Mont Orgueil Castle

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Mont Orgueil Castle, Jersey - Seitenansicht © Burgen.de
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Wissenswertes über Mont Orgueil Castle

Lesezeit: 5 min

Mont Orgueil Castle wirft seinen Schatten schon seit mehr als 800 Jahren über den kleinen Fischerort Gorey auf der Insel Jersey. Nur 25 Kilometer von der französischen Küste entfernt, dominiert der „Stolze Berg“ so die Übersetzung des Namens, die königliche Buch von Grouville. Der Ort war taktisch gut gewählt, die Burg wurde auf einem Felsen gebaut und wird an drei Seiten von Meer und Klippen umgeben. Diese Lage lässt vermuten, dass dieser Bereich schon im Neolithikum vor ca. 6.000 Jahren genutzt wurde und vor gut 2.500 Jahren erste Verteidigungsanlagen entstanden, Überreste von einfachen Holzwällen und Gräben hat man gefunden.


Im 10. Jahrhundert wurde Jersey Teil des Herzogtums der Normandie, welches zum angevinischen Reich der Plantagenets gehörte. Bis Anfang des 13. Jahrhunderts gab es keinen Grund hier auf der Insel eine Burg zu bauen. Doch als im Jahr 1204 als der englische König John Ohneland die Herrschaft in der Normandie an den französischen König Philippe

II Auguste verlor, wurde aus Jersey ein Grenzposten zwischen zwei sich  im Krieg befindenden Königreiche.  Die Inselbewohner hielten den Engländern die Treue und man beschloss an der Frankreich zugewandten Ostseite der Insel eine Burg zu bauen. Die erste Erwähnung der Burg datiert aus dem November des Jahres 1212. König John befahl die Übergabe von Insel und Burg an Philip d´Aubigny. Die Anlage wurde immer weiter ausgebaut, in den Jahren 1224 bis 25 wurden 1.000 Baumstämme aus dem New Forrest in England nach Jersey gebracht um Palisaden zu errichten.

Im Jahr 1294 wurde die Insel überraschend von französischen Truppen überfallen und verwüstet, die Burg wurde aber nicht erobert. Sir John des Roches wurde im Jahr 1327 nach Jersey geschickt um diese zu inspizieren und weiter zu befestigen. Auf Mont Orgueil Castle ließ an der nördlichen Seite einen Turm bauen, den Rochefortturm, aber auch der Aufbau von verfallenden Mauern und  der Brücke und das Dachdecken von Gebäuden, alles Schäden nach einem großen Sturm, fallen unter seine Aufsicht. Als der 100 jährige Krieg ausbrach war die Burg in gutem Zustand, eine Garrison aus Bogenschützen und Infanterie befand sich in ihren Mauern.

Im März 1337 wurde die Insel wieder von den Franzosen angegriffen und auch die Burg belagert, doch im Herbst zogen die Franzosen ohne Erfolg wieder ab. Zwei Jahre später waren sie wieder da, diesmal bis März 1339 und wieder mussten sie abziehen ohne die Burg eingenommen zu haben. Doch die Franzose gaben nicht auf, im Juli 1373 landete Bertrand de Guesclin auf Jersey. Er nahm die äußeren Mauern unter Beschuss und konnte in den Außenbereich der Burg eindringen. Die Burgbesatzung zog sich in den Kernbereich zurück und handelte aus, dass sie die Burg kampflos übergeben würden, falls bis Ende September keine englischen Truppen zur Unterstützung kämen. Als diese kam, gaben die Franzosen die Belagerung auf, verwüsteten aber noch zwei Jahre die Insel. Im Juli des Jahres 1403 fielen bretonische Truppen über die Insel her, doch die Burg blieb verschont.

Im 15. Jahrhundert erhielt die Burg ihren heutigen Namen, Mont Orgueil Castle.  Man sagt, er ginge auf Thomas of Lancaster, 1. Duke of Clarence , den Bruder des englischen Königs Henry V. zurück. Vorher nannte man die Burg Le Château de Gouray oder Königliche Burg, nach seiner Aufgabe und dem Bau von Elizabeth Castle wurde es dann „Le vieux Château“ genannt. Während der Rosenkriege verhandelte die englische Königin Margarete von Anjou mit ihrem Cousin Pierre de Brézé und man glaubt, dass es Teil eines Geheimabkommens war, dass die Insel den Franzosen als Austausch für Truppen gegeben wurde. Die Burg wurde ohne Kampf eingenommen. Im Oktober des Jahres 1468, nach fast 5 Monatiger Belagerung unter Sir Richard Harliston gaben die Franzosen die Burg wieder auf.

Im späten 15. Jahrhundert wurde Mont Orgueil Castle an die neuen Artelleriewaffen angepasst. Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Burg den modernen Kanonen nicht standhalten würde.  Es wurde die Entscheidung getroffen in St Aubins Bay eine neue und moderne Burg,  Elizabeth Castle zu bauen.

Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage als Gefängnis für politische Gefangene genutzt, ab 1790 während der Französischen Revolution als Stützpunkt eines antirevolutionären Spionagenetzwerks.

1907 übergab die englische Krone Mont Orgueil Castle an die Bevölkerung von Jersey. Während des 2. Weltkrieges beherbergte es von 1940 bis 1945 eine deutsche Besatzung. Heute ist es ein Museum und Sehenswürdigkeit seit dem Jahr 1994 wird die Burg vom Jersey Heritage Trust betreut.

