Deutschlands schönste Schlösser (Teil 1): 16 weltberühmte Schmuckstücke

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Folgen Sie uns auf eine Rundreise durch die Bundesländer Deutschlands, vom Meer bis zu den Alpen und zu den Schmuckstücken vergangener Zeiten:
Einige Anlagen gehören zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten in Deutschland, andere sind untrennbar mit ihren historischen Bewohnern verbunden oder mit Märchenfilmen.

Sollte bei unserer Wahl von 16 bekannten Schlössern in 16 Bundesländern Ihr Favorit fehlen, seien Sie uns gnädig: Wir wissen, jede Auswahl ist ein wenig subjektiv und auch in der Redaktion waren wir uns nicht immer einig. In manchen Bundesländern war die Auswahl nicht groß, in einem gibt es gar nur ein Schloss - wäre es eine Burg gewesen, wir wären verzweifelt.

Schloss Glücksburg in Schleswig Holstein

Gesamtansicht Schloss Glücksburg, Schleswig-Holstein
Haupttor von Schloss Glücksburg

Wer das Glück in Namen trägt, gehört natürlich an den Anfang dieser Liste. Es ist nicht nur eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser im Norden Europas, sondern gilt ebenso als die Wiege der Königshäuser Europas. Auch die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria, stammte aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Ihr Schlafzimmer im Schloss kann man heute noch bewundern.

Gebaut wurde das Wasserschloss im 16. Jahrhundert von Herzog Johann dem Jüngeren. König Christian IX. von Dänemark – war nicht nur der Stammvater der glücksburgischen Linie- er begründete im 19. Jahrhundert seinen Ruf als Schwiegervater Europas. Er verheiratete seine Nachkommen in allerhöchste Kreise. Vier Kinder heirateten in die Königshäuser von Schweden, England und Russland ein. Ein Sohn und ein Enkel wurden Könige von Griechenland bzw. Norwegen. Seine Nachfahren sitzen noch heute auf dem dänischen Thron.

Im Inneren erwarten einen prächtige Säle mit aufwendigen Stuckarbeiten, Porträts von Mitgliedern der europäischen Familie, eine erlesene Porzellan- und Silbergeschirr-Sammlung und als besonderen Schatz die farbenprächtigen Kalbsledertapeten aus dem 17. Jahrhundert.

Da der Erlebniswert für die meisten Kinder bei historischen Mobiliar und geschichtlichen Daten eher geringer ist, hat man in einem Turm als Märchenturm gestaltet. Hier können die kleinen Gäste die Welt der Gebrüder Grimm erobern und erleben spielerisch sieben berühmte Märchen.

Schweriner Schloss in Mecklenburg Vorpommern

Schloss Schwerin im Abendlicht (Mecklenburg-Vorpommern)
Schloss Schwerin im Abendlicht (Mecklenburg-Vorpommern)

Mitten auf einer künstlich angelegten Insel im Schweriner See steht das Schweriner Schloss auf rund 9.000 Pfählen. Die ehemalige Residenz der Mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des romantischen Historismus in Deutschland.

Ein Teil des Schlosses wird heute als Sitz des Landtags genutzt, aber in den über 600 Räumen auf 11 Etagen fand sich auch noch Platz für ein Museum. Der Thronsaal, die Beletage mit ihren Wohn- und Gesellschaftsräumen - üppig mit Gemälden und Skulpturen geschmückt - sind schönster Geschmack des 19. Jahrhunderts mit seiner Vorliebe für derart Historisches.

Der Schlosspark mit seiner Orangerie, der Grotte und dem Kolonnadenhof verbindet sich wunderbar mit dem barocken Gartenparterre, dessen Schönheit jedes Jahr tausende Besucher anzieht.

Doch auch wenn die Reiterstatue des obotritischen Fürsten Niklot die Fassade des Schlosses dominiert, verärgern Sie niemals den wahren Hüter und Wächter des Schlosses: Das Petermännchen!

