Pillnitzer Schlossmuseum: „GEFANGEN, GELITTEN, GEFEIERT“

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Wann
22.05.2015 - 20.09.2015
10:00 - 18:00

Location
Schloss Pillnitz
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden
Sachsen

Deutschland

Kategorie(n)


Sachsen 1815 – der König kehrt zurück

Das Schlossmuseum Pillnitz blickt auf ein vergessenes Schlüsselereignis der sächsischen Geschichte: Vor 200 Jahren, am 7. Juni 1815, kehrte König Friedrich August I. aus preußischer Gefangenschaft zurück. Die vom Volk bejubelte Heimkehr steht am Anfang einer neuen Identitätsfindung Sachsens. Der tragische König wurde zum sächsischen Volkshelden stilisiert, und die neuen Landesfarben Weiß-Grün traten ihren Siegeszug an.

Mit über 100 Exponaten von zwanzig Leihgebern führt die Pillnitzer Sonderausstellung „GEFANGEN, GELITTEN, GEFEIERT. Sachsen 1815 – der König kehrt zurück“ zurück in diese bewegte Zeit von Niederlage und Neuanfang, und macht in dieser Form erstmals bis heute prägende Wurzeln sächsischer Mentalität sichtbar.

Neben der ältesten weiß-grünen Fahne sind seltene weiß-grüne Original-Kokarden und das Kleid einer Jungfrau zu sehen. Zusammen mit Originaldokumenten der Zeit, Abzeichen und Medaillen zeichnen sie ein Bild der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts, der Geburtsstunde des neuen weiß-grünen Nationalgefühls. Die ersten Sachsenlieder, volkstümliche Bilder, Grafiken und eine Schießscheibe, die extra für die Begrüßung der Königsfamilie angefertigt wurde, werden präsentiert. Sehr seltene Exponate, wie ein Nadelstichbild mit dem Herold bei Ausrufung des Königreiches Sachsen, wertvolles Sevrés-Porzellan aus der Napoleonischen Schenkung und Grafiken, die das Leid der Dresdner Bevölkerung 1813 zeigen, ergänzen die Schau.

Die Sonderausstellung fokussiert drei Themenbereiche:

GEFANGEN: Um Schaden vom Land abzuwenden und durch die militärischen Umstände gezwungen, hält König Friedrich August I. bis zum Schluss Napoleon die Treue. Nach der Niederlage der Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wird er von den alliierten Siegern gefangen genommen und nach Berlin verbracht.

GELITTEN: Die Gefangenschaft des Königs dauert rund zwanzig Monate. Tatenlos muss Friedrich August I. den Verhandlungen des Wiener Kongresses zuschauen, in denen über Sachsens Zukunft verhandelt wird. Am Ende steht die Teilung des Landes, das zwei Drittel seines Gebietes und ein Drittel seiner Bevölkerung an Preußen verliert.

GEFEIERT: Mit dem Abschluss des Wiener Friedensvertrages 1815 atmet das kleine Rest-Sachsen auf. Die preußisch-russischen Besatzer müssen das Land verlassen. König Friedrich August I. kehrt am 7. Juni 1815 unter großem Jubel nach Dresden zurück. Die Sachsen feiern Frieden, Selbstbestimmung und die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand.

Die Sonderausstellung im Pillnitzer Schlossmuseum hat vom 22. Mai bis 20. September geöffnet. Das „Tagesticket Schloss & Park Pillnitz“ ist für 8,00 €, ermäßigt 6,00 € erhältlich, Kinder unter 17 Jahren haben freien Zutritt. Das Ticket berechtigt zum Besuch des Schloss- und des Kunstgewerbemuseums, des Schlossparks und des Palmenhauses.

Rückblick in die Geschichte

Am 18. Mai 1815 wird der „Friedensvertrag“ in Wien unterzeichnet und drei Tage später durch den König ratifiziert. Das Königreich Sachsen verliert 57 Prozent seines Territoriums und ca. 800 000 der zwei Millionen Einwohner an den Erzfeind Preußen. Am 7. Juni 1815 kehrt König Friedrich August I. von Sachsen mit seiner Familie nach fast 20 Monaten Gefangenschaft und Exil in die Heimat und in die Residenzstadt Dresden zurück. Sein altes Sachsen existiert nicht mehr…

Für Friedrich August I., seit 1806 König von Sachsen, unerwartet, wird seine Rückkehr zum Triumph. Allerorten feiern die Rest-Sachsen das Ende der Besatzung und die Wiedergeburt ihres geschundenen Heimatlandes. In Weiß-Grün heißen sie ihren König, der den Beinamen „der Gerechte“ trägt, euphorisch willkommen. Mit weiß-grünen Kokarden, Kränzen und Schärpen sowie mit eisernen Ringen, die das Konterfei Friedrich August des I. tragen, zeigen die Menschen ihre Verbundenheit und Loyalität mit Heimatland und König. Überall wird er mit Gesang, Gebeten, Gedichten, Blumen und Festlichkeiten begrüßt. Große Triumphbögen werden schon Tage im Voraus errichtet – in Dresden wird eigens ein Verein zur Durchführung der Feierlichkeiten gegründet –, auf ihnen erwarten Jungfrauen den Königstross, um Blütenblätter auf ihn regnen zu lassen. Es ist die Geburtsstunde der neuen sächsischen Landesfarben und die mentale Geburtsstunde eines neuen Landes, des Königreichs und späteren Freistaates Sachsen.

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung

Im Ausstellungszeitraum werden Führungen mit der Kuratorin Iris Kretschmann angeboten: Freitag, 29.05. um 17:00 Uhr; Mittwoch, 17.06. um 17:00 Uhr; Samstag, 25.07. um 15:00 Uhr; Freitag, 14.08. um 17:00 Uhr und Samstag, 22.08. um 15:00 Uhr. Die Kuratorenführungen sind im Tagesticket inklusive, um Anmeldung wird gebeten (0351-2613260, pillnitz@schloesserland-sachsen.de).

Anlässlich des 200. Jahrestages der Heimkehr des Königs am Sonntag, dem 7. Juni 2015, finden im Pillnitzer Schlossmuseum 11:00 Uhr ein Vortrag mit Dr. André Thieme (Bereichsleiter Museen der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH), 13:30 Uhr eine Kuratorenführung mit Iris Kretschmann und 15:30 Uhr ein Chorkonzert mit dem Männerchor Dresden-Striesen, der u.a. das Sachsenlied singt, statt.

TIPP: Mit dem Pillnitzer Sonderausstellungsticket erhalten Besucher in Schloss Nossen ermäßigten Eintritt zur Sonderausstellung „Auf der falschen Seite. Die Teilung Sachsens 1815 und der sächsische Adel“ (Ausstellungszeitraum bis 11. Oktober 2015). Die Ermäßigung gilt auch für die Pillnitzer Sonderausstellung bei Vorlage eines Tickets von Schloss Nossen.



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