Schloss Corvey

Anzeige
Banner : ROSE Bikes
Corvey_KV2_Fassade_IMG_9526
Schloss Corvey © burgen.de
Corvey_KV_Fassade_IMG_9689
Schloss Corvey und Westwerk der Abteikirche © burgen.de
Corvey_Innenhof_IMG_9568
Schloss Corvey | Friedgarten © burgen.de
Corvey_Garten2_IMG_9651
Schloss Corvey | Remtergarten © burgen.de
Corvey_Garten1_IMG_9661
Schloss Corvey | Remtergarten © burgen.de
Corvey_Garten_Westwerk_IMG_9674
Schloss Corvey | Remtergarten © burgen.de
Corvey_Fallersleben_IMG_9678
Schloss Corvey | Grab von Hoffmann von Fallersleben © burgen.de
Corvey_Innenhof_c-Tsungam-WikiCommons_800
Tsungam, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (cropped, recoloured, sharpened)
Corvey_Zufahrt_IMG_9521
Schloss Corvey | Zufahrt © burgen.de
Adresse
Karte
Wissenswertes über Schloss Corvey

Lesezeit: 15 min

Quick-Facts: Schloss Corvey

  • Baujahr: 822 (Klostergründung), 1667-1750 (barocke Neugestaltung)
  • Stil: Karolingisches Westwerk (9. Jahrhundert), Barock
  • Highlight: Das älteste erhaltene karolingische Westwerk Westfalens, UNESCO-Weltkulturerbe seit 2014
  • In einem Satz: Schloss Corvey verbindet 1200 Jahre europäische Geschichte zwischen klösterlicher Gelehrsamkeit und fürstlichem Glanz direkt am Weserknie bei Höxter.

Wo die Weser eine sanfte Schleife zieht, recken sich seit über tausend Jahren die Doppeltürme eines Bauwerks in den Himmel, das zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Deutschlands zählt. Das karolingische Westwerk von Corvey, errichtet zwischen 873 und 885, steht als einziger vollständig erhaltener Bau seiner Art in Westfalen. Seine massiven Sandsteinquader haben Kriege, Brände und die Jahrhunderte überdauert.

Hinter der Klostermauer erstreckt sich heute eine barocke Schlossanlage, die seit 2014 den Titel UNESCO-Weltkulturerbe trägt. Der Name Corvey leitet sich von „Corbeia nova“, dem neuen Corbie, ab. Damit ehrten die Gründermönche ihr französisches Mutterkloster an der Somme.

Geographische Lage

Schloss Corvey liegt etwa 2,5 Kilometer nordöstlich der Höxteraner Altstadt direkt am rechten Weserufer. Die Anlage thront auf einem leicht erhöhten Gelände in der Weseraue, umgeben von Wiesen und altem Baumbestand. Der Fluss bildet hier eine markante Biegung, die der Landschaft ihren besonderen Reiz verleiht.

Über die B 83 erreichen Besucher das Schloss problemlos, die Autobahnanbindung zur A 44 liegt nur 15 Kilometer entfernt. Der Weser-Radweg führt direkt am Schloss vorbei, seit der Landesgartenschau 2023 verbindet zudem eine neu gestaltete Weserpromenade die Welterbestätte mit der Höxteraner Innenstadt. Ein eigener Schiffsanleger ermöglicht die Anreise per Ausflugsschiff.

Die Lage zwischen Weserbergland und Eggegebirge macht Corvey zum idealen Ausgangspunkt für Erkundungen in Ostwestfalen.

Geschichte

Von der karolingischen Klostergründung zum bedeutendsten Kulturzentrum des Nordens

Kaiser Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, gründete 815 zunächst die Propstei Hethis. Doch die Lage erwies sich als ungünstig. 822 verlegten die Benediktinermönche ihren Standort in die Weseraue nahe dem heutigen Höxter. Dort entstand „Nova Corbeia“, die neue Tochtergemeinschaft des französischen Klosters Corbie. 826 erhielt Corvey die Selbstständigkeit. Die Reliquien des Heiligen Vitus, die Ludwig der Fromme 836 aus seiner Pariser Privatkapelle stiftete, machten das Kloster zu einem bedeutenden Wallfahrtsziel. Pilgerströme aus ganz Europa zogen nach Corvey.

Zwischen 873 und 885 errichteten die Mönche das monumentale Westwerk, dessen massige Doppeltürme die Landschaft bis heute prägen. Die dreischiffige Basilika aus dem frühen 9. Jahrhundert wurde 844 geweiht. In der Schreibschule entstanden wertvolle Handschriften, die Bibliothek zählte zu den umfangreichsten ihrer Zeit. Der Heilige Ansgar, später Erzbischof von Hamburg-Bremen, begann von Corvey aus seine Missionsreisen nach Skandinavien.