Schloss Bergedorf in Hamburg

Schloss Bergedorf © K. Pfeifer
Schloss Bergedorf © K. Pfeifer

Zwar geht der Name der Stadt auf die alte Burg „Hammaburg“ unter der heutigen Altstadt zurück, aber die Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg an der Elbe waren immer Stolz keinem Fürsten zu dienen.
Im Jahr 1618 bestätigte das Reichskammergerichts den Status Hamburgs als Freie Reichsstadt. Deshalb finden sich in Hamburg zwar viele prächtige Bürgerhäuser und Kirchen, aber eben keine Adelspaläste.

Auch in dem einzig erhaltenem Schloss im heutigen Hamburger Stadtgebiet, dem Schloss Bergedorf, haben nie Königinnen oder Prinzen gewohnt, sondern Landherren, Amtsleute und Senatoren. Zwar diente die ehemalige Wasserburg den Herzögen von Sachsen-Lauenburg als Verwaltungssitz gleich zweier Hansestädte: Hamburg und Lübeck, aber im Jahr 1420 ließen die beiden Städte ein 4.000 Mann starkes Söldnerheer das Schloss einnehmen und regierten fortan für die nächsten 450 Jahre lang selbst.

Bei einem Besuch kann man vieles über die regionale Geschichte erfahren und die Werke ortsansässiger Künstler bewundern. Wechselnde Sonderausstellungen beschäftigen sich mit der Alltagskultur sowie gesellschaftlichen Phänomenen und Entwicklungen in der Region. Zahlreiche Veranstaltungen wie Konzerte, Rundgänge, Matineen und ein Kinderangebot runden das Programm ab.

Im Park der ca. 30 × 30 Meter großen Vierflügelanlage, die architektonisch die Stile der Backsteingotik und Backsteinrenaissance vereint, lässt es sich nach so viel Geschichte und Kultur ganz vortrefflich bei einem Tässchen Filterkaffee entspannen.

Schloss Schönebeck in Bremen

MiraculixHB, Public domain, via Wikimedia Commons
MiraculixHB 14:58, 27 October 2007 (UTC), Public domain, via Wikimedia Commons

Hätten Sie gedacht, dass Bremen nicht nur die Bremer Stadtmusikanten und das als UNESCO Welterbe ausgezeichnete Ensemble aus Rathaus - der Weserrenaissancebau hat diese Ehre weltweit als einziges Rathaus- und Roland zu seinen Sehenswürdigkeiten zählt, sondern auch ein echtes Schloss?

Das im 17. Jahrhundert von der Familie von der Borch erbaute Gebäude ist der einzige erhaltene ehemalige Adelssitz im Land Bremen. In seinem kleinen, aber feinen Museum dreht sich alles um den kleinen zu Bremen gehörenden Ort Vegesack, der mit seinem Flussufer an der Weser so gute Voraussetzungen für Handel und Schifffahrt bot. Es geht um historischen Walfang, die Anfänge der industriellen Entwicklung, den Beginn der Rettung Schiffbrüchiger, die Vegesacker Heringsfischerei und die Zeit der Segel- und Dampfschifffahrt von Vegesack bis hinaus in die weite Welt. Kennen Sie den Kapitän Eduard Dallmann? Oder den Afrikaforscher Gerhard Rohlfs? Beide hatten enge Verbindungen zu Vegesack und ihr Erbe wartet darauf von Ihnen entdeckt zu werden.

Wer hier standesamtlich heiraten will, hat dazu die Möglichkeit an jedem 3. Freitag eines Monats.

Schloss Hannover Herrenhausen und Großer Garten in Niedersachsen

Hannover Herrenhausen, Blick auf das Schloss
Hannover Herrenhausen, Blick auf das Schloss

Nun ist das heutige Schloss Herrenhausen mit seinem Baubeginn im Jahr 2010 nur schwerlich als historisch zu bezeichnen, aber das ist ja nur eine Frage der Perspektive. Der geneigte Leser im Jahr 2121 - sollte es diese Website, das Internet und das Schloss noch geben - sieht das wahrscheinlich anders.

