Château Gaillard

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Château Gaillard
27700 Les Andelys

Frankreich

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Stolz erhebt sich die Ruine von Château Gaillard auf den Kreidefelsen über der Seine, unweit der Stadt Rouen. Errichtet im Jahr 1196 ist es vor allem mit seinem Erbauer des Königs Richard Löwenherz verbunden.
Als König von England und Herzog der Normandie ließ er die Festung in Rekordzeit von zwei Jahren errichten um diesen wichtigen Verkehrsweg und die Ostflanke seines Herzogtums vor seinem ehemaligen Verbündeten und späteren Gegner dem französischen König Philippe Auguste zu schützen.

Beide hatten am 3. Kreuzzug von 1189 bis 1192 teilgenommen und sich dort zerstritten. Während der Gefangenschaft Richards nutzte Philippe die Gunst der Stunde und eroberte Teile der Normandie, unter anderem die Burg Gisors. Nachdem Richard im Jahr 1194 nach Zahlung einer immensen Lösegeldforderung wieder frei gekommen war, musste er nicht nur gegen den französischen König kämpfen, sondern sich auch gegen seinen Bruder John durchsetzen.
Der Bau von Château Gaillard war ein Zeichen seiner wieder erlangten Macht und ein Ersatz für Gisors.

Die Burg galt zu ihrer Zeit als die modernste Anlage Europas. Richard hatte sich an der Architektur der Kreuzfahrerburgen in Heiligen Land orientiert, sie war nach den neuesten Erkenntnissen der Wehrtechnik errichtet. Den mächtigen Bergfried und Teile der Hauptmauer stehen noch heute.

Nach dem Tod Richards im Jahr 1199 erbte sein Bruder John die Macht und Château Gaillard. Schon zwei Jahre später kam es wieder zum Konflikt zwischen den Königreichen. Im Jahr 1203 begann Philippe die Eroberung der Normandie und die Belagerung der Burg. Im März 1204 fiel die Burg nach mehrmonatiger Belagerung in französische Hand und blieb dort für 200 Jahre.

Am Anfang des 14. Jahrhunderts wurden auf Château Gaillard zwei Frauen gefangen gehalten. Margarete de Bourgogne, Königin von Frankreich und Frau von Louis X. dem Zänker, sowie Blanche de Bourgogne; Frau seines Nachfolgers Charles IV. dem Schönen und ebenfalls Königin von Frankreich. Beide hatten sich des Ehebruchs schuldig gemacht, was aber in der damaligen Zeit kein Grund für eine Scheidung war. So wurden sie unter erbärmlichsten Bedingungen eingekerkert. Margarete starb auf der Burg, ob sie auf Befehl ihres Mannes erdrosselt wurde, oder ob die Kälte und die schlechten Bedingungen letztendlich zu einer Lungenentzündung führten, an der sie umkam, bleibt ungeklärt. Die Ehe von Blanche wurde auf Betreiben ihres Ehemannes dann doch noch anulliert und sie durfte sich in ein Kloster zurück ziehen.

Im Hundertjährigen Krieges wird die Burg im Jahr 1418 von Henry V. wieder für die Engländer erobert. Fast 16 Monate dauerte die Belagerung, man hatte keine Wasserversorgung mehr, nachdem das letzte Brunnenseil gerissen war. Bedingt durch die Lage auf einem Felsen hatte man 120 Meter tief bohren müssen, um an Wasser zu gelangen. Doch schon 30 Jahre später konnte der französische König Charles VII. Château Gaillard zurükerobern.

Im 16. Jahrhundert wird die Anlage mittlerweise strategisch unwichtig geworden zum Abbau freigegeben und als Steinbruch genutzt. Der französische König Henri IV befahl ihren Abriss Château Gaillard zu schleifen.

Heute führt ein gut ausgebauter, aber recht steiler Weg von der Seine zur Burgruine Schlossruine des Château Gaillard. Nach ungefähr einer halben Stunde Weg kann man dann den wunderbaren Blick über das Seine-Tal geniessen.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der gefangenen Königinnen auf Château Gaillard lesen möchten, sei Ihnen der Roman "Der Fluch der Flammen" von Maurice Druon empfohlen.

