Château d’Arlay

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Chateau-d-Arlay_Cavalier_800
Adresse
39140 Arlay
Bourgogne-Franche-Comté
Frankreich

Karte
Wissenswertes über Château d’Arlay

Lesezeit: 4 min

Nur 10 km nördlich von Lons-le-Saunier - der Hauptstadt des Départements Jura - gelegen, bietet das Château d'Arlay dem Besucher einen außergewöhnlichen Reichtum, den es vor Ort zu entdecken gilt. Die Region ist schon seit jeher besonders für den Weinanbau bekannt und wurde aus Teilen der Freigrafschaft Burgund gebildet.

Arlay ist seit seiner Gründung im 11. Jahrhundert ein privater Familienbesitz, der bis heute durch legitime Vererbung weitergegeben wird und immer noch von der Familie bewohnt wird. Es ist auch ein renommiertes Weingut, das bereits im Mittelalter angelegt wurde, das älteste bekannte Weinschloss Frankreichs, das noch in Betrieb ist.

Als Lehen der Grafen von Chalon, dann der Fürsten von Oranien-Nassau, war Arlay im Mittelalter der Sitz der mächtigsten Baronie der Franche-Comté. Die Tradition schreibt die Gründung des Château einem Gérard de Roussillon, dem Herzog der Haute Bourgogne im 9. Jahrhundert zu. Es wurde an seine Erben weitergegeben und gelangte im Jahr 1269 an Jean de Chalon-Arlay, dem man die Gründung des Weinbergs verdankte. Das Motto der Familie Chalon "Je maintiendrai" (Ich werde behaupten) geht auf ihn zurück und wird heute vom derzeitigen König der Niederlande, Wilhelm-Alexander von Nassau in seinem Wappen geführt. Er trägt den Titel Prinz von Oranien und Baron d'Arlay.

Auf dem Hügel von Arlay befinden sich spektakuläre Festungsmauern, die eine befestigte Burg und das alte Dorf Arlay umgaben. Die Grundmauern stammen aus dem Jahr 1150, ihr Ursprung geht jedoch bis in die Antike zurück, wie die römische Zisterne und eine merowingische Mauer, die letzte sichtbare Spur des ersten Feudalhügels, belegen. Die Festung war im 6. Jahrhundert zunächst Lehen der Grafen von Burgund. Dann verwandelten die Grafen von Chalon-Arlay es in eine gewaltige Festung, eine der ersten mit Kanonen in der Region.

Das heutige Schloss wurde 1773 von Elisabeth-Pauline de Gand, Comtesse de Lauraguais und Princesse d'Isenghien in einem Zustand des Verfalls erworben. Das Gebäude war an der Stelle eines verfallenen ehemaligen Minimitenklosters aus der Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Sie starb kurz nach der Vollendung der Restaurierung, guillotiniert während der Französischen Revolution.

Der Architekt Rémy Léger nutzte den U-förmigen Sockel, um ein Schloss im neoklassizistischen Stil von gewaltigen Ausmaßen zu bauen. Vom Kloster blieb nur der Keller erhalten, an den Hauptflügel wurden zwei seitliche Pavillons angebaut, die z.T. als Stallungen genutzt wurden, auf der linken Seite des Gebäudes für Gäste und rechts für sich selbst. An der Stelle des ursprünglichen Kreuzgangs wurde ein Ehrenhof angelegt, der durch eine Vorhalle zugänglich ist. Dieser von drei Seiten umschlossene Innenhof öffnet sich über einen schönen Brunnen zum 8 Hektar großen romantischen Parks. An der Hauptfassade ließ die Gräfin ockerfarbene Fenstereinfassungen aus Stein anbringen, die letzten Überreste des ehemaligen Schlosses Nozeroy, das sie ebenfalls erbte. In der Mitte der Fassade öffnet ein Balkon mit Säulen den Blick auf das alte Dorf Arlay.

In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts von ihrem Enkel Prinz Pierre d'Arenberg eingerichtet, präsentiert das Innere des Schlosses heute ein einzigartiges Dekor in der Franche-Comté.
Die Appartements des Prinzen sind von den Eigentümern sorgfältig erhalten worden. Sie verraten einen Mann mit Geschmack, der auf der Suche nach Harmonie, Komfort und einer in der Provinz seltenen Modernität war und dabei lokale und italienische Handwerker einsetzte.

Château d'Arlay ist als historisches Monument klassifiziert.

Neben der Besichtigung des Schlosses ist ein Spaziergang durch den Park unbedingt empfehlenswert. In etwas mehr als einer Stunde entdeckt der Wanderer eine Route mit etwa zwanzig Etappen, von einem Sinnespfad zur Entdeckung der Rebe bis zu den Überresten der mittelalterlichen Festung auf dem Gipfel des Hügels. Es erwarten einen schattige Alleen mit alten Linden, ein grünes Theater, Rasenflächen, eine Höhle, ein Schafstall, eine Gloriette, ein Aussichtspunkte über den Revermont und die Bresse.

Der Park steht unter Denkmalschutz und ist einer der wenigen französischen Parks, in denen die sichtbaren Spuren der im 18. Jahrhundert angelegten Terrassen und Haine im Herzen einer mittelalterlichen Anlage erhalten geblieben sind. Seine Instandhaltung und dauerhafte Restaurierung werden durch das Studium des Originalplans von 1774 geleitet, der im Schloss aufbewahrt wird.
Eintrittspreise
Schloss und Park:
Erwachsene: 10,00€
Kinder (7 - 13 Jahre): 6,50€
Kinder (6 Jahren und darunter): Frei

Parkbesuch :
Erwachsene: 6,50€.
Kinder (7 - 13 Jahre): 5,00€.
Kinder (6 Jahren und darunter): Frei
(Stand 2021)
Öffnungszeiten
Mai und Oktober (an Sonn- und Feiertagen geschlossen):
10:00h bis 12:00h und 14:00h bis 18:00h: Besichtigung des Parks (ca. 1h)

Juni und September (an Sonn- und Feiertagen geschlossen):
10:00h bis 12:00h : Besichtigung des Parks (ca. 1h)
14:00h bis 18:00h : Besichtigung des Schlosses und des Parks (ca. 2 Std.)

Juli und August (täglich außer Sonntagmorgen geöffnet):
10:00h bis 12:00h: Besichtigung des Parks (ca. 1h)
14:00h bis 19:00h : Besichtigung des Schlosses und des Parks (ca. 2 Std.)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
(Stand 2021)
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Touren-Tipps
Reisetipps

Allgemeine Tipps Für Schlösser- und Burgentouren empfehlen wir das niederschlagsarme Frühjahr und den milden Herbst. Im Süden (z.B. im Katharerland) sollten Sie Touren gut vorbereiten (genug Wasser / Sonnenschutz LF 50) und nicht alleine gehen - die Orte sind zum Teil sehr abgelegen. WICHTIG: Checken Sie vor dem Besuch - gerade bei kleineren Schlössern - die Öffnungszeiten auf deren Website.

Tickets Viele französische Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie - sofern möglich - die Karten vorab. Gerade bei vielen Schlössern im Loire-Gebiet oder Orten wie der Abtei Mont Saint Michel haben Sie teils SEHR lange Wartezeiten.

Reiseführer Wir verwenden gerne den Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir außerdem den MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps.

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