Hier sind es die Gärten, die das Ensemble so besonders machen. Der Große Garten in Hannover Herrenhausen gilt als einer der bedeutendsten Barockgärten Europas und zieht jährlich einen halbe Million Menschen in seinen Bann. Sein Parterre mit den Broderien aus gestutzten Buchsbaumhecken (der Buchsbaumzüngler möge Erbarmen haben) ist ein mit Blumen gefüllter Festsaal unter freien Himmel. Die Boskettgärten mit ihren von Hainbuchenhecken abgeschlossenen Sondergärten - Der Renaissancegarten, der Barockgarten und ein Rokokogarten, um nur drei zu nennen - waren früher und sind auch noch heute beliebte Treffpunkte für ein vertrauliches Tête-à-Tête. Im ganzen Garten verteilt finden sich Wasserspiele und die Große Fontäne erreicht bei Windstille fast 72 Meter hoch.

Wer nun meint zu einem Schloss gehören doch auch Gemäuer: es gibt das Galeriegebäude als barockes Original. Wir verdanken es Kurfürstin Sophie, dass dieser große Saal als Festsaal gebaut wurde. Die Fresken im Inneren sind eine allegorische Hymne an das Haus Hannover. Man kann die Galerie heute für Konzerte, Musiktheateraufführungen, Ausstellungen und festliche Empfänge mieten. In den Sommermonaten bietet das Standesamt Hannover Trauungen im Zimmer des Frühlings an. Die Räume des Westflügels - das Frühlingszimmer im Erdgeschoss und oben dann das Sophien- und das Leibniz Zimmer - machen dieses Gebäude in Herrenhausen dann doch zu einem würdigen Vertreter als bedeutende Schlossanlage. Und es gibt das Gartentheater, ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert.

Schloss Sanssouci in Brandenburg

Schloss Sanssouci © Hans Christian Krass / SPSG
Schloss Sanssouci © Hans Christian Krass / SPSG

Sanssouci – ohne Sorge – war der Wunsch des preußischen Königs Friedrichs des Großen, wenn er sich hier mit seinen Hunden zurückzog. Das Schloss auf den berühmten Weinbergterrassen war sein Sommersitz und er liebte dieses Refugium so sehr, dass sich der König in einer Gruft auf der obersten Terrasse beisetzen lassen wollte. Erst im Jahr 1991 ging dieser Wunsch in Erfüllung.

Die Legende will es, dass der König persönlich den Rokokobau in Potsdam als krakelige Skizze plante. Es existiert auf jeden Fall ein Entwurf aus der Feder des Königs aus dem Jahr 1744, der dem Endergebnis erstaunlich nahekommt.

Das Motto Sans souci findet man verewigt unter der Kuppel im Mittelteil. Daß für seine Ehefrau Elisabeth Christine keine Räumlichkeiten vorgesehen waren, trug wohl zur Erfüllung des Mottos bei.

Es gab fünf Privaträume für den König und fünf separate Gästezimmer, fast alle mit Blick auf die schöne Gartenanlage. Bis auf den Marmorsaal und das Arbeitszimmer schwelgt das Schloss im Stil des Rokoko. Prachtvolle Verzierungen holen die Natur in die Zimmer und im Konzertzimmer sieht man den König förmlich vor sich bei seinem Spiel auf der Querflöte, begleitet von Carl Philipp Emanuel Bach. Da Friedrich besser Französisch als Deutsch sprach, finden sich in der Bibliothek fast ausschließlich Werke in dieser Sprache.

Schloss Charlottenburg in Berlin

Schloss Charlottenburg, Ansicht der Gartenseite © Hans Bach / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Schloss Charlottenburg, Ansicht der Gartenseite © Hans Bach / Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Ursprünglich war es nur ein kleines Schloss mit Namen Lietzenburg, welches von Sophie Charlotte als Residenz genutzt wurde. Die Königin liebte die Oper und ließ ein freistehendes kleines Opernhaus errichten. Erst nach ihrem Tod 1705 im Alter von nur 36 Jahren wurde es vom König in Charlottenburg umbenannt. Das Schloss wurde ausgebaut und erhielt seine markante Kuppel. Auch in der abenteuerlichen Geschichte des Bernsteinzimmers spielte das Schloss eine Rolle, ursprünglich sollte es hier eingebaut werden. Es kam dann aber doch in das Berliner Schloss. Der russische Zaren Peter der Großen erhielt es später im Tausch gegen Soldaten mit Gardemaß. Seit 1944 gilt es als verschollen.