Im 9. und 10. Jahrhundert entwickelte sich das Reichskloster zu einem der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Zentren Nordeuropas. Über 100 Ortsgründungen gehen auf Corveyer Initiative zurück.

Vom mittelalterlichen Niedergang zum barocken Neuanfang

Ab dem 10. Jahrhundert begann der schleichende Niedergang. Nur unter Abt Wibald von Stablo (1146-1158) erlebte Corvey noch einmal eine Blütezeit. Er ließ das Westwerk zur heutigen Zweiturmanlage umbauen. Kaiser Konrad III. verlieh 1147 den Titel „Reichsabtei“. 1220 folgte die Erhebung zur Fürstabtei, was dem Abt einen Sitz und Stimme im Reichstag sicherte. Doch der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte die Katastrophe. Schwedische Truppen plünderten und zerstörten die Klostergebäude nahezu vollständig.

Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen rettete Corvey 1667, indem er sich selbst als Administrator einsetzte. Mit dem Wiederaufbau der Anlage im barocken Stil begründete er das moderne Corvey. Bis etwa 1750 entstand die weitläufige barocke Vierflügelanlage um den Innenhof, die Besucher heute bewundern. Die ehemalige Klosterkirche erhielt ihre prächtige barocke Ausstattung.

Nach der Säkularisation 1803 wechselte Corvey mehrfach den Besitzer: zunächst Preußen, dann Nassau-Oranien, 1809 das französische Königreich Westphalen, nach dem Wiener Kongress erneut Preußen. 1821 kaufte Landgraf Viktor Amadeus von Hessen-Rotenburg die Anlage. Er verlegte seine wertvolle Hofbibliothek zwischen 1825 und 1833 von Rotenburg an der Fulda nach Corvey und richtete die heute noch erhaltenen Bibliotheksräume ein.

Tourismus in Schloss Corvey

1840 erbte der Neffe des Landgrafen Viktor Friedrich die Anlage und nahm den Titel „Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey“ an. Sein Sohn Viktor I. holte 1860 den Dichter Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar nach Corvey. Der Verfasser des Deutschlandliedes verdoppelte den Bestand auf über 70.000 Bände. Sein Grab befindet sich auf dem Corveyer Friedhof. Das Haus Ratibor und Corvey ist bis heute Eigentümer der Anlage.

Seit den 1950er Jahren öffnete sich Schloss Corvey verstärkt für Besucher. Die UNESCO-Auszeichnung als Weltkulturerbe im Juni 2014 brachte einen deutlichen Zuwachs der Besucherzahlen. Heute zählt Corvey zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Ostwestfalens.

Die Corveyer Musikwochen im Sommer ziehen Klassikfreunde aus ganz Deutschland an. Viktor V. Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey öffnet für besondere Veranstaltungen sogar seinen privaten Garten.

Die Räume und das Innere

Das karolingische Westwerk

Das Westwerk ist das Herzstück der Anlage. Seine monumentalen Doppeltürme erheben sich 38 Meter über der Weseraue. Im Inneren empfängt Besucher die Johanniskapelle im Erdgeschoss, darüber liegt die Säulenbasilika des ersten Obergeschosses. Die einzigartigen Wandmalereien aus der Zeit um 885 zeigen die griechische Mythologie, ein Beleg für die Bildung der Corveyer Mönche.

Die Darstellung einer Odysseus-Szene zählt zu den frühesten erhaltenen weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen. Über eine schmale Wendeltreppe erreichen Besucher die oberen Ebenen mit ihren gewaltigen Kreuzgewölben.

Die Schlossräume

Der barocke Kaisersaal bildet das prächtige Zentrum der Anlage. Venezianische Lüster hängen von der reich stuckierten Decke, die Wände zieren Malereien aus dem 18. Jahrhundert. Der lichtdurchflutete Raum dient heute als Konzertsaal und ist Schauplatz der Corveyer Sommerkonzerte. Der intimere Barocksaal besticht durch seine schlichte Eleganz. Im Fürstlichen Salon empfängt prächtige Seidentapete die Besucher.

