Jagdschloss Granitz

Jagdschloss Granitz
18609 Binz
Mecklenburg-Vorpommern
Deutschland

Auf der Ostseeinsel Rügen liegt nahe dem Ort Binz auf dem 107 m hohen Tempelberg im Waldgebiet Granitz das gleichnamige Jagdschloss Granitz.

Schon seit dem 15. Jahrhundert gehört dieses wildreiche Jagdgebiet den Putbuser Grafen. Hier ließ im frühen 18. Jahrhundert Graf Moritz Ulrich I. einen Aussichtsturm errichten, ein Fachwerk Belvedere. In der Nähe lag sein zweigeschossiges Jagdhaus aus der gleichen Zeit.

Im 19. Jahrhundert reichte der Familie, mittlerweile zu Fürsten von Putbus erhoben das einfache Haus nicht mehr und Fürst Wilhelm Malte I. entwickelte die Idee, auf dem höchsten Punkt der Granitz einen prachtvollen Neubau errichten zu lassen. Der Fürst war mit dem preußischen Kronprinzen bekannt und wusste um dessen Vorliebe für Rügen und Architektur. Er bat den Kronprinzen um einen Entwurf und dieser Entwurf aus dem Jahr 1830 zeigt fast das heutige Schloss im Stil der norditalienischen Renaissance-Kastelle.

Gebaut wurde das Schloss erst ohne den Rundturm, er wurde erst Ende des Jahrzehnts wieder in die Pläne aufgenommen. Das Schloss hatte nun einen quadratischen Grundriss mit dem hochaufragenden Mittelturm. 1845 wurde die gusseiserne Wendeltreppe, eine Meisterleistung des Eisenkunstgusses im Turm eingebaut. Es wurde keine Kosten gescheut und auch die Innendekorationen waren ausgesprochen prächtig im Stil ihrer Zeit. Der 1851 eingebaute saalhohe Kamin im Marmorssal ist nur ein Beispiel.

Bereits im 19. Jahrhundert konnte das Schloss von der Öffentlichkeit besichtigt werden, sofern die Fürstenfamilie abwesend war. Granitz blieb bis 1945 in den Händen der Familie. In den letzten Kriegswochen wurde es mit Flüchtlingen belegt. Von der russischen Armee geplündert, wurde das Schloss nach dem Krieg enteignet, es wurde als Museum für Jagd- und Naturkunde genutzt.
In den 60er Jahren wurde Granitz unter Denkmalschutz gestellt und fortwährend restauriert, die letzten großen Arbeiten fanden in den Jahren 2011 bis 2014 statt. Die Kosten beliefen sich auf fast 8 Millionen Euro.

Im Inneren des Schlosses gibt es Jagdtrophäen, historische Möbelstücke sowie wechselnde Ausstellungen zu sehen. Man erfährt in den Räumen viel über die Geschichte des Schlosses und der Putbuser Fürstenfamilie und kann (sofern man schwindelfrei ist) über die 154 Stufen der freitragenden Wendeltreppe den 38m hohen Mittelturm besteigen. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Insel Rügen und bei guter Sicht sogar bis nach Usedom.

Mit jährlich rund 150.000 Besuchern gehört die Anlage zu den am häufigsten besuchten Schlössern Mecklenburg-Vorpommerns und wird von der Landesbehörde „Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern“ verwaltet.

Das Jagdschloss kann man über Rad- und Wanderwege erreichen, oder man nutzt den Jagdschlossexpress vom Ostseebad Binz.
Regelmäßig von Mitte April bis Mitte Oktober finden bei Vollmond die beliebten Mondscheinwanderungen statt. Die Wanderung startet am Abend in Binz und führt dann etwa vier Kilometer durch den Wald der Granitz zum Schloss, wo eine Führung mit Turmbesteigung den Ausflug krönt.

Tip der Redaktion:
Sollten Sie mehrere Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern besuchen wollen, empfielt sich der Kauf des Verbundtickets „8 auf einen Streich“ für 22,00€.

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Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 6,00 €
Ermäßigt: 4,00 €
Kinder unter 18 Jahre: Eintritt frei

Führungen
öffentliche Führung: 4,00 € zzgl. Eintritt
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Januar bis März:
Dienstag bis Sonntag von 10:00h bis 16:00h

April:
täglich von 10:00h bis 17:00h

Mai bis September:
täglich von 10:00h bis 18:00h

Oktober:
täglich von 10:00h bis 17:00h

November und Dezember:
Dienstag bis Sonntag von 10:00h bis 16:00h