Château de Gien

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Château de Gien © Château-Musée de Gien
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Château de Gien | Ausstellung © Château-Musée de Gien
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Château de Gien | Ausstellung © Château-Musée de Gien
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Château de Gien | Fassade © Ch. Mouton | CRTCentreValdeLoire
Wissenswertes über Château de Gien

Lesezeit: 13 min

Gien ist eine charmante Stadt an der Loire, etwa 80 Kilometer östlich von Orléans. Das Château de Gien thront majestätisch über der Stadt und der Loire. Mit seiner Mischung aus Geschichte, Architektur und Kultur zieht es jährlich Tausende von Besuchern an.


Die Lage am rechten Ufer der Loire bietet einen schönen Blick und verleiht dem Schloss eine besondere Bedeutung als einem der Wahrzeichen der Region Centre-Val de Loire.


Das Schloss hat im Laufe der Jahre mehrere Besitzerwechsel erlebt und diente im 19. Jahrhundert als Landratsamt, Gericht und Gefängnis. Seit 1952 dient es als Jagdmuseum. Nach mehreren Renovierungsjahren können die Besucher ein Schloss entdecken, das bemerkenswerte und sehr unterschiedliche Kollektionen über die verschiedenen Jagdtechniken präsentiert.


Doch was macht dieses Schloss so besonders? Begleiten Sie uns auf eine charmante Reise durch die Zeit!


Die Stadt Gien ist ein Knotenpunkt mehrerer historischer Gegenden – dem Grenzland von Orléanais, Nivernais und Burgund – und bietet

neben dem Schloss auch andere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Die Kombination aus Geschichte, Architektur und Kultur macht Gien und das Château de Gien zu einem lohnenswerter Abstecher für jeden, der das Loiretal besucht.

Zauber der Vergänglichkeit
Zauber der Vergänglichkeit ♥
von Frederking & Thaler

Gebaut für die Ewigkeit. Errichtet, um zu beeindrucken. Konstruiert mit Stil und Erhabenheit: Kaiserpaläste und Adelshäuser, Luxushotels und Stadtvillen. Doch konnten die Paläste im Lauf der Geschichte nicht bestehen. Schuld waren politische Umwälzungen, wirtschaftliche Abschwünge, Grenzverschiebungen, natürliche und menschengemachte Katastrophen oder eine sich ändernde Baumode. Ein Bildband über den erhabenen Glanz, den die verlassenen und ruinösen Paläste immer noch versprühen.

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Lassen Sie uns auf eine Zeitreise gehen und die faszinierende Geschichte des Château de Gien erkunden.

Die Gründung des Château de Gien

Die Geschichte des Château de Gien ist eine faszinierende Reise durch die Jahrhunderte, die die Höhen und Tiefen der französischen Geschichte widerspiegelt. Die ursprüngliche Festung wurde im 10. Jahrhundert in der Zeit der Wikingerüberfälle erbaut und diente als Verteidigungsanlage am strategisch wichtigen Übergang über die Loire. Schon vorher hatte Karl der Große auf dem Gelände eine Turmhügelburg bauen lassen. Im 13. Jahrhundert erfolgte folgte der Bau einer ersten Brücke über die Loire.

Das Château de Gien und Anne de Beaujeu

Im Jahr 1429 begegnete Jeanne d’Arc dem Thronerben Charles in Gien und überredete ihn dazu, nach Reims zu reisen. Sie zog von Schlacht zu Schlacht und durchquerte Gien in diesem Jahr viermal, hier befand sich die einzige Brücke über die Loire, die noch in französischer Hand war. Im Hundertjährigen Krieg wurde die Festung zerstört, und der Wiederaufbau begann im 15. Jahrhundert unter der Leitung von Anne de Beaujeu, der ältesten Tochter von König Louis XI. Er hatte Anne die Grafschaft Gien geschenkt.

Nach dem Tod ihres Vaters 1483 wurde sie mit ihrem Ehemann Regentin, da ihr Bruder noch zu jung war. Mit 20 Jahren, 8 Jahre später, wurde Charles VIII König von Frankreich und benötigte keinen Vormund mehr. Anne wurde 1494 erneut Regentin, als ihr Bruder in den Krieg zog. Danach zog sie sich nach Gien zurück. Sie modernisierte die Stadt und verwandelte die alte Burg in ein Renaissancegebäude mit einer dekorativen Architektur.

Das Château de Gien nach dem Tod von Anne de Beaujeu

Nach ihrem Tod fiel der Besitz an die Krone zurück. François Ier, Catherine de Médicis, Charles IX. oder auch Louis XIV. und sein Hofstaat hielten sich hier auf.

Im 16. Jahrhundert erlebte das Schloss eine weitere Transformation, als es im Renaissance-Stil umgestaltet wurde. Diese Ära brachte eine neue Ästhetik und Funktion für das Schloss, wobei der Fokus auf Kunst, Kultur und Humanismus lag. Es wurde ein Ort des Vergnügens und der Unterhaltung, der Gastgeber für königliche Feste und Zeremonien war.

