Château de Vitré

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Wissenswertes über Château de Vitré

Lesezeit: 4 min

Die Burg von Vitré, die das Tal der Vilaine überragt, ist ein historisches Monument. Die im 11.Jahrhundert erbaute Festung hatte die Aufgabe, den Eingang zum Herzogtum der Bretagne, das damals unabhängig vom Königreich Frankreich war, zu verteidigen.

Bestaunen Sie das imposante Eingangstor, die Türme und die zinnenbewehrte Stadtmauer und genießen Sie die Aussicht!

Entdecken Sie auch das Museum, das der Geschichte der Stadt gewidmet ist und im Turm Saint Laurent untergebracht ist. Die mittelalterliche Stadt Vitré war im Mittelalter dank des Fernhandels mit Leinwand aus Flachs und Hanf, den sogenannten "canevas", wohlhabend. Die Händler dieser Tücher wurden als "Überseehändler" bezeichnet. Diese bereicherten und verschönerten die Stadt durch den Bau zahlreicher Herrenhäuser, die man noch heute mit dem Stadtrundgang entdecken kann.

Die erste Burg
Als Teil der Verteidigung des Herzogtums von Bretagne gegenüber den benachbarten Fürstentümern, Normandie, Maine und Anjou, wird Vitré von um das Jahr 1000 einem treuen Anhänger von Herzog Geoffroy I, Riwallon le Vicaire gebaut. Auf dem Südhang, an der Stelle, wo sich heute die Kirche Sainte-Croix befindet, ließ er eine erste Burg errichten. Die Burg wurde mehrmals niedergebrannt und schließlich von einem ein Enkel Riwallons den Benediktinermönchen der Abtei Marmoutier vermacht.

Die neue Burg
Um 1060-1070 verlegte dieser Enkel Robert I. die Festung an den heutigen Standort. Sie liegt auf einem Vorgebirge aus Schiefer, im Norden liegt das Tal der Vilaine und im Süden ein Sumpfgebiet. Ein Portal im romanischen Stil zeugt von der noch immer von der Bedeutung dieser Steinburg.

Die dreieckige Burg des André III
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts baute der Baron André III. die Burg in ihrer heutigen dreieckigen Form um, die den Konturen der Felsen folgte und von trockenen Gräben umgeben war, sie sollte an die Schlösser des französischen Königs Philippe-Auguste erinnern. Eine von runden Türmen flankierte Mauer und halbrunden Kurtinen umschließen die Burg. Der Nordturm des Châtelet, Turm Montafilant und auch der Turm Tour au Véel sind ein Überbleibsel aus dem 13. Jahrhundert.

Die Grafen von Laval
Nach seinem Tod fällt der Besitz an die Familie der Grafen von Laval. Guy XII. de Laval vergrößerte die Burg im 15. Jahrhundert. In dieser Zeit werden die letzten Verteidigungsanlagen errichtet, insbesondere das, der Turm Saint-Laurent (der Hauptturm, der später mit Kanonenlöchern versehen wurde) und der Turm der Madeleine (Magdalenenturm). Dennoch öffnete Guy XV. de Laval die Burg 1487 kampflos für die französischen Truppen.

Seine einzige Tochter Philippa 1239 heiratet Guy VII de Laval-Montmorency, der Baron von Vitré wird. Die heutige Silhouette der Festung ist das Werk von Guy XII de Laval-Montmorency und seiner Frau Jeanne de Laval-Châtillon. In den 1400er Jahren, lässt er das Torhaus mit doppelter Zugbrücke errichten, sowie den Turm Saint-Laurent, den größten der drei Türme.

Die Renaissance
Im Jahr 1487 öffnete Guy XV. de Laval die Burg kampflos für die französischen Truppen. Er war verantwortlich für den Ausbau der bestehenden Behausungen und den Bau des nordwestlichen Herrenhauses vor. Sein Neffe Guy XVI war Gouverneur der Bretagne und setzte das Werk seines Onkels fort - darunter der Bau von Galerien und eines Oratoriums im Renaissancestil. Dreimal suchte das bretonische Parlament im 16. Jahrhundert Zuflucht im Schloss, als in Rennes die Pest wütete.

