Château de Cheverny

Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); frontale Aufnahme
Château de Cheverny
41700 Cheverny

Frankreich

Die Domäne von Cheverny gehört seit mehr als 700 Jahren der Familie Hurault. Als Finanziers, Höflinge und Offiziere mehrerer französischer Könige gewann sie stetig ein Einfluss. Schon Anfang des 14. Jahrhunderts gab es hier eine Ölmühle, am Ende des Jahrhunderts ließ Jaques Hurault, Finanzminister Louis XII auf seinem Landgut eine Burg errichten, sie befand sich dort wo heute die Wirtschaftsgebäude stehen. Der Taubenturm als Zeichen des Herrenrechts stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert umgebaut. Heute dient er als Wasserturm. Sein Nachfahre Graf Henri Hurault erbte die Ländereien im Jahr 1599. Er soll seine Frau in Cheverny mit ihrem Liebhaber erwischt haben, der sich noch durchs Fenster retten wollte doch dann vom Grafen mit dem Degen erstochen wurde. Henri zwang seine Frau einen Becher mit Gift zu trinken. Nachdem er kurze Zeit später ein zweites Mal geheiratet hatte, beschloss er mit seiner Frau die alte Burg niederzureißen und ein neues Schloss zu bauen. Vielleicht wollte er so die Morde aus dem Gedächtnis tilgen. Die Arbeiten dauerten von 1624 bis 1640.

Ihre Tochter Elisabeth, Marquise de Montglas führte nach dem Tod ihrer Eltern die Innenausstattung zu Ende. Das prachtvolle Ergebnis begeisterte sogar die Grande Mademoislle, Tochter Gaston d´Orléans , sie nannte Cheverny ein Zauberschloss.

Cheverny gilt als eines der ersten Schlösser welches im klassischen, französischen Stil gebaut wurde. Der mittlere Pavillion wird durch zwei Flügel mit zwei Eckpavillions verbunden. Die reichverzierte Südfassade ist mit Büsten römischer Kaiser dekoriert, die Nordfassade ist schlichter gehalten im reinen Louis XIII Stil. Verantwortlich war der Architekt Jacques Bougier, welcher auch in Blois und Chambord gearbeitet hatte. Verwendet wurde Tuffstein aus Bourré im Tal des Cher. Die Innenausstattung ist das prächtige Werk von Jean Monier, welcher auch für die Königinmutter Maria de Medici das Palais du Luxembourg ausgestattet hatte.

Die Domäne war in all den Jahren im meistens Familienbesitz, es gab nur zwei Ausnahmen. Diane de Poitiers überwachte von hier die Umbaumaßnahmen in Chauteau de Chaumont, in welches sie Catherine de Medici aus Chateau de Chenonceau vertrieben hatte. Und ein zweites Mal als kein Interesse an dem mit hohen Ausgaben verbundenen Anwesen bestand und es verkauft wurde.1825 wurde es ab wieder in die Familie zurück gekauft von Anne-Victor Hurault, Marquis de Vibraye.

Während der Französischen Revolution konnte das diplomatische Talent seines Besitzers Jean Nicolas Dufort de Chiverny das Schlimmste vom Schloss abwenden.

Das Schloss wird noch heute von Nachkommen der Familie Hurault, dem Marquis und der Marquise de Vibraye bewohnt.

Sehenswert sind in Cheverny die üppig ausgestatteten Räume, welche man im Rahmen eines Rundgangs besichtigen kann. Das Schloss ist ganzjährig beheizt.

Als erstes betritt man den reich dekorierten Speisesaal mit 34 Holztäfelungen von Jean Monier, welche die Geschichte des Don Quichotte veranschaulichen.

Die Ehrentreppe ist im Louis XIII gebaut und hat einen geraden Lauf mit einem Treppenabsatz, statt einer damals üblichen Wendeltreppe.  Im ersten Stock befinden sich die sogenannten Privatgemächer, welche noch bis in die Mitte der neunziger Jahre bewohnt wurden. Im Schlafgemach kann man das Brautkleid der Marquise de Vibraye aus dem Jahr 1994 bewundern. Als nächstes betritt man den Waffensaal mit einem Gobelin Teppich aus dem 17. Jahrhundert mit dem Thema „Die Entführung der schönen Helena“. Hier befindet sich auch ein mit Leder bezogener Koffer, der dem König Henri IV gehört hatte. Er hat ein Leergewicht von 70kg.Natürlich findet man hier, wie der Name vermuten lässt, eine beachtenswerte Sammlung von Waffen und Rüstungen aus dem 15.-17. Jahrhundert.

