Castelli di Bellinzona

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Castelgrande - Luftaufnahme © Redesign
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Castelgrande - mächtige Festung © Calicodesign
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Castelgrande - Blick vom Castello die Montebello © Paolo Ghedini
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Castello di Sasso - Corbaro Luftaufnahme © Redesign
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Castello di Montebello - Luftaufnahme © Redesign
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Castello di Montebello - wehrhafter Schildwall © Frederico Ghedini
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Wissenswertes über Castelli di Bellinzona

Lesezeit: 6 min

Die drei Castelli di Bellinzona sind eine Wehranlage auf den Hügeln in Bellinzona, dem Hauptort des schweizer Kantons Tessin. An einer Schlüsselposition zu den Alpenpässen St. Gotthard, Lukmanier und San Bernardino wurde hauptsächlich im 15. Jahrhundert eine Kontrolle der Zugangswege zu den Pässen errichtet. Die Stadt gilt als Tor nach Italien. Die drei Burgen Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro sowie die Stadtmauer und die Murata-Wehrmauer sind seit dem Jahr 2000 ein Welterbe der UNESCO.

Das Castello di Montebello und das Castello di Sasso Corbaro kann man bequem mit dem kleinen Touristenzug Artù erreichen. Zum Castelgrande gibt es von der Piazzetta Della Valle aus einen Lift.

Castelgrande
Die erste menschliche Besiedlung des Hügels von San Michele geht auf die Jungsteinzeit zurück. Im 4. Jahrhundert n. Chr. entstand dann die erste archäologisch bestätigte Festung. Im 5. Jahrhundert kamen die Langobarden von Süden und errichteten auf dem Hügel des Castelgrande eine größere Befestigungsanlage. Auch Dokumente aus dem 6. Jahrhundert bestätigen das Bestehen einer Festung. Im 11. und 12. Jahrhundert wurden vermutlich die Holzpalisaden durch Steinmauern ersetzt. Im 14. Jahrhundert tauchte erstmals der lateinische Name für Castelgrande, Castel Magnum, auf. Dies ist auch der heutige Name, selbst wenn die Burg während der eidgenössischen Besatzungszeit Castello di Uri (1630) oder Castello di Altdorf und im Jahr 1818 San Michele genannt wurde.

Bellinzona fiel im Jahr 1340 die Visconti aus Mailand, die Herzöge von Mailand wollten die Stadt mit ihrer wichtigen Lage nicht verlieren und begannen sie stark zu befestigen. Am Ende des 15. Jahrhunderts griff Louis XII. von Frankreich Bellinzona an und konnte es in Besitz nehmen und mit 1.000 Mann besetzen. Im Jahr 1516 kam es zum "Ewigen Frieden" zwischen dem Königreich Frankreich und den Alten Orten der Eidgenossenschaft. Bellinzona wurde offiziell von den Franzosen an die Schweizer abgegeben.

Der gegenwärtig sichtbare Gebäudekomplex geht auf verschiedene Epochen zurück: Die Bauten aus dem 13. Jahrhundert wurden von 1473 bis 1486 in der «mailändischen«» Phase überbaut, auf die Anfang des 17. Jahrhunderts Wiederherstellungsarbeiten und im 19. Jahrhundert mehrere große Baumaßnahmen folgten. Das heutige Aussehen ist das Resultat der letzten Restaurierungsarbeiten (1984-1991), unter dem Architekten Aurelio Galfetti. Die Zinnen-Ringmauer ist in 3 Abschnitte unterteilt. Von einem dieser Abschnitte aus erstrecken sich 2 Mauerausläufer direkt bis in die Stadt. Einst waren diese Befestigungsanlagen mit den vom Castello di Montebello bergab führenden Festungsmauern verbunden.

Auf der anderen Seite schließt sich an das Castelgrande die Wehrmauer «Murata» an. Die gegen Ende des 14. Jahrhunderts erbaute Murata wurde zwischen 1486 und 1489 von den Sforza durch eine Brücke über den Fluss und einen mächtigen Turm, die Torretta, ausgebaut, die jedoch beide im Jahr 1515 von der «Buzza di Biasca» (Bergsturz von Biasca) zerstört wurden.

Sehenswert sind vor allem das Historische und Künstlerische Museum mit seinen bemalten Deckenpaneelen aus dem Cervia des 15. Jahrhunderts. Im Kernbau des Castelgrande kann man das Museo besuchen und eine Diashow betrachten. Im «Sala Arsenale» der Burg werden heute auch temporäre nationale und internationale Messen und Ausstellungen zu verschiedenen Themen veranstaltet, die Sie auf keinen Fall versäumen sollten.

Der 27 Meter hohe Torre Bianca (erbaut 1250-1350), bietet von seiner Spitze einen 360°-Panoramablick, im 28 Meter hohe Torre Nera (erbaut 1310), befindet sich heute ein "Escape Room", der die «Gefangenen» nicht auf ewig gefangen halten soll, sondern eine Flucht innerhalb einer bestimmten Zeit schon im Namen trägt. Im Außenbereich ermöglicht ein Sinnenparcours den kleinen wie auch großen Besuchern, barfuß auf Entdeckung zu gehen.


