Huis Doorn

Huis-Doorn_Luftbild
Luftbild des Schlosses © Huis Doorn
Huis-Doorn_Rueckansicht
Seitenansicht © Huis Doorn
Huis-Doorn_Salon
Salon © Huis Doorn
Huis-Doorn_Speisezimmer
Speisesaal © Huis Doorn
Huis-Doorn_Arbeitszimmer
Arbeitszimmer © Huis Doorn
Huis-Doorn_Bibliothek
Bibliothek © Huis Doorn
Huis-Doorn_Graben-und-Bruecke
Brücke und Eingang © Huis Doorn
Karte
Wissenswertes über Huis Doorn

Lesezeit: 5 min

Huis Doorn verdankt seine Bekanntheit vor allem der Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. Wilhelm II flüchtet nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg in die neutralen Niederlande. Er wohnt auf dem Landgut in der Nähe von Utrecht von 1920 bis an sein Lebensende. Er war umringt mit Objekten der Vergangenheit.

Wilhelm II
Der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II., wurde als Friedrich Wilhelm Victor Albert am 27. Januar 1859 im Kronprinzenpalast in Berlin geboren. Wilhelm hatte eine schwierige Jugend wegen seiner Behinderung; der linke Arm war so gut wie gelähmt und blieb im Wachstum zurück. Im Jahre 1881 heiratete er Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg. Das Ehepaar erhielt sieben Kinder, sechs Söhne und eine Tochter. Im Jahre 1888 folgte Wilhelm II. seinem Vater als Kaiser nach.
Der Verlust des Ersten Weltkrieges, der am 1. August 1914 ausbrach und am 9. November 1918 beendet wurde, hatte für Wilhelm tief greifende Folgen. Er floh auf Anraten seiner militärischen Berater in die neutralen Niederlande. Dort sollte er, zunächst in Amerongen und später in Doorn, bis an seinen Tod als Exilierter verbleiben. Die Kinder und ihre Familien wohnten und arbeiteten nach wie vor in Deutschland.
Auguste Viktoria verschied 1921. Ein Jahr nach ihrem Tode verheiratete Wilhelm sich wieder mit der Witwe Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath.

In Doorn beschäftigte Wilhelm sich hauptsächlich mit Gartenarbeit, spazierte in seinem Park und im Dorf mit seiner Gattin und seinen Hunden, studierte Archäologie und Geschichte und schrieb seine Memoiren nach Beratung mit seinen Offizieren.

Huis Doorn
Im Jahre 1919 erwirbt er das Haus, eine ursprünglich aus dem vierzehnten Jahrhundert stammende Wasserburg. Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurde sie in ein elegantes Landhaus umgebaut. Der Kaiser lässt es teilweise umbauen und mit allem modernen Komfort versehen. Auch der ursprünglich englische Park genießt seine volle Aufmerksamkeit.

Die Einrichtung von Huis Doorn stammt aus den Berliner und Potsdamer Schlössern. Prächtige Möbel, Gemälde und Silber ermöglichen es dem fürstlichen Asylanten nach seinem Stil zu leben. Sie bilden die Kulisse für die tagtägliche Hofkultur in Taschenformat.

Heutzutage ist die kaiserliche Residenz ein Museum. Die ursprüngliche Einrichtung ist intakt geblieben und zeigt dem Besucher eine authentische Vorstellung der fürstlichen Wohnkultur. Während der Führungen bringen die Führer die Geschichte des Kaisers zum Leben. Auch erklären sie den Gästen die Hintergründe dieser einzigartigen Kunstsammlung.

Zur Einrichtung des Hauses Doorn erhielt Wilhelm II. Zustimmung, aus den Inventaren seiner vielen Schlössern in Deutschland eine Auswahl zu treffen. Im Jahre 1920 wurden diese Objekte in 59 Eisenbahnwagen in die Niederlande befördert. Haus Doorn birgt daher die größte Sammlung deutsche Kunst und angewandte Kunst außerhalb Deutschland. Es betrifft hier insgesamt mehr als 30.000 Objekte. Ein Teil davon ist in Haus Doorn zu sehen, ein anderer Teil befindet sich im Depot.

