Kasteel Amerongen

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Wissenswertes über Kasteel Amerongen

Lesezeit: 5 min

Das Kasteel Amerongen hat eine bemerkenswerte Geschichte, die Ende des 13. Jahrhunderts begann. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss von vielen verschiedenen Familien bewohnt, am dauerhaftesten von der Familie Van Reede, die es Mitte des 16. Jahrhunderts erwarb. Nachdem französische Truppen 1673 die Burg niedergebrannt hatten, wurden Pläne für den Wiederaufbau erstellt. Aus der Asche entstand ein Herrenhaus im Stil des niederländischen Barock. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Schloss in den Besitz der Familie Van Aldenburg Bentinck. Das Schloss ist von historischen Gärten umgeben und liegt am Fuße des malerischen Dorfes Amerongen.

Ursprünglich war die Burg ein Wohnturm aus dem dreizehnten Jahrhundert. Die Brüder Henric und Diederic Borre erhielten 1286 von dem niederländischen Grafen Floris V. die Erlaubnis, "ein Haus zu bauen". Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Haus von einem wehrhaften Wohnturm zu einer Burg mit Türmen ausgebaut. Sie wurde allerdings in ihren frühen Jahren mehrmals zerstört und wieder aufgebaut.

Im sechzehnten Jahrhundert ließ sich Goert van Reede auf der Burg nieder. Die Familie Van Reede blieb mehr als drei Jahrhunderte lang Eigentümerin. Im Jahr 1673 wurde das Schloss, das damals Godard Adriaan van Reede und Margaret Turnor gehörte, von den französischen Truppen Ludwigs XIV. niedergebrannt. Ein niederländisches klassizistisches Wasserschloss aus Backstein wurde auf den alten Fundamenten gebaut, wie man es heute noch bewundern kann.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts schmückte Henriette Gräfin von Nassau Zuylestein das Innere des Schlosses entsprechend den Moden der Zeit mit schönen Möbeln und Schränken, die mit Porzellan, Silber und Damast gefüllt waren. Als die französische Armee 1795 in die Niederlande einmarschierte, reiste die Familie van Reede mit Stadthalter Wilhelm V. nach England. Der Wegzug der Familie van Reede nach England bedeutete eine lange Abwesenheit der Besitzer von Schloss Amerongen.

Erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde das Schloss wieder bewohnt. Der Besitz der Familie Van Reede wurde an die Familie van Aldenburg Bentinck übertragen. Mit Aufmerksamkeit und Leidenschaft für den authentischen Charakter ließ Graf van Aldenburg Bentinck das Schloss an die Anforderungen seiner Zeit anpassen. Der Architekt Pierre Cuypers wurde um 1900 beauftragt, eine Reihe von Räumen anzupassen und zu verschönern.

Von 1918 bis 1920 residierte der deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) in Schloss Amerongen.

1977 übergab die Familie van Aldenburg Bentinck das Schloss an die Stiftung Schloss Amerongen mit dem Ziel, das Schloss zu erhalten und für die Öffentlichkeit zu öffnen.

Kasteel Amerongen ist noch immer so eingerichtet, wie die Bewohner es 1977 verlassen haben. So vermittelt es ein schönes Bild des Lebens einer Adelsfamilie vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Der Große Salon
Der Grand Saloon ist der Mittelpunkt des Schlosses. Hier wurden wichtige Gäste empfangen. Henriëtte van Nassau-Zuylestein (1688-1759) verlieh Schloss Amerongen eine königliche Ausstrahlung. Sie war es, die das Deckengemälde mit der Göttin Aurora in Auftrag gab. Vermutlich war sie auch diejenige, die die außergewöhnlich schönen Intarsienmöbel aus der Zeit um 1700 erwarb. Diese werden dem Amsterdamer Schreiner Jan van Mekeren zugeschrieben.