Eine Hugenottenhochburg
1547 ging die Baronie an die Familie Rieux und dann an die Familie Coligny über. In dieser Zeit beherbergte Vitré Protestanten und wurde für einige Jahre zu einer Hugenottenhochburg. Im Jahr 1589 widerstand das Schloss einer fünfmonatigen Belagerung durch den Duc de Mercœur.

Im Jahr 1605 ging das Schloss in den Besitz des aus dem Poitou stammenden Henri I. de Trémouïlle über. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und begann zu verfallen, vor allem durch den teilweisen Einsturz des Turms von St. Laurent und den Brand, der die feudale Residenz Ende des 18.Jahrhundert zerstörte.

Gefängnis und Kaserne
Anstelle der Residenz wurde ein Departementsgefängnis errichtet, das den nördlichen Teil des Schlosses, einschließlich des Magdalenenturms, einnahm. Zwischen 1876 und 1877 wurde das Gefängnis zu einer Kaserne genutzt.

Ein historisches Denkmal
Das Schloss wurde 1820 von der Stadt gekauft und 1872 als eines der ersten Schlösser Frankreichs als historisches Denkmal eingestuft. Ab 1875 wurde es unter der Leitung des Architekten Darcy restauriert. Das Schloss wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und 1876 mit einem kleinen Museum ausgestattet.

Heute befindet sich das Rathaus von Vitré innerhalb der Stadtmauer in einem Gebäude, das 1912 nach den Plänen der mittelalterlichen Residenz rekonstruiert wurde. Der Place du Château außerhalb des Schlosses war früher der Vorplatz des Schlosses, auf dem sich Ställe und Nebengebäude befanden.

Wir danken den Verantwortlichen des Château de Vitré für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Regulär: 6,00€
Ermässigter Tarif: 4,00€
(Besucher, die eine erste Eintrittskarte zum vollen Preis in einem der beiden städtischen Museen (Musée du Château de Vitré, Musée des Rochers-Sévigné) gekauft haben.

Studierende & Personen mit einer Behinderung (Der volle Preis für das erste Museum wird von 6,00€ auf 4,00€ gesenkt, für das zweite Museum bleibt er bei 4,00€.

Kostenfrei für Kinder von 0 bis 18 Jahren (außer Vortragsbesuche).
(Stand 2021)
Öffnungszeiten
Nebensaison vom 1. Oktober bis 31. März
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag:
Von 10:00h bis 12:30h und von 14:00h bis 17:30h
Samstag und Sonntag: Von 14:00h bis 17:30h

Dienstag und vormittags am Samstag und Sonntag geschlossen.
Jährlich im Januar außerhalb der Schulferien geschlossen.

Hochsaison vom 1. April bis zum 30. September
April, Mai, Juni und September:
Täglich von 10:00h bis 12:30h und von 14:00h bis 18:00h.
Juli und August: durchgehend von 10:00h bis 18:00h

Geschlossen am 1. Januar / Ostersonntag / 1. November / 25. Dezember
(Stand 2021)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Touren-Tipps
Reisetipps

Allgemeine Tipps Für Schlösser- und Burgentouren empfehlen wir das niederschlagsarme Frühjahr und den milden Herbst. Im Süden (z.B. im Katharerland) sollten Sie Touren gut vorbereiten (genug Wasser / Sonnenschutz LF 50) und nicht alleine gehen - die Orte sind zum Teil sehr abgelegen. WICHTIG: Checken Sie vor dem Besuch - gerade bei kleineren Schlössern - die Öffnungszeiten auf deren Website.

Tickets Viele französische Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie - sofern möglich - die Karten vorab. Gerade bei vielen Schlössern im Loire-Gebiet oder Orten wie der Abtei Mont Saint Michel haben Sie teils SEHR lange Wartezeiten.

Reiseführer Wir verwenden gerne den Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir außerdem den MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps.

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