Im Gemach des Königs sind Wandteppiche mit dem Thema „Irrfahrten des Odysseus“ ausgestellt. Sie wurden 1640 nach Vorlagen von Simon Vouet in den Pariser Werkstätten gefertigt. Das Himmelbett ist mit persischen Stickereien aus dem 16. Jahrhundert bespannt. In diesem Bett soll König Henri IV geschlafen haben, als er in der ehemaligen Burg übernachtete.

Zurück im Erdgeschoss gelangt man in den Großen Salon, mit einer großen Sammlung an Bilder und Möbeln. In der Galerie und dem Portraitsalon finden sich viele Bilder der Familie. Die Bibliothek aus der Zeit des ersten Kaiserreiches und der Salon der Wandteppiche mit fünf Wandteppichen aus dem Flandern des 15. Jahrhundert beenden den Rundgang.

Quelle: http://www.chateau-cheverny.fr/

Besucher-Tipp

Wollen Sie mehrere Schlösser der Loire besuchen, empfiehlt sich der Kauf der Tickets im Paket. Auf der Website des Office de Tourisme de Blois werden verschiedene Pässe angeboten. Office de Tourisme de Blois. http://www.bloischambord.com/billetterie

Besonderheiten

Das Schloss von Cheverny diente Hergé (Zeichner der Comicserie Tim und Struppi) als Inspiration für das Chateau de Moulinsart oder Schloss Mühlenhof. Die interaktive Ausstellung „Die Geheimnisse von Moulinsart“ lassen den Besucher auf über 700 m² die Ereignisse in diesem Schloss nacherleben (extra Eintritt).

Mehr als einhundert Jagdhunde leben in Cheverny und können den ganzen Tag besichtigt werden. Die Fütterung der Hunde findet vom 1. April bis 14. September täglich um 11.30 Uhr statt (unter Vorbehalt). Vom 15. September bis 31. März nur montags, mittwochs, donnerstags und freitags um 11.30 Uhr (unter Vorbehalt), außer an Feiertagen.

Im weitläufigen Garten können auf einem Kanal Fahrten mit Elektrobooten gemacht werden. Durch den Garten der Lehrlinge erreicht man seit 2006 die Orangerie aus dem 18.Jhrhundert, hier befindet sich ein kleines Restaurant.

Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); frontale Aufnahme
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Vordereingang
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Speisesaal
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Ankleide
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); grosser Saal
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Gartenanlage
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Rueckseite
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); frontale Aufnahme
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Vordereingang
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Speisesaal
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Ankleide
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); grosser Saal
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Gartenanlage
Chateau de Cheverny, Region Loire (Frankreich); Rueckseite
Reisetipps
  • Reiseführer - während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern "Tal der Loire (Dumont)" und "Loire (Baedecker)". Als leichte Kost hatten wir immer den "Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)" griffbereit.
  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
  • Hotels im Paye de Loire bei booking.comUnterkünfte - für eine Schlösserreise an die Loire empfehlen wir 2-3 "zentrale" Hotels, von denen aus man sternförmig die Gegend erkundet. Im Westen z.B. das Loire & Sens (etwas südlich von Angers gelegen), zentral gelegen das traumhafte Fontevraud L'Hôtel - hier wohnt auch Eleonore von Akquitanien ;) - und im Osten z.B. das A la Fleur de Lys in Langeais. Damit hat man sehr gute Ausgangspositionen zu allen 400 Schlössern der Loire.
Weitere nützliche Links
Eintrittspreise
Erwachsene: 11,50 €
Kinder: 8,0 €
Für Kinder unter 7 Jahren ist der Eintritt ist frei
(Stand 2018)
Öffnungszeiten
Das Schloss ist ganzjährig geöffnet.
Vom 01.Januar bis 30.März – ganztags von 10.00h bis 17.00h
Vom 31.März bis 30.September – ganztags von 9.15h bis 18.30h
Vom 01.Oktober bis 31.Dezember – ganztags von 10.00h bis 17.00h
(Stand 2018)