Castelo de Óbidos

Anzeige
Castelo-de-Obidos_Die-Burg-und-ihre-Mauern_c-Castelo-de-Obidos
Castelo de Óbidos und seine gewaltigen Mauern Photo: © Castelo de Óbidos
Das-mittelalterliche-Castelo-de-Obidos
Das mittelalterliche Castelo de Óbidos Photo: © Castelo de Óbidos
Castelo-de-Obidos_Burg-mit-Bannern-geschmueckt_c-Castelo-de-Obidos
Castelo de Óbidos mit Bannern geschmückt Photo: © Castelo de Óbidos
Castelo-de-Obidos_Wandern-auf-der-Stadtmauer_c-Castelo-de-Obidos
Wandern auf der Stadtmauer von Óbidos Photo: © Castelo de Óbidos
Karte
Wissenswertes über Castelo de Óbidos

Lesezeit: 5 min

Das Castelo de Óbidos ist eine gut erhaltene mittelalterliche Burg und das Symbol der Stadt Óbidos. Sie gehört zu den Sieben Wunder Portugals - einer Gruppe von den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten Portugals die von der portugiesischen Öffentlichkeit bestimmt wurde, wie auch das Castelo de Guimarães oder der Torre de Belém in Lissabon.

Eine Burg über einer charmanten Stadt
Die charmante Stadt von Óbidos bietet neben der Burg viel Atmosphäre mit ihren im traditionellen Stil bemalten Häusern und den Straßen mit Kopfsteinpflaster. Im Laufe des Jahres locken zahlreiche Veranstaltungen, wie den Mittelaltermarkt und das Schokoladenfest zahllose Besucher an.

Wahrscheinlich ist die Befestigung römischen Ursprungs, doch die Region wurde schon früher, in prähistorische Zeit besiedelt. Als Seehafen zog Óbidos die Aufmerksamkeit der verschiedenen Völker auf sich, deren Herrschaft nacheinander im Westen der Halbinsel ausgeübt wurde. Während dieser Kämpfe wurde sie von den Römern und sicherlich auch von den muslimischen Invasoren in gewisser Weise befestigt. Neben ihrer militärischen Funktion war sie auch der Königspalast.

Die erste Erwähnung der Burg
Im Rahmen der christlichen Rückeroberung der Halbinsel stießen die Truppen von König Afonso Henriques nach den Eroberungen von Santarém und Lissabon im Jahr 1147 auf starken Widerstand, als sie die Stadt und ihre Burg erobern wollten. Am 10. Januar 1148 konnten sie sie endlich durch eine List einnehmen.  Die Burg wird seit 1153 urkundlich erwähnt.

Nach der Eroberung wurde die Burg mehrmals repariert und vergrößert. Die Stadt und ihre Burg blieben dem König Sancho II. während der Krise seiner Auseinandersetzung mit der Kirche und Absetzung treu und widerstanden 1246 siegreich den Angriffen der Truppen seines jüngeren Bruders, des Grafen von Bologna, des späteren Königs Afonso III.  Dieser Widerstand brachte der Stadt den Beinamen "sehr edel und immer treu" ein, der auch heute noch auf ihrem Wappen erscheint.

Eine Burg als Hochzeitsgeschenk
Nachdem sein Sohn König Dinis die Stadt als Hochzeitsgeschenk an seine Ehefrau Elisabeth von Aragón, der in Portugal bis auf den heutigen Tag populären Heiligen Elisabeth gestiftet hatte, wurde die Stadt bis 1834 Teil der Mitgift aller Königinnen von Portugal. Dieser Monarch errichtete um 1325 den Bergfried.

Während der Regierungszeit von König João II. am Ende des 15. Jahrhunderts wählte Königin Leonor das Dorf und das Schloss als Wohnsitz, nachdem ihr einziger Sohn, Prinz D. Afonso, durch einen Unfall ums Leben gekommen war. Sie wählte auch das Thermalwasser der Region, um eine Krankheit zu behandeln, die den Monarchen befallen katte. Er zeigte Symptome der Wassersucht, eine damals nahezu unheilbare Krankheit.

