Lesetipp: „Die Gärten der Loire-Schlösser“ von Hervé Lenain und Barbara de Nicolaÿ

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Die Schlösser der Loire regen nicht nur wegen ihrer Architektur zum Träumen an, sondern zunehmend auch wegen ihrer Gärten.

Einige haben sie sogar zu ihrer Hauptattraktion gemacht: Villandry und seine Renaissancegärten, Chaumont-sur-Loire und sein internationales Gartenfestival, Le Rivau und seine Märchengärten oder auch Chambord, das sich auf spektakuläre Weise verwandelt hat, indem es 2017 seine französischen Gärten zurückerhielt.

Andere, weniger bekannte Gärten, wie die von Gilles Clément gestalteten Gärten von Schloss Beauregard, Chamerolles oder Cheverny, sind allein schon eine Reise wert.

Buchcover Die Gärten der Loire-Schlösser von Hervé Lenain und Barbara de Nicolaÿ © Ulmer Verlag
Buchcover Die Gärten der Loire-Schlösser von Hervé Lenain und Barbara de Nicolaÿ © Ulmer Verlag

Von Renaissancegärten zu französischen Gärten, von Gemüsegärten zu Obstgärten, von Blumenbeeten zu baumbestandenen Parks führt uns der Fotograf Hervé Lenain zu verschiedenen Jahreszeiten und mit beeindruckenden Drohnenaufnahmen durch diese magischen Orte, an denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Barbara de Nicolaÿ begleitet den Besuch mit einem kurzen, aber informativen Text, der die Neugierde von Gartenliebhabern befriedigen wird.

Verlag Eugen Ulmer (Hardcover)
Preis 39,95€
Bildband
ISBN: 978-3818613211
Ersterscheinung: 14.10.2021

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Welcher Gartenliebhaber träumt nicht von einer Reise in das Tal der Loire

Der „Garten Frankreichs“ - was für ein passender Beiname für diese Region, die seit dem Jahr 2000 die größte im UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnete Stätte Frankreichs ist. Französischen Könige residierten in prächtigen Schlössern und schufen Anlagen, die noch heute weltberühmt sind.

Die Gärten des Château de Chambord

Das Château de Chambord wurde von König Francois I als Jagdschloss gebaut und gilt heute als das größte und prächtigste aller Loire-Schlösser mit einer Besucheranzahl von fast 750.000 Menschen im Jahr. Bis auf das Dach kann man dem Gebäude steigen, von den Terrassen kann man, wie damals die Hofgesellschaften, die vielen Türmchen, Schornsteine und Giebel des Daches bewundern und das Treiben in der Umgebung des Schlosses beobachten.

Und deshalb wundert es, dass die Gärten erst mit Louis XIV geplant wurden und erst im 19. Jahrhundert wirklich Anstrengungen unternommen wurden, den Morast des Gebietes durch Drainage in einen Park zu verwandeln. Immer wieder wurden sie vernachlässigt und erst 2017 ist die letzte große Instandsetzung abgeschlossen worden.

Auf 6 Doppelseiten zeigen uns die Photographien in welcher Schönheit die Gärten das Schloss umschmeicheln. Bei der Gewaltigkeit des Schlosses sind Luftaufnahmen die einzige Chance den komplexen Aufbau und das Zusammenspiel von Architektur und Garten zu verstehen.

Die Broderien barocker Gärten waren oft mit Buchsbaum eingefasst. Wie man in Chambord der Gefahr des Buchsbaumkäfers begegnet? Nun, diesem Thema widmet sich nur ein Nebensatz, aber hier merkt man, dass Barbara de Nicolaÿ in ihrem eigenen Schlossgarten zu diesem Thema wohl schon die eine oder andere Erfahrung gesammelt hat.

400 Schlösser und fast genauso viele Gärten

Über 3 Regionen - vom Burgund über das Centre-Val de Loire und das Pays de la Loire erstrecken sich die über 400 Schlösser der Loire. Kein noch so umfangreiches Buch wird alle abbilden wollen. Auf die Auswahl kommt es an. So wie der Reisende auf seiner Rundreise Schwerpunkte setzen muss, so haben auch die Autoren aus der Fülle der Schlossgärten ihre Favoriten gewählt.