Friedrich der Große schätzte seine feinsinnige Großmutter Sophie Charlotte und machte Charlottenburg zu seiner Residenz. Er hielt hier seine freimaurische Hofloge ab.

Die Schäden im 2. Weltkrieg durch Luftangriffe waren verheerend, die Kuppel stürzte ein, große Teile brannten aus Es konnten aber vieles vom Inventar gerettet werden. Nach der Instandsetzung dient das Schloss heute als Museum, nachdem es von 2004 bis Anfang 2006 - während der Renovierung von Schloss Bellevue - vom Bundespräsidenten genutzt wurde. In den Ausstellungen sieht man die Wohnung Friedrichs des Großen, Kroninsignien von Friedrich I. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte, die Goldene Galerie und zahlreiche Gemälde.

Der Schlossgarten lockt mit dem Belvedere (Ausstellungsraum für die Königliche Porzellanmanufaktur), dem Mausoleum mit den Sarkophagen von Königin Luise und Friedrich Wilhelm III. und 55 Hektar "Frische Berliner Luft, Luft, Luft..."

Schloss Quedlinburg in Sachsen Anhalt

Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) - Panorama
Prächtiges kulturelles Erbstück - Schloss Quedlinburg (Sachsen-Anhalt)

Man ist doch immer wieder erstaunt, wie weit entfernt vom Ufer der Meere sich Hansestädte befinden. Aber ja, Quedlinburg war im 15. Jahrhundert -kurz- Hansestadt. Heute ist es UNESCO-Welterbe.

Schon von weitem ist der Umriss des Sandsteinfelsen mit den Stiftsgebäuden und der romanischen St. Servatius-Kirche zu sehen. Sachsenherzog Heinrich soll sich am Finkenherd geziert haben die Königkrone zu empfangen. Er nahm sie aber doch und er und seine Nachfolger machten die Pfalz Quedlinburg zum Zentrum ihrer Reichspolitik. Heinrich wurde hier 936 beigesetzt und seine Ehefrau Mathilde gründete ein Damenstift, das fast 900 Jahre lang Bestand hatte.

Den Glanz des ottonischen Kaiserhauses kann man noch heute in den Kostbarkeiten des Domschatzes finden. Im Schlossmuseum in den Räumen des ehemaligen Stiftes findet man Ausstellungen zur Stadt- und Stiftsgeschichte sowie stilvoll gestaltete Empfangs- und Audienzsäle.

Wem das an Geschichte noch nicht genug ist, kann die 2.000 Fachwerkhäuser in der Altstadt unterhalb des Schlosses bewundern. Aber Achtung: Kopfsteinpflaster!

Schloss Moritzburg in Sachsen

Schloss Moritzburg, Sachsen - Blick über das Wasser
Das märchenhafte Aschenputtelschloss Moritzburg in Sachsen - Blick über das Wasser

Da hat sich Herzog Moritz im 16. Jahrhundert mit seinem Jagdschloss ein bemerkenswert schönes Plätzchen vor den Toren Dresdens ausgesucht. August der Starken baute es zum königlichen Lustschloss aus und heute? Reden alle nur vom Weihnachtsklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Es gibt natürlich eine Ausstellung zum Thema aber auch darüber hinaus hat das Schlosss einiges zu bieten, immerhin gilt es das schönste Wasserschloss in Sachsen.

Die Kunstsammlung des Schlosses beherbergt kostbare sächsische Barockmöbel, Porzellan, Gemälde und Ledertapeten aus dem 18. Jahrhundert sowie eine der umfassendsten Jagdtrophäen-Sammlungen der Welt und natürlich das berühmte Federzimmer mit dem Paradebett Augusts des Starken, geschmückt mit über einer Million farbiger Vogelfedern.