Während der Hugenottenkriege spielte das Schloss eine wichtige Rolle als militärischer Stützpunkt. Es wurde mehrmals belagert und erobert, was seine Bedeutung als strategischer Punkt in der Region unterstreicht.

Das Château de Gien ab dem 17.Jahrhundert

Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte das Schloss eine Periode des Niedergangs. Es wurde vernachlässigt und verlor an Bedeutung. Die Revolution brachte weitere Veränderungen, und das Schloss wurde als Verwaltungsgebäude genutzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Schloss restauriert und wieder in seinen früheren Glanz versetzt. Es wurde ein Ort der Erholung und des Tourismus und zog Besucher aus ganz Europa an.

Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss in ein Museum umgewandelt, das Musée de la Chasse, welches die Geschichte der Jagd in Frankreich dokumentiert. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Jagdtrophäen, Waffen und anderen Jagdutensilien.

Besitzerwechsel und Nutzung

Im Laufe der Jahre hat das Schloss mehrere Besitzerwechsel erlebt. Im 19. Jahrhundert wurde es vom Regierungsbezirk „Loiret“ gekauft, und verschiedene staatliche Einrichtungen wie das Landratsamt, Gericht und Gefängnis wurden darin untergebracht.

Das Jagdmuseum

Seit 1952 dient das Schloss dem Jagdmuseum als Heimat. Nach mehreren Renovierungsjahren präsentiert das Schloss bemerkenswerte und sehr unterschiedliche Kollektionen über die verschiedenen Jagdtechniken, wie Falkenjagd, Hetzjagd und Pirsch. Die moderne Inszenierung und die thematische Präsentation der Kollektionen erlauben es, die Geschichte der Jagd wieder ins Herz der Loiretal-Gegend einzupflanzen.

Die Architektur von Château de Gien

Die Architektur des Château de Gien ist ein beeindruckendes Beispiel für die Übergangszeit zwischen der Gotik und der Renaissance in Frankreich. Die Struktur des Schlosses erzählt eine Geschichte von Kunst, Kultur und Macht, die sich in den verschiedenen Bauphasen widerspiegelt.

Das Château zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von roten und schwarzen Ziegeln aus, die ein charakteristisches Muster auf der Fassade erzeugen. Die Türme, Bögen und Fenster sind kunstvoll gestaltet und spiegeln die Handwerkskunst der Baumeister wider.

Die ursprüngliche Festung aus dem 10. Jahrhundert war eine militärische Struktur, die auf Verteidigung ausgerichtet war. Die dicken Mauern, Türme und Zinnen waren typisch für die mittelalterliche Architektur der Zeit. Der Wiederaufbau im 15. Jahrhundert brachte eine Transformation im spätgotischen Stil. Die Architektur wurde filigraner, mit komplexen Steinmetzarbeiten und eleganten Formen. Die Kapelle des Schlosses ist ein herausragendes Beispiel für die gotische Kunst dieser Zeit.

Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss im Renaissance-Stil umgestaltet. Diese Ära brachte eine neue Ästhetik, die die Schönheit und Harmonie der Antike wiederbelebte. Die Fassade wurde mit Ornamenten und Skulpturen geschmückt, und die Innenräume wurden mit Fresken und Gemälden verziert. Trotz seiner künstlerischen Schönheit behielt das Schloss seine militärische Funktion bei. Die massiven Türme und Verteidigungsanlagen blieben erhalten und wurden während der Hugenottenkriege genutzt.

Während der Restaurierung im 19. Jahrhundert bemühten sich die Architekten, die ursprünglichen Merkmale der Renaissance-Architektur wiederherzustellen, und fügten gleichzeitig moderne Annehmlichkeiten hinzu.

Die Umwandlung des Schlosses in ein Jagdmuseum brachte weitere Veränderungen mit sich. Seit 1952 dient das Schloss, das auf Initiative von Pierre-Louis Duchartre (Inspektor der französischen Museen) und Henri de Linares (erster Kustos) gegründet wurde, dem Jagdmuseum als Heimat. Die Innenräume wurden neugestaltet, um die Sammlungen unterzubringen, und die Architektur wurde an die Bedürfnisse eines modernen Museums angepasst.

