Château de Vaux-le-Vicomte

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Luftaufnahme © Bruno Lepolard / Château de Vaux-le-Vicomte
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Luftaufnahme Schloss und Park © Bruno Lepolard / Château de Vaux-le-Vicomte
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Grosser Salon © Guillaume Crochez / Château de Vaux-le-Vicomte
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Das Königszimmer © Guillaume Crochez / Château de Vaux-le-Vicomte
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Abendstimmung © Erwann Maignan / Château de Vaux-le-Vicomte
Adresse
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Wissenswertes über Château de Vaux-le-Vicomte

Lesezeit: 5 min

Von seiner Gründung durch Nicolas Fouquet, dem Finanzminister des jungen Louis XIV. bis zu seiner Übernahme durch Alfred Sommier im Jahr 1875 ist die Geschichte des Château de Vaux-le-Vicomte auch eine Geschichte der angesehenen Familien Frankreichs. Majestätisch auf einer vier Kilometer langen Achse angelegt, erhebt sich das Château de Vaux-le-Vicomte wie eine Theaterkulisse aus einer Reihe von verschiedenen Ebenen. Es schafft ein Gefühl der Transparenz, wenn man durch die Eingangshalle und den Großen Salon des Schlosses geht, so dass man die Statue des "Rastenden Herkules" zwei Kilometer weiter südlich erblicken kann. Das Schloss liegt nur 55 Kilometer südöstlich von Paris und ist somit wie geschaffen für einen Tagesausflug.

Die Nebengebäude im Vorhof führen den Blick an hohen Toren vorbei (eine Neuerung für die damalige Zeit) zur Fassade. Zu beiden Seiten kann man die Gärten erkennen, die in großen Terrassen angeordnet sind, die dem natürlichen Hang des Landes folgen. Um dem Projekt seinen vollen Raum zu schaffen, wurden des alten Schloss sowie das Dorf Vaux und zwei benachbarte Weiler abgerissen und fünfhundert Hektar gerodet.

Im Jahr 1641 erwarb der 26-jährige Parlamentarier Nicolas Fouquet den Besitz von Vaux-le-Vicomte mit seinem kleinen Schloss. Zwanzig Jahre später hatte er das Anwesen in ein Meisterwerk verwandelt, dessen Schloss und Gärten noch heute zu den schönsten Frankreichs zählen.

Nicolas Fouquet wurde 1615 in eine Familie wohlhabender Parlamentarier geboren und war für seine Intelligenz, Kühnheit und Hingabe an die Monarchie bekannt. Sein Familienwappen mit einem Eichhörnchen und sein Motto "Quo non ascendet" (Welche Höhen wird er nicht erklimmen) wurden das Motto seines Lebens. Fouquet hatte einen rasanten sozialen Aufstieg. 1653 wurde er von Kardinal Mazarin, dem Chefminister des jungen Königs Louis XIV., zum Finanzkommissar ernannt. Als Mazarin 1622 starb, hätte Fouquet Premierminister werden sollen. Doch der 22-jährige Louis beschloss die Abschaffung des Postens und übernahm ab diesem Zeitpunkt die absolute Kontrolle über den französischen Staat.

Der Bau des Schlosses war ein Gemeinschaftsprojekt von Louis Le Vau - französischer Baumeister -, Charles Le Brun - französischer Maler und Architekten - und natürlich André Le Notre, dem bedeutendsten französischen Landschafts- und Gartengestalter seiner Zeit. Das Ergebnis dieser Vereinigung war ein Werk von beispielloser Harmonie und Schönheit. All diese Meister ihres Fachs wurden später vom französischen König mit der Gestaltung von Château de Versailles. beauftragt.

Als Opfer eines Komplotts wurde Fouquet auf Befehl von König Ludwig XIV. verhaftet und 1661 zu lebenslanger Haft verurteilt. Eifersüchtig auf Fouquets Erfolg suchte der Privatsekretär des verstorbenen Mazarin - Jean-Baptiste Colbert - eine Gelegenheit, seinen Rivalen der Veruntreuung von Millionen zu beschuldigen. Trotz der Warnungen seiner Freunde ahnte Fouquet nichts.

In der Nacht vom 17. August 1661 veranstaltete Nicolas Fouquet eine üppige Soiree mit 6.000 Gästen zu Ehren Louis XIV. auf seinem neuen Landgut Vaux-le-Vicomte. Tage zuvor war Louis der Intrige Colberts erlegen und hatte seine Entscheidung getroffen, Fouquet einzusperren. Dennoch besuchte und genoss er das Fest gekrönt von einem zauberhaften Feuerwerk, ohne ein Wort zu verraten. Über diese Wendung der Dinge schrieb der große Schriftsteller Voltaire später: "Am 17. August um sechs Uhr abends war Fouquet König von Frankreich, um zwei Uhr morgens war er ein Niemand".

So wie im englischen Hampton Court Palace die Eifersucht des Königs Henry VIII auf die Schönheit und Pracht des Schlosses zum tiefen Fall eines vorher geschätzten Ministers - Thomas Wolsey- geführt haben soll, gibt es diese Legende auch in Vaux-le-Vicomte, aber es ist eben nur das - eine Legende.

Drei Wochen später wurde Fouquet in Nantes von d'Artagnan, dem Hauptmann der Musketiere des Königs, verhaftet. Der "Jahrhundertprozess" endete mit des Urteils der Verbannung, Louis XIV. verschärfte es und verhängte eine lebenslange Haftstrafe. Fouquet wurde in Pignerol inhaftiert, wo er am 23. März 1680 starb.

