Cité royale de Loches

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Chateau-de-Loches_5768_Stadtmauer
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Chateau-de-Loches_5832_Zitadelle-Ausblick
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Cité royale de Loches
37600 Loches

Frankreich

Der Schlossberg über dem Fluss Indre umfasst mit seiner 2 Kilometer langen Mauer nicht nur das Könisschloss  aus dem 14. Jahrhundert, sondern auch die Stiftskirche Saint-Ours  aus dem 12. Jahrhundert und am anderen Ende den Donjonkomplex aus dem 11. Jahrhundert.


Schon aus neolithischer Zeit gibt es Besiedelungsfunde und aus gallorömischer Zeit findet sich ein Säulenstumpf, der unter dem Portal der Stiftskirche ausgestellt ist. Die erste schriftliche Erwähnung einer Burg stammt vom Ende des 4. Jahrhunderts, als Grégoire von Tours schreibt, der Heilige Ursus hätte sich nahe einer kleinen Burg niedergelassen. Im Jahr 742 wird diese zerstört und erst im 9. Jahrhundert von Karl dem Kahlen wieder aufgebaut. In der Folge wird Loches zu einer der bedeutendsten Städte der Touraine.

Die Errichtung des steinernen Donjons statt eines Holzturmes am Anfang des 11. Jahrhundert wird Foulques Nerra, dem Grafen von Anjou zugeschrieben. Der 36 Meter hohe Turm über einem quadratischen Grundriss mit seinen bis zu 3,50m dicken Mauern ist ein stattlicher Trumpf des Grafen in seinem Kampf mit dem Haus Blois.  Als die Grafen das englische Königshaus der Plantagenets gründen, kam es zu Kämpfen zwischen diesen und dem französischen Königshaus. Im Jahr 1193 überläßt der englische Königssohn John Ohneland  die Festung dem französischen König. Doch schon im folgenden Jahr erobert sein Bruder Richard Löwenherz sie für England zurück. Ab dem Jahr 1205 ist sie wieder französisch und gehört nun zur Krondomäne.

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts diente Loches als Festung, dann bis 1926 als Gefängnis. Heutige Eigentümerin der Festung ist die Stadt Loches.

Donjon

Von den ehemals 5 Stockwerken des Donjons sind keine Zwischendecken erhalten, auch das Dach fehlt, doch kann man noch heute die drei übereinanderliegenden Kamine erkennen. Das Erdgeschoss diente als Lager, die Prunkräume lagen darüber. Der Eingang  liegt in 3 Metern Höhe, in einem vorgelagerter Turm führten 49 Stufen zur Tür.  Heute kann man  über eine schmale Treppe auf eine Aussichtsplattform steigen.

Der Turm Louis XI aus dem 15. Jahrhundert liegt westlich des Bergfrieds. Er ist 25 Meter hoch und hatte drei bewohnbare Stockwerke mit Kaminen und Latrinen. Im den Verliesen im Keller wird heute der Nachbau eines Käfigs ausgestellt. Er wurde aus Holz und Eisen gebaut  mit einer Höhe von 1,5 m und einer Länge von 1,75 m und konnte dann unter der Decke aufgehängt werden.  Ob man hierin  wirklich Gefangene schmachten ließ, oder sie nur deren Transport dienten, ist umstritten. Auch die Gefangenschaft des Kardinals Balue nach seinem Verrat an Louis XI in diesem Kellerverlies ist nicht gesichert. Ein so hochgestellter Gefangener wurde wahrscheinlich in einem der oberen Etagen beherbergt. Auf der nördlich vorgelagerten Terasse wurden Artelleriegeschütze aufgestellt.

Im 15. Jahrhundert wurde der 27m hohe Martelet Turm von Charles VII errichtet. Er hatte 4 Gefängnisetagen, sein prominentester Insasse war der mailändische Herzog Ludovico Maria Sforza, genannt il Moro. Er starb hier im Jahr 1508, nachedem er 8 Jahre in seiner Zelle ausharren musste. Er genoss aber einige Annehmlichkeiten, seine Zelle war geheizt und möbliert, besaß eine eigene Latrine und er durfte Besuch empfangen. Noch heute kann man seine Zeichnungen an der Wand erkennen.

In der sogannnten Bischofzelle wurden die Bischöfe von Puy und Auton im Jahr 1523 nach einer Verschwörung gegen den König Francois I für 6 Monate eingekerkert. Vielleicht schufen sie das als Altar dienende Kreuz gegenüber dem Fenster.

Logis Royal

Im 14. Jahrhundert läßt Chrles V einen Wachturm bauen, ausserdem entsteht der Mittelteil des königlichen Palastes.  Charles VIII und Louis XII fügen einen weiteren Teil im Stil der Renaissance an. Die oberhalb der Dachfenster sitzenden Statuen von Jagdhunden deuten auf die Funktion als Jagdschloss.

Während der Religionskriege wird das Schloss vernachlässigt, danach dient es als Gefängnis. Im Kaiserreich wird es renoviert, es dient nun der Verwaltung. Seit 1948 steht es Besuchern offen.

Heute betritt man das Schloss über eine Freitreppe aus dem 19. Jahrhundert. Im Saal Charles VII, einem Empangsraum  sieht man die Kopie eines Portraits des Königs.  Der sich anschliesende Saal Jeanne d´Arc war im 15. Jahrhundert noch doppelt so hoch, man zog einen Zwischendecke ein. Hier trafen sich die Jungfrau von Orléans und der spätere König im Jahr 1429 nach ihrem Sieg und sie konnte ihn bewegen sich in Reims zum König krönen zu lassen. Ausserdem kann man den Agnés Sorel Saal mit einer Kopie eines Bildnisses der Mätresse von Charles VII bewundern.

Das Oratorium der Anne de Bretagne wurde erst kürzlich restauriert und ist ein Meiterstück des hochgotischen Stils. An den Wänden erkennt man Hermelinschwänzchen, das Emblem der Bretagne.

Stiftskirche Saint-Ours

Auf dem höchsten Punkt des Plateaus steht die Stiftskirche, gewidmet dem Heilige Ursus  aus dem 12. Jahrhundert. Hier befindet sich seit 2005 das Grabmal der Agnés Sorel, zu ihren Füssen liegen zwei Lämmer, ein Hinweis auf die lateinische Bedeutung ihres Vornamens.
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
01. April bis 30. September 2018
täglich von 09:00h bis 19:00h

01. Oktober bis 31. Dezember 2018
täglich von 09:30h bis 17:00h
Geschlossen am 01. Januar und 25. Dezember
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 9,00€
Kinder ( 7 bis 18 Jahre): 7,00€
Reisetipps öffnen | schliessen
  • Reiseführer - während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern "Tal der Loire (Dumont)" und "Loire (Baedecker)". Als leichte Kost hatten wir immer den "Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)" griffbereit.
  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
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