Farleigh Hungerford Castle

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Farleigh Hungerford Castle © burgen.de
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Der südwestliche Turm von Farleigh Hungerford Castle © burgen.de
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Blick auf das Priesterhaus in Farleigh Hungerford Castle © burgen.de
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Blick auf die Burgkapelle © burgen.de
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Das Grab von Sir Edward Hungerford III und seiner Frau, Lady Margaret © burgen.de
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Die Kapelle von Farleigh Hungerford Castle © burgen.de
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Runder Eckturm in Farleigh Hungerford Castle © burgen.de
Wissenswertes über Farleigh Hungerford Castle

Lesezeit: 6 min

Die Ruinen von Farleigh Hungerford Castle liegen im wunderschönen Tal des Flusses Frome, nur neun Meilen von Bath entfernt. Im 14. Jahrhundert errichtet, wurde es 300 Jahre lang von der bemerkenswerten Familie Hungerford bewohnt. Erleben Sie deren faszinierende und oft grausame Geschichten durch Schautafeln und die kostenlose Audiotour.


Die Burg hat eine lange und dramatische Geschichte. Farleigh Hungerford Castle begann als Manor Haus der Montfort Familie.


Im Jahr 1370 kaufte Sir Thomas das Landgut, das auf einer Anhöhe über dem Fluss Frome nur 4 Meilen von Trowbridge entfernt liegt. Es ist bezeichnend für die Zeit, in der er lebte, dass Sir Thomas sein Gut ohne königliche Erlaubnis befestigte. Erst im Jahr 1383 ersuchte er den König um eine Begnadigung für die illegale Zinnenanlage – ihm wurde vergeben.


Die Burg war zu diesem Zeitpunkt ein befestigtes Herrenhaus, das sich um einen rechteckigen zentralen Hof mit einem hohen Turm an jeder Ecke

gruppierte mit einer Ringmauer. Das Gebäude wurde später zum Inneren Hof der erweiterten Burg. Sir Thomas ließ die bestehende Pfarrkirche abreißen, um Platz für einen Verteidigungsgraben zu schaffen und baute eine Familienkapelle, die heute noch steht. Sein Denkmal befindet sich hier.

Außerdem legte er einen Jagdpark an, der die neue Burg umgab.

Die Burg von Sir Thomas

Sir Thomas stammte aus einer Familie, die in Wiltshire nur bescheidenen Einfluss erlangt hatte. Er kam als oberster Landverwalter des Königssohns John of Gaunt, Herzog von Lancaster, zu Wohlstand. Es war wohl dessen Einfluss, der ihn zum ersten Sprecher des Unterhauses machte. Obwohl er andere und größere Anwesen besaß, zog es Sir Thomas vor hier begraben zu werden.

Die Burg von Sir Walter

Sein Sohn Walter Hungerford war das wohl bedeutendste Mitglied der Familie und verhalf den Hungerfords zu nationaler Bedeutung. Er wurde bei der Belagerung von Rouen von Henry IV. zum Ritter geschlagen und kämpfte später in Agincourt, woraufhin er den Hosenbandorden erhielt.

Nach dem Tod Henry V. wurde er zum Vormund des kleinen Henry VI. ernannt und diente als Schatzmeister von England. Als Belohnung wurde er zum 1. Lord Hungerford ernannt. Er starb als reicher Mann mit mehr als 100 Herrenhäusern vor allem im Westen Englands.

Zwischen 1430 und 1445 baute er die Gebäude im Innenhof aus, gestaltete wahrscheinlich den großen Saal und die Schlafgemächer um und fügte eine Barbakanverstärkung vor den Toren hinzu – finanziert wahrscheinlich aus den Lösegeldern seiner französischen Gefangenen

Es entstanden der äußere Hof mit seiner Ringmauer, den Türmen und Torhäusern. Damit verdoppelte sich fast die Größe der Burg. Dieser neue Hof umschloss eine neue Pfarrkirche – gebaut, um die Zerstörung der vorherigen Kirche zu kompensieren.

Eines der bemerkenswertesten Merkmale des Innenraums sind die Überreste von Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Sie zeigen eine große Figur des Heiligen Georg, des Schutzpatrons von England und des Hosenbandordens.

Sir Walter baute auch ein Haus für die Priester, die dort Dienst taten. Hier finden sich heute die Ausstellung zur Burggeschichte und zu die Fundstücken der Anlage.

Rosenkriege und frühe Tudorzeit

Unglück und Skandale verfolgten die Hungerfords und ihre Burg während der englischen Rosenkriege und der frühen Tudorzeit.

Sir Robert und sein ältester Sohn, Sir Thomas gehörten in den Rosenkriegen der Lancester- Seite an und wurden, nachdem sie bei Hexham Field in Gefangenschaft genommen worden waren, enthauptet.