Da der Schlosspark nie vollendet wurde, lässt sich seine ursprünglich geplante Dimension nur erahnen. Die im Jahr 1990 begonnene Rekonstruktion durch den Freistaat zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege ist noch immer nicht abgeschlossen.

Im Park finden sich 4 kleine und ein größeres Teichhäuschen zur Übernachtung - direkt am Wasser und dem Schloss ganz nah.

Die Wartburg in Thüringen

Zauberhafte Winterstimmung © Wartburg-Stiftung
Zauberhafte Winterstimmung © Wartburg-Stiftung

Die Wartburg war Schauplatz vieler historischen Ereignisse und zu ihren bekanntesten Bewohnern gehörten im 13. Jahrhundert die Heilige Elisabeth und später Martin Luther, der hier das Neue Testament übersetzte. Musikliebhaber schätzen sie aber besonders wegen Wagners Tannhäuser und dem Sängerkrieg auf Wartburg. Heute dürfen wir durch die Räume der Burg schlendern, die wie kaum eine andere mit der deutschen Geschichte verbunden ist.

Sie soll ja um 1067 von Graf Ludwig dem Springer aus der Familie der Ludowinger -einem mächtigsten Adelsgeschlecht in Thüringen- gegründet worden sein, schon Mitte des 12. Jahrhunderts wurden sie vom Kaiser zu Landgrafen ernannt und begannen mit dem Bau des Palas, heute der besterhaltene romanische Profanbau nördlich der Alpen.

Der Sängerkrieg soll auf der Wartburg am Anfang des 13. Jahrhunderts stattgefunden haben und Luther warf sein Tintenfass im Winter 1521/22 nach dem Teufel. An der Wand neben dem Ofen soll es einen blauen Tintenfleck gegeben habe, seit 1650 wurde davon erzählt. Heute findet man dort nur noch ein Loch.

Trotzdem gehört die Wartburg völlig zu Recht seit 1999 zum UNESCO Welterbe der Menschheit.

Schloss Wilhelmshöhe in Hessen

Schloss Wilhelmshöhe in Kassel (Hessen) © Museumslandschaft Hessen Kassel
Schloss Wilhelmshöhe in Kassel (Hessen) © Museumslandschaft Hessen Kassel

Das Schloss aus dem 18. Jahrhundert ist eingebunden in das Gesamtkunstwerk Bergpark Wilhelmshöhe oberhalb der Stadt Kassel. Es beherbergt heute die Gemäldegalerie Alte Meister, die Antikensammlung, die Graphische Sammlung sowie das Schlossmuseum im Weißensteinflügel und eine wissenschaftliche Präsenzbibliothek im Kirchflügel.

Anfang 1945 wurde das Corps de Logis von einer Bombe zerstört und konnte erst 1968–1974 wiederaufgebaut und als Kunstmuseum umgestaltet werden. Die Kuppel wurde dabei nicht wieder errichtet.

Im Bergpark steht eine der ersten pseudomittelalterlichen Burgruinen Europas: die Löwenburg. Auch wenn sie von weitem wie eine romantische, mittelalterliche Ritterburg erscheint, beherbergt sie doch die Raumfolgen eines absolutistischen Lustschlosses.

Das Wahrzeichen der Stadt Kassel – der Herkules - steht in 530 Meter Höhe und bietet einen einmaligen Blick. Er galt als Symbol für den Triumph der Kunst über die Natur und die Allmacht der Schöpfungskraft des Menschen.

Die UNESCO zeichnet den circa 560 Hektar großen Bergpark im Jahr 2013 als herausragendes und einzigartiges Zeugnis europäischer Bau- und Gartenkunst aus.

Schloss Benrath in Nordrhein-Westfalen

Panorama © Schloss Benrath / SSPB
Panoramablick über den See © Schloss Benrath / SSPB

Dieses Lustschloss lag auf dem Lande, ganze 12 Kilometer vor den Toren der Stadt. Ob das der Grund war, warum sein Erbauer Karl Theodor von der Pfalz das Anwesen zu Lebzeiten nur ein einziges Mal besuchte? Oder lag es daran, dass der Hausherr, als sein Schlösschen endlich fertig gestellt war, schon als Kurfürst im fernen München weilte?

