Château de Josselin

Chateau-Josselyn_Flussansicht_8396
Chateau-Josselyn_Bruecke_8393
Chateau-Josselyn_Grabplatte_8354
Chateau-Josselyn_Garten_8388
Château de Josselin
56120 Josselin

Frankreich

Oberhalb des bretonischen Städchens Josselin liegt auf einem Felsvorsprung die Burg Josselin. Stolz verkörperte es das Motto der Familie Rohan „Roi ne puis, prince ne daigne, Rohan suis!“ (König bin ich nicht, zum Prinz lasse ich mich nicht herab, Rohan bin ich!). Mit mächtigen Wehranlagen, vielen Türmen und einem fast 100 Meter hohen Donjon war es eine mächtige Festung – bis Richelieu sie z.T. schleifen ließ.

Geschichte

Die Geschichte der Burg begann im Jahr 1008 mit Guéthenoc, Sohn des Grafen von Rennes und Viscount von Porhoët. Er ließ eine hölzerne Befestigungsanlage auf diesem Fels über dem Flüsschen Oust erbauen. Die Lage war klug gewählt, denn von hier beherrschte man das ganze Tal. Sein Sohn Goscelinus gab der Burg und der Stadt seinen Namen.
In der Stadt wurde in der Kirche Basilika Notre-Dame-du-Roncier die schwarze Madonna von Josselin verehrt und diese Pilgerstätte brachte Wohlstandt in den Ort.
Im Jahr 1168 ließ der englische König Henry II sie niederbrennen.

200 Jahre später, im Jahr 1370 erwarb Olivier V. de Clisson die Burg. Er war der Sohn einer mächtigen Familie aus dem Gebiet südlich von Nantes und galt als brillianter Militärkommandant und erfolgreicher Politiker, im Jahr 1380 wurde er zum Connétable de France berufen, dem Oberbefehlshaber der königlichen Armee nach dem König. In beinahe 40 Jahren verwandelte er die Burg in eine mächtige Festung und luxuriöse Residenz mit einem imposanten Donjon mit 26m Durchmesser und hohen Türmen entlang der Burgmauer, von denen heute noch 4 zu sehen sind. Er starb im Jahr 1407, sein Nachfolger wurde Alain VIII de Rohan, der Ehemann seiner Tochter Béatrice.

Fast 100 Jahre später ließ Clissons Enkelsohn Alain IX de Rohan ein fast 70m langes Wohngebäude bauen, sein Sohn Jean II setzt den Bau fort. Die Fassade aus Granit ist ein erstes Beispiel für den Flamboyantstil der bretonischen Renaissance. Da er den französischen König Charles VIII bei seiner Brautwerbung mit Anne de Bretagne unterstützt hatte, zeigte sich dieser auch finanziell erkenntlich. Im Jahr 1510 war es fertig gestellt, wahrscheinlich war es das Werk von italienischen Handwerkern.

Am Ende des 16. Jahrhunderts wird das Schloss nicht mehr von der Familie bewohnt. Während der Religionskriege im 17. Jahrhundert stellt sich der protestantische Herzog Henri de Rohan gegen seinen katholischen König Louis XIII, daraufhin befiehlt Kardinal Richelieu die Zerstörung der Burg. Der Donjon und einige Türme werden geschleift, die herzogliche Residenz mit der wunderschönen Fassade bleibt aber erhalten.

Nach Henris Tod erben seine Tochter Marguerite und ihr Ehemann Henri Chabot, was von der Burg Josselin übrig geblieben ist.
Während der Französischen Revolution wird einer der Türme als Gefängnis genutzt. Im Jahr 1799 erhebt die Familie Rohan wieder Anspruch auf den Besitz, 50 Jahre später begann man mit der Restaurierung unter Jules de la Morandière, einem Schüler von Violett le Duc. Um das Jahr 1911 wird der Garten im französischen Stil neu errichtet.
Heure wird das Schloss vom aktuellen Herzog de Rohan bewohnt.

Was gibt es zu sehen:

Im Schloss besichtigt man eine Flucht von Räumen. Man beginnt mit dem Esszimmer, wo man ein Reiterstandbild von Olivier de Clisson vorfindet, welches im Jahr 1892 von Emmanuel Fremiet geschaffen wurde. Im folgenden Vorzimmer sieht man eine Reihe von Familienporträts. Nun betritt man den großen Salon mit einem mächtigen Kamin vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Den Abschluss bildet die Bibliothek.

Führungen
Das Schloss kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Diese sind zumeist auf Französisch, in den Sommermonaten werden manchmal auch englische Führungen angeboten.

BESUCHER-TIPP
Das Puppenmuseum ist einen Besuch wehrt, über 500 Puppen werden hier ausgestellt, gesammelt von der Herzogin von Rohan.

Besuchen Sie auch den zauberhaften Ort mit der Kirche Basilika Notre-Dame-du-Roncier in Josselin mit dem Kenotaph (Scheingrab ohne sterblichen Überreste) von Olivier de Clisson und seiner zweiten Gemahlin Marguerite de Rohan

Außerhalb von Josselin befindet sich eine Gedenkpyramide welche an die Schlacht der Dreißig erinnert, die hier stattgefunden hat. Am 26. März 1351 trafen hier im bretonischen Erbfolgekrieg , während des 100 jährigen Krieges je 30 Ritter um im Stile eines Turniers gegeneinander zu kämpfen. Die Franzosen gewannen die Schlacht, die Engländer den Krieg.
Auch wenn der Ausgang der Schlacht für den Krieg bedeutungslos war, galt sie als Beispiel mittelalterlicher Ritterlichkeit.

 
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
01. April bis 13.Juli, täglich von 14:00h bis 18:00h
14.Juli bis 31.August, täglich von 11:00h bis 18:00h
September täglich von 14:00h bis 18:00h
Oktober an den Wochenenden von 14.00h bis 17:30h
Während der „vacances de la Toussaint“( Herbstferien), täglich von 14.00h bis 17:30h
Geschlossen vom 01.November bis April 2018 ( außer für Gruppen nach Anmeldung)
(Stand 2018)
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Das Schloss kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Schloss und Garten: Erwachsene 9,40€, Kinder 5,60€ (7 bis 14 Jahre)
Puppenmuseum: Erwachsene 8,40€, Kinder 5,40€ (7 bis 14 Jahre)
Kombiticket: Erwachsene 14,90€, Kinder 8,90€ (7 bis 14 Jahre)
Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt
Führung durch das Schloss : ca. 50 Minuten
Puppenmuseum: ca. 30 bis 40 Minuten
(Stand 2018)