Vaux-le-Vicomte wurde geschlossen und seine Schätze beschlagnahmt - Wandteppiche, Möbel, Gemälde, Bücher und Teppiche... sogar die Orangenbäume wurden vom König entfernt. Es dauerte zehn Jahre, bis Madame Fouquet den Nachlass wiedererlangt hatte, in den sie sich später mit ihrem ältesten Sohn zurückzog. Nach seinem Tod verkaufte sie 1705 den Vaux-le-Vicomte.

Marschall de Villars, ein berühmter Militärkommandant, erwarb den Besitz ohne ihn vorher gesehen zu haben und genoss ihn einige Jahre lang, bevor er 1764 von seinem Sohn an den Duc de Praslin verkauft wurde. Dessen Nachkommen behielten das Anwesen über ein Jahrhundert lang, bevor es 1875 zur Versteigerung kam. Die 50 Jahren zuvor stand das verlassene Schloss leer und verwahrloste, sein einst prächtiger Garten war nur noch eine ferne Erinnerung.

Dieser Industrielle Alfred Sommier kaufte Vaux 1875 auf einer Auktion und begann mit der kolossalen Aufgabe der Restaurierung des Château de Vaux-le-Vicomte. Er übernahm mit Begeisterung die gewaltige Aufgabe, dem Anwesen seinen ursprünglichen Glanz zurückzugeben. Seine Kinder setzten das Projekt fort, und heute führen seine direkten Nachkommen, Patrice und Cristina de Vogüé, unterstützt von ihren drei Söhnen Jean-Charles, Alexandre und Ascanio, ein vor 140 Jahren begonnenes Verwalteramt weiter.

Der Garten von Vaux-le-Vicomte
Es ist der bahnbrechende Ausdruck des Jardin à la française, der französischen Ästhetik formaler Gärten, die im 17. Jahrhundert Europa eroberte. Ab 1641 ließ Nicolas Fouquet dem Genie des berühmten Landschaftsgärtners André Le Nôtre freien Lauf, der die neuesten technischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Erkenntnisse seiner Zeit nutzte. er gilt als der erste Barockgarten Frankreichs.

Die formellen Gärten wurden aus 33 Hektar Waldgebiet herausgeschnitten und entlang einer drei Kilometer langen Achse angelegt, um eine atemberaubende Kulisse für das Schloss und seine Nebengebäude zu schaffen. In enger Zusammenarbeit schufen Le Nôtre und der Architekt Louis Le Vau das größte Beispiel für eine nahezu perfekte Harmonie zwischen Natur und gebauter Umwelt mit starken Linien, wechselnden Ausblicken, verborgenen Reizen und einer Symphonie von Springbrunnen. Eine Dauerausstellung im Untergeschoss des Schlosses "André Le Nôtre in Vaux-le-Vicomte erklärt das bahnbrechende Werk des französischen Formalgartens.

Wir danken den Verantwortlichen von Château de Vaux-le-Vicomte für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Erwachsene: 16,90€
Kinder von 6 bis 17 Jahren: 11,00€
Kinder unter 6 Jahre sind frei
(Stand 2020)

Zu speziellen Festivitäten kann es einen Aufschlag geben, z.B. Ostern.

Das Château de Vaux-le-Vicomte ist ein Publikumsmagnet, es empfiehlt sich die Tickets im Vorfeld online zu kaufen.
Öffnungszeiten
06.Januar bis 13. März und ab 02.November:
geschlossen

14.März bis 01.November:
täglich von 10:00h bis 19:00h (letzter Einlaß um 17:00h)

Vom 02. Mai bis 03.Oktober wird jeden Samstag die Öffnungszeit bis Mitternacht verlängert.
(Stand 2020)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Reisetipps

Das flächenmäßig größte Land Europas hat ein abwechslungsreiches Klima, welches das Land durch alle Jahreszeiten zu einem attraktiven Reiseziel macht. Für Städtebesichtigungen oder Burgentouren sind die Frühjahrs- und Herbstmonate zu empfehlen, mit dem niederschlagsarmen Frühjahr und dem milden Herbst. Grundsätzlich empfiehlt sich gerade bei den kleineren Schlössern, die etwas abseits der „Rennstrecken“ liegen, die Öffnungszeiten vorher auf deren Website zu prüfen. Gerade bei private Objekten erlebt man sonst allerlei Überraschungen.

Reisezeit
Die beste Reisezeit für Frankreich hängt ganz davon ab, in welcher Region man reisen möchte. Der Norden, Westen und Osten haben ein eher gemäßigtes Klima, hier empfiehlt sich die Zeit von von April bis September, zumal dann die meisten Schlösser und Burgen regelmäßige Öffnungzeiten haben. Im mediterranen Klima des Südens kann die angenehme Zeit noch bis weit in den Oktober reichen.

Tickets
Viele der französischen Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Reiseführer
Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps, inkl. kostenloser Touren-App & Update-Service.

Lesen
Buchcover "So sind die Franzosen" - amüsierte Hilfe zum Umgang mit unseren geliebten Nachbarn =)

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir das Buch „So sind sie, die Franzosen: Die Fremdenversteher von Reise Know-How“ (Knapp) – etwas bissig und voller humorvoller Einsichten.
  • Die Romanreihe Fortune de France von Robert Merle erzählt in immerhin 13 Bänden die Geschichte Frankreichs im 16. und 17. Jahrhundert. Sicherlich ein Brocken, aber eine tolle Vorbereitung auf die Schlösser der Loire und all die Francois, Louis und Henris, die einem in den Schlössern begegnen.
  • Eine der beeindruckendsten Gestalten des Mittelalters ist Eleonore von Aquitanien, ihrem Leben kann man sich mit dem Buch „Die Löwin von Aquitanien: Historischer Roman“ von Tanja Kinkel unterhaltsam nähern.

Und natürlich ist die Website des Französischen Fremdenverkehrsamtes (www.france.fr) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Merci beaucoup.