Château de Clisson

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Château de Clisson, die Burg in ganzer Pracht
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Château de Clisson, Brücke und Palas-Ruine
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Château de Clisson, erstes Torhaus
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Château de Clisson, Palas Nahaufnahme
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Château de Clisson, eines der Torhäuser
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Château de Clisson, hoch über dem Fluss
Adresse
44190 Clisson
Pays de la Loire
Frankreich

Karte
Wissenswertes über Château de Clisson

Lesezeit: 4 min

Château de Clisson ist eine mittelalterliche Burgruine, die sich spektakulär auf einem Granitvorsprung am linken Ufer des Flusses Sèvre über der gleichnamigen Stadt befindet. Im Laufe seiner Geschichte war Clisson nicht nur eine fast uneinnehmbare Festung, sondern diente auch als herzogliche Residenz und heute als romantische Ruine.

Ihre Lage am südlichen Eingang zum im Mittelalter unabhängigen Herzogtum Bretagne und im südlichen Schutz der Stadt Nantes verlieh ihr eine wichtige strategische Position.

Die ersten Herren von Clisson besetzten die Stätte zu Beginn des elften Jahrhunderts, sie werden 1061 zum ersten Mal mit Sicherheit erwähnt. Die Burg, die ihren Ursprung zwischen 1058 und 1060 hatte, war ein castrum mit einer hölzernen Palisade (oder "clisse"). Sie wich im 12. Jahrhundert einer steinernen Burg mit immer ausgeklügelteren Verteidigungssystemen. Die ältesten Teile der heutigen Burg stammen aus dem frühen dreizehnten Jahrhundert aus der Zeit des Guillaume de Clisson.
Sie bestand wohl aus zwei unregelmäßigen Polygonen, die von zylindrischen Türmen flankiert und durch einen flachen Graben vom Felsplateau isoliert waren. Ein Barbakan zur Verteidigung des Schlosseingangs wurde im Norden am Ende einer Ringmauer hinzugefügt. In einem Konflikt zwischen seinem Enkel Olivier II. und dessen Halbbrüdern wurde die Burg in den 1240er Jahren auf Befehl des bretonische Herzogs Jean le Roux abgerissen.

Im 14. Jahrhundert errichtete Olivier III. de Clisson ein Châtelet, das als Zugang zum Hof diente. Dieses Châtelet wurde später zu einem großen viereckigen Bergfried umgebaut. Das Schloss wurde zum Schauplatz des bewegten Lebens von Olivier IV. de Clisson,- welcher der Kollaboration mit den feindlichen Engländern verdächtig war und auf Befehl des französischen König Philip VI. de Valois in Paris enthauptet wurde - und dann Olivier V. de Clisson. Er war mit seiner Mutter nach England geflohen und wollte mit deren Hilfe seinen Besitz zurück gewinnen. Er nahm auf englischer Seite erfolgreich am Bretonischen Erbfolgekrieg teil, wurde aber dem neuen bretonischen Herzog zu mächtig. Er schloss sich nun Bertrand du Guesclin an, dem Connétable des französischen Königs Charles V. an und wurde aufgrund seines unermesslichen Reichtums der Anführer der französischen Partei in der Bretagne. Der Bau des Château de Josselin war ein Zeugnis seines Reichtums. Sein Grabmal findet man noch heute in der Kirche des Ortes.

Nach dem Tod du Guesclins im Jahr 1380 ernannte ihn Karl V. zu dessen Nachfolger. Olivier de Clisson bleibt eine emblematische Figur des Château de Clisson, in dem er geboren wurde, auch wenn es nie zu seinen Lieblingsresidenzen gehörte.

Nach 1420 wurde seine Tochter Marguerite de Clisson, Gräfin von Penthièvre, des Verrats an dem Herzog der Bretagne Jean V. angeklagt, das Schloss ging im September 1420 in den Besitz des Herzogs der Bretagne und in das Vorrecht von Richard d'Étampes, seines jüngeren Sohnes über. Die Gräfin floh zwar, stationierte aber eine Garnison in der Stadt. Um endlich über seinen Besitz verfügen zu können, musste Richard das Schloss und die Stadt bis zur Kapitulation im Oktober 1420 belagern.

Das Schloss wurde dann zu einer der Lieblingsresidenzen des letzten bretonischen Herzogs François II., Sohn von Richard d'Étampes, der dort 1471 Marguerite de Foix heiratete. Anna de Bretagne war ihre Tochter und Erbin. Sein Bestreben war es, die militärische Macht der Festung während des Krieges gegen die französischen Könige Louis XI. und dann Charles VIII. zu erhöhen, insbesondere durch die Anpassung an Schusswaffen. Ihm verdanken wir das imposante Erscheinungsbild, das uns das Denkmal heute bietet. Die Arbeiten dauerten von 1464 bis 1488. Später wurde war das Château de Clisson die Residenz der Familie d'Avaugour, die von François I. d'Avaugour, dem unehelichen Sohn von François II. abstammt.