1462 wurde die Burg von der York Seite beschlagnahmt. 1486 ging die Burg wieder in den Besitz von Sir Walter Hungerford II über, als Belohnung für seine persönliche Unterstützung des siegreichen Henry VII. in der Schlacht von Bosworth im Jahr zuvor. Walters Sohn Sir Edward baute das Osttor wieder auf.

In der Tudor- Zeit umgaben einige Skandale die Familie. Nach Edwards Tod im Jahr 1522 wurde Lady Agnes, die 2. Frau Edwards beschuldigt ihren 1. Ehemann -den Verwalter des Anwesens – vergiftet und im Küchenofen verbrannt zu haben, um Lady zu werden. Sie wurde gehängt.

Ihr Stiefsohn Sir Walter Hungerford III hielt seine dritte Frau Elizabeth fast vier Jahre lang im sogenannten „Lady Tower“ der Burg gefangen und versuchte, sie zu vergiften. Sie überlebte nur, indem sie ihren eigenen Urin trank und heimlich von einheimischen Frauen gelieferte Nahrung zu sich nahm.

Walter Hungerford III. wurde örtlicher Vertreter von Thomas Cromwell – Minister von Henry VIII – und wurde zum Lord Hungerford of Heytesbury ernannt. Später wurde er jedoch wegen Hochverrats, Hexerei und Homosexualität verurteilt und zusammen mit Cromwell im Juli 1540 hingerichtet. Danach wurde die Burg erneut von der Krone beschlagnahmt.

Sir Walter Hungerford IV kaufte die Burg 1554 für eine hohe Summe zurück und erneuerte wahrscheinlich die (nicht mehr existente) Halle des Inneren Hof mit Fenstern im elisabethanischen Stil.

Weitere Verbesserungen wurden von seinem Bruder, Sir Edward Hungerford II und dessen Erben, Sir Edward Hungerford III vorgenommen. Sie modernisierten die Prunkräume, die Anbringung von Glasmalereien mit heraldischen Motiven an den Fenstern und die Neugestaltung der Kapelle.

Sir Edward Hungerford III. hatte in eine prominente Londoner Puritanerfamilie eingeheiratet und wurde während des ersten Bürgerkriegs von 1642 bis 46 Kommandeur der Parlamentsstreitkräfte in Wiltshire. Er erwies sich jedoch als ziemlich inkompetent. Er überließ verschiedene Städte den vorrückenden royalistischen Armeen, konnte aber aber 1643 erfolgreich Old Wardour Castle einnehmen.

Farleigh Hungerford wurde von Sir Edwards royalistischem Halbbruder eingenommen und mit einer Garnison versehen. Nach einigen Scharmützeln – den einzigen bekannten militärischen Handlungen in der Geschichte der Burg – konnte Sir Edward sie 1645 zurückerobern. 1648 starb er hier – ein prächtiges Denkmal in der Kapelle erinnert an ihn.

Edward der Verschwender

1686 wurde das Haus von Sir Edward Hungerford IV „dem Verschwender“ an die Familie Baynton verkauft, er hatte legendäre Schulden und konnte sie nicht begleichen. Die Bayntons bewohnten es bis etwa 1702.

Danach hatte es wechselnde Besitzer. Eine Familie namens Houlton benutzte die Materialien der Burg, um ihr eigenes Haus in Trowbridge zu bauen. Der größte Teil der Steine wurde verwendet, um Farleigh House zu bauen, im Park außerhalb der Burg.

Was von der ursprünglichen Burg übrig blieb, verfiel schnell. Nur die Kapelle blieb übrig, und erst im späten 18. Jahrhundert wurde sie vor weiterem Verfall bewahrt. Im Jahr 1915 übernahm das Bauministerium die Aufsicht über die Burg und begann Anfang der 1920er Jahre, die bröckelnden Mauern von Laub zu befreien und das Mauerwerk neu zu verfugen.

Im Jahr 1984 ging die Verantwortung für das Schloss auf English Heritage über. Die Restaurierungsarbeiten und Studien werden bis heute fortgesetzt. Vom Haupthaus steht heute nur noch wenig, außer den Türmen. Aber das Gatehaus und die Ringmauer um den äußeren Hof sind weitestgehend intakt.

Die Kapelle

Es gibt viele verborgene Schätze – die Kapelle mit seltenen mittelalterlichen Wandmalereien und Familiengräbern, umfangreiche Ausstellungen im Haus des Priesters, und die Krypta mit der besten Sammlung von menschenförmigen Bleisärgen in Großbritannien können besichtigt werden.

Tipp der Redaktion: Wenn Sie mehrere Burgen in Großbritannien besichtigen wollen, lohnt sich der Erwerb eines English Heritage Overseas Visitor Pass.

Wir danken English Heritage für die Unterstützung. Die Bildrechte liegen bei burgen.de.

