Restormel Castle

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Restormel Castle © burgen.de
Restormel Castle © burgen.de
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Tor von Restormel Castle © burgen.de
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Blick auf die Mauern von Restormel Castle © burgen.de
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Blick von den Mauern von Restormel Castle © burgen.de
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Blick auf die Mauern von Restormel Castle © burgen.de
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Blick auf die Mauern von Restormel Castle © burgen.de
Wissenswertes über Restormel Castle

Lesezeit: 4 min

Restormel Castle liegt im Herzen von Cornwall und ist eine der bemerkenswertesten Burgen in Großbritannien. Sie wurde ursprünglich von den Normannen gebaut und gewährt einen weiten Blick auf das Flusstal des Fowey.

Es gibt keine detaillierten Belege für Restormel Castle vor dem 13. Jahrhundert, aber eine Burg wurde an dieser Stelle mit ziemlicher Sicherheit im 12. oder sogar 11. Jahrhundert gebaut – damit ist Restormel eine der ältesten und best erhaltenen normannischen Burgen in Cornwall.


Die Gebäude des Innenhofs aus dem 13. Jahrhundert sind raffiniert in einen kreisförmigen Grundriss eingepasst und bildeten im Mittelalter einen kompakten, aber luxuriösen Palast für Edmund, Earl of Cornwall, und seine Nachfolger, die Herzöge von Cornwall.


Der Bau der ersten Burg


Eine mögliche Gründung war durch Turstan, den Sohn des Sheriffs von Cornwall zur Zeit der Domesday-Erhebung um 1086. Sie überblickte eine Furt über den Fluss Fowey und war daher von einiger strategischer Bedeutung.


Eine andere Möglichkeit wäre der

Bau zur Zeit der Anarchie (Bürgerkrieg) während der Herrschaft von König Stephen im 12. Jahrhundert.

Spätere Belege zeigen, dass das Land, auf dem die Burg steht, ab Mitte des 12. Jahrhunderts der Familie Cardinham gehörte – mächtige Grundbesitzer im Zentrum Cornwalls.

Aus dieser frühen Phase des Schlosses sind Fragmente des inneren Torturms erhalten. Drei Gruben und ein Brunnen im Hof könnten aus dieser Zeit stammen.

Die Grafen von Cornwall

Ab der Mitte des 13.Jahrhunderts ist die Geschichte der Burg besser belegt. Simon de Montfort besaß sie kurzzeitig ab Juli 1265 während der Unruhen zur Zeit der Herrschaft Henry III.

Im Jahr 1268 schenkte die Erbin der Cardinhams dem Grafen von Cornwall Stadt Lostwithiel und die Burg Restormel, die seine Burgen in Launceston und Tintagel ergänzte.

Da Graf Richard nur vier Jahre nach dem Erwerb von Restormel starb, war es wahrscheinlich sein Sohn Edmund, der die heutige Burg als eigene Residenz baute.

In den 1280er Jahren verlegte Edmund seine kornische Hauptstadt von Launceston nach Lostwithiel. Wahrscheinlich war das der wichtigste Grund für den Wiederaufbau von Restormel Castle, das nur eine Meile entfernt liegt.

Graf Edmund starb 1300 ohne männliche Erben. Die Burg zerfiel langsam.

Der heutige Rundbau aus dem späten 13. Jahrhundert war einst ein luxuriöser Rückzugsort für seine Besitzer und verfügte über einen großen Jagdpark mit 300 Hirschen. Die Ruinen des Burgfrieds, der Pforte und der Great Hall, wie auch Küchen und Privaträume sind heute noch zu erkennen.

Der Schwarze Prinz

Im März 1337 machte Edward III. seinen Sohn Edward -der Schwarze Prinz (Black Prince) – zum Herzog von Cornwall und stattete ihn mit einem riesigen Anwesen aus. Dazu gehörten auch die Besitztümer, die früher den Grafen von Cornwall gehört hatten.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts hielt sich der Schwarze Prinz zweimal auf Restormel auf. Der Fürst erließ zahlreiche Verfügungen für die Instandsetzung und den Betrieb der Anlage sowie für Verbesserungen im Park. Die Region um Restormel war ein Zentrum der äußerst lukrativen Zinnindustrie, aus der das Herzogtum Cornwall einen Großteil seines Reichtums bezog.

Das Schicksal von des Hafens Lostwithiel war ungewiss, was zum Teil auf die Verschlammung des Flusses Fowey durch Abfälle aus der Zinngewinnung im Bodmin Moor zurückzuführen war. Da die Stadt für Seeschiffe immer schwieriger zu erreichen war, verfiel auch Restormel Castle. Es wurde im späteren 14. Jahrhundert und in der Mitte des 15. Jahrhunderts nur noch sporadisch repariert.