Eingebettet in die Geschichte vom Untergang des Hauses Capet durch den Fluch der Templer wird auch der Aufenthalt der Frauen auf der Burg beschrieben. Hier nimmt Margarete ein gewaltsames Ende, aber das ist vielleicht der Freiheit der Vorstellung des Autors geschuldet.

Die Buchreihe heißt die " Verfluchten Könige", besteht aus 6 Bänden und endet mit der Erfüllung des Fluches mit dem Tod des letzten Kapetinger Charles IV. Sie wird sogar empfohlen vom Meister der modernen Fantasy, George R.R. Martin. Es soll ihn zu seiner Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer"inspiriert haben.

Photo Credits (used under CC BY 2.0; cropped, sharpened & recoloured original)

Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Geöffnet vom 30. März bis 3. November 2019
von 10:00 bis 13:00 und von 14:00h bis 18:00h (letzter Einlass 12.30 und 17.30 Uhr)

Geöffnet durchgehend vom 1. Juli bis 31. August 2019 (von 10:00h bis 18:00h, letzter Einlass 17.30 Uhr)

Dienstag und 1. November 2019 geschlossen.

Führung für Einzelpersonen: täglich um 11:30, 14:30 und 16:30 Uhr
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 3,50 €
Reduziert: 3,00€

Führung: 4,50 € // 4,00 €

Kostenlos: Kinder unter 7 Jahren in Begleitung einer volljährige Person mit Wohnsitz in Andelys (nachweislich)
Modalität des ermäßigten Satzes (nachweislich): Student, Kind im Alter von 7 bis 18 Jahren, Arbeitssuchender, große Familie, bestimmte Zielgruppe und älter als 60 Jahre.

(Stand 2019)
Reisetipps öffnen | schliessen

Das flächenmäßig größte Land Europas hat ein abwechslungsreiches Klima, welches das Land durch alle Jahreszeiten zu einem attraktiven Reiseziel macht. Für Städtebesichtigungen oder Burgentouren sind die Frühjahrs- und Herbstmonate zu empfehlen, mit dem niederschlagsarmen Frühjahr und dem milden Herbst. Grundsätzlich empfiehlt sich gerade bei den kleineren Schlössern, die etwas abseits der "Rennstrecken" liegen, die Öffnungszeiten vorher auf deren Website zu prüfen. Gerade bei private Objekten erlebt man sonst allerlei Überraschungen.

Reisezeit Die beste Reisezeit für Frankreich hängt ganz davon ab, in welcher Region man reisen möchte. Der Norden, Westen und Osten haben ein eher gemäßigtes Klima, hier empfiehlt sich die Zeit von von April bis September, zumal dann die meisten Schlösser und Burgen regelmäßige Öffnungzeiten haben. Im mediterranen Klima des Südens kann die angenehme Zeit noch bis weit in den Oktober reichen.

Tickets Viele der französischen Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Reiseführer Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps, inkl. kostenloser Touren-App & Update-Service.

Lesen Buchcover "So sind die Franzosen" - amüsierte Hilfe zum Umgang mit unseren geliebten Nachbarn =)

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir das Buch "So sind sie, die Franzosen: Die Fremdenversteher von Reise Know-How" (Knapp) - etwas bissig und voller humorvoller Einsichten.
  • Die Romanreihe Fortune de France von Robert Merle erzählt in immerhin 13 Bänden die Geschichte Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert. Sicherlich ein Brocken, aber eine tolle Vorbereitung auf die Schlösser der Loire und all die Francois, Louis und Henris, die einem in den Schlössern begegnen.
  • Eine der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters ist Eleonore von Aquitanien, ihrem Leben kann man sich mit dem Buch "Die Löwin von Aquitanien: Historischer Roman" von Tanja Kinkel unterhaltsam nähern.

Und natürlich ist die Website des Französischen Fremdenverkehrsamtes (www.france.fr) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Merci beaucoup.