Per Rad durch die Geschichte: 8 UNESCO-Welterbestätten auf zwei Rädern

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Backsteingotik, Wikingerwälle, ein Barockopernhaus und ein Gartenreich mit eigenem Radwegenetz: Acht deutsche UNESCO-Welterbestätten lassen sich besonders schön mit dem Fahrrad erschließen – vom Wikinger Museum Haithabu bis zum Wörlitzer Park. Wir zeigen, wo sich das Rad lohnt.

Warum das Rad die bessere Anreise ist

Wer mit dem Auto zum Welterbe fährt, sieht den Parkplatz, das Denkmal, den Parkplatz. Mit dem Rad wird der Weg dorthin zum Teil der Geschichte: Man fährt durch die Landschaft, die den Ort geprägt hat. Bei einer Wallanlage, einem Seeufer oder einem Landschaftsgarten ist genau das der Punkt. Der UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. hat dafür acht Ziele zusammengetragen, an denen das besonders gut funktioniert.

Im Norden: Backsteingotik und Wikingerwege

In Wismar führt ein Themenweg durch die Altstadt. Unterwegs wartet der „Magische Blick“ — jener Punkt, an dem sich die Türme der Backsteingotik zu einer Silhouette staffeln. Kurz genug für einen Vormittag, lang genug, um die Hansezeit zu begreifen.

Lübeck setzt auf E-Bike-Touren. Die Altstadtinsel ist kompakt, das Umland flach — mit Motorunterstützung lassen sich Holstentor, Salzspeicher und die Travemünder Küste an einem Tag verbinden.

Am eindrucksvollsten wird es bei Haithabu und dem Danewerk. Hier radelt man auf und neben einer Grenzbefestigung, die seit dem frühen Mittelalter in der Landschaft liegt. Der Wall ist über Kilometer sichtbar — das versteht man vom Sattel aus besser als aus jeder Vitrine. Wer mehr von der Region will, findet weitere Ziele unter Burgen und Schlösser in Schleswig-Holstein.

In der Mitte: Barock, Bauhaus und ein Gartenreich

In Bayreuth gibt es eine geführte Sightseeing-Radtour, die das Markgräfliche Opernhaus zum Ausgangspunkt nimmt. Das Haus von 1748 gilt als eines der letzten erhaltenen Barocktheater Europas mit originaler Holzarchitektur.

Weimar verbindet gleich zwei Welterbe-Einträge auf einer Route: die Stätten der Weimarer Klassik und die frühen Bauhaus-Bauten. Zwischen Goethe und Gropius liegen nur wenige Minuten im Sattel — eine Zeitreise, die man körperlich nachvollzieht.

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz braucht das Rad geradezu. Rund 700 Kilometer Radwege durchziehen die Anlage, die als früher Landschaftsgarten nach englischem Vorbild angelegt wurde. Schlösser, Brücken, Sichtachsen und Alleen ergeben zusammen ein Gesamtkunstwerk, das sich zu Fuß kaum erschließen lässt.

Im Süden und Westen: Pfahlbauten und Urzeit

Am Bodensee führt der Bodensee-Radweg direkt an den Pfahlbauten von Unteruhldingen vorbei. Die rekonstruierten Häuser stehen für die prähistorischen Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen — Welterbe seit 2011.

Und bei Darmstadt lohnt die Grube Messel, ein Ölschiefer-Vorkommen mit weltberühmten Fossilfunden aus dem Eozän. Von der Stadt aus ist die Grube gut per Rad erreichbar. Am 2. August findet dort das Grubenfest statt — bei freiem Eintritt und mit Programm für Familien.

Praktische Reisetipps

  • Beste Reisezeit: Mai bis September. Im Hochsommer früh starten, viele Routen bieten wenig Schatten.
  • Anreise: Alle acht Ziele liegen an Bahnstrecken mit Fahrradmitnahme — der Klassiker ist Hinfahrt per Bahn, Rückfahrt per Rad.
  • E-Bike oder nicht: Für Lübeck, Wismar und das Gartenreich reicht ein normales Rad. Rund um Bayreuth und Weimar ist Motorunterstützung angenehmer.
  • Kombinieren mit: Schloss Wörlitz und der Wörlitzer Park als Tagesziel im Gartenreich, Schloss Corvey als weiteres Welterbe an einem Flussradweg.

FAQ

Welche UNESCO-Welterbestätten in Deutschland lassen sich gut mit dem Rad erreichen? Besonders gut geeignet sind acht Stätten: Wismar, Lübeck, Haithabu und Danewerk, Bayreuth, Weimar, das Gartenreich Dessau-Wörlitz, die Pfahlbauten am Bodensee und die Grube Messel. Alle liegen an ausgebauten Radrouten oder verfügen über eigene Radwegenetze.

Welche Welterbestätte hat das größte Radwegenetz? Das Gartenreich Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt. Rund 700 Kilometer Radwege verbinden dort Schlösser, Parks und Landschaftsräume miteinander.

Braucht man für die Touren ein E-Bike? Nein. Die norddeutschen Routen und das Gartenreich sind flach und mit jedem Rad machbar. In Franken und Thüringen ist ein E-Bike bequemer, aber keine Voraussetzung.

Mehr Infos: welterbedeutschland.de


Autor: burgen.de Redaktion

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