Château de Meung-sur-Loire

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Chateau de Meung-sur-Loire, Nordseite
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Chateau de Meung-sur-Loire, Salon
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Chateau de Meung-sur-Loire, Gewand-Ausstellung
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Chateau de Meung-sur-Loire, Schlafgemach
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Chateau de Meung-sur-Loire, Schlossküche
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Chateau de Meung-sur-Loire, Palas
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Chateau de Meung-sur-Loire, Blick aus dem Park
Adresse
45130 Meung-sur-Loire
Centre-Val de Loire
Frankreich

Karte
Wissenswertes über Château de Meung-sur-Loire

Lesezeit: 4 min

Zwischen der Petite Beauce und der Sologne, am rechten Ufer der Loire, dominiert das Château de Meung-sur-Loire die kleinen Bäche der Mauves. Man nennt es auch das Schloss der zwei Gesichter, mit einer mittelalterlichen Fassade und einer Fassade aus dem 18. Jahrhundert und es gilt als eines der größten und ältesten Schlösser der Region Loiret.

Vom 13. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution war es die prestigeträchtige Residenz der Bischöfe von Orléans. Heute kann man hier mehr als 20 möblierte Zimmer mit über 2.000 Gegenstände besichtigen, auf dem Rundgang kann man tief in das Herz des Schlosslebens eintauchen. Er führt den Besucher vom Dachboden bis in dunkle unterirdische Gängen, von der prächtigen neoklassizistischen Kapelle zu den Badezimmern aus dem 18. Jahrhundert. Man wandelt auf den Spuren von Louix XI, François I, Jeanne d'Arc und des Dichters François Villon, der in den Gefängnissen des Schlosses wohnte.

Meung-sur-Loire war schon in der der gallischen Zeit ein Marktplatz und wurde im 4. Jahrhundert befestigt. Im Jahr 406 machten die Vandalen den Flecken dem Erdboden gleich. Der Heilige Liphard und seine Jünger siedelten sich im 6. Jahrhundert hier an und begannen die umliegenden Sümpfe trocken zu legen. Sie gestalteten ein Netz aus Wasserwegen, die sogenannten "Mauves", oder die Langsamen. Diese wurden der Grundstein für den Wohlstand dieser Region, denn an ihren Ufern siedelten sich mehr als 40 Mühlen an. Der Heilige Liphard ließ außerdem noch eine Quelle entspringen, mit deren Wasser er Blinde heilte und vertrieb einen furchtbaren Drachen. Anläßlich seines Todes wurde eine Kapelle errichtet, die im 9. Jahrhundert zur Stiftskirche wurde.

Meung-sur-Loire ist den normannischen Raubzügen entlang der Loire nicht entkommen. 869 widersetzt sich König Eudes der Plünderung der Kapelle, aber seine Armee wurde besiegt. Die hier stehende Burg wurde geplündert und abgebrannt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts beschloss der Bischof Manassés de Garlande die Errichtung einer befestigten Residenz, die an die Stiftskirche grenzen sollte. Dieser älteste Teil des Anwesens besteht aus dem quadratischen Gebäude, das neben dem Glockenturm der Kirche errichtet wurde. Es umfaste einen viereckigen Raum, der die Versammlungen der 20 Stiftsherren empfangen sollte. Dieser wurde von zwei noch heute sichtbaren Türmen eingerahmt. Hier befanden sich die Privaträume.

Bischoff Manassès de Seignelay ließ in der Zeit von 1207 bis 1221 hier ein Schloss bauen. Die Anlage bestand aus einem von Wassergräben umgebenen Rechteck mit vier Türmen. Das Château wurde später erweitert, im 14. Jahrhundert um eine Festungsmauer, am Anfang des 15. Jahrhundert wurde eine Zugbrücke ergänzt. Im 18. Jahrhundert kam die mit einer Kuppel gekrönte Kapelle dazu.

Bis zur Französischen Revolution lebten nicht weniger als 53 Bischöfe und sechs Kardinäle im Schloss. Sie waren auch für die Justiz in der Region verantwortlich, das Schloss diente als Gefängnis.

Während des Hundertjährigen Krieges und besonders während der Zeit von Jeanne d´Arc erlebte die Burg aufgrund ihrer strategischen Lage viele Kämpfe. Im Jahr 1428 wurde der englische Anführer Lord Salisbury in der Schlacht von Orléans am Kopf verwundet und starb in der Burg. Im April 1429 wurde der neue englische Anführer General Talbot mit seinen 4.000 Mann von Jeanne d´Arc und Gilles de Rais aus Orléans vertrieben und drei Wochen später ebenfalls aus Château de Meung-sur-Loire.