Die Burganlage besteht aus vier übereinander liegenden Höfen mit den Wohngebäuden an höchster Stelle. Bemerkenswert sind die Kunstgegenstände, die in der ganzen Anlage verteilt sind. Im mittleren Hof befindet sich eine Ritterstatue von Sir Hugh Calveley, Hüter der Inseln im 14. Jahrhundert. Über die ganze Höhe des Queen Elizabeth Torhauses erstreckt sich die Skulptur des “ Wound Man“. In der mittelalterlichen großen Halle sind zwei Kunstwerke aus Metall sehenswert, einmal das „Wheel of Fortune“ des Künstlers Brian Fell und vom gleichen Künstler eine Skulptur die den Stammbaum der englischen und französischen Könige im Mittelalter von Eleonore von Aquitanien bis zum 100 jährigen Krieg darstellt. In der Medizin des Mittelalters wurde die Diagnose oft nach der Farbe des Urins gestellt, im Südost Turm erinnert Gordon Youngs Kunstwerk „Urine Wheel“ an diese Diagnostik. Vom Dach der Burg genießt man einen weiten Blick über die Bucht und die Insel.

Eintrittspreise
Erwachsene ab 16 Jahre: £12.95
Kinder (6 bis 16 Jahre): £8.35
Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder):£38.35

(Stand 2019)
Öffnungszeiten
02. Januar bis 07. Februar
nur am Sonnabend von 10:00h bis 16:00h

08.Februar bis 28.März
Freitag bis Montag von 10:00h bis 16:00h

29. März bis 03. November
täglich von 10:00h bis 18:00h

04. November bis 30. Dezember
Freitag bis Montag von 10:00h bis 16:00h

Geschlossen am 01.Januar, 24.,25.,26. und 31.Dezember
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Reisetipps

Englands Südwesten ist ein wunderschönes Fleckchen Erde und bietet alles, was wir von England erwarten.

Das milde Klima ist perfekt für die vielen traumhaften Gärten, die Küste bietet Strände zum Entspannen und Steilklippen mit Höhlen für Entdeckungen und atemberaubende Aussichten.

Das beliebte Rundreiseziel umschließt die alten Grafschaften Somerset, Dorset, Devon und Cornwall.

Reisezeit

Bedingt durch den Golfstrom ist das Klima in Südwestengland besonders mild. Selbst im Winter fallen die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt.

Im Sommer wird es kaum richtig heiß, Temperaturen um durchschnittlich 20 Grad sind die Regel. Insgesamt ist das Klima relativ feucht, oft wechselhaft und unbeständig.

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September - in der englischen Ferienzeit von Mitte Juli bis Ende August ist aber auch die touristische Hochsaison. Gerade die Regionen am Meer und die Nationalparks können jetzt ziemlich voll sein. Wer die vielen Gärten oder Parks besichtigen möchte, sollte sich auf die Haupt-Blütezeit im späten Frühjahr konzentrieren.

Im Winter - meist von Oktober bis Ostern - sind viele Burgen und Schlösser geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet.

Tickets

Viele der Burgen, Schlösser & Gärten sind der Hochsaison beliebte Sehenswürdigkeiten. Bestellen Sie die Karten im Vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Außerhalb der Saison empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher auf der jeweiligen Website zu prüfen. So erspart man sich allerlei böse Überraschungen.

Richtig sparen kann man mit sogenannten Touringpässen. Die Pässe erscheinen erstmal hochpreisig, rechnen sich aber ziemlich schnell, wenn man mehrere Objekte besucht.

  • Der National Trust Touring Pass ist momentan nur über die NT- Website verfügbar. Auch wenn von dort ein Link zum Shop von Visit Britain als Alternative angegeben wird, im Moment ist der Pass dort nicht zu finden. In Südwest England sind einige der 500 Objekte des Trust zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der English Heritage Overseas Visitor Pass (über getyouguide.com - unserem Partner für tolle Tour-Empfehlungen & Eintrittskarten ohne Wartezeiten) erlaubt den freien Eintritt zu über 100 Denkmälern und archäologischen Stätten. Darunter sind Highlights wie Dover Castle in Kent, Stonehenge in Wiltshire und Tintagel Castle in Cornwall. Eine Karte aller Objekte zur Reiseplanung finden Sie hier.

Anreise mit Fähre

Auf unserer Tour habe wir ganz klassisch die Fähre von Calais nach Dover genommen. Natürlich werden aber auch andere Strecken angeboten. DFDS bringt einen bequem nach Großbritannien. Die Fähren starten von vier unterschiedlichen Häfen in Nordeuropa, von Calais und Dünkirchen geht es nach Südengland.

Reiseführer & Straßenkarten

  • Wer England mit dem Auto oder Wohnmobil erfahren möchte, sollte sich zur Vorbereitung einen guten Straßen Atlas zulegen - uns hat es immer Spaß gemacht ganz "oldfashioned" mit dem Finger auf der Landkarte zu reisen. Wir arbeiten seit Jahren mit den Karten von Collins.
  • Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Dumont Cornwall & Südwestengland und Baedeker (Südengland), als Hosentaschen-Reiseführer haben wir gerne Marco Polo (England, Südengland) dabei.

Lesen

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir den Roman: Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger. Überhaupt nicht historisch, aber ein toller Einstieg in den besonderen Charme der Bewohner von Cornwall.
  • Die Krimireihe um Honey Driver von Jean G. Goodhind spielt in der Stadt Bath und ist ein klassischer "Whodunit" / Wohlfühlkrimi im Stil von Miss Marple.
  • Der Roman: Das Herrenhaus im Moor von Felicity Whitmore führt uns ins Exmoor - ein wenig Krimi, ein wenig Historisches und ein wenig Mystery.
  • Rebecca Gablé's "Von Ratlosen und Löwenherzen" bleibt mein Lieblingsbuch für den Einstieg in die englische Geschichte.

WEITERE NÜTZLICHE LINKS:

Führungen und Aktivitäten in England
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