Verfall und Bürgerkrieg

Die Verteidigungesanlagen der Burg waren perfekt geplant. Die Mauern sind über 2,4m dick und 7,6m hoch. Die Burg wurde hinter einem 17 Meter breiten Graben gebaut, dessen Hänge künstlich steiler gemacht wurden.

Diese besaßen wohl einen starken Abschreckungswert, denn Restormel wurde nur einmal während seiner langen Geschichte angegriffen. Dies geschah 1644, als die Armee von Charles I. die parlamentarische Garrison während des Bürgerkriegs vertrieb. Doch nach dem endgültigen Sieg der Parlamentarier war die Burg so baufällig, dass Gutachter sie als „nicht abrisswürdig“ einstuften.

Dies war das letzte Mal, dass Restormel als Burg fungierte. Danach wurde sie als historisches Kuriosum und landschaftliche Besonderheit bekannt.

Die Burg gehört immer noch dem Herzogtum von Cornwall. Verwaltet wird sie von English Heritage und ist für die Öffentlichkeit zugänglich

Tipp der Redaktion: Wenn Sie mehrere Burgen in Großbritannien besichtigen wollen, lohnt sich der Erwerb eines English Heritage Overseas Visitor Pass.

Wir danken English Heritage für die Unterstützung. Die Bildrechte liegen bei burgen.de.

Eintrittspreise
Erwachsene: £6,00
Kinder (5 bis 17 Jahre): £3,60
Familien(2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder): £15,60

Mit dem English Heritage Overseas Visitor Pass kostenlos.
(Stand 2022)
Öffnungszeiten
30.März bis 30.September 2022:
täglich von 10:00h bis 17:00h

01.Oktober bis 30.Oktober 2022:
täglich von 10:00h bis 16:00h

01.November 2022 bis 31.März 2023
geschlossen

Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Schließung.
(Stand 2022)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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England ist ein wunderbares Reiseziel, gerade für Geschichtsfans. Das milde Klima ist perfekt für die vielen traumhaften Gärten, die Küste bietet Strände zum Entspannen und Steilklippen mit Höhlen für Entdeckungen und atemberaubende Aussichten.

Beliebte Rundreiseziele sind z.B. die alten Grafschaften Somerset, Dorset, Devon und Cornwall.

Reisezeit

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September. In der englischen Ferienzeit von Mitte Juli bis Ende August ist allerdings die touristische Hochsaison. Gerade die Regionen am Meer und die Nationalparks können dann ziemlich voll sein. Wer die vielen Gärten oder Parks besichtigen möchte, sollte sich auf die Haupt-Blütezeit im späten Frühjahr konzentrieren.

Im Winter bzw. meist von Oktober bis Ostern sind viele Burgen und Schlösser geschlossen / nur eingeschränkt geöffnet.

Tickets

Richtig sparen kann man mit sogenannten Touringpässen. Die Preise erscheinen erstmal kernig, aber die Pässe rechnen sich ziemlich schnell, wenn man mehrere Objekte besucht.

  • Der National Trust Touring Pass ist momentan nur über die NT-Website verfügbar. Auch wenn von dort ein Link zum Shop von Visit Britain als Alternative angegeben wird, im Moment ist der Pass dort nicht zu finden. In Südwest England sind einige der 500 Objekte des Trust zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht.
  • Der English Heritage Overseas Visitor Pass erlaubt freien Eintritt zu über 100 Denkmälern und archäologischen Stätten. Darunter sind Highlights wie Dover Castle in Kent, Stonehenge in Wiltshire und Tintagel Castle in Cornwall. Eine Karte aller Objekte zur Reiseplanung finden Sie hier.

Reiseführer & Straßenkarten

Schmöker-Tipps zum Einstimmen

  • Rebecca Gablé's Von Ratlosen und Löwenherzen  ist und bleibt unser Lieblingsbuch für den Einstieg in die englische Geschichte.
  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir Der Wal und das Ende der Welt  von John Ironmonger. Überhaupt nicht historisch, aber ein toller Einstieg in den besonderen Charme der Bewohner von Cornwall.
  • Die Krimireihe um Honey Driver von Jean G. Goodhind spielt in der Stadt Bath und ist ein klassischer "Whodunit" - Wohlfühlkrimi im Stil von Miss Marple. Band 1: Mord ist schlecht fürs Geschäft 
  • Das Herrenhaus im Moor  von Felicity Whitmore führt uns ins Exmoor - ein wenig Krimi, ein wenig Historisches und ein wenig Mystery.

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