Wilhelm hatte einen ausgesprochenen Geschmack. Er verzichtete auf moderne Kunst. Dagegen liebte er die barocke Kunst seiner Vorfahren, sowie Friedrich des Großen. Die riesige Sammlung enthält viel Silber und Porzellan, Gemälde und Möbel aus dem 17. und 18. Jahrhundert, und zeigt die verschiedenen Stadien des Barock. So verfügt das Haus zum Beispiel über eine umfangreiche Sammlung aus der Rokokozeit.

Silber
Die Silbergegenstände sind namentlich prachtvolles Tafelsilber, im Speisesaal zu bewundern, wie auch silberne Prunkschalen, Zierbecher, Armleuchter, Tafelstücke, Kaffee- und Teeservice. Ein einzigartiges Objekt ist die sogenannte Kaisergabel, eine eigens für Wilhelm entworfene Gabel, mit der er, trotz seines behinderten Armes, doch leicht essen konnte.

Porzellan
Die Porzellansammlung enthält Porzellan aus China und Japan (Imari), wie auch Porzellan, das in Europa hergestellt wurde (u.a. Meißen, KPM). Davon hat Haus Doorn Kaffee-, Tee-, und Essgeschirr, Tafelstücke, einen Kronleuchter und Zierstücke wie Teller, Vasen, Schalen und Skulpturen.

Um den enormen Porzellanbedarf der Hohenzollern (die 28 Schlösser in Deutschland besaßen) zu decken, kauften sie 1763 eine eigene Porzellanfabrik, die Königliche Porzellan Manufaktur (KPM) in Berlin. Diese war bis Wilhelms Abdankung im Besitz der Hohenzollern. Im Speisesaal von Haus Doorn ist der Tisch entweder mit Neuosier- oder mit Buntbemaltesservice der Hohenzollern gedeckt. Diese Tischgeschirre waren sehr umfangreich (55-teilig in 5 verschiedenen Größen). Ein einzigartiges Prunkstück ist der Porzellankronleuchter, im Auftrag von Friedrich dem Großen angefertigt. Auch verfügt Haus Doorn über eine umfangreiche Sammlung Schnupftabakdosen vom gleichen Friedrich.

Neben dem von der KPM hergestellten Porzellan hat Haus Doorn eine umfangreiche Sammlung Meiβenporzellan im Besitz. Diese Teilsammlung besteht namentlich aus Tischservice, Tafelstücke und Vasen. Auch findet man in Haus Doorn Keramik von Villeroy & Boch und Wedgewoord.

Möbel
Haus Doorn zeigt in Taschenformat wie die enormen Schlösser der Hohenzollern in Deutschland eingerichtet waren und wie darin gelebt wurde. Es gibt eine enorme Vielfalt an Sofas, Stühlen, Tischen, Kommoden, Schränken und Uhren. Zu den schönsten Stücken gehören die mit Gold- und Silberbeschlag und Marketerie geschmückten Möbel von Johannes Zwiener und den Brüdern Spindler.

Wilhelm II. starb 1941 an den Folgen einer Lungenembolie. Er wurde auf dem Gelände von Haus Doorn beigesetzt, wo eigens zu diesem Zweck ein kleines Mausoleum gebaut wurde.

Wir danken den Verantwortlichen von Huis Doorn für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Kombinationskarte Huis Doorn und Pavillon

Erwachsene: 12,00 €
Kinder von 7 bis 18 Jahren: 6,00 €
Kinder bis zu 7 Jahren sind Kostenlos

Audioführung durch den Park: 5,00 €

(Stand 2020)
Öffnungszeiten
Donnerstag bis zum Sonntag von 13:00h bis 17:00h

Bis auf weiteres ist es erforderlich vor dem Besuch von Huis Doorn und dem Paviljoen Nederland im Ersten Weltkrieg online ein Ticket - mit einem Zeitfenster, in dem man das Museum Huis Doorn besuchen kann - zu kaufen.

Nach dem Kauf ist es nicht möglich, eine Reservierung zu stornieren. Es ist wichtig pünktlich zu sein, man sollte 20-30 Minuten vor der reservierten Zeit auf dem Anwesen eintreffen. Man braucht diese Zeit für die Kartenkontrolle und den Weg zum Museum. Das Ticket kann vor Ort bei Verspätung nicht umgebucht werden, es verfällt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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