Die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde von den Kriegen der Liga heimgesucht. Die Bretagne ist katholisch, während Poitou von den Protestanten gehalten wurde. Clisson wurde wieder zu einer wichtigen Festung. Henri de Navarre, der spätere Henri IV, drohte im September 1588 mit einem Angriff auf die Burg - allerdings gab er seine Pläne auf, da er eine lange Belagerung der Festung befürchtete.

Mitte des 17. Jahrhunderts stürzte das Châtelet ein. Die Besitztümer und Titel der Avaugour gingen nach dem Tod des letzten Vertreters der Familie im September 1746 an Charles de Rohan über, der kein Interesse an der Burg hatte und den Verkauf des Mobiliars anordnete - das führte zum Verschwinden vieler Gegenstände von großem historischen Wert, darunter eine umfangreiche Pergamentsammlung. Die Festung wurde von ihren Besitzern verlassen und verschiedene Familien bewohnten die Anlage, bis sie 1793 von republikanischen Truppen niedergebrannt wurde. Die Ruinen inspirierten den Bildhauer François-Frédéric Lemot, der die Anlage 1807 kaufte und sich an ihrem Erhalt beteiligte. 1924 wurde das Schloss unter Denkmalschutz gestellt, 1962 kaufte das Departement das Gelände von der Familie Lemot.
Eintrittspreise
Voller Preis: 3,00€
Ermäßigter Tarif: 2,00€
Kostenlos für Kinder unter 14 Jahren

Eintrittsgebühr und Führung (mindestens 2Personen):
Voller Preis: 6,00€
Ermäßigter Tarif: 4,00€
Kostenlos für Kinder unter 14 Jahren
(Stand 2020)
Öffnungszeiten
Januar: geschlossen
Februar, März, April: jeden Tag (außer Dienstag): 14:00h bis 17:30h
Mai, Juni: jeden Tag (außer Dienstag): 10:30h bis 18:00h
Juli, August: jeden Tag: 10:30h bis 18:00h
September: täglich (außer Dienstag): 10:30h bis 18:00h
Oktober, November, Dezember: jeden Tag (außer Dienstag): 14:00h bis 17:30h
Geschlossen am 1. und 11. November, 24., 25. und 31. Dezember.
Letzter Eintritt: 30 Minuten vor Schließung des Schlosses.

Hunde an der Leine sind im Schloss erlaubt.
(Stand 2020)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Touren-Tipps
Reisetipps

Das flächenmäßig größte Land Europas hat ein abwechslungsreiches Klima, welches das Land durch alle Jahreszeiten zu einem attraktiven Reiseziel macht. Für Städtebesichtigungen oder Burgentouren sind die Frühjahrs- und Herbstmonate zu empfehlen, mit dem niederschlagsarmen Frühjahr und dem milden Herbst. Grundsätzlich empfiehlt sich gerade bei den kleineren Schlössern, die etwas abseits der „Rennstrecken“ liegen, die Öffnungszeiten vorher auf deren Website zu prüfen. Gerade bei private Objekten erlebt man sonst allerlei Überraschungen.

Reisezeit
Die beste Reisezeit für Frankreich hängt ganz davon ab, in welcher Region man reisen möchte. Der Norden, Westen und Osten haben ein eher gemäßigtes Klima, hier empfiehlt sich die Zeit von von April bis September, zumal dann die meisten Schlösser und Burgen regelmäßige Öffnungzeiten haben. Im mediterranen Klima des Südens kann die angenehme Zeit noch bis weit in den Oktober reichen.

Tickets
Viele der französischen Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Reiseführer
Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps, inkl. kostenloser Touren-App & Update-Service.

Lesen
Buchcover "So sind die Franzosen" - amüsierte Hilfe zum Umgang mit unseren geliebten Nachbarn =)

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir das Buch „So sind sie, die Franzosen: Die Fremdenversteher von Reise Know-How“ (Knapp) – etwas bissig und voller humorvoller Einsichten.
  • Die Romanreihe Fortune de France von Robert Merle erzählt in immerhin 13 Bänden die Geschichte Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert. Sicherlich ein Brocken, aber eine tolle Vorbereitung auf die Schlösser der Loire und all die Francois, Louis und Henris, die einem in den Schlössern begegnen.
  • Eine der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters ist Eleonore von Aquitanien, ihrem Leben kann man sich mit dem Buch „Die Löwin von Aquitanien: Historischer Roman“ von Tanja Kinkel unterhaltsam nähern.

Und natürlich ist die Website des Französischen Fremdenverkehrsamtes (www.france.fr) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Merci beaucoup.