Die Familie Noronha
Die mit zylindrischen Türmchen bewehrte innere Burgmauer bildet ein Quadrat mit einer Seitenlänge von etwa 30 Metern und umgibt einen Hof, auf dem der Paço do Alcaide steht. Er wurde unter der Herrschaft des nachfolgenden König Manuel I. vom damaligen Alkaden (Königlicher Richter & Bürgermeister der Stadt ) João de Noronha, Graf von Dijon im manuelinischem Stil errichtet. Der Kamin im Hauptraum und das Portal mit dem Wappen der Familie Noronha stammen aus dieser Zeit.  Das prächtige Grabmal des Grafen in der Igreja de Santa Maria ist eine Meisterleistung der Grabmalkunst der Renaissance.

Erdbeben und Krieg
Das Castelo de Óbidos erlitt große Schäden durch das Erdbeben von 1755, welches auch einen großen Teil der Stadt Lissabon zerstörte. Aus Geldmangel wurde es nicht wieder aufgebaut. Im Rahmen des Napoleonischen Krieges gab die Festung von Óbidos die ersten Artillerieschüsse in der Schlacht von Roliça im Jahr 1808 ab, der ersten Niederlage der Truppen Napoleons. Später wurde der Turm zum Uhrenturm umgebaut und eine Außentreppe wurde gebaut, um den Turm von D. Fernando zu erreichen.

Eine Ruine wird wieder belebt
Im 20. Jahrhundert wurde das Castelo de Óbidos komplett in Ruinen vorgefunden. Ab 1932 wurde die Burg den ersten Konsolidierungs-, Umbau- und Restaurierungsarbeiten unterzogen. Sie wurde restauriert, um die Staatsgäste unterzubringen - die erste portugiesische Staatsgastunterkunft in einem historischen Gebäude.

Die Burg steht auf einer Höhe von 79 Metern über dem Meeresspiegel, mit einem unregelmäßigen rechteckigen Grundriss, der Elemente der Romanik, Gotik, Manuelinik (einer portugiesischen Variante der Spätgotik) und des Barocks mischt, verteilt auf zwei Hauptbereiche: das Castelejo (die heutige Pousada do Castelo oder Pousada de Óbidos) und die Mauern.

Die mit quadratischen und zylindrischen Türmen verstärkten Mauern erreichen eine Länge von 1.565 m und umgaben die alte Stadt. An einigen Stellen sind die Wälle 13 Meter hoch. Der östliche Teil des Walls bildet den Kern des breiteren Walls, der die Burg und die Stadt umgibt. Er erstreckt sich von beiden Seiten nach Süden über 500 Meter und endet am Torre do Facho. Der Zugang erfolgt durch vier Tore, von denen das bemerkenswerteste die Porta da Vila oder Porta de Nossa Senhora da Piedade ist. Im Inneren befindet sich eine Kapelle mit einem Balkon, der mit Fliesen aus dem 18. Jahrhundert geschmückt ist.

Heutzutage bietet die beeindruckende Fernsicht von den Türmen und Mauern der Burg den Besuchern unvergessliche Aussichten!

Unser Hotel Tipp:
Pousada Castelo de Obidos
Wohnen Sie inmitten des Castelo de Óbidos, in einer gelungenen Mischung aus mittelalterlichen Elementen aus dem 14. Jahrhundert und moderner Ausstattung. Alle Zimmer sind klimatisiert, einige verfügen über ein Himmelbett und Kronleuchter. Im Restaurant genießt man portugiesische Küche mit regionalen Zutaten.

Wir danken den Verantwortlichen des Serviço de Turismo e Património Cultural in Óbidos für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Es handelt sich um einen Hotelbetrieb.
Öffnungszeiten
Das Innere des Schlosses kann nicht besichtigt werden, da es derzeit ein Hotel ist. Es wurde in den 1950er Jahren eröffnet und war die erste portugiesische Pousada (staatliche Pension) in einem historischen Gebäude.

Aber man kann kostenlos auf den Burgmauern spazieren gehen.?
Das Gehen auf den Mauern erfordert Aufmerksamkeit, denn es ist etwas gefährlich. Die Mauern sind etwa 1,5 km lang und man braucht etwa zwei Stunden, um sie zu begehen.
(stand 2021)
Hotels in der Nähe
Schöne Vorschläge finden Sie hier bei unserem Partner booking.com.
Touren-Tipps
Anzeige