Abbaye de Cîteaux

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Kloster © Abbaye de Citeaux_800
Klosterbibliothek © Abbaye de Citeaux
Skriptorium © Abbaye de Citeaux_800
Skriptorium © Abbaye de Citeaux
Kreuzgang © Abbaye de Citeaux_800
Kreuzgang © Abbaye de Citeaux
Gebet © Abbaye de Citeaux_800
Gebet © Abbaye de Citeaux
Garten © Abbaye de Citeaux_800
Garten © Abbaye de Citeaux
Adresse
21700 Saint-Nicolas-lès-Cîteaux
Bourgogne-Franche-Comté
Frankreich

Karte
Wissenswertes über Abbaye de Cîteaux

Lesezeit: 5 min

Die Abbaye de Cîteaux ist die Wiege des Zisterzienserordens und liegt im Tal der Saône, im Herzen Burgunds, etwa 25 km südlich von Dijon. Es das Mutterkloster aller Zisterzienserinnen und Zisterzienser.


Gründung und Ausbau


Im 11. Jahrhundert erfasste eine große Sehnsucht nach Erneuerung die Kirche und ließ eine große Bewegung von Frauen und Männern entstehen, die ein einfaches Leben führen wollten.


Eine Gruppe von 21 Mönchen aus der Abtei von Molesme in Burgund – darunter Robert de Molesme, der später zum erster Abt von Cîteaux wurde- begab sich unter der Leitung ihres Ordensleiters an einen abgelegenen Ort, den Wald von Cîteaux.


Diese Gründer wünschten sich ein monastisches Leben, wie es die Benediktsregel vorschrieb, in der Stille, zurückgezogen von der Welt und von der Arbeit ihrer Hände lebend.


Im Jahr 1106 wurden nach umfangreichen Rodungsarbeiten die ersten Steine gelegt. Die Mönche stellten sich unter den Schutz der Jungfrau Maria und gaben dem Kloster

den Namen Notre Dame de Cîteaux. In Cîteaux wurde besonderer Wert auf Einfachheit gelegt. Es gab weder eine kostbare Ausstattung noch Bauschmuck. Nichts sollte von der Liturgie ablenken. Die Räume des Klosters waren nahezu ungeheizt.

Die Anfänge waren schwierig. Dieses strenge Leben zog nur wenige Bewerber an. Das änderte sich erst unter der Leitung von Albéric, dem zweiten Abt von Cîteaux. Er schuf die materielle Grundlage, insbesondere die Institution der Laienbrüder (conversi).

Der dritte Abt wurde 1109 Stephan Harding, der der neuen Gemeinschaft mit seiner Carta Caritatis eine Verfassung gab.

Die Gemeinschaft, die zu Beginn von großer Armut geprägt war, nahm dank der Ankunft des Heiligen Bernhard und seiner Gefährten im Frühjahr 1113 einen Aufschwung. Zwei Jahre später wurde Bernhard an der Spitze von 12 Mönchen zur Gründung von Clairvaux gesandt. Zusammen mit La Ferté, Pontigny und Morimond gehörte es zu den ersten Tochterklöstern.

Im 12. und 13. Jahrhundert zog das Kloster zahlreiche Mönche an. Cîteaux gründete neue Klöster zunächst in der Region Burgund und später in ganz Frankreich und Europa. Der Zisterzienserordens galt als der einflussreichste Orden des Mittelalters. Am Ende des 12. Jahrhunderts zählte der Orden mehr als 500 Klöster.

Treue und Erneuerung

Nach diesen blühenden Anfängen folgte eine Zeit der Prüfung. Das klösterliche Leben wurde weitergeführt, aber es stand nicht mehr im Vordergrund. Im Laufe der Jahrhunderte, durch Kriege und gesellschaftliche Veränderungen hindurch, lebten, beteten und arbeiteten die Mönche von Cîteaux. Sie kultivierten weiterhin auf Weise ihre Besitztümer: Wälder, Teiche und Weinberge.

Nach dem Konzil von Trient kam es in der gesamten Kirche zu einer tiefgreifenden geistlichen Erneuerung. Im Zisterzienserorden manifestierte sie sich im 17. Jahrhundert in der Bewegung der strengen Observanz. Einige Äbte bemühten sich um die Wiederherstellung von Praktiken, die aufgegeben worden waren: Schlafsäle anstelle von Zellen, Verzicht auf Fleisch, das Schweigegebot und das Stundengebet. Diese Bewegung führte zu Spannungen zwischen den reformierten Klöstern und den anderen: Die manchmal stürmischen Debatten in diesem Streit um die Observanz fanden im Definitorium von Cîteaux statt.

