Schloss Runkelstein

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Schloss Runkelstein
39100 Bozen

Italien

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Schloss Runkelstein - die Bilderburg

Auf einem Porphyrfelsen über der Stadt Bozen thront mächtig Schloss Runkelstein. Begonnen wurde mit dem Bau der Anlage im fernen Jahre 1237 unter den Adeligen Friedrich und Beral von Wangen. Runkelsteins Sternstunde schlug jedoch im Jahr 1385, als das bürgerliche Brüderpaar Franz und Niklaus Vintler die Burg erwarb.

Den Adeligen ihrer Zeit wollten sie in nichts nachstehen und ließen die gesamte Anlage mit einzigartigen Wandmalereien ausstatten. Diese sind ein außergewöhnliches Zeugnis der damaligen höfischen Welt, der adeligen Bekleidung und des Turnierwesens. Sie bilden heute den weltweit größten profanen Freskenzyklus des Mittelalters.

Die älteste Burganlage, von der noch ein bedeutender baulicher Bestand erhalten ist, wurde ab dem Jahre 1237 durch Angehörige der Familie von Wangen errichtet. Die Brüder Friedrich und Beral von Wangen und damit auch die Burg Runkelstein gehörten zum politischen Umfeld des Fürstbischofs von Trient. Der am Eingang des Sarntals gelegenen Porphyrfelsen wurde „runchenstayn" genannt. Die strategische wichtige Lage der Burg erlaubte es, die Verbindung von der Handelsstadt Bozen über das Sarntal nach Norden zu kontrollieren.

Deshalb wurde die Familie von Wangen auch in die Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof Heinrich von Trient und dem Grafen Meinhard II. von Tirol verwickelt, die den Bozner Raum in der zweiten Hälfte des 13. Jh. erschütterten. So wurde die Burg Runkelstein 1276/77 belagert und von den gräflichen Truppen eingenommen.

Die entmachteten Herren von Wangen erhielten ihren Besitz bis zu ihrem Aussterben nicht mehr zurück und Runkelstein wurden von den Landesfürsten verschiedenen Familien zu Lehen gegeben. Besonders interessant war dabei, dass Gottschalk Knoger die Burg zu Beginn des 14. Jh. besaß und vermutlich auch bedeutende bauliche Veränderungen vornehmen lies. Knoger war als Vertrauter Meinhards II. aus der Leibeigenschaft bis zum landesfürstlichen Richter von Enn aufgestiegen.

Im Jahre 1385 erwarb das Brüderpaar Franz und Niklaus Vintler die Burganlage. Sie waren reiche Bozner Kaufleute, die zum engsten Kreis der Tiroler Habsburger gehörten. Niklaus war zu einem bedeutenden Vertrauensmann, Finanzier und vor allem Ratgeber des Tiroler Landesfürsten Herzog Leopold III. aufgestiegen. Durch den Kauf einer Burg konnten die Vintler ihr Selbstbewusstsein ausdrücken und sich mittels ihres Reichtums der adligen Welt nähern. In Ihrem Lebensstil wollten sie mit dem des Adels konkurrieren, weshalb sie die Burg mit den heute noch erhaltenen profanen Fresken ausschmücken ließen. Heutzutage stellen die Fresken von Schloss Runkelstein den größten erhaltenen profanen Freskenzyklus des Mittelalters dar.

Darüber hinaus war die Burg mit Bauelementen ausgestattet, die das Leben nach den damaligen Maßstäben angenehmer machten: Abortanlagen ermöglichten einigermaßen hygienische Verhältnisse auf der Burg und in einer heute noch erhalten Zisterne konnte Wasser für Notfälle gespeichert werden.

Unter der Anleitung von Niklaus Vintler wurde ab 1390 das sogenannte Sommerhaus erbaut und Innen wie Außen mit Fresken ausgemalt. Die Themen im Sommerhaus waren durchaus literarischer Natur. An den Wänden wurden die Geschichten um König Arthurs Tafelrunde, um Tristan und Isolde, Garel von Blühenden Tal und Wigalois bildlich erzählt.

