Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg

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Die Veste in der Abendsonne © Björn Chilian / Veste Heldburg & Deutsches Burgenmuseum
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Ritter im Kampf © Björn Chilian / Veste Heldburg & Deutsches Burgenmuseum
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Bankettsaal © Björn Chilian / Veste Heldburg & Deutsches Burgenmuseum
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Innenhof & Fassadendetails © Björn Chilian / Veste Heldburg & Deutsches Burgenmuseum
Karte
Wissenswertes über Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg

Lesezeit: 4 min

Mitten im fränkischen Hügelland kann man sich auf eine Reise durch die Zeit begeben, zumindest die der Burgengeschichte vom Mittelalter bis heute - im Deutschen Burgenmuseum auf der eindrucksvollen Veste Heldburg.

Die Veste Heldburg, die das Deutsche Burgenmuseum beheimatet, hat eine Geschichte, die bis in das 13./14. Jahrhundert zurückreicht. 1374 gelangte die Burg, die bis dahin als Amts- und Gerichtssitz der Grafen von Henneberg-Schleusingen diente, in den Besitz der Wettiner. Um 1500 wurde sie unter Friedrich dem Weisen umgebaut und erweitert.

Dem Zeitgeschmack entsprechend ließ Johann Friedrich der Mittlere ab 1560 die Veste durch Hofbaumeister Nikolaus Gromann im Renaissancestil ausbauen. Der Dreißigjährige Krieg setzte der Heldburg und ihren Bewohner zu, da sie Opfer von Eroberungen und Plünderungen wurde. Zuletzt formte Herzog Georg II. von Sachsen-Meinigen das Aussehen der Veste, deren Geschicke er bis ins 20. Jahrhunderts lenkte. Zwischen 1874 und 1898 veranlasste er, dass die Heldburg umfassend saniert und historistisch umformt wurde. Die Umbaumaßnahmen betrafen insbesondere die Innenräume, weniger den Außenbau, wobei die neuen Turmhauben, die im Zuge dessen den Türmen aufgesetzt wurden, das romantische Aussehen der Burg bis heute prägen.

Die einstige Wehranlage, die den Grundriss der Veste formt, ist in den äußeren Mauern noch erkennbar. Von der Zugbrücke, die seinerzeit in den Zwinger führte, fehlt jede Spur. Der alte Zugang über das Südtor dient dem Museum heute als Haupteingang. Um den Innenhof erstrecken sich im Uhrzeigersinn fünf Gebäudekomplexe: Der sogenannte Kommandantenbau mit dem Marstall weist spätgotische Züge auf. Der großen Aussichtsterrasse machte nach seinem Abriss im 19. Jahrhundert der ehemalige Küchenbau Platz. Der daran anschließende Heidenbau, wurde wohl Anfang des 16. Jahrhundert unter Einbeziehung älterer Bauteile neu errichtet und um 1560 durch den Einbau eines Durchfahrtstor geteilt. Im Süden ragt der Französische Bau in den ehemaligen Burggraben hinein.

Der neueste Gebäudeteil des Ensembles ist im Renaissancestil erbaut. Nach seinem verheerenden Brand 1982 wurde er aufwendig wiederinstandgesetzt und präsentiert sich heute mit seinen beiden Schmuckerkern und dem Großen Wendelstein in neuem Glanz. Der romanische Jungfernbau – und damit vermutlich das älteste Bauglied der Burganlage – schließt den Innenhof ab.

Deutsches Burgenmuseum

Originale Ausstellungsstücke, authentischen Räumlichkeiten, Modelle und Multimedia-Präsentationen erwecken die faszinierende Welt der Burgen zum Leben. In sechzehn Räumen mit über 350 Ausstellungsstücken erfahren Besucher*innen, welche vielfältigen Funktionen Burgen über die Jahrhunderte hatten bzw. haben und wie die Burgbewohner zwischen Krieg und Frieden lebten.

Entwicklungen in der Burgenarchitektur werden an maßstabsgetreuen Modellen anschaulich: Ähnelten die frühen Burgen oft befestigten Bauernhöfen, so erreichten einige Fürstenburgen des Spätmittelalters beeindruckende Ausmaße mit mehreren Vorhöfen, hohen Türmen und prächtigen Wohnbauten.