Castello di Montebello
Vom Hügel Montebello aus, auf dem das zweite Castello von Bellinzona 90 Meter über der Stadt thront, kann man auf das Castelgrande hinunterblicken. Von hier aus verliefen die Mauern, die einst die Altstadt umfingen. Teile dieser Ringmauer existieren auch heute noch.

Der älteste Bauteil stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Die erstmalige Erwähnung stammt aus dem Jahr 1313. Er soll von den Rusca, einer reichen Kaufmannsfamilie aus Como, erbaut worden sein. Nachdem Bellinzona an die Mailänder gefallen war, gestatteten ihnen die Visconti nur Montebello als privaten Besitz zu behalten. Die äußeren Burghöfe mit ihren Türmen wurden im 14./15. Jahrhundert errichtet und verdanken ihre heutige Form den Baumeistern der Sforza-Zeit am Ende des 15. Jahrhunderts. Ursprünglich hatte die Burg den Namen Castello Piccolo (1457-1472) oder Castello di Montebello. Unter der eidgenössischen Besatzung wurde sie auf Burg Schwyz und später, 1818, auf S. Martino umgetauft.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam die Burg in den Besitz der Familie Ghiringhelli. 1903 wurde sie aus Anlass der 100-jährigen Unabhängigkeit des Tessins vom Kanton erstanden und restauriert.

Im Inneren des Schlosses zeigt der neue Ausstellungsrundgang Archeologia Montebello die Geschichte des mittelalterlichen Herrenhauses und die Restaurierungsarbeiten, sowie die wichtigsten Etappen, die die Geschichte der Menschheit geprägt haben.

Ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis erwartet einen - nach Anmeldung- in den Kellergewölben: Die Herstellung der Salami der Burgen von Bellinzona, die hier reift. Von diesem Castello aus können Sie zu jeder Jahreszeit eine herrliche Aussicht genießen.

Castello di Sasso Corbaro
Die Burg thront auf 230 Metern oberhalb von Bellinzona und bietet einen fantastischen Panoramablick über die Stadt und das Rivieratal hinweg bis zum Pizzo di Claro und gegen Süden bis zum italienischen Becken des Lago Maggiore. Sie ist als einzige der drei Burgen nicht mit den übrigen Wehranlagen verbunden und ist deutlich kleiner und kompakter als die anderen Anlagen.

Der Name dieser Festung basiert auf ihrer geografischen Lage: Das Castello befindet sich auf einem felsigen Vorsprung, der so dunkel ist wie die Federn der Raben (die dialektale Bezeichnung für «Rabe» ist «corbatt»). Es handelt sich hierbei um ein typisches Sforza-Schloss. Neben dem viereckigen Innenhof, der von hohen Mauern mit einer Seitenlänge von rund 25 Metern umgeben ist, gibt es auch einen massiven Hauptturm mit 4,7 Metern dicken Mauern, sowie den Beobachtungsturm. Das Erbauungsdatum dieser Burg war das Jahr 1479. Die Festung wurde in etwas mehr als 6 Monaten vom Architekten und Militäringenieur Benedetto Ferrini errichtet und war so konzipiert, dass sie mit den anderen Bellinzona Burgen eine Verteidigungslinie bildete, die den Durchzug der Eidgenossen in Richtung Mailand verhindern sollte. Unter der eidgenössischen Besatzung hieß die Burg Castello di Unterwalden, ab dem Jahr 1818 war auch die Bezeichnung Castello di Santa Barbara geläufig.

1870 überließ der Kanton Tessin die Ruine einer privaten Gesellschaft, die hier ein Hotel errichten wollte. Später wurde die Burg an einige Bellenzer Familien verpachtet, die sie zu einer Sommerresidenz umgestalteten. Durch die von der Architektin Paola Piffaretti durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen (2004-2006) kommt das Potenzial der Burg mit all ihren Besichtigungsmöglichkeiten heute voll zur Geltung. Im Innenhof lädt die Osteria Sasso Corbaro die Besucher zum Verweilen ein und bietet ihren Gästen erlesene kulinarische Köstlichkeiten.

Wir danken den Verantwortlichen des InfoPoint Bellinzonese für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Der Bellinzona-Pass ist ein Kombi-Ticket, das den Zugang zu den drei Burgen von Bellinzona UNESCO-Weltkulturerbe und zur Villa dei Cedri, die von Mittwoch bis Sonntag geöffnet ist, ermöglicht.

Erwachsene: 28,00CHF
Kinder (6 bis 16 Jahre): 18,00CHF
Familien (2 Erwachsene & 3 Kinder): 70,00CHF

Der Eintritt Castelgrande & Sasso Corbaro kostet 15,00CHF.
Der Eintritt Montebello & Castelgrande kostet 10,00CHF.
(Stand 2021)
Öffnungszeiten
Castelgrande
01.April 2021 bis 07.November 2021: 10:00h bis 18:00h
08.November bis 31.März 2022: 10:30h bis 16:00h
Castelgrande ist das einzige Burg, die im Winter geöffnet ist.

Burg Montebello & Burg Sasso Corbaro
01.April 2021 bis 07.November 2021: 10:00h bis 18:00h
08.November bis 31.März 2022: geschlossen

Während der Winterperiode können bei den Schlössern von Montebello und Sasso Corbaro nur die Außen- und Innenhöfe besichtigt werden.
(Stand 2021)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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