Der Bereich des nördlichen Innenhofes wurde mit der „Kaiserreihe" geschmückt; Darstellungen von ursprünglich einhundert Kaisern in Medaillons, deren Reste noch heute an der Südseite der Bogenhalle unter dem hölzernen Söller zu sehen sind.

Heute wird die Burg von der Stiftung Bozner Schlösser// Fondazione Castelli di Bolzano verwaltet. Wir bedanken uns für Photos und Texte. Die Rechte liegen dort.
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Sommer (16.03. bis 01.11.)
Dienstag bis Sonntag: 10:00h bis 18:00h (letzer Einlass um 17:30h)

Winter (02.11. bis 15.03.)
Dienstag bis Sonntag: 10:00h bis 17:00h (letzer Einlass um 16:30h)

(Stand 2019)
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Erwachsene: 8,00 €
Familienkarte (2 Erwachsene mit Kindern unter 14): 16,00 €
Ermäßigte Karte: 5,50 €

Führungszuschlag: 2,70 €
Reisetipps öffnen | schliessen

Südtirol oder auch Alto Adige, der nördlichste Teil Italiens bietet alles was das Herz begehrt: Dolomiten, mediterrane Weinberge, kulinarische Köstlichkeiten und kulturelle Highlights. Mit mehr als 300 Sonnentagen ist nicht nur das Törggelen zur Zeit der Weinlese ein Erlebnis, sondern auch der Besuch einer der fast 800 Burgen und Schlösser auf einer Fläche von 7400 km², also ungefähr der Hälfte Schleswig-Holsteins.

Vom 12. bis 14. Jahrhundert gehörte Südtirol zu Tirol, danach gelangte es durch Margarete von Tirol, auch „ Margarete Maultasch“ genannt, zu den Habsburgern. Seit Ende des 1. Weltkriegs gehört es zu Italien. Und so spricht man hier deutsch, italienisch und ladinisch.

Reisezeit

Geschützt vor den kalten Nordwinden durch die Dolomiten, findet man in der Region Meran und Bozen ein mildes, mediterranes Klima. Die Monate Mai bis Oktober mit teilweise hochsommerlichen Temperaturen im Südtiroler Unterland bieten ideale Voraussetzungen für alle Arten von Burgbesichtigungen und Wanderungen. In den Höhenlagen der Gebirge sind die Temperaturen natürlich entsprechend geringer. Der Winter in den Bergen gilt als schneesicher.

Tickets

Viele der Burgen und Schlösser sind der Hochsaison beliebte Sehenswürdigkeiten. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen. Ausserhalb der Hochsaison empfiehlt sich, die Öffnungszeiten der Burgen und Schlösser vorher auf deren Website zu prüfen. So erspart man sich allerlei böse Überraschungen.

Reiseführer

Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Südtirol: mit praktischer Karte EASY ZIP oder DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Südtirol. Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Südtirol, Reisen mit Insider-Tipps. Inkl. kostenloser Touren-App und Events&News

Lesen

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir den Roman: "Die häßliche Herzogin" von Lion Feuchtwanger. Ein Buch über eine der beeindruckensten Gestalten der Geschichte Südtirols, die oben genannte Margarete Maultasch von Tirol. Ihrem Leben und der Geschichte des Landes kann man sich mit dem Buch unterhaltsam nähern.
  • Die Krimireihe: Tod oder Reben: Ein Wein-Krimi aus Südtirol (Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein, Band 1-4). Die Bücher erzählen mit der Figur des Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein die Geschichten eines Mannes, der zwar chronisch Pleite aber mit einer genialen Beobachtungsgabe gesegnet ist. Sein Geld verdient er als Privatdetektiv. Seine Fälle sind wie Ausflüge in eine der schönsten Weinregionen Europas: Südtirol!
  • Natürlich darf ein Lesetipp über Reinhold Messner in dieser Rubrik nicht fehlen. Die Autobiographie "Mein Leben am Limit" ist ein guter Start.

Und natürlich ist die Website des Fremdenverkehrsamtes von Südtirol (www.suedtirol.info/de) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Vielen Dank, Iolan und Mille Grazie dafür.