Château de Sully-sur-Loire

Château de Sully-sur-Loire
45600 Sully-sur-Loire

Frankreich

Mittelalterliche Festung und Wohnsitz der Herzöge von Sully

Seit 700 Jahren beherrscht das Schloss mit seinen Türmen und Mauern, umgeben von einem Wassergraben die Region. Bekanntester Besitzer war Maximilien de Béthune (1560 bis 1641), Herzog von Sully und Minister von Henri IV, dem französischen König.

Das Château besteht aus zwei Teilen, welche jeweils ein eigenes Verteidigungssytem haben.

Im Jahr 1395 ließ Guy de La Trémoïlle, Herr von Sully vom Archtiketen Raymond du Temple den ersten Bergfried errichten. In seiner Doppelfunktion als Verteidigung einer wichtigen Brücke über die Loire und als repräsentatives Wohnhaus einer adligen Familie war es schon damals beeindruckend. Einige Jahrzehnte später wird das Petit Château gebaut, es diente vor allem als Unterkunft der Familie und ihrer Gäste. Der früher in dem von den Ecktürmen eingefaßten Hof stehende Philipp-August Turm, stammt noch aus einer früheren Bebauung des Platzes aus dem Jahr 1218. Seine Reste waren noch bis in das 20. Jahrhundert zu sehen.

Die bedeutensten Veränderungen erfuhr das Schloss im 17. Jahrhundert. Maximilien de Béthune kaufte es im Jahr 1602. Er baute den Artellerieturm, welcher über 2 Galerien mit dem Rest des Schlosses verbunden ist. Eine dritte Galereie verbindet den Bergfried mit dem kleinen Schloss. Die Anlage machte nun mit ihrem komplett geschlossenen Auftreten einen sehr wehrhaften Eindruck.

An der Stelle der bis dahin im Innenhof liegenden Kapelle werden Stellungen errichtet. Um das Schloss vor Überflutungen zu schützen werden die Erdwälle verstärkt. Ausserdem wird eine Brücke gebaut.

Im 18.Jahrhundert wird der Philippe-August Turm abgerissen und mit landwirtschaftlichen Gebäuden überbaut. Zwischen dem Bergfried und dem Petit Château wird ein Flügel mit luxuriösen Appartements errichtet. Die ehemalige Zugbrücke wird durch eine feste Brücke ersetzt. 1794 läßt der damalige 8.Herzog von Sully die Spitzen des Begfrieds entfernen.

Im 19.Jahrhundert wird die Galerie zwischen dem Artellerieturm und dem Bergfried entfernt.

Die Spitzen der Türme des Bergfrieds werden von 1900 bis 1902 wieder aufgesetzt, aber nur die östlichen werden fertig. Der im 18.Jahrhundert gebaute Flüge wird im Jahr 1918 durch ein Feuer zerstört. Er wird zwar wieder aufgebaut, allerdings mit einem Stockwerk weniger. Im 2. Weltkrieg wird das Schloss beschädigt.

1962 kauft der Departementsrat des Loiret der Famile Béthune- Sully das Schloss ab. In den folgenden Jahren erfolgen umfangreiche Restaurierungsarbeiten.

Heute kann man Château de Sully-sur-Loire individuell oder im Rahmen einer Führung besichtigen.

Im Erdgeschoss findet man in der Kapelle (1900-1902 gebaut) ein aus Gips nachgebautes Grabmal von Maximilien de Béthune und seiner zweiten Frau Rachel de Cochefilet, das Orginal aus Marmor befindet sich in Nogent-le-Retrou. Der große untere Saal war der Arbeitsplatz der Dienerschaft und hier befand sich die Küche. Im nebenan liegenden kleinen Saal lag im 17. Jahrhundert ein luxuriöses Zimmer zu Repräsentationszwecken. Der damalige Herzog von Sully ließ den Kamin versetzten und an seiner Stelle ein grosses Fenster einsetzen. Im Petit Château sieht man Vestibül und Eßzimmer aus dem 19. Jahrhundert.

Im ersten Stock befindet sich im Bergfried der bedeutenste Saal des Schlosses, der Ehrensaal mit 300 m² Fläche und prächtiger Dekoration. Nebenan liegt das Zimmer des Königs mit einem großen Portrait Henri IV, der aber wohl nie im Schloss gewesen ist. Sein Nachfolger Louis XIV suchte hier während der Fronde im März 1652 für zwei Tage Schutz. Im Petit Château befinden sich exquisit ausgestatte Räume des 18. und 19. Jahrhunderts. Das Psyche Zimmer zeigt ein prächtiges Schlafzimmer im Stil und Mobiliar des 18. Jahrhunderts mit Wandteppichen aus dem 17. Jahrhundert, die Ausstattung ist aber im Jahr 2017 entstanden.

Im zweiten Stock des Bergfrieds liegt der Wehrgang mit einem schönen Ausblick auf die Umgebung und der beeindruckende 16 Meter hohe Dachstuhl,Grand Galetas genannt. Er ist in Form eines umgekehrten Schiffsrumpfes geformt und ein Meisterwerk der damaligen Zimmermannskunst. In ihm lebte die Garnison des Schlosses. Die Eichenbalken sind noch zu zwei Dritteln noch aus dem 15. Jahrhundert.

Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Januar:
geschlossen

Februar, März, April:
geschlossen am Montag
Dientag bis Freitag 13:30h bis 17:30h
Wochenende:10:00h bis 12:00h und 13:30h bis 17:30h
Führung um 15:00h

Mai und Juni:
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag: 10:00h bis 18:00h
Führungen um 14.30 und 16.00 Uhr
Ausnahmsweise Montag den 01. Mai, 08. Mai und 05. Juni geöffnet

Juli und August:
täglich von 10:00h bis 19:00
Führungen um 11:00h, 14:00h, 15:30h und um 17:00h

September:
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag: 10:00h bis 18:00h
Führungen um 14.30 und 16.00 Uhr

Oktober, November und Dezember:
geschlossen am Montag
Dientag bis Freitag 13:30h bis 17:30h
Wochenende:10:00h bis 12:00h und 13:30h bis 17:30h
Führung um 15:00h
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 8,00€
Kinder (6 bis 17 Jahre) : 5,00€
Kinder unter 6 Jahre: frei

Mit Führung:
Erwachsene: 10,00€
Kinder (6 bis 17 Jahre) : 6,00€
Kinder unter 6 Jahre: frei
Reisetipps öffnen | schliessen
  • Reiseführer - während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern "Tal der Loire (Dumont)" und "Loire (Baedecker)". Als leichte Kost hatten wir immer den "Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)" griffbereit.
  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
  • Hotels im Paye de Loire bei booking.comUnterkünfte - für eine Schlösserreise an die Loire empfehlen wir 2-3 "zentrale" Hotels, von denen aus man sternförmig die Gegend erkundet. Im Westen z.B. das Loire & Sens (etwas südlich von Angers gelegen), zentral gelegen das traumhafte Fontevraud L'Hôtel - hier wohnt auch Eleonore von Akquitanien ;) - und im Osten z.B. das A la Fleur de Lys in Langeais. Damit hat man sehr gute Ausgangspositionen zu allen 400 Schlössern der Loire.
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