Castel Juval

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Schloß Juval © by Harald.Kreusch (CC BY-SA 3.0; cropped, sharpened, recoloured)
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Schloß Juval © by salynaz (CC BY-SA 3.0; cropped, sharpened, recoloured)
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Schloss Juval Panorama by Erich Joebstl (CC BY-SA 3.0; cropped, sharpened, recoloured)
Adresse
Karte
Wissenswertes über Castel Juval

Lesezeit: 3 min

Castel Juval ist eines der sechs MMM, der Messner Mountain Museen. Die mittelalterliche Burg thront hoch über dem Eingang zum Schnalstal, von deren umgeben Gipfeln der Blick bei gutem Wetter von den Dolomiten bis zur Brenta Gruppe hoch über dem Gardasee, über die Ortlergruppe bis hin zu den Bergriesen im Engadin gleiten kann.

Das MMM Juval, im gleichnamigen Privatschloss Reinhold Messners im Vinschgau untergebracht, ist dem Mythos Berg gewidmet. Hier sind seine umfangreiche Abenteuer-Bibliothek und Tibetika-Sammlung, eine Bildergalerie zu den heiligen Bergen der Welt, die Maskensammlung aus fünf Kontinenten, sein Expeditionskeller, die einmalige Ausstellung zu Gesar Ling, der Tantra-Raum und Renaissance-Fresken zu sehen.

Die gesamte Ausstellung wird von geschulten Führern erklärt. Dazu gibt es einen kleinen Bergtierpark, im Gasthaus Schlosswirt hofeigene Produkte, im Weingut Unterortl exzellente Weine und am Fuße des Burghügels einen Bauernladen.

Obwohl dem Platz seit jeher eine starke Anziehungskraft anhaftet, wie prähistorische Funde belegen, fällt die erste urkundliche Erwähnung des Kastells ins Jahr 1278. Hugo von Montalban war der damalige Burgherr.

1368 zählte die Grenzfeste zum Besitz der Herren von Starkenberg und 1540 erwarb sie – nach vielen Besitzwechseln – die Familie Sinkmoser. Damit erreicht sie ihre Blütezeit, denn Hans von Sinkmoser verlieh ihr ihren heutigen Charakter, indem er die Wehrburg in einen herrschaftlichen Renaissanceansitz umbauen ließ. Doch schon die kommende Generation konnte das Schloss nicht halten und es fiel dem Geschlecht der Hendl zu, in deren Besitz es für zwei Jahrhunderte blieb.

Die Bauernfamilie Blaas kaufte die Ruine 1813 und lebte darin bis ein Teil des Hauptgebäudes zusammenbricht. 1913 schließlich erwarb sie der holländische Kolonialherr William Rowland und rettete sie vor ihrem endgültigen Verfall. Er restaurierte sie vorbildlich, doch die Anlage wurde mit dem Zweiten Weltkrieg erneut sich selbst überlassen.

1983 stieß Reinhold Messner auf die Burg und renovierte die Anlage in den folgenden Jahren nicht nur mit viel Feingefühl und unter Berücksichtigung der früheren Bauphasen, sondern füllt sie zudem mit neuem Inhalt: Mittelalterliche Mauern wurden mit moderner Architektur und Fremdländischem verknüpft, Sammlungen inszeniert und integriert. Das Schloss ist daher Wohnsitz und Museum zugleich.

Mitte der 1990er Jahre schließlich findet der vorerst letzte Baueingriff statt: Um den weiteren Verfall des ruinös verfallenen Nordtraktes aufzuhalten, wird ein vom deutschen Architekten Robert Danz konzipiertes Glasgiebeldach angebracht. So bleibt das historische Gemäuer bestehen, wird geschützt und der Blick auf die Baugeschichte durch die transparente Glas-Stahl-Konstruktion dennoch offen gelassen.

Seit 1995 ist Castel Juval für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wir danken den Verantwortlichen der Messner Mountain Museen für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Erwachsene: € 10,00
Kinder 6 – 14 Jahre: € 4,00
Studenten: € 9,00
Senioren ab 65 Jahre: € 9,00
Familienkarte:€ 22,00
(Stand 2020)
Öffnungszeiten
Vom 4. Sonntag im März bis zum 30. Juni und vom
1. August bis zum 1. Sonntag im November:
10:00 bis 16:00h
Mittwoch Ruhetag

Juli geschlossen

Das MMM Juval öffnet im Jahr 2020 am 1. August.
Besichtigung nur mit Führung ( ca. 1 Stunde) möglich

Ab dem Parkplatz Juval gelangen Sie mit dem Shuttlebus oder über den Stabner oder Tscharser Waalweg zur Burg.

