Dumbarton Castle

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Dumbarton Castle © VisitScotland | Kenny Lam
BeiNacht©visitscotland
Dumbarton Castle bei Sonnenuntergang © VisitScotland | Paul Tomkins
GoveneursHouse©visitscotland800
Governor’s House © VisitScotland | Paul Tomkins
Zwillingshügel©visitscotland
Dumbarton Castle über dem Firth Of Clyde © VisitScotland | Paul Tomkins
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Wissenswertes über Dumbarton Castle

Lesezeit: 8 min

Die als „Rock of the Clyde“ bekannte Festung, ist eine der beeindruckendsten mittelalterlichen Burgen Schottlands und blickt auf eine über 1500 Jahre alte Geschichte zurück.


Die Britonen hatten hier schon eine Festung, bevor die Römer im Jahr 367 diese Region verließen, und noch im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Militärstützpunkt.


Der Name Dumbarton stammt aus der Sprache der gälischsprachigen Skoten und bedeutet Festung der Britonen. Dieses keltische Volk nannte den Felsen Alclutha, was Felsen am Clyde bedeutet. Sogar Merlin soll sich hier im 6. Jahrhundert aufgehalten haben.


Dumbarton Castle erhebt sich auf zwei vulkanischen Gipfeln über dem Fluss Clyde an dessen Zusammenfluss mit dem Fluss Leven ungefähr 20 Minuten von Glasgow entfernt. Von seinen Zwillingsgipfeln – White Tower Crag und The Beak – kann man viele Meilen weit sehen, manchmal sogar bis zum Ben Lomond.


Der White Tower Crag ist der höchste Punkt der Basaltfelsen, 75 Meter über dem Meeresspiegel,

im Mittelalter wurde der Gipfel vom Weißen Turm gekrönt.

Wenn Sie Dumbarton Castle besuchen wollen, beachten Sie bitte, dass man eine große Anzahl von Stufen überwinden muss, um überhaupt auf den Felsen zu gelangen. Außerdem ist Dumbarton heute keine Burg im traditionellen Sinne mehr. Das, was man besichtigen kann, ist größtenteils aus der jüngsten Phase.

Dumbarton Castle in den Dark Ages und dem frühen Mittelalter

Vom 5. Jahrhundert bis 1018 diente sie als Verwaltungshauptstadt des Königreichs Strathclyde, das den Südwesten Schottlands kontrollierte. Im Jahr 731 n. Chr. wird eine befestigte britische Stadt „Alt Clut“ auf einem Felsen im Clyde erwähnt. Einige Jahrzehnte später wurde die Burg angegriffen als das Königreich zunehmend unter Druck geriet- es gibt einen Bericht über das „Niederbrennen des Clyde Rock“ im Jahr 780.

Von der mittelalterlichen Anlage findet man heute kaum noch etwas, nur einige wenige Überreste eines Erdwalls mit hölzernen Befestigungsanlagen. Sie wurden höchstwahrscheinlich durch Feuer zerstört, unter Umständen bei einem Wikingerangriff im Jahr 870 n. Chr.

Zu der Zeit befand sich auf dem Dumbarton Rock eine dicht gedrängte britonische Siedlung, die als Festung und als Hauptstadt von Strathclyde diente. Alle auch nur annähernd ebenen Flächen auf dem Felsen waren bebaut. Vier Monate wurde die Burg belagert, bevor sie kapitulierte. Die reiche Beute wurde auf 200 Langschiffen fortgeschafft.

Das Königreich Strathclyde konnte aber langsam wieder an Stärke gewinnen. Es blieb in der schottischen Geschichte bis 1018 eine eigenständige Kraft. Die zwei kunstvoll geschnitzte Kreuzplatten aus dieser Zeit sind im Ausstellungsbereich in der Nähe des Schlosseingangs zu bewundern.

Dumbarton Castle im Mittelalter

Im 12. Jahrhundert wurde das Königreich Strathclyde in das heutige Schottland eingegliedert. Die nächste Erwähnung von Dumbarton Castle stammt aus dem Jahr 1222: Alexander II. baute eine „neue Burg“ gegen die norwegischen Könige, die über einen ein Großteil des Westens von Schottland herrschten.

Dumbarton hatte zu dieser Zeit als Grenzfeste eine wichtige strategische Bedeutung, die norwegische Grenze lag nur 10 Meilen flussabwärts. Erst nach dem Sieg Alexander III. über König Håkon IV. von Norwegen in der Schlacht von Largs im Jahr 1263 war Dumbarton nicht länger ein Außenposten an einer kriegerischen Grenze war, es blieb aber ein zentraler Punkt der schottischen Geschichte.