Die bekanntesten Gärten im französischen Stil

Ein paar Hauptwerke, die auf gar keinen Fall fehlen dürfen, müssen dabei sein, wie Chambord, Chenonceau und Azay-le-Rideau.

Während hier das Interesse zwischen Schloss und Garten noch geteilt ist, ist in Villandry die Angelegenheit ganz einfach: "Hier schlägt das Gartenherz des Loire- Tals".

Ganze acht Doppelseiten - eine schöner als die andere - werden dem Leser präsentiert. Die Drohnenaufnahmen des "Küchengarten" - mit seinen neun gleich großen quadratischen Beeten, die 2x im Jahr mit 40 Gemüsesorten bepflanzt werden- enthüllen aus der Luft das Bild des riesigen und bunten Schachbretts, welches sie sind.

Der Besucher vor Ort kann von einer Aussichtsplattform am Rand der Gärten einen zauberhafte Aussicht auf die gesamte Anlage werfen, aber die Komplexität und vollendete Schönheit erkennt man erst mit solchen Aufnahmen.

Die bekanntesten Gärten im englischen Stil

Dann fehlen noch die Landschaftsparks im englischen Stil: Das Château de Chaumont- einst nur der Trostpreis für Diane de Poitiers, nachdem sie ihr geliebtes Chenonceau verlassen musste- besitzt nach ruinösen Umgestaltungen im 19. und 20. Jahrhundert einen Landschaftspark mit sanften Hügeln, einzelnen Bäumen und Baumgruppen.

Seit dem Jahr 1992 präsentieren sich alljährlich im Rahmen der „Internationale Gartenschau von Chaumont“ von Mitte Juni bis Mitte Oktober rund 30 Landschaftsgärtner aus verschiedenen Ländern mit ihren Entwürfen und den Prototypen der Gärten von morgen. Einige dieser "Gärten auf Zeit" finden sich auch im Buch.

Warum dieses Buch?

Insgesamt 23 Gärten werden in diesem eindrucksvollen Bildband vorgestellt, französischer und englischer Stil, geometrisch oder Wildwuchs, mit Gemüsegärten und duftende Rosensträucher. Nutzen Sie das Buch als Vorbereitung, damit sie die für Sie "richtigen" Gärten nicht verpassen und lassen Sie sich von den klugen Begleittexten informieren - man versteht die Gärten dann so viel besser.

Ein Profi- Fotograf hat neben seinem Können das Privileg viel Zeit und Muße für das perfekte Foto zu haben. Als Besucher ist man wahrscheinlich nie allein in den Gärten oder die Sonne - wenn sie denn scheint, steht nicht immer optimal. Das Wissen um so ein Buch macht es Ihnen vielleicht vor Ort leichter ihre eigene Kamera in der Tasche zu lassen, um die Gärten einfach mit allen Sinnen zu genießen.

Und für Leser, für die die Loire- Schlösser und ihre Gärten ein unerreichbarer Traum bleiben - eine Reise zwischen Buchdeckeln kann nie das gleiche sein, aber mit diesem Buch kommt man schon ganz nah dran.

Hat mir das Buch gefallen? Mein Lieblingsgarten und somit quasi der Goldstandart ist der des Château du Rivau. Als ich die Bilder von Hervé Lenain sah, fühlte ich mich sofort zurückversetzt in dieses besondere Paradies - die summenden Bienen, die Sonne und die Blumen. Die Antwort lautet also: Oui, absolument!

Über die Autoren:

Hervé Lenain, Fotograf und Liebhaber von Natur und Pflanzen, hat sich auf fotografische Porträts französischer Kulturdenkmäler und Gärten spezialisiert. Mit Sitz in Zentralfrankreich arbeitete er zwei Jahre lang zu verschiedenen Jahreszeiten an diesem Thema.

Barbara de Nicolaÿ kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann um den Erhalt von Schloss Le Lude. Die große Gartenkennerin und -liebhaberin hat die Gartenanlagen dieses Anwesens neu erschaffen und richtet dort alljährlich ein Gartenfestival aus

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