Harzburg

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Harzburg, Niedersachsen - Schildwall © burgen.de
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Harzburg, Niedersachsen - Brücke zwischen Ober- und Unterburg © burgen.de
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Harzburg, Niedersachsen - Fundament des alten Bergfrieds © burgen.de
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Harzburg, Niedersachsen - Blick auf die Oberburg © burgen.de
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Harzburg, Niedersachsen - Pulverturm © burgen.de
Karte
Wissenswertes über Harzburg

Lesezeit: 10 min

Quick-Facts: Harzburg

  • Baujahr: 1065 bis 1068
  • Stil: Romanische Reichsburg
  • Highlight: Flucht Kaiser Heinrichs IV. durch den geheimen Brunnengang
  • In einem Satz: Auf dem Großen Burgberg thront die Ruine jener Reichsburg, die Heinrich IV. einst bauen ließ und aus der er 1073 durch den Burgbrunnen fliehen musste.

Sie steht nicht mehr, die Harzburg. Nur Fundamente, Mauerfragmente und ein restaurierter Turmstumpf zeugen davon, dass hier auf 482 Metern Höhe einst die mächtigste Festung der Salierzeit das Harzvorland überblickte. Die Burgbergseilbahn aus dem Jahr 1929 bringt Sie in drei Minuten auf die Kuppe. Oben angekommen, eröffnet sich der Blick über Bad Harzburg bis hinein in die norddeutsche Tiefebene. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zum Brocken.

Geographische Lage

Der Große Burgberg erhebt sich als markante Erhebung am Nordrand des Harzes über dem Radautal. Von drei Seiten schützen Steilhänge die natürliche Festung, die das Tal um 180 Meter überragt. Aus strategischer Perspektive bot die Lage im 11. Jahrhundert die perfekte Übersicht über das gesamte Nordharzgebiet.

Heute erreichen Sie den Burgberg entweder zu Fuß über den Herzogweg in etwa 30 Minuten oder bequem mit der Burgberg-Seilbahn von der Talstation im Kurpark aus. Die Bundesstraße 4 verbindet Bad Harzburg mit der nahegelegenen Kaiserstadt Goslar im Westen. Das napoleonische Beiwerk kam später: Die 19 Meter hohe Canossa-Säule wurde 1877 zu Ehren von Reichskanzler Otto von Bismarck aufgestellt.

Geschichte

Von der Reichsburg zum Zankapfel zwischen König und Sachsen

König Heinrich IV. ließ die Hartesburg zwischen 1065 und 1068 errichten. Sein Baumeister war Benno II., der spätere Bischof von Osnabrück. Die Burg sollte die nahe Kaiserpfalz in Goslar sichern, diente aber auch der Kontrolle über die aufmüpfigen Sachsen.

Heinrich stattete die Anlage mit allem aus, was Macht demonstrierte: ein ungewöhnlich großer dreiräumiger Palas, eine Stiftskirche voller Reliquien und eine Familiengruft, in der die Gebeine seines jung verstorbenen Bruders Konrad II. und seines Sohnes Heinrich ruhten. Die Mauern reichten bis an den steilen Bergrand. Nach damaligen Maßstäben galt die Festung als uneinnehmbar.

Doch das half nicht lange. Der Burgenbau und die harte Hand des noch jungen Königs trieben die sächsische Bevölkerung in den Widerstand. Die Menschen mussten schwere Fronarbeit leisten, fremde Burgbesatzungen plünderten durchs Land. 1073 brach die offene Empörung los. Ein gewaltiges Sachsenheer belagerte die Harzburg.

In der Nacht vom 9. auf den 10. August 1073 gelang Heinrich IV. die spektakuläre Flucht mitsamt den Reichsinsignien. Der Sage nach entkam er durch den Burgbrunnen und einen geheimen Gang, bei dem es sich vermutlich um einen Wasserzuleitungsstollen handelte. Ob dieser Gang wirklich als Fluchtkorridor diente, ist umstritten. Grabungen in den 1960er Jahren legten allerdings gangähnliche Strukturen frei.

