Bowood House

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Bowood-House_Gartenfassade©Anna-Stowe_800
Bowood-House Gartenfassade © Anna Stowe
Bowood-House_Staudengarten©Anna-Stowe_800
Bowood-House Staudenpracht © Anna Stowe
Bowood-House_Piratenschiff©Bowood_800
Bowood-House Piratenschiff © Bowood
Karte
Wissenswertes über Bowood House

Lesezeit: 6 min

Weniger als 20 Meilen vom Stadtzentrum Baths entfernt liegt die Residenz des Marquis und der Marchioness of Lansdowne, das Landgut und Herrenhaus Bowood House mit wunderschönen, von Capability Brown im 18. Jahrhundert angelegten Gärten, Grotten und einen glitzernden See sowie einen Abenteuerspielplatz mit einem lebensgroßen Piratenschiff für Kinder und einen Bauernhof auf dem Gelände. Außerdem gibt es ein Hotel, ein Spa und einen 18-Loch-Meisterschaftsgolfplatz.


Als eines der „Great Houses“ in Wiltshire liegt es inmitten wunderschön angelegter Parklandschaft und ist schon seit 1754 Sitz der Familie Lansdowne. Um das georgianische Haus herum befinden sich der italienisch inspirierte Terrassengarten, die ummauerten Gärten und die Staudenrabatten, die zu jeder Jahreszeit farbige Ansichten bieten.


Normannische Wurzeln

Die Familie der Fitzmaurices ist normannischen Ursprungs und ließ sich im 12.Jahrhundert in Irland nieder. Die Heirat von Thomas Fitzmaurice mit Anne Petty, der einzigen Tochter des Wissenschaftlers und Philosophen Sir William Petty im Jahr 1692 sollte die Vermögensverhältnisse der

Familie entscheidend zum Guten verändern. Im Jahr 1751 änderte ihr Sohn John Fitzmaurice seinen Namen rechtmäßig in Petty. Er wurde 1753 zum 1. Earl of Shelburne ernannt.

Die Ursprünge des Hauses

Bowood war seit dem Mittelalter Teil des königlichen Waldes von Chippenham. Das ursprüngliche „Große Haus „wurde ab 1725 an der Stelle eines Jagdschlosses gebaut von Sir Orlando Bridgeman erbaut. Bowood House war aus verputztem Stein gebaut und hatte zwei Stockwerke mit einer schlichten Hauptfassade an der Südseite. Der Ost- und der Westflügel ragten nach Süden vor. Im Jahr 1754 wurde das Anwesen von John Petty, 1. Earl of Shelburne gekauft.

Zu diesem Zeitpunkt wirkte es bereits altmodisch, und einige Innenausstattungen wie die große Treppe waren unvollständig. Lord Shelburne beauftragte den Architekten Henry Keene. Bis 1755 wurde der zweite Flügel nach Norden verlängert und die Fassaden im Barockstil umgestaltet. Nordwestlich des Hauses wurde der Dienstbotenbereich abgerissen und ein neues Gebäude aus Naturstein im palladianischen Stil errichtet.

Umbauten nach Entwürfen von Robert Adams und „Capability“ Brown

Kaum war das Anwesen 1761 in den Besitz des 2. Earl übergegangen, wurden Robert Adam und sein Bruder John hinzugezogen, um Keenes Entwurf zu aktualisieren. Der Portikus wurde umgebaut und eine Veranda an der Westfassade errichtet. Zwischen den Flügeln an der Nordfront wurden bis 1763 ein Salon und der so genannte Würfelraum gebaut, wahrscheinlich nach Entwürfen von Adam. Im Inneren des Hauses veränderte Adam die Eingangshalle und die nordöstlichen Räume des Erdgeschosses, indem er die Decken anhob.

Zwischen 1768 und 1770 entstand der Diokletianflügel, so genannt da Adam sich bei der Gestaltung der Südfront von Elementen des Diokletianspalastes in Split inspirieren ließ. Das Haupthaus wurde später „Big House“ genannt, der Ostflügel „Little House“.

Lancelot „Capability“ Brown wurde hinzugezogen, um der Parklandschaft um das Haus seinen unnachahmlichen Stil zu verleihen.

Premierminister und Sammler

William Petty, 2. Earl of Shelburne ist vielleicht das bekannteste Mitglied der Familie: Er war von 1782 bis 1783 Premierminister und wurde 1784 zum 1. Marquess of Lansdowne ernannt. Er hatte am Ende des Unabhängigkeitskrieges den Frieden mit Amerika ausgehandelt. Der Vater von drei Kindern war zweimal verheiratet und ein leidenschaftlicher Sammler von Altertümern und Kunstwerken.

