Posterstein

Burg Posterstein in Thüringen

Im Thüringer Osten, direkt an der Strecke zwischen Jena und Dresden, überrascht Burg Posterstein die Besucher mit einem aussergewöhnlichen Museumskonzept. Hier erfährt man von Rittern und Salondamen, die europäische Geschichte schrieben. Und einem Burggespenst und seinem kleinen Drachenkumpel, von Erdbeben, Knopfdynastien und Baumgräbern: Die 800 Jahre alte Bergspornburg Posterstein ist seit 1952 regionalgeschichtliches Museum mit vielfältigen Ausstellungen – von der Burggeschichte bis zum „Musenhof Löbichau“.

Burg Posterstein in Thüringen, Seitenansicht mit Brücke und Bergfried
Burg Posterstein in Thüringen, Seitenansicht mit Brücke und Bergfried
Kaiser Barbarossas Ritter
Mitte des 12. Jahrhunderts weiteten die schwäbisch-stämmigen Staufer ihren Machtbereich aus. Kaiser Friedrich I. Barbarossa erhob seine vorher unfreien Reichsministerialen in den Ritterstand und übertrug ihnen die Aufgabe, in der Region vorhandene slawische Einflüsse zurückdrängen, deutsches Recht durchsetzen, Abgaben eintreiben und das Land vor Feinden schützen.

Im Pleißenland entstand so im 12. und 13. Jahrhundert ein Netz kleiner Befestigungen- die Burg Posterstein ist eine der in dieser Zeit entstandenen Burgen. Gerhardus de Nubodicz, einer der Reichsministerialen Barbarossas, wurde 1142 in der Zeugenreihe einer Altenburger Urkunde genannt. In einem Dokument von 1172 wurde wieder ein Gerhardus, zusätzlich mit der Ortsangabe Nöbdenitz, genannt. 1191 tauchte dann in einer Naumburger Urkunde der Name Gerhard von Nöbdenitz auf, diesmal zusammen mit seiner Mutter „Mechthilde de Steinne“.

Im 14. Jahrhundert entstand das Amt Altenburg zur Sicherung des Landesausbaus der wettinischen Markgrafen zu Meißen. Neben Schmölln, Ronneburg und Werdau wurde Posterstein Reichslehn der reußischen Vögte. Bei der Spaltung des Hauses Plauen in Reuß ältere Linie (Plauen) und Reuß jüngere Linie (Greiz) im Jahr 1305 verblieb Posterstein unter der Herrschaft der jüngeren Linie und war den Reußen noch bis ins 18. Jahrhundert lehnspflichtig. Als Schutz gegen den Zugriff der Wettiner gaben die Reußen Posterstein dem König von Böhmen als Lehen.

1724 kaufte der kursächsische Generalfeldmarschall und Reichsgraf Jakob Heinrich von Flemming (1667-1728) den Besitz. Als einer der engsten Vertrauten August des Starken stand er in höchsten sächsischen Staatsdiensten. Während seiner Gesandtschaft in Warschau hatte er 1697 wesentlich zur Wahl des Kurfürsten zum polnischen König beigetragen. Obwohl die Flemmings in Posterstein nur wenig Zeit verbrachten, tätigten sie doch erhebliche Investitionen. Den hiesigen Familienbesitz führten sie bis 1833 weiter.

Außergewöhnliches Exponat auf Burg Posterstein in Thüringen
Eines der außergewöhnlichen Exponate in Burg Posterstein in Thüringen.
Burg Posterstein heute
Das kulturhistorische Museum des Landkreises wurde im Jahr 1952 gegründet. In der Folgezeit sicherte man mühsam die Bausubstanz der Burg. Unzureichende Baupflege, Wassereinbrüche durch undichte Dächer sowie der Abriss des Nordflügels hinterließen im Laufe der folgenden 20 Jahre massiv Spuren – letztlich musste die Burg 1977 für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Ab 1981 wurde die denkmalgeschützte Anlage schließlich umfassend restauriert und 1991 konnte das Museum mit neuem Konzept und neu gestalteten Ausstellungen wieder eröffnet werden.

Unser Fazit
Die Dauer-Ausstellung „Von Rittern und Salondamen“ ist toll aufgebaut und bietet Lehrreiches & Spannendes für Groß und Klein: Es geht um die Salonkultur und die spannende Geschichte der Herzogin von Kurland und um die Zeit zwischen Französischer Revolution und Wiener Kongress. Daneben finden sich sehr seltene / einmalige Ausstellungsstücke aus 800 Jahren, über die man in die Geschichte von Burg und Region eintauchen kann.

Besonders begeistert haben uns die Angebote für Kinder! Aus dem Schrank steigende Ritter, Schnitzeljagden mit Gespenst & Drache und interaktive Angebote sind auf Burg Posterstein Grundsteine eines ganz außergewöhnlichen und liebevollen Ausstellungskonzeptes.

Burg Posterstein ist ein unerwartetes Kleinod Thüringens und ein tolles Ausflugsziel.

Haupteingang von Burg Posterstein in Thüringen,
Burg Posterstein in Thüringen, vor dem Haupteingang

Burg Posterstein

Burgberg 1
D-04626 Posterstein

Web: http://www.burg-posterstein.de/
Facebook: Burg Posterstein auf Facebook

Eintrittspreise (Stand 2017)
Eintritt Museum: 4,00 €
ermäßigter Eintritt: 2,00 €
Kinder (bis 6 Jahre): freier Eintritt

Familien (max. 2 Erwachsene, sowie Kinder bis 18 Jahre): 8,00 €
Gruppen, ab 12 Personen, je Person: 3,00 €

Jahreskarte: 10,00 €, ermäßigt: 5,00 €

Öffnungszeiten
Dienstag-Samstag: 10 – 17 Uhr
Sonntag, Feiertag: 10 – 18 Uhr
November bis Februar: um eine Stunde verkürzt
Himmelfahrt, Heiligabend, Silvester
und Neujahrstag: geschlossen

Letzter Einlass ist 30 Minuten vor Schließzeit des Museums.

Veranstaltungen
Keine Veranstaltungstermine vorhanden.

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