Schloss Lübben

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Schloss-Luebben_Aussenansicht
Das Schlossensemble - Museum Schloss Lübben © Lorenz Kienzle
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Der Wappensaal - Museum Schloss Lübben © Matthias Paetzold
Schloss-Luebben_Ausstellungsdetails-Bueroeinrichtung
Ausstellungsdetails - Museum Schloss Lübben © Lorenz Kienzle
Schloss-Luebben_Ausstellungsdetails-Trachten
Ausstellungsdetails - Museum Schloss Lübben © Lorenz Kienzle
Schloss-Luebben_Ausstellungsdetails-Bergbau
Ausstellungsdetails - Museum Schloss Lübben © Lorenz Kienzle
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Wissenswertes über Schloss Lübben

Lesezeit: 9 min

Quick-Facts: Schloss Lübben

  • Baujahr: Ursprünglich mittelalterliche Wasserburg, heutiger Renaissancebau ab 1638
  • Stil: Spätrenaissance mit mittelalterlichen Wehrturm
  • Highlight: Der prachtvolle Wappensaal mit 115 Wappen und überdimensionalen Wandgemälden
  • In einem Satz: Ein Renaissance-Ensemble auf der Schlossinsel mitten im Spreewald, das die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Hauptstadt der Niederlausitz erzählt

Sie stehen auf einer Insel mitten im Spreewald, umgeben von Fließen und Kanälen, und vor Ihnen erhebt sich ein Renaissanceschloss mit einem massiven mittelalterlichen Wehrturm. Die Schlossinsel von Lübben vereint Geschichte mit lebendiger Gegenwart. Wo einst die Herren der Niederlausitz regierten, können Sie heute durch interaktive Ausstellungen wandern, im Schlossrestaurant speisen oder bei einer Kahnfahrt die märchenhafte Wasserlandschaft erkunden.

Geographische Lage

Lübben, niedersorbisch Lubin, liegt rund 60 Kilometer südöstlich von Berlin und gilt als das Tor zum Ober- und Unterspreewald. Die Schlossinsel bildet das historische und touristische Herz der Stadt. Die Spree teilt sich hier in zahlreiche Fließe und schafft eine einzigartige Kulturlandschaft, die seit 1991 zum UNESCO-Biosphärenreservat gehört.

Von der Schlossinsel aus erreichen Sie die Altstadt über Brücken, während die Wasserwege Sie direkt in die Natur führen. Die Lage an der Kreuzung wichtiger Handelswege machte Lübben bereits im Mittelalter zu einem strategisch bedeutsamen Ort.

Geschichte

Von der mittelalterlichen Wasserburg zur Residenz

Im 12. Jahrhundert stand hier eine Wasserburg, deren erste urkundliche Erwähnung als Besitz des Klosters Nienburg erfolgte. Die Lage an der Spree war kein Zufall. Die Burg kontrollierte die Furt und damit die wichtigen Wasserwege der Region.

In der entstehenden Siedlung kreuzten sich bald die Handelsstraßen. Der massive Wehrturm mit seinen 2,50 Meter starken Mauern stammt aus dieser Zeit und kündet noch heute von der wehrhaften Vergangenheit. Im Oktober 1448 kam Kurfürst Friedrich II. in die Stadt.

Seit dem 15. Jahrhundert war Lübben die Hauptstadt des Markgraftums Niederlausitz, ein Status, der der kleinen Stadt ungewöhnlich viel Bedeutung verlieh.

Der Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg

Ab 1561 sprechen die Quellen von einem Schloss Lübben. Die mittelalterliche Anlage diente als wichtiger Verwaltungssitz. Doch der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörung. Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg ließ 1638 nach der Verwüstung des alten Schlosses den heutigen Bau im Stil der Spätrenaissance errichten.

Der eindrucksvolle Giebel prägt seitdem das Stadtbild. Die Bausubstanz überdauerte sogar den Zweiten Weltkrieg, während große Teile der Stadt in Schutt und Asche lagen. Nach umfangreichen Rekonstruktionsmaßnahmen beherbergt das Schloss heute das Stadt- und Regionalmuseum.

