Canterbury Castle

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Canterbury Castle
CT1 2PR Canterbury

GB - England

Canterbury Castle liegt in der Altstadt der Universitätsstadt Canterbury, nicht weit von der berühmten Kathedrale entfernt. Die Stadt mit heute 55.000 Einwohnern ist das Zentrum der Anglikanischen Kirche Englands und in ihrem bekanntesten Denkmal fand einer der schockierendsten Morde des Mittelalters statt. Erzbischof Thomas Beckett wurde hier von 4 Rittern des englischen Königs Henry II erschlagen. Becketts Heiligsprechung im Jahr 1173 machte Canterbury zu einem der wichtigsten Pilgerziele Englands und brachte damit großen Reichtum in die Stadt. 1538 ließ Henry VIII den Schrein und (vielleicht auch) den Leichnam zerstören. Literarisch wurde den Pilgern von Geoffrey Chaucer mit seinen Canterbury Tales aus dem Jahr 1387 ein Denkmal gesetzt.

Doch die Burg ist viel älter. Im Oktober des Jahres 1066, nur kurze Zeit nach der Schlacht von Hastings war Canterbury die erste Stadt, die sich dem siegreichen William dem Eroberer kampflos ergab. Um seine Position zu sichern, ließ er in Rochester, Dover und Canterbury Burgen bauen. Ein Hamo, Sohn des Vitalis war der erste erwähnte Burgverwalter. Diese ersten Burgen waren kaum mehr als einfache, hölzerne Motten mit Ringmauern.

Wahrscheinlich knapp 10 Jahre nach der Eroberung begann man die alte Burg durch eine Steinkonstruktion zu ersetzen. Im Domesday Book aus dem Jahr 1086 wurde der Abriss von 25 Häusern innerhalb und außerhalb der alten römischen Stadtmauern berichtet um eine neue Burg mit Graben errichten zu können. Eine der frühesten Erwähnungen der Anlage beschreibt, wie wahrscheinlich im Jahr 1089 angelsächsische Mönche des St. Augustin Klostern sich weigerten nach dem Tod ihres alten Abtes einen neuen normannischen Abt zu wählen. Sie wurden im Castle ohne Nahrung festgesetzt und waren am Abend so hungrig, dass sie dem normannischen Abt zustimmten.

Die Errichtung eines Bergfrieds aus Stein wurde unter der Regentschaft von William Rufus, einem Sohn des Eroberers um die Jahre 1090 begonnen und wahrscheinlich im Jahr 1120 nach dessen Tod im New Forrest durch seinen jüngeren Bruder Henry I. vollendet. Das Gebäude hatte 3 Stockwerke mit einer Gesamthöhe von 24 Metern und einer Grundfläche von 30x 26 Metern. Die Mauern waren bis zu 4 Meter dick. Der Eingang befand sich auf der nord-westlichen Seite in der ersten Etage. Hier befand sich die Grosse Halle, die Hauptkammer, zwei weitere Räume und eine Küche. In dem heute nicht mehr existenten Stockwerk darüber befanden sich wohl die Privaträume, im Erdgeschoss die Lagerräume - später wurden hier die Gefangenen inhaftiert. Die umgebende Ringmauer hatte zwei Tore mit hölzernen Zugbrücken.

Schon im späten 12. Jahrhundert unter Henry II ließ die Bedeutung als königlische Burg nach, Dover Castle wurde in dieser Zeit ausgebaut und neu befestigt. Seit dieser Zeit diente Canterbury Castle vor allem als Gefängnis der Grafschaft Kent. 1216 wurde die Burg vom französischen Dauphin Louis, dem späteren Louis VIII ohne Kampf eingenommen, doch schon 1217 musste dieser nach Frankreich zurückkehren und seinen Traum von der Eroberung Englands aufgeben.

Im 13. Jahrhundert wurden ein neuer Zugang mit Torhaus gebaut um einen ebenerdigen Zugang zum Gefängnis zu bekommen.

Bis in das Jahr 1548 konnten die Einwohner der Stadt den Hof der Burg auf ihrem Weg durch das Stadttor in Richtung Wincheap durchqueren, dann wurde der Zugang untersagt und eine Umgehungsstrasse zum neu errichteten Wincheaptor wurde gebaut. Durch dieses Tor gelangte man auch zum vor der Stadt liegenden Galgenhügel.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts verfiel die Burg. 1770 wurde sie teilweise abgetragen und der Graben aufgefüllt. 22 Jahre später wurden Teile der Mauer abgerissen, um den Strassenverlauf der Castle Street zu begradigen. Zu Beginn des 19. Jahrhundert kaufte die Canterbury Gas Light and Coal Company die Anlage, zerstörte alle Innenmauern des Bergfrieds und nutze diesen als Kohle- und Kokslager. 1928 kaufte die Stadt Canterbury die Burg und versucht sie seitdem zu erhalten.
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