Castel del Monte

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Castel del Monte | Die Krone Apuliens © Stefano Gatti
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Eingangsportal und Triforium von Castel del Monte © Jacques Savoye
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Das Castel del Monte © Volker Glätsch
Raum im Castel Del Monte _ Luglio 2012 _ Johan Haggi _ Flickr800
Innenraum im Castel Del Monte © Johan Haggi |Flickr (CC BY-SA 2.0)
Zum Innenhof im castel-del-monte-Volker Glätsch auf Pixabay800
Details im Innenhof von Castel del Monte © Volker Glätsch
Blick in den Himmel über castel-del-monte-4624875_Volker Glätsch auf Pixabay800
Blick in den Himmel über Castel del Monte © Volker Glätsch
Wissenswertes über Castel del Monte

Lesezeit: 6 min

In der Mitte des 13.Jahrhunderts ließ Kaiser Friedrich II. in Apulien eine Burg erbauen, die noch heute vor allem eines ist – rätselhaft.


Mit der massiven achteckigen Struktur dominiert das Castel del Monte einen Abschnitt der Hochebene der westlichen Murge. Sie liegt isoliert in einer erhöhten Position mitten im nichts, das nächste Dorf Andria liegt 18 Kilometer entfernt, die nächste Stadt Bari 60 Kilometer.


Das Castel del Monte vereinigt verschiedene Stilelemente, von den romanischen Eingangslöwen und den gotischen Rahmen der Türme bis zu den feinen Feinheiten der islamischen Mosaike. Die massive achteckigen Struktur brachte ihm einst den Namen „Krone von Apulien“.


Das Castel del Monte – ein Rätsel in Stein


Das Schloss ist achteckig, mit acht achteckigen Ecktürmen und acht Räumen auf jeder Etage, die sich um einen zentralen Innenhof gruppieren. Die Besucher gingen ringförmig um den Innenhof von einem Raum in den anderen – alle Räume nahezu gleich groß und trapezförmig.


Die

Verbindung zwischen den beiden Etagen erfolgt über drei Wendeltreppen, die in ebenso vielen Türme eingebaut sind. Andere Türme enthalten Bäder, die mit einer Latrine und einem Waschbecken ausgestattet sind. Ein Fragment des Fußbodenmosaiks ist in einem Raum des Erdgeschosses erhalten.

In den Mauern aus lokalem großen Kalksteinquadern, befinden sich im unteren Bereich acht einbogige Fenster, im oberen Bereich sieben zweibogige Fenster und ein einziges dreibogiges Fenster, das Andria zugewandt ist. Auch der monumentale Haupteingang geht in diese Richtung.

Der achteckige Innenhof zeichnet sich wie das gesamte Gebäude durch Farbkontraste aus: Kalkstein in den Wandverkleidungen, Korallenbreccia in den Einbogenfenstern und Portalen, Marmor in den Säulen im ersten Stock. Wahrscheinlich waren die Wände der Räume ursprünglich mit Platten aus Korallenbreccia und Marmor verkleidet.

Nur der Kaiser weiß warum…

Vorbilder für den außergewöhnlichen oktogonalen Grundriss mögen die Pfalzkapelle in Aachen oder der Felsendom in Jerusalem gewesen sein, Friedrich kannte beide Gebäude.

Castel del Monte hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt, seine Funktion ist bis heute Mittelpunkt von Spekulationen. Es entstand als Teil der Befestigungsanlagen des Kaisers in Süditalien und Sizilien. Der Kaiser trug den Beinamen „Stupor Mundi“ – das Staunen der Welt -, alternativ auch der „Terror Mundi“ – Schrecken der Welt, je nachdem ob Freund oder Feind über ihn urteilte.

Er hatte, was wirklich ungewöhnlich für einen Herrscher war, ein Buch über die Falknerei geschrieben. Vielleicht sollte Castel del Monte dem begeisterten Jäger als Jagdschloss dienen? Sollte hier der Staatsschatz verwahrt werden oder gar der „Heilige Gral“? Sollte die Burg mit ihrer exponierten Lage ein Symbol für die Macht und Herrschaft sein oder eine Art überdimensionierte Sonnenuhr?

Im Januar 1240 ordnete Friedrich II. von Gubbio aus den Kauf von Baumaterial für das Castrum apud Sanctam Mariam de Monte an, dessen ursprünglicher Name sich von einer nahe gelegenen, heute zerstörten Benediktinerabtei ableitet.

Es ist nicht bekannt, ob das Castel del Monte vor dem Tod Friedrichs im Jahr 1250 gänzlich fertiggestellt wurde, auch ob er hier tatsächlich einmal war, kann nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Der Einzige der all diese Fragen hätte beantworten können, verstarb am 13.Dezember 1250 nach 39 Regierungsjahren kurz vor seinem 56. Geburtstag. Sein Nachfolger als römisch-deutscher König wurde sein Sohn Konrad IV, er verstarb allerdings schon im Mai 1254. Für Konrads unmündigen Sohn Konradin übernahm dessen Halbonkel Manfred die Verweserschaft in Italien. Im August 1258 krönte er sich in Palermo zum König von Sizilien.