Ab dem 13. Jahrhundert war Dumbarton Castle eine königliche Festung, die von einem Wächter oder Constable im Auftrag des Königs kontrolliert wurde. Über die Entwicklung des Castle bis 1600 ist nur wenig bekannt. Vermutlich sah sie eher wie eine traditionelle Burg aus, mit einer umfangreichen Bebauung auf „The Beak“, dem flacheren, östlicheren Gipfel, sowie über die Lücke zwischen den Gipfeln und den steilen Abhang auf der Clyde-Seite des Felsens hinunter. Sie hatte auch zwei Tore: eines zum Fluss Clyde, das andere zur Stadt Dumbarton.

Im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert versuchte sich Schottland von der Oberherrschaft des englischen Königs Edward I. zu befreien. Der König eroberte Dumbarton 1296 während seiner ersten Invasion in Schottland, zog seine Truppen aber nach dem schottischen Sieg in der Schlacht von Stirling im Jahr 1307 zurück.

Dumbarton Castle und William Wallace

Im Jahr 1305 nahm Sir John Menteith – der Gouverneur auf der Dumbarton – den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace gefangen. Wallace wurde von hier zu seiner Verhandlung und Hinrichtung nach London gebracht.

Der Wallace Tower ist nach ihm benannt. Er war ursprünglich vier Stockwerke hoch und diente wohl als königliche Residenz. Der Turm wurde vor 1800 zerstört. Im Guard House aus dem späten 16. Jahrhundert findet man einen geschnitzten Kopf, er soll eine Karikatur von „fause Menteith“ sein. Das Wachhaus überspannt eine Felsspalte und sichert den Zugang zu den Batterien weiter oben auf dem Felsen.

Dumbarton Castle als royaler Zufluchtsort

In dieser Phase diente die königliche Burg, als Zufluchtsort in Zeiten der Not und als geeigneter Ort, um Gefangene sicher unterzubringen. Immer wieder stand es im Zentrum des Geschehens, als Hintertür, durch die die Herrscher mit relativer Leichtigkeit kommen und gehen konnten.

Nach der schottischen Niederlage bei Halidon Hill im Jahr 1333 suchte der 9- jährige König David II. mit seiner nur 3 Jahre älteren Gemahlin Zuflucht in Dumbarton Castle. Dumbarton war eine von nur 5 Burgen, die dem schottischen Königs treu geblieben war. Er blieb in Dumbarton, bis ihn 1334 ein Schiff nach Frankreich bringen konnte. Dort erhielt er das Château Gaillard als Residenz. Erst 1341 kehrte er nach Schottland zurück.

Aus dem 14. Jahrhundert stammt das älteste noch erhaltene Bauwerk von Dumbarton Castle. Das Tor diente dazu, den Zugang vom Süden zum Gipfel des Felsens zu kontrollieren. Auf beiden Seiten des Torbogens sind die Fallgatterschlitze zu sehen.

Margarethe von Schottland – die Tochter von Jakob I. – ging in Dumbarton 1435 nach langwierigen Eheverhandlungen an Bord eines Schiffes nach Frankreich, um Ludwig, den französischen Thronfolger, zu heiraten.

Die weitere Geschichte von Dumbarton im Mittelalter besteht aus fast ununterbrochenen Belagerungen und Streitigkeiten. Im Jahr 1489 belagerte Jakob IV. die Stadt zweimal und konnte die Garnison nur mit Hilfe von Mons Meg, der größten Kanone seiner Zeit, bezwingen. Später nutzte Jakob Dumbarton als Hauptquartier, um Angriffe auf die Lords of Isles zu starten.

In den Turbulenzen nach der Schlacht von Flodden wurde Dumbarton Castle 1514 vom Earl of Lennox eingenommen, der sich im Schutz einer stürmischen Nacht unter dem Nordtor verschanzte. Er konnte die Burg aber nur ein Jahr lang halten, bevor seine Besatzung vom John Stewart, 2. Herzog of Albany überwältigt wurde. Albany setzte eine französische Garnison ein und nutzte Dumbarton als Stützpunkt.

Dumbarton Castle und Maria Stuart

Im Jahr 1548 wurde die nur 5 Jahre alte Maria Stuart, Königin der Schotten, von ihrer Mutter Marie de Guise, zu ihrer Sicherheit nach Dumbarton gebracht. Sie blieb 6 Monate bevor sie nach Frankreich zu ihrer Vermählung abreiste und wäre in dieser Zeit beinahe an den Pocken gestorben.