1756 bis 1773 wurde es als Maison de plaisance mit raffiniert ausgestatteten Räumen und großzügigen Gartenanlagen errichtet und ist heute einer der Publikumsmagnete im Süden der Stadt Düsseldorf. Und das wohl mehr wegen der Schönheit des Parks mit seinen 80 Vogelarten und weniger wegen der über 300 Käferarten, die hier heimisch sind.

Benrath ist ein Kleinod und kein anderes europäisches Baudenkmal dieser Zeit am Übergang des späten Barocks zum Klassizismus ist so gut erhalten. Königliche Häupter wie Königin Elisabeth II. von England waren hier zu Besuch und Königin Silvia von Schweden kam gleich zweimal. Auch der Schah von Persien und zuletzt Fürst Albert II. von Monaco waren hier Gast.

Und wenn man den 61 Hektar großen Park erkundet hat, bleibt vielleicht noch etwas Zeit für das weltweit erste Gartenkunstmuseum, dass 2002 im Ostflügel des Schlosses eröffnet wurde.

Schloss Stolzenfels in Rheinland-Pfalz

Fernansicht Schloss Stolzenfels am Rhein
Schloss Stolzenfels by Holger Weinandt (eigenes Werk, CC BY-SA 3.0; cropped, sharpened, recoloured)

Nur ein paar Kilometer vom Zentrum Koblenz entfernt, erhebt im burgenreichen Mittelrheintal, hoch über dem linken Rheinufer, das Schloss Stolzenfels. Es gilt als gelungenes Beispiel der preußischen Rheinromantik und stammt in seiner heutigen Form aus dem 19. Jahrhundert. So ganz ohne Burg geht es am Rhein aber nicht, es wurde auf den Ruinen einer Zollburg des 13. Jahrhunderts gebaut.

Der preußische Kronprinzen Friedrich Wilhelm war der Rheinromantiker. Er ließ Stolzenfels nach den Plänen des Architekten Karl Friedrich Schinkel als preußische Sommerresidenz am Rhein errichten. Auch die Umgebung des Schlosses, gestaltet vom Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné als Landschafts- und Jagdpark musste romantisiert sein. Als Friedrich Wilhelm endlich das Schloss beziehen konnte, trug man historische Kostüme - die Atmosphäre sollte ja stimmen.

Heute wird das Schloss von der Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz verwaltet. Zu besichtigen sind das Torgebäude, der gotische Wohnturm, der Palas mit dem Rittersaal (Sammlungen von historischen Waffen und Trinkgefäßen) und der Bergfried. Im mittelalterlichen Wohnturm befindet sich ein Saal mit Wandmalereien im Stil der rheinischen Hochromantik.

Sehr viel Romantik! Und deshalb kann man hier in den Sommermonaten am 1. Samstag im Monat in der Sommerhalle von Schloss Stolzenfels zu heiraten.

Das Saarbrücker Schloss im Saarland

Schloss Saarbrücken by Wolfgang Staudt (eigenes Werk, CC BY 2.0; cropped, sharpened, recoloured)

Der Brocken an der Saar - so der sprechende, aber wenig schmeichelhafte Ursprung des Namens Saarbrücken. Das beliebte Ausflugsziel war erst eine mittelalterliche Burg und dann eine Fürstenresidenz im Stil der Renaissance. Heute ist es eine Mischung aus den Seitenflügeln im alten Stil des Schlosses und einem zeitgenössischen Mittelbau aus Glas und Stahl. Genutzt wird es als Verwaltungssitz, Tagungsstätte und Ort kultureller Veranstaltungen.