Tourismus in Schloss Lübben

Das Museum im ehemaligen Gebäude der Oberamtsregierung öffnete seine Türen für Besucher und lädt mit interaktiven Medien- und Erlebnisstationen zum Mitmachen und Entdecken ein. Die wechselnden Sonderausstellungen beschäftigen sich mit der Alltagskultur und dem Brauchtum des Spreewaldes sowie der regionalen Kunstszene.

Das Museum versteht sich als Haus zum Anfassen, Lernen und Verweilen. Im Gebäude des ehemaligen Rentamtes ist heute die Stadtbibliothek untergebracht. Der Ostflügel, der bis 1815 dem Amtsgericht diente, wurde 1930 wegen Baufälligkeit abgerissen. Durch moderne Architektur ist seine Grundstruktur im Boden noch nachvollziehbar.

Die Räume

Der Wappensaal

Das absolute Highlight ist der prachtvolle Wappensaal aus dem Jahr 1915. Sie betreten einen Raum, in dem überdimensionale Wandgemälde und 115 Wappen der Region den mittelalterlichen Wehrturm schmücken. Hier bekommen Sie einen Eindruck davon, wie es gewesen sein muss, als Kurfürst Friedrich II. 1448 in die Stadt kam.

Der Saal verbindet auf eindrucksvolle Weise die wehrhafte mittelalterliche Architektur mit der repräsentativen Ausstattung späterer Jahrhunderte. Die Kombination aus 2,50 Meter starken Turmmauern und farbenprächtiger Heraldik schafft eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Die Ausstellungsräume

Die Dauerausstellung führt Sie durch die Geschichte der Niederlausitz mit besonderem Fokus auf den Spreewald. Historische Büroeinrichtungen zeigen den Alltag der Verwaltung, prächtige Spreewälder Trachten vermitteln die Lebensweise der Sorben und Wenden, und Exponate zum Bergbau erinnern an die wirtschaftliche Vergangenheit der Region. Interaktive Stationen ermöglichen es Ihnen, die Ausstellung mit allen Sinnen zu erleben.

Schloss Lübben als Filmkulisse

  • ZDF Spreewaldkrimi

    Der historische Wappensaal spielt eine zentrale Rolle in der 7. Folge des beliebten ZDF-Spreewaldkrimis „Die Tote im Weiher“. Kommissar Krüger, gespielt von Christian Redl, ermittelt seit 2006 in der mystischen Spreewaldlandschaft. Das Lübbener Schloss dient dabei immer wieder als authentische Kulisse. Fans der Serie können die Originalschauplätze bei einem Besuch wiederentdecken.
    Spreewaldklinik

  • Spreewaldklinik

    Seit 2024 gesellt sich eine weitere Serie hinzu. Der Privatsender SAT.1 strahlt täglich die Spreewaldklinik aus, deren erste 80 Folgen im Spreewald gedreht wurden.

Neues im Jahr 2025

Von Oktober 2025 bis Februar 2026 präsentiert das Museum die Sonderausstellung „Wer weiß denn das? Überraschende Fakten zu Lübben“, die sich mit aktuellen Themen der Region auseinandersetzt. Die genauen Details werden auf der Website bekannt gegeben. Im Sommer 2025 findet vom 1. bis 3. August die LebensArt-Messe auf der Schlossinsel statt.

Neues im Jahr 2026

Die LebensArt-Messe kehrt vom 31. Juli bis 2. August 2026 zurück auf die Schlossinsel. Die Veranstaltung hat sich zu einem festen Termin für Gartenfreunde und Lifestyle-Enthusiasten entwickelt. Zwischen den historischen Gebäuden und gepflegten Grünflächen können Sie die neuesten Trends für Haus und Garten entdecken. Vom 12. März bis 14. Juni 2026 wird mit einer Sonderausstellung dem 350.Todestages des Theologen und Dichters Paul Gerhardt gedacht. Ab 02.Juli werden Schabkarton-Arbeiten mit Motiven aus dem Spreewald und anderen Gegenden des Künstlers Rüdiger Neick gezeigt.

Anreise und Besucherinformationen

Mit dem Auto erreichen Sie Lübben über die A13, Abfahrt Freiwalde oder Lübbenau. Kostenfreie Parkplätze finden Sie am Burglehn und Am Kleinen Hain, jeweils nur fünf Gehminuten von der Schlossinsel entfernt. Die kostenpflichtigen Parkplätze direkt am Schloss und in der Lindenstraße sind während der LebensArt-Messe stark frequentiert.

