Scotney Castle

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Das "alte" Scotney Castle in einem Meer von Rhododendren © burgen.de
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Das "neue" Herrenhaus Scotney Castle © Rojin Mathew
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Vorderansicht des "alten" Scotney Castle © burgen.de
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Das "alte" Scotney Castle in seinem Wassergraben © burgen.de
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Die überwachsenen Mauern des "alten" Scotney Castle © burgen.de
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Blick in den Park von Scotney Castle © burgen.de
Karte
Wissenswertes über Scotney Castle

Lesezeit: 4 min

Inmitten einer wundervollen Gartenanlage liegen die Ruinen des alten Scotney Castle aus dem 14. Jahrhundert. Eine Burg wie aus dem Märchen, mit seinem Wassergraben und dem kreisrunden Turm, eingebettet in ein Blütenmeer.


Der Besuch von Scotney Castle, vermittelt das Gefühl, in eine ländliche Idylle des alten England zurückversetzt worden zu sein.


Das herrschaftliche Anwesen verdankt seinen Namen seinem Besitzer Walter de Scoteni, dem der Besitz im 13.Jahrhundert gehörte. Seine Familie besaß das Gut bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts, danach ging es an die Familie Ashburnham über.


Scotney Castle im Mittelalter

Der Baubeginn von Scotney Castle wird auf das Jahr 1378 geschätzt, nachdem ein Jahr zuvor französische Schiffe die Küste von Sussex überfallen und große Schäden und Panik unter der örtlichen Bevölkerung verursacht hatten. Roger Ashburnham diente zwischen 1376 und 1380 zusammen mit William de Echyngham und Sir Edward Dallyngridge (von Bodiam Castle) als Friedensrichter in Sussex.


Ashburnham beschloss,

eine Burg zu bauen, um die Region vor der Gefahr weiterer Invasionen zu schützen und wählte einen Standort am Fluss Bewl in einem bewaldeten Tal südlich von Lamberhurst. Die Lage war strategisch günstig, da hier die der Straße von Rye und Hastings den Fluss überquerte. Die Ringmauer, die Fundamente des ursprünglichen Torhauses und der Rundturm sind die einzigen sichtbaren Überreste aus dieser Phase.

Im Wassergraben, der vom Fluss Bewl gespeist und von einem künstlichen Damm gestaut wird, findet man drei Inseln. Die größte Insel bildete wahrscheinlich den Innenhof, während die mittlere Insel als Außenhof diente.

Es ist möglich, dass die geplante viereckige Burg nie ganz fertiggestellt wurde, und die heutigen Gebäude ein großer Teil des fertigen Bauwerks waren. Der Südturm, den wir heute sehen, wurde 1558 als einziger noch stehender Turm verzeichnet.

Im 15. Jahrhundert ging das Anwesen an den Erzbischof von Canterbury, der es wiederum seiner Nichte bei ihrer Heirat mit John Darrell schenkte. Die Darrell- Familie besaß das Castle fast vier Jahrhunderte lang. Der Südflügel, welcher sich dem Turm anschließt, wurde im Jahr 1580 im elisabethanischen Stil gebaut. Im Haus findet man neben einem schönen Treppenhaus auch mehrere, gut versteckte „Priesterlöcher“.

Scotney Castle und die Priesterlöcher

Die katholische Darell-Familie erlaubte, das Scotney das geheime Zentrum des Jesuiten Father Richard Blount wurde. Zwischen 1591 und 1598 beherbergte Darrell sieben Jahre lang den katholischen Priester in einer geheimen Kammer im Inneren des Schlosses. Die Kammer ist hinter einer Schranktür im Treppenhaus versteckt und kann besichtigt werden. Der Katholizismus war damals in England verboten, und bei einer Durchsuchung durch die Behörden floh Blount über eine Mauer in den Burggraben und entkam.

Im Jahr 1630 wurde der Ostflügel im Stil des Inigo Jones errichtet, die Ruinen sind heute noch teilweise zu erkennen. William Darrell ließ den größten Teil der mittelalterlichen Burg abreißen und verband sein neues Haus mit dem erhaltenen Turm.

Das neue Scotney Castle

Im Jahr 1778 kaufte Edward Hussey das Anwesen von der Familie Darrell. Er hatte sein Geld in der Eisenindustrie verdient und arbeitete mit den örtlichen Schmieden in Sussex zusammen. Um 1837 beauftragte sein Enkel den Architekten Anthony Salvin mit dem Bau eines neuen viktorianischen Herrenhauses auf der Spitze des Hügels mit Blick auf das Tal und die Burg am Flussufer.

Das alte Haus wurde als Ruine in die Gestaltung des Gartens integriert. Im Garten blühen im Mai und Juni üppige Büsche von Rhododendren, Azaleen und Kamelienblüten, Glyzinien und Rosen erfreuen das Auge im Sommer, und Bäume und Farne lassen den Garten in allen herbstlichen Farben erstrahlen. Das Anwesen erstreckt sich über 780 Hektar mit Wegen durch die Gärten in den Hügeln und durch schöne Wälder.