Direkt neben dem Schloss befindet sich der Neubau des Historischen Museums Saar. Vom Museum führt eine Treppe in die Vergangenheit. 14 Meter unter der Erde finden sich noch Teile der mittelalterlichen Burg. Dazu Wehranlagen und Kasematten aus der Renaissance, ein im Burggraben errichtetes Ballhaus aus dem 17. und ein Verlies aus dem 18. Jahrhundert.

Gefeiert wird im Schloss noch heute. Der lichtdurchflutete Festsaal wurde vom Architekten Prof. Dr. Gottfried Böhm nach den Maßen des ursprünglichen Ballsaals geplant. Wenn Sie also Ihre 160 engsten Freunde verköstigen wollen - passt!

Schloss Heidelberg in Baden-Württemberg

Schattiges Plätzchen in Schloss Heidelberg
Schattiges Plätzchen in Schloss Heidelberg

Deutsche Romantik in Reinform, so kann man die wohl bekannteste Ruine unseres Landes am treffendsten beschreiben. Die Silhouette der ehemaligen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz thront über der Stadt und wird des Nachts des Öfteren angestrahlt, was die Atmosphäre noch verstärkt.

Ob Schlosshof, Besichtigung des Großen Fasses oder Eintritt in das Deutsche Apothekenmuseum, mit einem Ticket kann man die Highlights besichtigen und bekommt sogar noch die Hin- und Rückfahrt mit der Bergbahn obendrauf.

Ab ungefähr dem Jahr 1800 ließen sich Reisende, Maler und Poeten von den Überresten des Schlosses inspirieren, doch es sollte noch fast 100 Jahre dauern bis man sich entschloss in den Erhalt des Baudenkmals zu investieren. Der „Schlossstreit“ - Ruine erhalten oder historisierter Neubau - wurde zugunsten der Denkmalpfleger entschieden, als kleines Zugeständnis wurde aber der Friedrichsbau im Stile des Historismus wieder errichtet.

Von den fast 4 Millionen Besuchern der Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) im Jahr 2018 fanden allein 1,14 Millionen ihren Weg nach Heidelberg. In normalen Jahren wird die Millionengrenze regelmäßig im November geknackt.

Schloss Neuschwanstein in Bayern

Neuschwanstein & Hohenschwangau - Blick über den See im Spätsommer © burgen.de
Neuschwanstein & Hohenschwangau - Blick über den See im Spätsommer © burgen.de

Welcher Ort verkörpert unser Idealbild eines Märchenschlosses als Neuschwanstein? Es gehört nicht nur zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Bayerns, sondern kann seinen jährlich rund 1,4 Millionen Besuchern zu den Tourismusmagneten Europas gerechnet werden.

Wenn man den ca. 40 minütigen Aufstieg wagt, wird man mit dem schönsten Panoramablick von der etwas höher gelegenen Marienbrücke belohnt. Aber auch vom Ufer des Alpsees hat man einen phantastischen Blick, nicht nur auf Neuschwanstein, sondern auch auf Schloss Hohenschwangau. Man kann sich den Besuch aber etwas bequemer mit einer Pferdekutsche oder einem Bus machen.

Das idealisierte Modell einer mittelalterlichen Ritterburg mit seinen Türmchen und Zinnen wurde ab 1869 für den bayerischen König Ludwig II. gebaut. Die Fertigstellung hat er aber nicht mehr erlebt, er starb unter geheimnisvollen Umständen 1886 im Starnberger See.

Wer sich - wie in den Sommermonaten von Juli bis September täglich fast 6.000 andere Besucher - für eine Führung durch die Innenräume entscheidet, muss sein Ticket spätestens am Ticket Center Hohenschwangau im Tal kaufen. Oben am Schloss gibt es dazu keine Möglichkeit. Es empfiehlt sich gerade in der Hochsaison die Ticket im Vorfeld online zu kaufen. Wer aber auf den Rundgang durch die Wohn- und Repräsentationsräume des Königs verzichten kann - bis in den Innenhof kommt man auch ohne Ticket.

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Neuschwanstein & Hohenschwangau - Blick über den See im Spätsommer © burgen.de
Neuschwanstein & Hohenschwangau - Blick über den See im Spätsommer © burgen.de
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