Mit der Regionalbahn RE2 der ODEG fahren Sie stündlich von Berlin oder Cottbus bis Lübben. Der Bahnhof liegt etwa 15 Gehminuten von der Schlossinsel entfernt. Die Schlossinsel selbst beherbergt neben dem Museum auch ein Restaurant, das regionale und internationale Küche serviert. Der neu erbaute Kahnfährhafen mit eigenem Kahnanlegesteg ermöglicht Ihnen, direkt vom Schloss aus zu einer Kahnfahrt durch den Spreewald aufzubrechen. Die Wallanlage, der Trutzer und die noch erhaltenen Teile der Stadtmauer laden zu einem historischen Spaziergang ein.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Schloss Lübben

Lübben

  • Paul-Gerhardt-Kirche

    Die spätgotische Hallenkirche am Marktplatz ist Lübbens Wahrzeichen und nach dem großen Kirchenliederdichter Paul Gerhardt benannt, der hier von 1669 bis 1676 als Archidiakon wirkte. Die Kirche entstand nach dem Stadtbrand von 1494 als dreischiffiges Hallenlagerhaus und erhielt 1666 einen Ostchor. Zu den Schätzen zählen die Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Taufbecken aus Kalkstein von 1610. Das Portal zeigt Reliefs bedeutender Männer, darunter Martin Luther, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

    Bei der Turmbesteigung mit der Lübbener Türmerin erklimmen Sie 115 Stufen bis zur Galerie in 22 Metern Höhe und genießen einen phantastischen Blick über die Stadt und die reizvolle Umgebung. Von Mai bis Oktober finden die Führungen gewöhnlich immer montags und donnerstags um 10:00h statt.Preis: 9,00

  • Paul-Gerhardt-Zentrum

    Am Kleinen Hain 43 hat der Paul-Gerhardt-Verein Lübben ein Informationszentrum eingerichtet. Sie begegnen Paul Gerhardt, seiner Poesie, Naturverbundenheit, Frömmigkeit und dem Konflikt mit dem damaligen Landesherrn. Das Zentrum ist auch ein besonderer Punkt des Paul-Gerhardt-Wanderweges, der in Berlin an der Nikolaikirche beginnt und über Mittenwalde, Märkisch Buchholz und Schlepzig nach Lübben führt.

  • Lübbener Hain

    Etwa 15 Gehminuten vom Schloss entfernt liegt der Lübbener Hain, ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt. Hier steht der Liuba-Stein, eine Gedenkstätte aus dem Jahr

Lübbenau

  • Schloss Lübbenau

    Etwa 10 Kilometer von Lübben entfernt thront Schloss Lübbenau inmitten eines weitläufigen Schlossparks. Die ursprüngliche Wasserburg wurde um 1600 in ein Renaissance-Schloss umgewandelt. Zwischen 1817 und 1820 erfolgte die Umgestaltung im Stil der Neoromanik. Heute beherbergt das Schloss ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant.

  • Freilandmuseum Lehde

    Das älteste Freilandmuseum Brandenburgs nimmt Sie mit auf eine Erkundungstour durch den Spreewald des 19. Jahrhunderts. Vier historische Bauerngehöfte aus dem gesamten Spreewaldgebiet laden zur Zeitreise ein. Sie werfen einen Blick in original eingerichtete Stuben und erfahren, wie man früher auf dem Land wohnte, arbeitete und zusammenlebte. Das Museum ist nur über Stufenbrücken zugänglich, da es von Wasser umgeben ist. An zwei Wochenenden im Advent findet hier die Spreewaldweihnacht statt, kombinierbar mit einer Kahnfahrt vom Großen Hafen in Lübbenau.

  • Großer Hafen Lübbenau

    Der Große Hafen ist der zentrale Startpunkt für Kahnfahrten durch den Spreewald. Bereits 1859 brach Theodor Fontane von hier zu seiner legendären Kahnfahrt auf, die er in „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ verewigte. Fontane gilt als erster Tourist im Spreewald. Im Hafen reihen sich Gurkenbuden an Gurkenbuden, Cafés locken mit regionalen Spezialitäten.