Während dieser Bewegung trat vor allem die Figur des Abtes de Rancé hervor: die strenge Reform, die er in La Trappe durchführte, gab den Trappisten ihren Namen. Die heutigen Mönche von Cîteaux sind seine Erben.

Im Umbruch: Verspottung und Verfolgung

Im 18. Jahrhundert stand die Aufklärungsphilosophie den Mönchen feindlich gegenüber. Der Abt von Cîteaux, Dom Joseph Trouvé, richtete in der großen Krankenstation von Cîteaux Werkstätten ein, um in der umliegenden Region Arbeit zu schaffen. Er unternahm auch ein großes architektonisches Projekt: den Abriss eines Teils der Klostergebäude und deren Wiederaufbau im klassizistischen Stil, um dem Zeitgeschmack zu entsprechen. Aus dieser Zeit stammt der heutige Wohnbereich.

Die Revolution unterbrach die Bauarbeiten und vertrieb die Mönche. Die Abtei, die 1791 als Staatseigentum an Spekulanten verkauft wurde, wurde abgerissen und in einen Steinbruch, dann in eine Fabrik, eine Genossenschaft (nach Fourier) und schließlich in eine Strafanstalt für Kinder umgewandelt. Cîteaux nahm bis zu tausend Jugendliche und Lehrer auf.

Nach der Revolution brach der Zisterzienserorden zusammen -die Klöster wurden geschlossen.

1892 schlossen sich die verschiedenen Klöster der Trappistenbewegung zusammen, um den Orden der Zisterzienser der Strengen Observanz zu gründen, zu dem die Abtei von Cîteaux heute gehört. Diese Wiederbelebung – acht Jahrhunderte nach der Gründung – war mit viel Arbeit verbunden: Die Gebäude waren ungeeignet und die Armut groß. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Kloster zu einem Krankenhaus. Aus dieser Zeit stammt auch die Aufnahme der Käseproduktion.

Nach einer Unterbrechung von 100 Jahren durch die Revolution wurde das klösterliche Leben 1898 in Cîteaux wieder aufgenommen. Heute widmet sich eine Gemeinschaft von 35 Brüdern (von denen 4 im Jahr 2009 eine Gemeinschaft in Norwegen „gegründet“ haben) dem Gebet und der Arbeit und lebt nach der Regel des Heiligen Benedikt.

Was kann besichtigt werden?

Heute werden in Cîteaux Besuche angeboten, um die Geschichte der Zisterzienser zu vermitteln, die seit mehr als 900 Jahren fortbesteht. Bei den Besichtigungen können Sie mehrere Gebäude entdecken: Der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert, die Bibliothek aus dem 16. Jahrhundert und das Definitorium aus dem 17. Jahrhundert und auch über die klösterliche Gemeinschaft sprechen, die noch immer in Cîteaux lebt.

Im Klosterladen finden Sie Produkte des Klosters: Käse aus Cîteaux, dessen Ruf weithin bekannt ist und Honigbonbons sowie zahlreiche andere Klosterartikel.

Wir danken den Verantwortlichen der Abbaye de Cîteaux für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.

Eintrittspreise
Erwachsene: 10,50€
Ermäßigt: 7,00€
(Stand 2022)
Öffnungszeiten
Wir empfehlen eine Voranmeldung.

Nebensaison:
27. April bis 10. Juli und vom 31.August bis bis 02.Oktober
Montags, dienstags und sonntags vormittags geschlossen.

04.Oktober bis 06.November: jeden Nachmittag außer montags geöffnet.

Hochsaison :
12.Juli bis 28.August: Montag- und Sonntagmorgen geschlossen.
(Stand 2022)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Allgemeine Tipps Für Schlösser- und Burgentouren empfehlen wir das niederschlagsarme Frühjahr und den milden Herbst. Im Süden (z.B. im Katharerland) sollten Sie Touren gut vorbereiten (genug Wasser / Sonnenschutz LF 50) und nicht alleine gehen - die Orte sind zum Teil sehr abgelegen. WICHTIG: Checken Sie vor dem Besuch - gerade bei kleineren Schlössern - die Öffnungszeiten auf deren Website.

Tickets Viele französische Kulturdenkmäler gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas. Bestellen Sie - sofern möglich - die Karten vorab. Gerade bei vielen Schlössern im Loire-Gebiet oder Orten wie der Abtei Mont Saint Michel haben Sie teils SEHR lange Wartezeiten.

Reiseführer Wir verwenden gerne den Baedeker Reiseführer Frankreich oder Lonely Planet Reiseführer Frankreich (Lonely Planet Reiseführer Deutsch). Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir außerdem den MARCO POLO Reiseführer Frankreich: Reisen mit Insider-Tipps.

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