Zerstörung, Wiederaufbau und langsamer Verfall

Im Frieden von Gerstungen im Februar 1074 musste Heinrich der Schleifung seiner Burgen zustimmen. Er zögerte die Zerstörung hinaus und ließ lediglich Mauern und Türme umlegen. Die Gebäude blieben stehen. Im März 1074 geriet der Volkszorn endgültig außer Kontrolle. Aufgebrachte Bauern rissen die Burg vollständig nieder, zerstörten die Kirche und schändeten die Familiengruft. Diese Tat nutzte Heinrich als Vorwand, um im Juni 1075 bei Homburg an der Unstrut die Sachsen vernichtend zu schlagen.

Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen im Jahr 1180 erfolgte der Wiederaufbau unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Die nunmehr mit der Harzburg belehnten Grafen von Wohldenberg setzten das Werk fort. Kaiser Otto IV. vollendete den Neubau und zog sich nach seinem Sturz 1218 auf die Harzburg zurück, wo er im selben Jahr verstarb.

Mit seinem Tod verlor die Anlage ihren Status als Reichsburg. Sie wechselte mehrfach den Besitzer, wurde 1269 an die Grafen von Wernigerode verpfändet und verfiel allmählich. Im 15. Jahrhundert befand sich die Große Harzburg im Besitz der Brüder von Schwicheldt und wurde zur Raubritterfestung. Um 1650 ordnete Herzog August der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg den Abriss der noch verbliebenen Reste an.

Tourismus auf der Harzburg

Die Burgruine ist frei zugänglich und rund um die Uhr geöffnet. Seit Jahrzehnten gehört sie zu den beliebtesten Ausflugszielen am nördlichen Harzrand. Besucherzahlen werden nicht offiziell erfasst, doch der stetige Besucherstrom zur Burgbergseilbahn und die frequentierten Wanderwege deuten auf eine hohe Anziehungskraft hin.

Die archäologischen Untersuchungen fanden zwischen 1902 und 1904, 1959 sowie zwischen 1970 und 1975 statt. Dabei wurden die im Boden verbliebenen Überreste systematisch dokumentiert. Ein Teil der Fundamente wurde restauriert, der sogenannte Pulverturm teilweise aufgemauert. Informationstafeln erklären die ehemaligen Standorte von Palas, Rundturm und anderen Bauten. Mit Steinen sind die Grundrisse markiert.

Die Ruine heute

Der Burgbrunnen, aus dem Heinrich IV. angeblich entkam, ist erhalten und kann besichtigt werden. Daneben stehen Reste der Toranlage und Fragmente der Burgmauern. Der restaurierte Turmstumpf, der sogenannte Pulverturm, gibt einen Eindruck von den einstigen Dimensionen. Ein Abschnittsgraben trennt die Anlage in einen östlichen und einen westlichen Teil.

Vor Ort versorgen detaillierte Informationstafeln Sie mit historischen Hintergründen. Die weitläufige Plattform im Westen bietet einen herrlichen Ausblick über das Harzvorland. Bei gutem Wetter sehen Sie bis nach Goslar und weit in die norddeutsche Ebene hinein.

Anreise und Besucherinformationen

Bad Harzburg erreichen Sie über die A7 mit Abfahrt Goslar, dann weiter auf der B6. Aus Richtung Osten führt die B4 von Braunschweig kommend direkt in die Stadt. Der Bahnhof liegt zentral und wird von Braunschweig, Hannover, Göttingen und Halle angefahren. Parkplätze finden Sie gebührenpflichtig an der Sole-Therme und am Kurpark. Für Wanderer empfiehlt sich der Großparkplatz an der B4 in Richtung Torfhaus.

Die Burgbergseilbahn verkehrt seit 1929 und ist die einzige Großkabinenseilbahn Norddeutschlands. Die Talstation befindet sich im Kurpark. Oben angekommen, führen zahlreiche Wanderwege zu den Rabenklippen, zum Molkenhaus und zum Radau-Wasserfall. Im Kurpark lädt das HarzWaldHaus mit seiner interaktiven Walderlebnisausstellung zum Besuch ein.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Harzburg

Bad Harzburg

  • Stadtbild

    Bad Harzburg vereint Kurtradition mit modernem Tourismus. Die Bummelallee im Stadtzentrum ist die Haupt-Einkaufsmeile und geht nahtlos in den Kurpark über. Historische Fachwerkbauten wie die Wandelhalle prägen das Erscheinungsbild.