Biosphärenreservat Spreewald

Das UNESCO-Biosphärenreservat erstreckt sich über rund 475 Quadratkilometer mit circa 1.575 Kilometer Fließgewässern. Die Spree teilt sich hier in ein fein gegliedertes Netz von Fließen, das vor rund 10.000 Jahren entstand. Ruhig ziehen die Spreewaldkähne ihre Bahnen, Libellen gaukeln über dem Wasser, mit etwas Glück beobachten Sie eine Ringelnatter.

Durch das dichte Blätterdach funkelt die Sonne. Weißstörche brüten mit über 80 Paaren in vielen Ortschaften. Bis zu drei Millionen Touristen zieht der Spreewald jährlich an. Das Haus für Mensch und Natur in Lübbenau, der Schlossberghof in Burg und die Alte Mühle in Schlepzig dienen als Informationszentren. Hier erhalten Sie Tipps, Faltblätter und Tourenvorschläge.

Weitere Ausflugsziele

Die Spreewald-Therme in Burg lädt an kühlen und regnerischen Tagen zum Baden in warmem Solewasser, zum Saunieren und zu Wellness-Angeboten ein. Die Spreewelten in Lübbenau bieten ein besonderes Highlight: Im Außenbecken schwimmen Sie fast hautnah mit Pinguinen. Der Gurkenradweg führt auf rund 1.000 Kilometer durch die schönsten Ecken des Spreewaldes und verbindet Lübben, Lübbenau, Vetschau, Burg, Straupitz und Schlepzig. Unterwegs laden zahlreiche Gurkenmanufakturen zur Verkostung der berühmten Spreewaldgurken ein.

Wussten Sie schon?

Paul Gerhardt, einer der bedeutendsten deutschen Kirchenliederdichter, verbrachte die letzten sieben Jahre seines Lebens in Lübben. 1676 fand er seine letzte Ruhe in der Lübbener Kirche, die 1930 nach ihm benannt wurde. Seine Grabstätte befindet sich an unbekannter Stelle im Chorraum. Gerhardts Lieder wie „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ oder „O Haupt voll Blut und Wunden“ gehören bis heute zum festen Bestand evangelischer Gesangbücher. Johann Sebastian Bach verwendete einige seiner Texte und Gedichte in seinen Passionen und dem Weihnachtsoratorium.

Unsere Tipps für Ihren Besuch

Kombinieren Sie Ihren Museumsbesuch mit einer Turmbesteigung in der Paul-Gerhardt-Kirche. Die Führung mit der Türmerin bietet nicht nur einen atemberaubenden Blick über Lübben und die Spreewaldlandschaft, sondern auch spannende Einblicke in die Geschichte des Kirchturms. Buchen Sie die 60- bis 70-minütige Führung rechtzeitig.

Nach dem Kulturprogramm empfiehlt sich eine Kahnfahrt. Die Fährleute staken Sie durch die verzweigten Fließe und erzählen dabei Geschichten aus dem Spreewald. Das Freilandmuseum Lehde erreichen Sie von Lübben aus über einen etwa zwei Kilometer langen Naturlehrpfad oder bequem per Rad auf dem Gurkenradweg.

Familien mit Kindern sollten das Rätselheft „Familienspiel“ an der Museumskasse erwerben. Es führt spielerisch durch die gesamte Ausstellung und enthält sogar ein Würfelspiel für zu Hause. Zur LebensArt-Messe im Sommer empfiehlt sich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da die Parkplätze stark frequentiert sind. Im Winter lohnt sich ein Besuch zum Weihnachtsmarkt im Freilandmuseum Lehde, erreichbar per Kahn vom Großen Hafen in Lübbenau.

Welcher Ort im Spreewald hat Sie bei Ihrem letzten Besuch am meisten beeindruckt – die mystischen Fließe des Hochwaldes oder die lebendige Atmosphäre des Großen Hafens?

Wir danken den Verantwortlichen von Schloss Lübben für Infos und Photos. Die Bildrechte liegen dort.

Eintrittspreise
Erwachsene: 5,00 €
Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte: 3,00 €
Kinder / Jugendliche bis 18 frei
Wappensaal 2,00€

(Stand 2026)
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Samstag von 10:00h bis 17:00h
(Stand 2026)
Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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