorvoller Einsichten.
  • Die Romanreihe Fortune de France von Robert Merle erzählt in immerhin 13 Bänden die Geschichte Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert. Sicherlich ein Brocken, aber eine tolle Vorbereitung auf die Schlösser der Loire und all die Francois, Louis und Henris, die einem in den Schlössern begegnen.
  • Eine der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters ist Eleonore von Aquitanien, ihrem Leben kann man sich mit dem Buch “Die Löwin von Aquitanien: Historischer Roman” von Tanja Kinkel unterhaltsam nähern.

Und natürlich ist die Website des Französischen Fremdenverkehrsamtes (www.france.fr) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Merci beaucoup.