Gobelin-Saal
Dieser Raum wurde von Pierre Cuypers (1827-1921) neu dekoriert. Um 1900 wurden die schönen Wandteppiche aus dem 18. Jahrhundert aufgehängt, nach denen der Raum benannt ist. Der beliebte Blumenmaler Justus van Huysum (1659-1716) malte das Bild über dem Kaminsims. Der von 1918 bis 1920 auf dem Schloss residierende deutsche Kaiser Wilhelm II. unterschrieb auf dem in diesen Raum stehenden Schreibtisch am 28. November 1918 seine Abdankung.

Bibliothek
Diese Bibliothek ist eine der wenigen noch existierenden Adelsbibliotheken. Anna Elisabeth van Tuyll van Serooskerken (1745-1819), die kleine Annebetje für ihre Freunde, leistete wichtige Beiträge zur Bibliothek. Ihr Porträt hängt gegenüber dem Eingang der Bibliothek. Die Sammlung von Büchern ist vielfältig und ein schönes Beispiel dafür, was man damals glaubte, über das man Bescheid wissen sollte. In den Regalen stehen wertvolle und einzigartige Bücher, wie z.B. ein topographischer Atlas von 1724 und in Pergament gebundene Bücher mit handgeschriebenen medizinischen und Küchenrezepten aus dem 18.

Eingangshalle
Diese Eingangshalle ist mit einer schönen bemalten Decke ausgestattet, die 1685 von Willem van Nijmegen geschaffen wurde. Der Kern des Gemäldes besteht aus dem Wappen der Allianz von Godard Adriaan van Reede (1621-1691) und Margaretha Turnor (1613-1700). Im Schild sieht man das Wappen der Hohen Lordschaft von Amerongen. Der kleine Elefant unten verweist auf den dänischen Elefantenorden, den Godard als Diplomat nach einer erfolgreichen Mission für den König von Dänemark erhielt.

Speisesaal
Um 1900 wurde der Speisesaal von dem berühmten Architekten Pierre Cuypers (1827-1921) mit neuen Täfelungen und einer neuen Decke ausgestattet. In diesem Speisesaal ist vor allem das Porzellan bemerkenswert. Es handelt sich um ein einzigartiges Set von Wedgwood-Porzellan, das von Anna Elisabeth van Tuyll van Serooskerken (1745-1819) erworben wurde. Das Wedgewood ist mit dem Buchstaben A geschmückt, der sich auf den Titel des Earl of Athlone bezieht, den irischen Titel, der 1691 Godard van Reede van Ginkel verliehen wurde.

Bentinck-Zimmer
In der Umgebung der Galerie befinden sich einige Wohnungen, in die sich die Bewohner zurückziehen könnten. 1920 heiratete der Adjutant des deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859-1941), Sigurd von Ilsemann (1884-1952), die Tochter des Grafen, Elisabeth van Aldenburg Bentinck (1892-1971). Sie hatten drei Kinder. Die Familie ist auf dem großen Gemälde dargestellt, zu der Zeit war ihr jüngstes noch nicht geboren.

Galerie
Die bemalte Decke und die Wände wurden von Pierre Cuypers (1827-1921) entworfen. An den Wänden hängen in der obersten Reihe die Porträts der Herren und Damen von Amerongen. In die kurze Seite der Balustrade ist ein Phönix geschnitzt, ein mythischer Vogel, der der Legende nach immer wieder aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wurde. Er ist ein Symbol für das Schloss, das nach der Zerstörung von 1673 wieder aufgebaut wurde. Das Prunkstück der Empore, die Bätz-Orgel, wurde 1780 bestellt und 1813 geliefert. Sie ist immer noch in Gebrauch.

Wir danken den Verantwortlichen von Kasteel Amerongen für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Erwachsene: 12,50€
Kinder (5 - 18): 6,00€
Kinder (0 - 4): kostenfrei

(Stand 2020)
Öffnungszeiten
November bis März:
Montags, dienstags und mittwochs geschlossen.
Donnerstag, Freitag und Samstag: 11:00h bis 15:00h
Sonntag: 12:00h bis 15:00h

April bis Oktober
Montags geschlossen
Dienstag bis Samstag: 11:00h bis 16:00h
Sonntag: 12:00h bis 16:00h

Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
(Stand 2020)
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