Schloss Corvey

Schloss Corvey
37671 Höxter
Nordrhein-Westfalen
Deutschland

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Kaiser Ludwig der Fromme gründete 815 die von Corbie abhängige Propstei Hethis, aus der später Corvey hervorging. Doch die Lage war ungünstig, die Mönche aus Hethis zogen 823 an einen neuen Ort in der Weseraue in der Nähe des heutigen Höxter. 826 wurde das Kloster selbstständig. Der Name stammt vom Mutterkloster Corbie, das auf lateinisch „Corbeia“ hieß. Aus „Nova Corbeia“ – dem „neuen Corbie“ – wurde schließlich der Name Corvey.

Mit dem Bau der 844 geweihten Klosterkirche wurde um 830 begonnen, eine schmale dreischiffige Basilika mit Querschiff und Umgangsapsis. Ludwig der Fromme stiftete die Reliquien des Heiligen Vitus aus seiner Privatkapelle in Paris.. Dieser Heilige machte Corvey zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Auch die Missionierung des Nordens ist untrennbar mit Corvey verbunden. Der Heilige Ansgar gelangte als Corveyer Mönch bis nach Skandinavien. Corvey besaß eine bedeutende Schreibschule und eine umfangreiche Bibliothek Das Reichskloster entwickelte sich im 9. und 10 Jh. zu einem der bedeutendsten Kulturzentren Nord-Europas.

Ab dem 10.Jahrhundert begann der Niedergang. Der letzte bedeutende Abt des Klosters war Wibald von Stablo (1146-1158). Er baute das Westwerk zur heutigen Zweiturmanlage um. In seine Regierungszeit fiel die Verleihung des Titels „Reichsabtei“ durch Kaiser Konrad III. 1220 erfolgte die Erhebung zur Fürstabtei. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurden die Gebäude vollständig zerstört.

Der Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen rettete Corvey, indem er sich selbst als Administrator einsetzte. Mit der Restitution des Klosterlebens und dem Wiederaufbau der Klosteranlagen begründete er 1667 das barock geprägte Corvey. Bis etwa 1750 wurde die weitläufige barocke Anlage erweitertert.

Im Zuge der Säkularisation gelangte das Fürstbistum im Jahr 1803 an das Königreich Preußen, dann an Nassau-Oranien. 1809 wurde Corvey dem französischen Königreich Westphalen einverleibt; nach dem Wiener Kongress gelangte es abermals an das Königreich Preußen, das es 1821 an den Landgrafen von Hessen-Rotenburg abtrat. Dieser verlegte Zwischen 1825 und 1833 verlegte seine Hofbibliothek aus Rotenburg an der Fulda nach Corvey und richtete die heute noch erhaltenen Räumlichkeiten ein.

Der Landgraf vererbte Corvey seinem Neffen, der 1840 den Titel eines „Herzogs von Ratibor und Fürsten von Corvey“ annahm. Herzog Viktor I. holte 1860 Hoffmann von Fallersleben nach Corvey, der den Bestand der Bibliothek auf mehr als 70 000 Bände nahezu verdoppelte. Sein Grab befindet sich in Corvey. Geboren in Fallersleben in Wolfsburg findet man im Schloss Fallersleben eine sehenswerte Ausstellung zu seinem Leben.

Das Haus Ratibor und Corvey ist bis heute Eigentümer von Schloss Corvey.

Corvey ist am 21. Juni 2014 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet worden. Als Welterbestätte trägt Corvey den offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“.

In Coryey befindet sich das Regionalmuseum Höxter-Corvey mit vielen wechselnden Ausstellungen. Überregionales Interesse finden auch die Corveyer Musikwochen und die vielen Veranstaltungen (Kongresse, Tagungen, Lesungen, Konzerte).

Fazit
Die Mischung aus Kloster und Barokschloß schafft eine unglaubliche Atmosphäre. Und der Besuch der Bibliothek mit ihrem knarrenden Fußboden ist ein absolutes Muss.
Öffnungszeiten öffnen | schliessen
Besichtigung täglich von 10:00h bis bis 18:00h (letzter Einlass 17:00h) ohne Voranmeldung,
Öffentliche Führung: Samstag, Sonntag, Feiertag: 11:00h und 15:00h

Durch Baumaßnahmen kann es in der Saison 2019 zu Einschränkungen der Besuchsmöglichkeiten im Westwerk kommen kann.
Eintrittspreise öffnen | schliessen
Einzelpersonen: €9,50
Gruppen ab 10 Personen: €8,50
Menschen mit Behinderung mit Ausweis: €7,50
Schüler, Studenten mit Ausweis: €5,50
Familienkarte (inkl. Kinder von 6-15 Jahren): €19,00
Einwohner der Stadt Höxter mit Ausweis kostenlos

nur Abteikirche: €2,00
nur Abteikirche (Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung): €1,50
(Stand 2019)