Christopher Hussey vermachte das Anwesen im Jahr 1970 dem National Trust. Das Haus blieb bis Juni 2007 im Besitz seiner Witwe Elizabeth Hussey. Das Herrenhaus wurde restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Es ist ein schönes viktorianisches Haus mit reich getäfelten Prunkräumen und einer Mischung aus Räumen für die Herrschaft und die Bediensteten, die man besichtigen kann. Mit über 10 000 Objekten ist die Sammlung von Scotney Castle die größte Sammlung des National Trust im Südosten des Landes, darunter befindet sich auch die große Bibliothek der Familie Hussey.

Wir danken dem National Trust für die Unterstützung. Die Bildrechte liegen, sofern nicht anders angegeben, bei burgen.de.

Eintrittspreise
Erwachsene: £12,00
Kinder (5 bis 17 Jahre): £6,00
Familien (2 Erwachsene und bis zu 2 Kinder): £30,00
Kinder unter 5 Jahre sind kostenfrei.
(Stand 2023)

Kostenloser Eintritt mit dem National Trust Touring Pass.
Öffnungszeiten
10. Januar bis 10.Februar
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 16:00h

11. Februar bis 28.Februar
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 17:00h

01. März bis 16.April
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 17:00h
Herrenhaus täglich von 11:00h bis 16:30h

17. April bis 20.Oktober
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 17:00h
Herrenhaus täglich von 11:00h bis 16:30h
Castle täglich von 10:00h bis 16:30h

21. Oktober bis 29.Oktober
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 17:00h
Herrenhaus täglich von 11:00h bis 16:30h

30. Oktober bis 31.Dezember
Gärten, Shop und Tea Room täglich von 10:00h bis 16:00h
Herrenhaus täglich von 11:00h bis 15:30h (geschlossen 31.Oktober bis 25.November)

Geschlosen am 24.& 25.Dezember.

Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Schließung.
(Stand 2023)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Reisetipps

England ist ein wunderbares Reiseziel, gerade für Geschichtsfans. Das milde Klima ist perfekt für die vielen traumhaften Gärten, die Küste bietet Strände zum Entspannen und Steilklippen mit Höhlen für Entdeckungen und atemberaubende Aussichten.

Beliebte Rundreiseziele sind z.B. die alten Grafschaften Kent, Surrey, Sussex und Oxfordshire.

Reisezeit

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September. In der englischen Ferienzeit von Mitte Juli bis Ende August ist allerdings die touristische Hochsaison. Gerade die Regionen am Meer und die Nationalparks können dann ziemlich voll sein. Wer die vielen Gärten oder Parks besichtigen möchte, sollte sich auf die Haupt-Blütezeit im späten Frühjahr konzentrieren.

Im Winter bzw. meist von Oktober bis Ostern sind viele Burgen und Schlösser geschlossen / nur eingeschränkt geöffnet.

Tickets

Richtig sparen kann man mit sogenannten Touringpässen. Die Preise erscheinen erstmal kernig, aber die Pässe rechnen sich ziemlich schnell, wenn man mehrere Objekte besucht.

  • Der National Trust Touring Pass ist momentan nur über die NT- Website verfügbar. Auch wenn von dort ein Link zum Shop von Visit Britain als Alternative angegeben wird, im Moment ist der Pass dort nicht zu finden. In Südost England sind einige der 500 Objekte des Trust zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der English Heritage Overseas Visitor Pass erlaubt freien Eintritt zu über 100 Denkmälern und archäologischen Stätten. Darunter sind Highlights wie Dover Castle in Kent, Battle Abbey und Pevensey Castle in Sussex. Eine Karte aller Objekte zur Reiseplanung finden Sie hier.

Reiseführer & Straßenkarten

Schmöker-Tipps zum Einstimmen

  • Rebecca Gablé's Von Ratlosen und Löwenherzen  ist und bleibt unser Lieblingsbuch für den Einstieg in die englische Geschichte.
  • Der Südosten gilt auch als der "Garten Englands", dem entsprechend gibt es dazu viel Literatur. Der unvergleichliche Garten von Sissinghurst  in der Grafschaft Kent ist untrennbar verbunden mit der Schriftstellerin Vita Sackville-West. Das Buch Königliche Gärten  von Stefanie Bisping beschreibt grüne Paradiese in ganz Großbritannien, darunter auch Hever Castle und Polesden Lacey.
  • Die Reihe um den Donnerstagsmordclub von Richard Osman spielt in einer Seniorenresidenz in Kent. Ein orgineller Krimi - leichtfüßig und unterhaltsam. Band 1: Der Donnerstagsmordclub 
  • Anne Boleyn: Die Mutter der Königin  von Alison Weir macht uns bekannt mit der 2. Ehefrau von Henry VIII, die einen Teil ihrer Kindheit in Hever Castle verbrachte.

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