Im Mai 1461 wurde der Dichter François Villon, einer der bedeutendsten Dichter des französischen Spätmittelalters mit einem sehr bewegten Leben nach einem Diebstahl im Château interniert. Er kam erst frei als im Oktober 1461 der neugekrönte König Louis XI. auf seinem Weg in die Touraine in Meung Station machte und ihn begnadigte.

Im 16. Jahrhundert wurde der defensive Charakter des Schlosses verändert, um das Anwesen zu einem repräsentativen Wohnsitz zu machen. Das heutige Aussehen der Westfassade zeigt die Entwicklungen des 17. und 18. Jahrhunderts. 1708 wandte sich der Bischof Fleuriau d'Armenonville an den König Louis XIV. mit der Bitte, die Summe von 20.000 Livres nicht für den Bischofspalast in Orléans, sondern für das Château de Meung-sur-Loire zu nutzen, er nutzte das Geld um das Schloss dem zeitgenössischen Geschmack anzupassen. Es bekam eine klassische Fassade mit großzügigen Fensteröffnungen, allerdings nur zur Seite zum Ehernhof mit dem Zugang für hochrangige Gäste, für die zur Stadt zeigende Seite mit den Eingängen für Bedienstete und Lieferanten reichte die Summe wohl nicht, sie wurde nicht renoviert. Die Nordostfassaden, der Wachraum und einige Türme und das Souterrain haben ihren ursprünglichen Charakter erhalten.

Außerdem wurden im 18. Jahrhundert von Louis-Sextius de Jarente de La Bruyère die Gärten angelegt und im Park ein Musikpavillon (eine Nachbildung des Trianon de Versailles) errichtet. Vom französischen Garten der die Terrasse schmückte,ist nichts mehr erhalten, aber es finden sich noch Spuren des englischen Parks, der am Vorabend der Revolution angelegt wurde. Der Bischof war nach einem Skandal am Hof vom König Louis XVI verbannt worden.

Gegenwärtig ist das Schloss in Privatbesitz.
Eintrittspreise
Erwachsene: 9,50€
Ermäßigt: 8€
Knder (5-15 Jahre): 6€
Kostenlos für Kinder unter 5 Jahre

Jahrespass: 20,00€ für eine Person, 35,00€ für 2 Personen

(Stand 2020)
Öffnungszeiten
15. Februar bis 31.März:
Wochenende 13:00h bis 18:00h

April:
Dienstag bis Samstag: 13:00h bis 18:00h
Sonntag: 10:00h bis 18:00h

Mai:
Dienstag bis Samstag: 13:00h bis 18:00h
Sonntag: 10:00h bis 18:00h
am 01. und 08.Mai ab 10:00h

Juni:
Dienstag bis Samstag: 10:00h bis 18:00h

Juli und August:
täglich von 10:00h bis 19:00h

September:
Dienstag bis Samstag: 10:00h bis 18:00h

Oktober:
Dienstag bis Samstag: 13:00h bis 18:00h
Sonntag: 10:00h bis 18:00h

November:
nur 01. November 13:00h bis 18:00h

Dezember:
Wochenende 10:00h bis 18:00h
und ebenfalls am 21. bis 23. Dezember und am 28. bis 30.Dezember
(Stand 2020)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Touren-Tipps
Reisetipps
  • Reiseführer – während unserer Vorbereitung haben wir 4 Favoriten gefunden: Der für unsere Vorbereitung am besten geeignete Führer ist der Michelin: Schlösser an der Loire, gefolgt von den Kulturreiseführern „Tal der Loire (Dumont)“ und „Loire (Baedecker)„. Als leichte Kost hatten wir immer den „Vis-a-Vis Loire-Tal (Dorling Kindersley)“ griffbereit.
  • Reisezeit – Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
  • Hotels im Paye de Loire bei booking.comUnterkünfte – für eine Schlösserreise an die Loire empfehlen wir 2-3 „zentrale“ Hotels, von denen aus man sternförmig die Gegend erkundet. Im Westen z.B. das Loire & Sens (etwas südlich von Angers gelegen), zentral gelegen das traumhafte Fontevraud L’Hôtel – hier wohnt auch Eleonore von Akquitanien 😉 – und im Osten z.B. das A la Fleur de Lys in Langeais. Damit hat man sehr gute Ausgangspositionen zu allen 400 Schlössern der Loire.

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