    Der Jungbrunnen in der Stadtmitte lockt mit originellen Brunnenfiguren des Quedlinburger Metallgestalters Jochen Müller. Die junge Nixe und das kleine Teufelchen sind einen genauen Blick wert. Um die historische Kernstadt zieht sich ein Ring aus Villen im Jugendstil, die am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden.

  • Wandelhalle

    Das historische Gebäude im Badepark wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Die Wandelhalle mit ihrem Trinkbrunnen steht für die lange Kurtradition Bad Harzburgs. Seit über 100 Jahren ist die Stadt ein staatlich anerkanntes Heilbad und heilklimatischer Kurort. Neben Trinkkuren finden in der Wandelhalle kulturelle Veranstaltungen statt.

  • Baumwipfelpfad Harz und Baumschwebebahn

    Seit 2015 führt der rund 1.000 Meter lange Pfad in über 20 Metern Höhe durch die Baumkronen des Kalten Tals. 50 Erlebniselemente und 18 Aussichtsplattformen säumen den barrierefreien Weg. Die Baumschwebebahn bringt Sie von der Spitze des Burgberges mit bis zu 15 Stundenkilometern ins Tal.

  • Erlebniskino „Hickhack um die Harzburg“

    Gleich neben der Talstation der Burgbergbahn erleben Sie Geschichte in einem Full-Motion-Sessel hautnah. Feuer, Wasser, Wind, Nebel und Schnee machen die dramatische Epoche Kaiser Heinrichs IV. real erlebbar. Tauchen Sie in die kaiserliche Zeit ein und spüren die Dramatik der Ereignisse am eigenen Leib.

  • Radau-Wasserfall

    Der 22 Meter hohe Wasserfall wurde 1859 künstlich angelegt,geplant als Touristenattraktion. Zur Schneeschmelze oder nach starkem Regen stürzt das Wasser beeindruckend die Felswand hinab.An trockenen Tagen plätschert die Radau eher gemächlich über die Felsbrocken. Der Wasserfall liegt nahe der B4 zwischen Torfhaus und Bad Harzburg.

  • Molkenhaus

    Die Waldgaststätte auf 530 Metern Höhe ist seit Generationen ein beliebtes Ausflugsziel. Am Hasselteich lädt die Waldschaukel zum Verweilen ein. Im Winter wird hier das Wild gefüttert. Von Bad Harzburg führen mehrere Wanderwege zum Molkenhaus, darunter die Drei-Täler-Tour und die Luchstour.

  • Rabenklippe und Luchsgehege

    Die Rabenklippe bietet einen spektakulären Ausblick bis zum Brocken. Am Fuße der Felsformation befindet sich das Luchsgehege des Nationalparks. Hier können Sie die scheuen Tiere beim Sonnenbaden, Klettern oder Umherstreifen beobachten. Mittwochs und samstags um 14:30h findet die Fütterung statt. Das Gehege ist nur zu Fuß erreichbar. Von Bad Harzburg dauert die Wanderung etwa eine Stunde, von der Bergstation der Burgberg-Seilbahn ebenfalls rund 60 Minuten.

  • Sole-Therme Bad Harzburg

    Die Therme bietet beheizte Becken mit kalzium- und natriumreicher Natursole. Die Sauna-Erlebniswelt umfasst eine Aufguss-Arena, eine Sole-Gabbro-Grotte und eine Schneesauna mit Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius.

Goslar

  • Altstadt und Kaiserpfalz

    Die Altstadt von Goslar gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kaiserpfalz wurde im 11. Jahrhundert erbaut und diente deutschen Königen und Kaisern als Residenz. Mit 54 Metern Länge ist sie der größte Profanbau ihrer Zeit. Die Altstadt besticht durch prächtige Fachwerkhäuser, enge Gassen und historische Plätze. Das Rathaus am Marktplatz zählt zu den bedeutendsten Profanbauten Norddeutschlands.

  • Erzbergwerk Rammelsberg

    Das Besucherbergwerk gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde 1988 nach über 1000 Jahren Bergbau stillgelegt. Mit einem kleinen Zug fahren Sie in den Berg ein. Ehemalige Bergleute führen durch die Stollen und erzählen von der harten Arbeit unter Tage.