Seine Sammlung wurde vom 2. Marquis, John Henry Petty verkauft, um die entstandenen Schulden zu bezahlen. Er überlebte seinen Vater nur um vier Jahre. Sein Halbbruder Henry war Politiker, Philanthrop und Kunstmäzen und erbte 1809 den Titel. Geboren als Henry Petty, änderte er 1818 nach dem Tod eines Cousins ohne Nachkommen den Familiennamen in Petty-Fitzmaurice. In seiner über fünfzigjährigen politischen Laufbahn war er Schatzkanzler, Innenminister und dreimal Lord President of the Council. Er sorgte für zahlreiche Verbesserungen in Bowood und baute wie sein Vater eine hervorragende Kunst- und Antiquitätensammlung auf.

„Marquis“ nicht „Marquess“

Henry Thomas Petty-Fitzmaurice, 4. Marquess von Lansdownewar war der zweite Sohn seines Vorgängers und übernahm den Titel nach dem Tod seines älteren Bruders im Jahr 1836. Von 1856 bis 1858 diente er als Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten. Außerdem war er Vorsitzender der Great Western Railway.
Seine Frau war Emily de Flahaut, Enkelin des Prinzen Talleyrand und Tochter des Comte de Flahaut, einem Adjutant von Napoleon Bonaparte. Interessanterweise verwenden die Lansdownes den französischen Titel „Marquis“ anstelle des englischen „Marquess“. Ihre französische Abstammung erklärt auch die napoleonische Sammlung, die im Haus für die Öffentlichkeit zugänglich ist und zu der die Totenmaske Napoleons, ein Taschentuch und eine Haarlocke gehören.

Henry Charles Keith Petty-Fitzmaurice, der 5. Marquess war ein Politiker und Staatsmann. Er verbrachte über 50 Jahre in der Politik im In- und Ausland. Er diente als Generalgouverneur von Kanada, Vizekönig von Indien, Kriegsminister, Außenminister und Vorsitzender des Oberhauses.

Verluste in den Weltkriegen

Doch auch ihre privilegierte Stellung ersparte der Familie Lansdowne nicht einige Tragödien. Der 6. Marquis hatte fünf Kinder, davon drei Jungen. Sein erster Sohn starb früh, und auch der zweite Sohn und Titelträger Charles- gefallen im Alter von siebenundzwanzig Jahren bei Kämpfen in Italien, als auch der dritte Sohn, Edward, starben wenige Tage nacheinander im 2.Weltkrieg. Der Titel ging auf ihren Cousin George über, dessen Vater im Ersten Weltkrieg ein ebenso tragisches Ende genommen hatte. George schlug eine politische Laufbahn ein und wurde Staatsminister für Kolonialangelegenheiten und für die Beziehungen zum Commonwealth.

Das Ende des „Grossen Hauses“

Im Jahr 1955 traf er die schwierige Entscheidung, das „Große Haus“ in Bowood abzureißen, um den Besitz zu retten. Einige der ausgestellten Einrichtungsgegenstände und Kunstwerke stammen aus dem ursprünglichen Haupthaus. So ist Bowood in der Tat ein Überlebender der britischen Nachkriegszeit. Bis 1955 hatten die hohen Erbschaftssteuern, Steuern und Restaurierungskosten dazu geführt, dass alle fünf Tage mindestens ein Herrenhaus abgerissen wurde, insgesamt 250 architektonisch bedeutsame Landhäuser.

Das Innere und das Äußere des Hauses wurden versteigert und 1956 wurde als letztes Überbleibsel des Großen Hauses der südliche Portikus abgerissen und das Gelände eingeebnet. Die Familie wohnt in einem Teil des so genannten „Kleinen Haus“.

In den ehemaligen Stallungen und der Orangerie dem 18. Jahrhundert befindet sich der Teil des „Kleinen Hauses“, der für Besucher zugänglich ist. In der Bibliothek finden man einen Robert-Adam-Kamin, der aus dem Salon des „Großen Hauses“ gerettet wurde.

Sauerstoff und Photosynthese

Neben der Bibliothek befindet sich ein unscheinbarer Raum mit historischer Bedeutung ist. In dem kleinen Labor isolierte der Wissenschaftler Joseph Priestley, der Lehrer der Söhne des ersten Marquis, im Jahr 1774 erstmals Sauerstoff. Wenige Jahre später, im Jahr 1779, wurde Dr. Jan Ingenhousz vom 1.Marquis eingeladen, Priestleys Labor zu benutzen. Hier entdeckte Ingenhousz die Photosynthese.

Der beeindruckendste Raum des Hauses ist die Orangerie, die von Robert Adam entworfen wurde. Ursprünglich als Wintergarten gedacht, dient sie heute vor allem als Kunstgalerie, eine Funktion, die sie dank der großen Glasflächen hervorragend erfüllt. Von der Orangerie aus gelangt man in die kleine, aber reich verzierte Familienkapelle. In der Skulpturengalerie hängen flämische Wandteppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert war hier eine Menagerie.

Der heutige 9. Marquis von Lansdowne Charles Maurice Petty-Fitzmaurice wurde im Jahr 2001 wurde er zum Leutnant des Königlichen Viktorianischen Ordens ernannt, nachdem er als Mitglied des Prince’s Council des Herzogtums Cornwall in den Ruhestand getreten war.