Das Ende der Staufer in Süditalien

Der neue König weigerte sich den Papst als seinen Lehnsherrn anzuerkennen und woraufhin sein Königreich mit einem Interdikt belegt wurde. In den folgenden Kämpfen sollte Manfred erfolgreich sein, bis Papst Clemens IV. im Jahr 1265 den Bruder des französischen Königs Ludwig IX. mit Sizilien belehnte. Schon im nächsten Frühjahr kam es zu der entscheidenden Schlacht bei Benevent. Manfred fiel und Karl I. von Anjou konnte seinen Anspruch auf Sizilien durchzusetzen. Das war das Ende der Stauferherrschaft in Süditalien.

Nach dem Sturz der Staufer ließ Karl I. von Anjou die Söhne Manfreds und die Gefolgsleute des Hofes im Castel del Monte einkerkern. Später wurden die drei Söhne ins neapolitanische Castel dell’Ovo verlegt, wo sie unter ungewöhnlich harten Bedingungen vegetierten, nur dem Ältesten gelang die Flucht.

Konradin versuchte sein sizilianisches Erbe zu erobern, unterlag aber in der Schlacht bei Tagliacozzo und wurde im Oktober 1268 auf der Piazza del Mercato in Neapel öffentlich enthauptet.

Franzosen und Spanier teilen sich das Königreich Sizilien

Im März 1282 erhob sich in Palermo ein Aufstand gegen die Franzosen, die mit Karl von Anjou in das Land gekommenen waren. Unter dem Namen Sizilianische Vesper ging er in die Geschichte ein. König Peter III. von Aragonien – der Ehemann einer Enkelin des Kaisers Friedrich II. – sollte nach dem Willen der Sizilianer der neue König werden. Die Kämpfe zwischen dem Haus Aragonien und dem Papst endeten 1302 mit der Aufspaltung des alten Königreich Sizilien in ein Reich auf der Insel und das Königreich Neapel, welches beim Haus Anjou blieb.

Von der Zeit der Königin Johanna I. in der Mitte des 14. Jahrhundert bis Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte die Burg zum königlichen Herrschaftsgebiets. Im Jahr 1507 wurde das Herzogtum Andria vom spanischen König Ferdinand an Consalvo von Cordoba als Belohnung für seine Unterstützung im Kampf gegen die Franzosen geschenkt.

Im Jahr 1522 wurde Andria zusammen mit Castel del Monte vom Grafen Fabrizio Carafa von Ruvo erworben – der einer neapolitanischen Hochadelsfamilie angehörte. Im Besitz der Familie blieb das Castel bis 1876. Im Jahr 1528 wurde die Burg von Odet de Foix, dem Herrn von Lautrec, bombardiert, wobei die äußeren Verteidigungsanlagen beschädigt wurden. Im Jahr 1665 flüchteten sich Adlige aus Andria vor der Pest auf die Burg. Im 18. Jahrhundert war das Gebäude unbewohnt und bereits seiner Einrichtung beraubt. Ziegenhirten nutzten es für ihre Herden.

Das Castel wird Museum und Weltkulturerbe

Das Castel del Monte wurde 1876 vom italienischen Staat erworben und zum Nationaldenkmal erklärt; seit 1879 wurde es mehrmals restauriert.

Heute ist die Burg in einem sehr guten Zustand und erstrahlt bei sonnigem Wetter in vollem Glanz. Als eine der die berühmtesten Burgen der Welt ist sie auf der italienischen 1-Cent-Münze abgebildet und gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.

Verwaltet wird es von der Aufsichtsbehörde für das architektonische und landschaftliche Erbe der Provinzen Bari und Foggia und ist Schauplatz von Ausstellungen, Konzerten, Konferenzen und kulturellen Initiativen sowie das meistbesuchte Denkmalmuseum Apuliens.

Eintrittspreise
Erwachsene: 7,00 €
Ermäßigt (18- 25 Jahre): 2,00 €
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Besuch kostenfrei.
(Stand 2022)

Mit der Puglia Musei Card für nur 12,00€ (ermäßigt 8,00€) haben Sie unbegrenzten Eintritt für 6 Monate in alle Einrichtungen der Direzione regionale Musei Puglia - auch Castel del Monte.

Unterhalb der Burg befindet sich ein Parkplatz von dem ein kostenpflichtiger Shuttle hinauf zur Burg fährt.

Die Anreise mit dem Linienbus No 6 ab Andria bedarf sorgfältiger Planung. Achten Sie auf genug Zeit für den Kauf des Bustickets. (Diese erhält man in der Bar Cafe le Plaisir in der Nähe des Bahnhofs)
Öffnungszeiten
01.Oktober bis 31.März:
täglich von 9:00h bis 17:45h (letzter Einlass um 17:00h)

01.April bis 30.September:
täglich von 10:00h bis bis 18:45h (letzter Einlass um 18:00h)

Die Einlasszeiten sind zwischen 10:00h bis 18:00h jeweils zur vollen Stunde
Maximal zulässige Anzahl von Besuchern pro Zeitfenster beträgt 80 Personen (einschließlich Kinder, Begleitpersonen und Reiseleiter)
Verfügbare Zeit für den Besuch: 45 Minuten

Eintritt mit Reservierung: auf der Website von Coopculture unter dem folgenden Link

Der Eintritt ist ohne Reservierung nur auf der Grundlage der zu den angegebenen Zeiten verfügbaren freien Plätze möglich.
(Stand 2022)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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