Quedlinburg

  • Die Altstadt von Quedlinburg wurde 1994 in die UNESCO-Liste aufgenommen. Über 1.300 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten prägen das Stadtbild. Die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg gilt als architektonisches Meisterwerk der Romanik. Der Quedlinburger Domschatz gehört zu den wertvollsten kirchlichen Sammlungen Deutschlands.

Wernigerode

  • Die Altstadt von Wernigerode bietet ein facettenreiches Ensemble farbenfroher Fachwerkhäuser. Das Rathaus am Marktplatz zählt zu den schönsten Fachwerkbauten Deutschlands. Das Schloss Wernigerode thront weithin sichtbar über der Stadt. Der Miniaturenpark „Kleiner Harz“ zeigt 60 Bauwerke der Region im Maßstab 1:25.

Nationalpark Harz

  • Der Nationalpark erstreckt sich über 247 Quadratkilometer und bietet ursprüngliche Natur. Der Brocken mit 1.141 Metern Höhe ist der höchste Berg Norddeutschlands. Die Brockenbahn, eine historische Schmalspurbahn, dampft seit 1899 auf den Gipfel. Das Motto im Nationalpark lautet: Natur, Natur sein lassen. Ehemalige Wirtschaftswälder verwandeln sich langsam wieder in Wildnis.

Oberharzer Wasserwirtschaft

  • Das UNESCO-Weltkulturerbe umfasst das größte vorindustrielle Energie- und Wasserversorgungssystem der Welt. Teiche, Gräben und Wasserläufe dienten vom 16. bis 19. Jahrhundert der Energiegewinnung für den Bergbau.

Teufelsmauer

  • Die markante Felsformation bei Blankenburg zieht sich über mehrere Kilometer durch das nördliche Harzvorland. Die bis zu 20 Meter hohen Sandsteinfelsen entstanden vor etwa 85 Millionen Jahren.

Wussten Sie schon?

Am Nordhang des Burgbergs befindet sich ein rätselhafter Stollen. Bergmänner trieben den Gang 7 Meter tief in den Felsen, 2 Meter hoch und 1,5 Meter breit. Dann endet er abrupt mitten im Fels. Bis heute gibt niemand eine überzeugende Antwort darauf, wozu der Stollen diente. War er als Fluchtweg geplant? Sollte er die Wasserversorgung verbessern? Oder begann hier ein nie vollendetes Bauprojekt? Die Harzburger Höhle, wie der Stollen auch genannt wird, gibt ihre Geheimnisse nicht preis.

Unsere Tipps für Ihren Besuch

Beginnen Sie Ihren Besuch am frühen Vormittag. Die Burgbergseilbahn fährt alle zehn Minuten und bringt Sie entspannt nach oben. Planen Sie mindestens zwei Stunden für den Burgberg ein. Der historische Rundweg mit den Informationstafeln vermittelt ein lebendiges Bild der Burganlage. Wer gut zu Fuß ist, kombiniert den Besuch mit einer Wanderung zur Rabenklippe.

Dort können Sie Luchse in ihrem Gehege beobachten. Mittwochs und samstags um 14:30h findet (gewöhnlich) die Fütterung statt, bei der Nationalpark-Mitarbeiter Wissenswertes über die Tiere erzählen. Das Molkenhaus liegt etwa 3,5 Kilometer entfernt und bietet sich für eine Rast an. Der Radau-Wasserfall stürzt 22 Meter in die Tiefe. Er wurde 1859 künstlich angelegt und sollte schon damals Touristen anlocken. Gerade zur Schneeschmelze oder nach starkem Regen zeigt er sich von seiner beeindruckendsten Seite.

Haben Sie die Canossa-Säule auf dem Burgberg schon entdeckt, oder planen Sie Ihren ersten Besuch?

Eintrittspreise
Kein Eintritt.

Die Fahrt mit der Seilbahn kostet €6,00(Berg- & Talfahrt) für Erwachsene, sie fährt im Sommer von 09:30h bis 18:00h, im Winter von 10:00h bis 17:00h.

(Stand 2026)
Öffnungszeiten
Die Ruine ist jederzeit zugänglich.

(Stand 2026)
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