Wir danken den Verantwortlichen von Bowood House für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.

Eintrittspreise
Erwachsene: £15.20
Senioren (60+): £12.80
Junge Erwachsene (13-16): £12.80
Jugendlicher (7-12): £11.50
Kind (2-6): £9.40

Familie ( 2 Erwachsene + 1 Kind unter 12 Jahren): £37.00
Familie ( 2 Erwachsene + 2 Kinder unter 12 Jahren): £45.00
Familie ( 2 Erwachsene + 3 Kinder unter 12 Jahren): £53.50
(Stand 2022)



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Öffnungszeiten
Bowood House & Gardens ist täglich bis 01.April bis 1. November 2022 geöffnet.

Von 11:00h bis 18:00h
Letzter Einlass ist um 17:00h
(Stand 2022)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Englands Südwesten ist ein wunderschönes Fleckchen Erde und bietet alles, was wir von England erwarten.

Das milde Klima ist perfekt für die vielen traumhaften Gärten, die Küste bietet Strände zum Entspannen und Steilklippen mit Höhlen für Entdeckungen und atemberaubende Aussichten.

Das beliebte Rundreiseziel umschließt die alten Grafschaften Somerset, Dorset, Devon und Cornwall.

Reisezeit

Bedingt durch den Golfstrom ist das Klima in Südwestengland besonders mild. Selbst im Winter fallen die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt.

Im Sommer wird es kaum richtig heiß, Temperaturen um durchschnittlich 20 Grad sind die Regel. Insgesamt ist das Klima relativ feucht, oft wechselhaft und unbeständig.

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September - in der englischen Ferienzeit von Mitte Juli bis Ende August ist aber auch die touristische Hochsaison. Gerade die Regionen am Meer und die Nationalparks können jetzt ziemlich voll sein. Wer die vielen Gärten oder Parks besichtigen möchte, sollte sich auf die Haupt-Blütezeit im späten Frühjahr konzentrieren.

Im Winter - meist von Oktober bis Ostern - sind viele Burgen und Schlösser geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet.

Tickets

Viele der Burgen, Schlösser & Gärten sind der Hochsaison beliebte Sehenswürdigkeiten. Bestellen Sie die Karten im Vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.

Außerhalb der Saison empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten vorher auf der jeweiligen Website zu prüfen. So erspart man sich allerlei böse Überraschungen.

Richtig sparen kann man mit sogenannten Touringpässen. Die Pässe erscheinen erstmal hochpreisig, rechnen sich aber ziemlich schnell, wenn man mehrere Objekte besucht.

  • Der National Trust Touring Pass ist momentan nur über die NT- Website verfügbar. Auch wenn von dort ein Link zum Shop von Visit Britain als Alternative angegeben wird, im Moment ist der Pass dort nicht zu finden. In Südwest England sind einige der 500 Objekte des Trust zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der English Heritage Overseas Visitor Pass (über getyouguide.com - unserem Partner für tolle Tour-Empfehlungen & Eintrittskarten ohne Wartezeiten) erlaubt den freien Eintritt zu über 100 Denkmälern und archäologischen Stätten. Darunter sind Highlights wie Dover Castle in Kent, Stonehenge in Wiltshire und Tintagel Castle in Cornwall. Eine Karte aller Objekte zur Reiseplanung finden Sie hier.

Anreise mit Fähre

Auf unserer Tour habe wir ganz klassisch die Fähre von Calais nach Dover genommen. Natürlich werden aber auch andere Strecken angeboten. DFDS bringt einen bequem nach Großbritannien. Die Fähren starten von vier unterschiedlichen Häfen in Nordeuropa, von Calais und Dünkirchen geht es nach Südengland.

Reiseführer & Straßenkarten

  • Wer England mit dem Auto oder Wohnmobil erfahren möchte, sollte sich zur Vorbereitung einen guten Straßen Atlas zulegen - uns hat es immer Spaß gemacht ganz "oldfashioned" mit dem Finger auf der Landkarte zu reisen. Wir arbeiten seit Jahren mit den Karten von Collins.
  • Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Dumont Cornwall & Südwestengland und Baedeker (Südengland), als Hosentaschen-Reiseführer haben wir gerne Marco Polo (England, Südengland) dabei.

Lesen

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir den Roman: Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger. Überhaupt nicht historisch, aber ein toller Einstieg in den besonderen Charme der Bewohner von Cornwall.
  • Die Krimireihe um Honey Driver von Jean G. Goodhind spielt in der Stadt Bath und ist ein klassischer "Whodunit" / Wohlfühlkrimi im Stil von Miss Marple.
  • Der Roman: Das Herrenhaus im Moor von Felicity Whitmore führt uns ins Exmoor - ein wenig Krimi, ein wenig Historisches und ein wenig Mystery.
  • Rebecca Gablé's "Von Ratlosen und Löwenherzen" bleibt mein Lieblingsbuch für den Einstieg in die englische Geschichte.

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