13 Jahre später kam sie als Erwachsene nach Dumbarton, als Teil einer königlichen Rundreise im Jahr 1563. Im Jahr 1568 bewegte sie sich nach ihrer Flucht von Lochleven Castle auf Dumbarton Castle zu, als ihre Truppen in der Schlacht von Langside besiegt wurden. Maria floh daraufhin nach England und in die Gefangenschaft, aus der sie nie mehr zurückkehrte.

Nach Marias Flucht nach England wurde das Schloss drei Jahre lang von ihren Anhängern, der so genannten „Queen’s Party„, gehalten. Sie wurden erst nach einem gewagten Überfall besiegt, als die Angreifer die unbewachten, steilen Klippen im Nordosten erklommen.

Zeit des Verfalls und der Verwahrlosung

Nach der Herrschaft Marias verlor Dumbarton Castle seine herausragende Rolle als „Tor zu Schottland“. Es wurde zu einer Garnisonsfestung und diente nicht mehr als königliche Residenz. Bei der Ankunft Oliver Cromwells im Jahr 1652 galt die Burg als nicht zu verteidigen und wurde kampflos aufgegeben. In der Zeit von 1670 bis 1790 wurden die meisten der früheren Gebäude abgerissen und durch die heutigen ersetzt.

Der englische Generalmajor George Wade ließ mehrere Geschützbatterien an strategischen Punkten rund um den Felsen errichten. Diese Batterien sind die wichtigsten Bauwerke, die wir noch heute auf der Burg sehen können.

Aus dieser Zeit stammt auch das Governor’s House. Der erste Gouverneur, der in der beeindruckenden Residenz wohnte, war John Kennedy, 8. Earl of Cassilis.

Im Jahr 1795 wurde das der Stadt zugewandte Nordtor blockiert und durch die Duke of York’s Battery ersetzt. Von den verschiedenen Gebäuden, die damals ebenfalls in der Spalte zwischen den Gipfeln errichtet wurden, ist nur noch das „French Prison“ erhalten. Auf dem „Beak“ wurde 1748 das Magazin gebaut, nachdem man frühere Gebäude abgerissen hatte.

Die Burg als Touristenattraktion

Schon bald war Dumbarton eine Touristenattraktion. Der englische Gelehrte und Schriftsteller Dr. Samuel Johnson kam 1773 auf seiner Schottlandreise hierher.

Die wohl berühmteste Besucherin war Königin Victoria, die 1847 mit ihrer königlichen Jacht an einem eigens dafür gebauten Pier anlegte. König Georg VI. besuchte Dumbarton im Jahr 1937 und die junge Königin Elisabeth mit dem ihrem Mann im Jahr 1954.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert hatte die Burg keine militärische Funktion mehr, aber im Zweiten Weltkrieg wurde eine Flugabwehrbatterie aufgestellt. Im Jahr 1941 wurde die Burg bombardiert – der erste Angriff auf Dumbarton seit fast drei Jahrhunderten.

Die exzellente strategische Lage, die sie in längst vergangenen Zeiten hatte, bietet heute viele großartige Ausblicke auf Flüsse, Berge und Seen, Highlands und Lowlands.

Heute befindet sich die Burg in der Obhut von Historic Environment Scotland.

Wir danken den Verantwortlichen von Visit Scotland für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.

Eintrittspreise
Erwachsene: £6,00
Kind: £3,60
Ermäßigt: £4,80
Familienkarte (1 Erwachsener & 2 Kinder): £12,00
Familienkarte (2 Erwachsene & 2 Kinder): £17,00
Familienkarte (2 Erwachsene & 3 Kinder): £20,50
(Stand 2022)

Der Explorer Pass von Historic Environment Scotland beinhaltet u.a. den Eintritt zu Dumbarton Castle.
Öffnungszeiten
Aufgrund von Zugangsbeschränkungen während der Inspektion des Mauerwerks ist der Zugang zu diesem Gelände für Besucher derzeit nicht möglich - wahrscheinlich bis Frühjahr 2023.

1. April bis 22. Dezember:
Täglich außer Donnerstag und Freitag, 10:00h bis 16:00h

5. Januar bis 31. März:
Täglich außer Donnerstag und Freitag, 10:00h bis 16:00h

Geschlossen vom 23.Dezember bis 04.Janauar.
(Stand 2023)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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