Château d’Angers

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Château d’Angers
49100 Angers

Frankreich

Geschichte von Schloss Angers

Schon in der Jungsteinzeit war der Felsvorsprung über dem Fluß Maine von Menschen besiedelt. Im 9. Jahrhundert ließ ein Graf von Anjou hier einen befestigten Wachposten errichten. Es entstanden ein Turm, die Einfriedung und eine Kapelle. Die Plantagenets, eine angevinische Dynastie (bekannteste Vertreter sind Henry II und Richard Löwenherz) aus welcher auch englische Könige stammten, folgten 3 Jahrhunderte später.

Im 13. Jahrhundert war Blanka von Kastilien anstelle ihres minderjährigen Sohnes, des späteren Louis IX, Regentin von Frankreich. Sie veranlasste den Bau einer mächtigen Festung für die königlichen Truppen. Die Mauer aus Schiefer, welcher durch horizontale Streifen aus Kalkstein aufgelockert wird, misst über 950 Meter, die Nordwestseite fällt steil zum Fluß Maine ab, die anderen Mauerabschnitte werden von 17 Türmen geschützt, jeder Turm hat einen Durchmesser vom 18m und ist 30m hoch.

Nur der 40m hohe Nordturm, genannt Moulin, hat noch seine ehemalige Höhe. Der Rest wurde auf Befehl des französischen König Henri III im Jahre 1585 auf Höhe der Zwischenwälle verkürzt.

Die angevinischen Herzöge Louis I, Louis II und König Renè bauten die Anlage im 14. Jahrhundert zu einer königlichen Residenz aus.
Es waren Jolanthe von Aragón und ihr Ehemann Louis II, die das Wohngebäude und die Kapelle Sainte Geneviève errichten ließen. In der Kapelle, in der sich eine kleine Betkapelle mit Kamin für die herzogliche Familie befindet, findet man noch heute ihre Wappen.

Ihr Sohn, König René, hat den Wohntrakt gegen 1450 um eine Galerie ergänzt. Nach einem Brand in den oberen Gemächern im Jahr 2009, wird das Gebäude momentan renoviert.

Südlich des Gebäudes liegt das Châtelet mit den von einem Kegeldach gekrönten Ecktürmchen aus dem 15.Jahrhundert. Es trennt den Wohntrakt von den halböffentlichen Bereichen des Schlosses ab. Ab dem 16. Jahrhundert diente die Festung als einfache Wehranlage und mehrfach als Gefängnis.

Heute betritt man die Anlage über die Zugbrücke der Porte de la Ville. Die zwischen den beiden südlichen Türmen gelegene Porte du Champs kann heute nicht mehr genutzt werden. Im 11 Meter tiefen und 30 Meter breiten Burggraben, kann man geometrische Blumenbeete bestaunen.

Im Inneren der Burganlage befinden sich nicht nur die genannten Gebäude, sondern auch anmutige Gärten. Ein Terrassengarten ist mit im Mittelalter bekannten Pflanzen und Blumen bepflanzt, die auch auf dem Wandteppich der Apokalypse dargestellt sind. Außerdem wird Wein angebaut.

Vom großen Empfangssaal der Grafen von Anjou im hinteren Teil des Innenhofs ist nur noch eine Mauer vorhanden. Natürlich wurde der Saal wiederholt dem Geschmack der jeweiligen Epoche angepasst, heute können wir uns, anhand der Mauer mit den vier großen sechsteiligen Fenstern die Pracht, die der Saal zur damaligen Zeit ausgestrahlt hat, nur vorstellen.

Einer der Hauptgründe, diese Burg zu besuchen, befindet sich sicherlich in der Galerie der Apokalypse. Dieses L–förmige Bauwerk wurde 1954 anstelle von damals nicht mehr vorhandenen Gebäuden erbaut, um dort den monumentalen Wandteppichzyklus auszustellen und für die Nachwelt zu bewahren.

Der ca.100m lange und 4,50m hohe Wandteppich stellt auch heute noch ein gewebtes Werk von außergewöhnlicher Größe dar. Es wurde 1375 von Louis I in Auftrag gegeben und vermutlich 1382 fertig gestellt. Er besteht ausschließlich aus Wolle.

Der offizielle Hofmaler Hennequin de Bruges entwarf die Vorlagen für die Webarbeit, gewebt wurden sie in Pariser Teppichwebereien. Der Zyklus zur Offenbarung des Johannes spiegelt durch die Art der Darstellung den politischen Kontext während der Entstehungszeit wieder, mitten im Hundertjährigen Krieg zeigt der Wandteppich die Folgen des Krieges, wie Hungersnot, Plünderungen und Pest.

Während der Französischen Revolution zerschnitt man den Teppich und benutzte sie als Pferdedecken, Bettvorleger oder Abdeckplanen. 1843 erwarb der Domherr Joubert große Teile zurück, andere fanden sich nach hartnäckigem Suchen. Trotzdem blieb etwa ein Drittel der Szenen für immer verloren, von den ursprünglichen sieben Teilen mit ca.168m, sind noch sechs Teile mit 74 Szenen erhalten.

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Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Täglich geöffnet
02. Januar bis 30. April: 10:00h bis 17:30h
02.Mai bis 04. September: 09:30h bis 18:30h
5. September bis 31.Dezember : 10:00h bis 17:30h
Letzter Einlass 45 Minuten vor Schließung
Geschlossen am 01. Januar, 01. Mai, 01. + 11.November und 25. Dezember
(Stand 2018)
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Für Erwachsene: 9,00€
Audioguide: ja, kostenpflichtig 3,00€// Dauer ca. 1,5 Stunden
(Stand 2018)
Reisetipps öffnen | schliessen
  • Reiseführer - während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern "Tal der Loire (Dumont)" und "Loire (Baedecker)". Als leichte Kost hatten wir immer den "Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)" griffbereit.
  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
  • Hotels im Paye de Loire bei booking.comUnterkünfte - für eine Schlösserreise an die Loire empfehlen wir 2-3 "zentrale" Hotels, von denen aus man sternförmig die Gegend erkundet. Im Westen z.B. das Loire & Sens (etwas südlich von Angers gelegen), zentral gelegen das traumhafte Fontevraud L'Hôtel - hier wohnt auch Eleonore von Akquitanien ;) - und im Osten z.B. das A la Fleur de Lys in Langeais. Damit hat man sehr gute Ausgangspositionen zu allen 400 Schlössern der Loire.
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