Château de Dinan

Château de Dinan
22100 Dinan

Frankreich

Das Château de Dinan liegt im Département Côtes-d’Armor in der französischen Region Bretagne und ist Teil der Befestigungsanlagen, welche die Stadt Dinan auf ca. 2,5 Kilometer umschließen. Es ist auch unter dem Namen  Donjon de la duchesse Anne bekannt. Die Festung besteht aus drei zusammengesetzten Teilen, dem Bergfried, oder auch Herzogsturm aus dem 14. Jahrhundert und dem Turm Coëtquen  und der Porte du Guichet vom Ende des 16. Jahrhunderts .

Nach dem Tod des bretonischen Herzogs Jean III le Bon, welcher ohne direkte Nachkommen verstarb, begann der bretonische Erbfolgekrieg zwischen den Häusern Blois- Penthièvre und Montfort. Die Stadt Dinan stand auf der Seite von Charles de Blois, doch die generische Seite bestieg siegreich den Herzogsthron.  Herzog Jean de Montfort  wurde aber 1373 ins  englische Exil verbannt bevor er  1379 zurückkehrte und in  Dinan die Festung als Ausdruck seiner Macht bauen ließ. Der Grundstein wurde im Jahr 1380 gelegt und nach knapp 10 Jahren war der Bergfried vollendet. Heute ist dieser 30 Meter hoch, doch damals verfügte er über ein zusätzliches Stockwerk, welches von einem Schieferdach gekrönt war.

Der Baumeister Etinne de la Tour plante die Konstruktion als zwei aneinander geschmiegte Türme mit einem rechteckigen Vorbau nach Westen. Drei Pechnasen verteidigten den Eingang, welcher durch ein Fallgitter und eine Zugbrücke geschützt war. Eine in die Mauer integrierte Wendeltreppe ermöglichte den Soldaten ein schnelles Erreichen ihrer Positionen. Der Wehrgraben trennt die Festung von der Stadtmauer und schützt so nicht nur vor den Feinden von außen sondern auch vor innen.

Inspiriert vom Château  de Vincennes handelt es sich um eine Turmburg , dessen vertikale Hierarchie der Etagen symbolisch die Verteilung der Macht darstellt.

Unten im Turm befand sich die Küche mit einem großen Kamin und dem Brunnen. Im ersten Stock war der Bankettsaal, mit großen Fenstern und prächtigen Kaminen, hier gab es auch einen abschließbaren Raum zur Aufbewahrung der Getränke. In der zweiten Etage waren die Repräsentationsräume, hier befand sich auch die Kapelle mit einer prunkvollen Loggia. Im oberen Stockwerk lagen die Privaträume des Herzogs.

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg umgestaltet. Sie war nach Nantes der wichtigste Wohnsitz der bretonischen Herzöge. Zwischen den Jahren 1585 bis 1597 wurden der Wehrturm „Porte du Guichet“ und der Turm „Coëtquen “ miteinander verbunden, außerdem wurde der Hof mit den für dieses Jahrhundert so typischen Bastionsspitzen verstärkt. Die Festung war nicht nur Verteidigungsanlage nach außen, sondern diente auch der Überwachung der Bevölkerung.

Am Ende des 17. Jahrhunderts sollte die Anlage abermals an die neuesten Militärentwicklungen angepasst werden, doch aus Geldmangel wurde nur wenig davon umgesetzt. Das Schieferdach des Bergfriedes wurde durch ein Flachdach ersetzt, nachdem die oberste Etage abgerissen worden war.

Im 18. Jahrhundert diente das Château de Dinan als Militärgefängnis, vor allem englische Kriegsgefangene aus den Kriegen Louis XIV und XV wurden zu Hunderten in die alten Säle gesperrt.

Im 19. Jahrhundert diente es als ziviles Gefängnis, bis die Stadt es 1904 kaufte. Seit 1908 dient der Bergfried als Museum.  Seit dem Jahr 2014 wird restauriert und nun können die Besucher in zwei thematischen Bereichen in die Welt des 14. und 15. Jahrhunderts eintauchen. Seit 2018 wird im Coëtquen-Turm die Ausstellung „Die Kunst des Krieges im 15. Jahrhundert“ gezeigt.

Seit Juli 1886 gehört das Château de Dinan zu den monuments historiques und hatte im Jahr 2017 ca. 40.000 Besucher.

 

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Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 5,30€
Kinder (8 - 18 Jahre): 2,90€
Familienpass: 13,50€

(Stand 2018)

Am Schloss braucht man Bargeld.
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
April,Mai und Oktober bis Dezember
täglich von 13:30h bis 17:30h

Juni und September
täglich von 10:00h bis 18:30h

Juli und August
täglich von 10:00h bis 19:00h

Jedes Jahr vom 01.Januar bis Ende März geschlossen

Französische Führungen täglich von Juni bis September