Originale Waffen, Rüstungsteile, archäologische Funde wie Pfeilspitzen und einzigartige Objekte wie eine mittelalterliche Sturmleiter präsentieren das Thema Belagerung und Verteidigung. Zu den Hauptexponaten zählt die Inszenierung zweier kämpfender Ritter mit originalen Rüstungen.

Der Rundgang durch die Räume im Obergeschoss der Heldburg gewährt Einblicke in eine adlige Kammer, das Alltagsleben in der Stube der Burgherren und den festlich hergerichteten Saal. Auch das Leben, Lernen und Spielen von Kindern innerhalb der Burgmauern wird beleuchtet.

Dass die Burgengeschichte nicht mit dem ausgehenden Mittelalter endet, beweisen die Burgen, die als Familienwohnsitz, Jagdschloss oder Amtssitz mit Gerichtsfunktion weitergenutzt wurden.

Die Romantik fachte die Begeisterung für Burgen neu an. Landschaftsbilder mit malerischen Burgruinen, Burgensouvenirs, bebilderte Burgenführer und Spielzeugburgen stehen für das Interesse, aber auch den Mythos Burg.

Im Turm, von dem aus sich eine herrliche Aussicht auf das idyllische Heldburger Land und die pittoreske gleichnamige Stadt zu Füßen der Veste bietet, befindet sich eine Ausstellung die das Leben und Wirken von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen darstellt. Georg II. ging als Theaterherzog in die Geschichte ein, der zusammen mit seiner dritten Frau Helene, der Freifrau von Heldburg, die Burg bewohnte.

Nicht verpassen!
Das Museum beherbergt das mit über 800 Jahren älteste Wandgemälde in einem deutschen Museum. Das Gemälde misst stolze 20 m2 und zeigt eine blutige Ritterschlachtszene zu Zeiten der Kreuzzüge. Erst kürzlich erschloss sich der Ursprungsort der Malerei, der im französischen Artins liegt, in der Region Centre-Val de Loire.

Sonderveranstaltungen
Das Museum wartet mit zahlreichen Veranstaltungen, Sonderführungen, Wechselausstellungen und Aktionen auf. Die „Sonntags auf der Burg"-Reihe, die von März bis Oktober stattfindet, vermittelt aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Burg und lädt zum Blick über den Tellerrand ein. Dabei rücken neben der Geschichte von Burgen auch Aspekte aus Naturwissenschaft, Literatur und Musik in den Fokus.

Wir danken den Verantwortlichen des Deutschen Burgenmuseum Veste Heldburg für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Erwachsene: 7,00 €
Gruppen (ab 15 Pers.): 4,50 €

Ermäßigt (Kinder 6-17 Jahre, Schwerbehinderte, Studenten). 3,50 €

Kinder (unter 6 Jahren),eingetragene Belgleitperson von Schwerbehinderten
sind kostenfrei

Familienkarte (2 Erwachsene und eigene schulpflichtige Kinder): 14,00 €

Jahreskarte. 30,00 €

Jahreskarte für Mitglieder des Fördervereins Veste Heldburg e. V.15,00 €

ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN
April bis Oktober: jeden Sonntag, 14:00 Uhr

Erwachsene: 3,50 €, zzgl. Eintritt

Kinder: 1,50 €, zzgl. Eintritt

Führungen für Gruppen / Schulklassen nach vorheriger Anmeldung ganzjährig
unter Tel. +49 (0)36871 / 21210

Gruppen bis 20 Personen: 70,00 €, zzgl. Eintritt
Schulklassen: 1,50 €  /  Kind, zzgl. Eintritt
(Stand 2020)
Öffnungszeiten
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10:00h bis 17:00h
November, Dezember, März: Dienstag bis Sonntag 10:00h bis 16:00h

Januar und Februar:
Samstag und Sonntag: 10:00h bis 16:00h

An Feiertagen in Thüringen (auch montags) geöffnet, am 24., 25. und 31. Dezember geschlossen.

Letzter Einlass: 30 Minuten vor der Schließung.

(Stand 2020)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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