Eintrittspreise
Erwachsene: £6,00
Kinder (5 bis 17 Jahre): £3,60
Familien(2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder): £15,60

Mit dem English Heritage Overseas Visitor Pass kostenlos.
(Stand 2022)
Öffnungszeiten
30.März bis 31.Oktober 2022:
täglich von 10:00h bis 17:00h

01.November bis 18.Dezember 2022
Sonnabend und Sonntag 10:00h bis 16:00h

07.Januar bis 26.März 2023
Sonnabend und Sonntag 10:00h bis 16:00h

Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Schließung.

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Reisetipps

Englands Südwesten ist ein wunderschönes Fleckchen Erde und bietet alles, was wir von England erwarten.

Das milde Klima ist perfekt für die vielen traumhaften Gärten, die Küste bietet Strände zum Entspannen und Steilklippen mit Höhlen für Entdeckungen und atemberaubende Aussichten.

Das beliebte Rundreiseziel umschließt die alten Grafschaften Somerset, Dorset, Devon und Cornwall.

Reisezeit

Bedingt durch den Golfstrom ist das Klima in Südwestengland besonders mild. Selbst im Winter fallen die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt.

Im Sommer wird es kaum richtig heiß, Temperaturen um durchschnittlich 20 Grad sind die Regel. Insgesamt ist das Klima relativ feucht, oft wechselhaft und unbeständig.

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September - in der englischen Ferienzeit von Mitte Juli bis Ende August ist aber auch die touristische Hochsaison. Gerade die Regionen am Meer und die Nationalparks können jetzt ziemlich voll sein. Wer die vielen Gärten oder Parks besichtigen möchte, sollte sich auf die Haupt-Blütezeit im späten Frühjahr konzentrieren.

Im Winter - meist von Oktober bis Ostern - sind viele Burgen und Schlösser geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet.

Tickets

Viele der Burgen, Schlösser & Gärten sind der Hochsaison beliebte Sehenswürdigkeiten. Bestellen Sie die Karten im Vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Außerhalb der Saison empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher auf der jeweiligen Website zu prüfen. So erspart man sich allerlei böse Überraschungen.

Richtig sparen kann man mit sogenannten Touringpässen. Die Pässe erscheinen erstmal hochpreisig, rechnen sich aber ziemlich schnell, wenn man mehrere Objekte besucht.

  • Der National Trust Touring Pass ist momentan nur über die NT- Website verfügbar. Auch wenn von dort ein Link zum Shop von Visit Britain als Alternative angegeben wird, im Moment ist der Pass dort nicht zu finden. In Südwest England sind einige der 500 Objekte des Trust zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der English Heritage Overseas Visitor Pass (über getyouguide.com - unserem Partner für tolle Tour-Empfehlungen & Eintrittskarten ohne Wartezeiten) erlaubt den freien Eintritt zu über 100 Denkmälern und archäologischen Stätten. Darunter sind Highlights wie Dover Castle in Kent, Stonehenge in Wiltshire und Tintagel Castle in Cornwall. Eine Karte aller Objekte zur Reiseplanung finden Sie hier.

Anreise mit Fähre

Auf unserer Tour habe wir ganz klassisch die Fähre von Calais nach Dover genommen. Natürlich werden aber auch andere Strecken angeboten. DFDS bringt einen bequem nach Großbritannien. Die Fähren starten von vier unterschiedlichen Häfen in Nordeuropa, von Calais und Dünkirchen geht es nach Südengland.

Reiseführer & Straßenkarten

  • Wer England mit dem Auto oder Wohnmobil erfahren möchte, sollte sich zur Vorbereitung einen guten Straßen Atlas zulegen - uns hat es immer Spaß gemacht ganz "oldfashioned" mit dem Finger auf der Landkarte zu reisen. Wir arbeiten seit Jahren mit den Karten von Collins.
  • Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Dumont Cornwall & Südwestengland und Baedeker (Südengland), als Hosentaschen-Reiseführer haben wir gerne Marco Polo (England, Südengland) dabei.

Lesen

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir den Roman: Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger. Überhaupt nicht historisch, aber ein toller Einstieg in den besonderen Charme der Bewohner von Cornwall.
  • Die Krimireihe um Honey Driver von Jean G. Goodhind spielt in der Stadt Bath und ist ein klassischer "Whodunit" / Wohlfühlkrimi im Stil von Miss Marple.
  • Der Roman: Das Herrenhaus im Moor von Felicity Whitmore führt uns ins Exmoor - ein wenig Krimi, ein wenig Historisches und ein wenig Mystery.
  • Rebecca Gablé's "Von Ratlosen und Löwenherzen" bleibt mein Lieblingsbuch für den Einstieg in die englische Geschichte.

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Führungen und Aktivitäten in England
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