(Stand 2020)

Begehung nur mit festem Schuhwerk
Schloss Juval ist nicht barrierefrei zugänglich, der Museumsbesuch ist daher für Gehbehinderte nicht geeignet.
Hunde haben keinen Zutritt


Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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Touren-Tipps
Reisetipps

Südtirol oder auch Alto Adige, der nördlichste Teil Italiens bietet alles was das Herz begehrt: Dolomiten, mediterrane Weinberge, kulinarische Köstlichkeiten und kulturelle Highlights. Mit mehr als 300 Sonnentagen ist nicht nur das Törggelen zur Zeit der Weinlese ein Erlebnis, sondern auch der Besuch einer der fast 800 Burgen und Schlösser auf einer Fläche von 7400 km², also ungefähr der Hälfte Schleswig-Holsteins.

Vom 12. bis 14. Jahrhundert gehörte Südtirol zu Tirol, danach gelangte es durch Margarete von Tirol, auch „ Margarete Maultasch“ genannt, zu den Habsburgern. Seit Ende des 1. Weltkriegs gehört es zu Italien. Und so spricht man hier deutsch, italienisch und ladinisch.

Reisezeit

Geschützt vor den kalten Nordwinden durch die Dolomiten, findet man in der Region Meran und Bozen ein mildes, mediterranes Klima. Die Monate Mai bis Oktober mit teilweise hochsommerlichen Temperaturen im Südtiroler Unterland bieten ideale Voraussetzungen für alle Arten von Burgbesichtigungen und Wanderungen. In den Höhenlagen der Gebirge sind die Temperaturen natürlich entsprechend geringer. Der Winter in den Bergen gilt als schneesicher.

Tickets

Viele der Burgen und Schlösser sind der Hochsaison beliebte Sehenswürdigkeiten. Bestellen Sie die Karten im vorhinein und vermeiden damit Enttäuschungen.
Ausserhalb der Hochsaison empfiehlt sich, die Öffnungszeiten der Burgen und Schlösser vorher auf deren Website zu prüfen. So erspart man sich allerlei böse Überraschungen.

Reiseführer

Als Lektüre und zur Vorbereitung verwenden wir gerne die Reiseführer von Baedeker Reiseführer Südtirol: mit praktischer Karte EASY ZIP oder DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Südtirol. Als Hosentaschen-Reiseführer nutzen wir gerne MARCO POLO Reiseführer Südtirol, Reisen mit Insider-Tipps. Inkl. kostenloser Touren-App und Events&News

Lesen

  • Wer sich mit Büchern einstimmen möchte, dem empfehlen wir den Roman: „Die häßliche Herzogin“ von Lion Feuchtwanger. Ein Buch über eine der beeindruckensten Gestalten der Geschichte Südtirols, die oben genannte Margarete Maultasch von Tirol. Ihrem Leben und der Geschichte des Landes kann man sich mit dem Buch unterhaltsam nähern.
  • Die Krimireihe: Tod oder Reben: Ein Wein-Krimi aus Südtirol (Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein, Band 1-4). Die Bücher erzählen mit der Figur des Baron Emilio von Ritzfeld-Hechenstein die Geschichten eines Mannes, der zwar chronisch Pleite aber mit einer genialen Beobachtungsgabe gesegnet ist. Sein Geld verdient er als Privatdetektiv. Seine Fälle sind wie Ausflüge in eine der schönsten Weinregionen Europas: Südtirol!
  • Natürlich darf ein Lesetipp über Reinhold Messner in dieser Rubrik nicht fehlen. Die Autobiographie „Mein Leben am Limit“ ist ein guter Start.

Und natürlich ist die Website des Fremdenverkehrsamtes von Südtirol (www.suedtirol.info/de) eine reiche Quelle von Inspiration und Information. Vielen Dank, Iolan und Mille Grazie dafür.