Andere Burgen und Schlösser in der Region

Es gibt viele andere beeindruckende Schlösser in der Region, die einen Besuch wert sind. Dazu gehören:

  • Château de Sully-sur-Loire: Dieses beeindruckende mittelalterliche Schloss, das am Ufer der Loire liegt, ist bekannt für seine mächtigen Türme und seine Rolle als Zufluchtsort für den Schriftsteller Voltaire.
  • Château de Chambord: Als eines der bekanntesten Schlösser der Loire-Region, besticht Chambord durch seine einzigartige Architektur und seine weitläufigen Gärten. Die Doppelspiraltreppe im Zentrum ist ein Meisterwerk der Renaissance-Technik.
  • Château de Saint-Fargeau: Mit einer über tausendjährigen Geschichte ist das Château de Saint-Fargeau ein beeindruckendes Bauwerk. Die Besucher können die prächtigen Innenräume erkunden und im Sommer die berühmte historische Nachstellung erleben, die die Geschichte des Schlosses zum Leben erweckt.
  • Château de La Bussière: Bekannt als das „Fischerschloss“, bietet das Château de La Bussière wunderschöne Gärten und Teiche, die zum Erholen einladen. Die Innenausstattung zeigt eine faszinierende Sammlung von Angelgeräten und -memorabilien, die die Geschichte des Angelns in Frankreich erzählt.
  • Château de Meung-sur-Loire: Einst Residenz der Bischöfe von Orléans, bietet das Château de Meung-sur-Loire eine reiche Geschichte, die von der mittelalterlichen Zeit bis zur Französischen Revolution reicht.

FAQs

Wie komme ich zum Château de Gien?
Das Château de Gien liegt im Zentrum der Stadt Gien in der Region Centre-Val de Loire, Frankreich. Es ist mit dem Auto über die Autobahn A77 erreichbar. Für diejenigen, die mit dem Zug anreisen, gibt es einen Bahnhof in Gien, der gut mit den großen Städten verbunden ist.

Ist das Château de Gien für Kinder geeignet?
Ja, das Château de Gien ist ein familienfreundlicher Ort. Mit seiner faszinierenden Geschichte und der Ausstellung über die Jagd bietet es interessante Erlebnisse für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Kann ich im Château de Gien fotografieren?
In den meisten Bereichen des Schlosses ist das Fotografieren erlaubt, aber es kann Einschränkungen für die Verwendung von Blitzlicht oder Stativen geben. Es ist ratsam, die spezifischen Regeln bei der Ankunft zu überprüfen oder das Personal um Erlaubnis zu bitten.

Gibt es Führungen im Château de Gien?
Ja, das Château de Gien bietet regelmäßig Führungen an, allerdings nur auf Französisch.

Was sollte ich bei meinem Besuch in Gien nicht verpassen?
Ein Besuch im Château de Gien kann leicht mit einem Spaziergang durch die charmante, rekonstruierte Altstadt kombiniert werden, wo Sie lokale Spezialitäten probieren und die traditionelle Architektur bewundern können. In der Fayencerie de Gien können Sie die Kunst der französischen Keramikherstellung erleben.

Wir danken den Verantwortlichen des Château-Musée de Gien für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort und beim CRTCentreValdeLoire.

Eintrittspreise
Erwachsene : 8,00€ (Selbstführung / 10,00€ Führung auf Französisch)
Kinder ( 6 bis 17 Jahre ) und Studenten ( bis 26 Jahre ) : 5,00€ (Führung auf eigene Faust / 6,00€ Führung auf Französisch)
Kinder unter 6 Jahre sind kostenfrei.
Familientarif : 2 Erwachsene und 2 Kinder zwischen 6 und 17 Jahren: 22,00€

Ermäßigter Tarif : 5,00€ (Selbstführung / 6,00€ Führung auf Französisch)
Dieser Tarif gilt auch mit einem Vollpreisticket aus:
Château de Sully-sur-Loire
Château de Chamerolles
Musée de Lorris
Musée de la Marine de Loire (Châteauneuf-sur-Loire)
Musée de la Faïencerie de Gien
Château de la Bussière
Château de Saint-Brisson-sur-Loire
Musée de la Chasse et de la Nature of Paris
Musée de la Vennerie of Senlis
Château-Musée de Montpoupon

(Stand 2023)
Öffnungszeiten
01.Mai bis 30.September:
täglich außer dienstags: 10:00h bis 18:00h

01.Oktober bis 30.April (außer Januar):
Montag bis Freitag (außer dienstags) von 13:30h bis 17:30h
Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10:00h bis 12:00h und von 13:30h bis 17:30h

Das Museum ist geschlossen dienstags (außer an Feiertagen), am 25. Dezember und den ganzen Januar.

Führungen auf französisch, es gibt eine Broschüre, die auf Englisch, Deutsch und Niederländisch erhältlich ist.
(Stand 2023)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Reisetipps
  • Reiseführer - während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern "Tal der Loire (Dumont)". Als leichte Kost hatten wir immer den "Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)" griffbereit.
  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
  • Unterkünfte - für eine Schlösserreise an die Loire empfehlen wir 2-3 zentrale Hotels, von denen aus man sternförmig die Gegend erkundet. Im Westen z.B. das Loire & Sens (etwas südlich von Angers gelegen), zentral gelegen das traumhafte Fontevraud L'Hôtel - hier wohnt auch Eleonore von Aquitanien ;) - und im Osten z.B. das "A la Fleur de Lys" in Langeais. Damit hat man sehr gute Ausgangspositionen zu den über 400 Schlössern der Loire.
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