Die Fürstliche Bibliothek

74.000 Bände füllen die Regale der Fürstlichen Bibliothek in den ehemaligen Klosterräumen. Die Sammlung umfasst Werke vom 9. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Besonders wertvoll sind mittelalterliche Handschriften aus der Corveyer Schreibschule und frühe Drucke aus dem 15. Jahrhundert. Hoffmann von Fallersleben ordnete und katalogisierte den Bestand systematisch. Die Bibliotheksräume mit ihren historischen Regalen und der Wendeltreppe gehören zu den schönsten Räumen der Anlage. Lesepulte und Globen aus verschiedenen Jahrhunderten vervollständigen das Bild einer gelehrten Klosterbibliothek.

Die barocke Abteikirche

Die ehemalige Klosterkirche präsentiert sich heute in barocker Pracht. Der Hochaltar aus Marmor und vergoldetem Holz dominiert den Chorraum. Stukkateur Andrea Gallasini schuf im 18. Jahrhundert die reiche Deckenverzierung. Die Orgel von Johann Patroclus Möller aus dem Jahr 1681 zählt zu den bedeutendsten Barockorgeln Westfalens. Hier finden katholische Gottesdienste und Konzerte statt.

Der Remtergarten

Im Schutz der hohen Klostermauern entstand zur Landesgartenschau 2023 der Remtergarten zu Füßen der karolingischen Doppeltürme. Der zwei Hektar große Garten knüpft an die jahrhundertealte Tradition des klösterlichen Küchengartens an, der im 18. Jahrhundert den Konvent versorgte. Heute vereint der modern interpretierte Klostergarten Zier- und Nutzpflanzen auf einzigartige Weise. Der Apotheker-Garten zeigt Heilpflanzen, die Benediktinermönche für ihre Medizin verwendeten. Im Küchenkabinett erleben Besucher die Entwicklung des Nutzgartens vom Mittelalter bis heute, von der Artischocke über Stielmus bis zu modernen Trendgemüsen wie Pak Choi.

48.000 Zwiebelblumen verwandeln die Geophyten-Wiese vom Frühjahr bis zum Sommer in ein Farbenmeer. Narzissen in Weiß und Gelb machen den Anfang, gefolgt von Prärielilien und Hasenglöckchen in Blau, Rosa und Weiß. Im Mai thronen Allium-Bälle über den Beeten, Tulpen in über 80 Sorten recken sich ab April in den Himmel. Im Hochsommer trifft Sonnenbraut auf Petersilie und Kohl, im Herbst feiert der Garten die Dahlie als Königin des Spätsommers. Das milde Mikroklima nahe dem Wasser und geschützt von der Klostermauer ermöglicht den Anbau seltener Gehölze aus wärmeren Regionen. Der Blauglockenbaum, der Taschentuchbaum mit seinen weißen Hochblättern und der duftende Kuchenbaum gedeihen prächtig. Der Strauch mit dem poetischen Namen Sieben Söhne des Himmels blüht erst spät im August und bietet Bienen wertvolle Nahrung.

Rosen, Stauden und essbare Blumen wie wilde Malven, Indianernesseln oder Funkien bilden eine reizvolle Symbiose. In den Hochbeeten reift Gemüse, das bereits die Mönche vor 1200 Jahren angebaut haben dürften. Die geernteten Lebensmittel werden über den Höxter Tisch an Bedürftige verschenkt. Der Remtergarten ist Teil des Huxarium Gartenparks, der die historische Fachwerkstadt mit dem Welterbe verbindet. Für Radfahrer auf dem Weserradweg lohnt sich der Stopp, schon ein Blick durchs Tor offenbart das Blütenparadies.

Schloss Corvey als Filmkulisse

Das imposante Westwerk und die barocke Schlossanlage dienten bereits mehrfach als Drehort. Der NDR-Tatort „Tyrannenmord“ mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz nutzte 2020 die Fassade des karolingischen Westwerks, den Innenhof und die Zufahrtsstraße als Kulisse für ein fiktives Internat. Die Dreharbeiten dauerten zwei Tage, etwa 200 Komparsen aus Höxter und Umgebung wirkten mit.

Das Filmteam drehte auch auf dem Radweg zwischen Schloss und Weser sowie an der nahegelegenen Eisenbahnbrücke. Die Weserlandschaft mit ihren sanften Hügeln bot zusätzliche malerische Einstellungen. Die Marketing-Gemeinschaft „Sieben Schlösser“, zu der neben Corvey auch Fürstenberg, Bevern, Bückeburg, Hämelschenburg, Marienburg und die Stadt Hameln gehören, bewirbt die Region gezielt als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen.

Neues im Jahr 2026 in Schloss Corvey

Das Via Nova Kunstfest 2026 findet an drei Wochenenden vom 28. August bis 13. September statt. Das Motto „Tout Moun Se Moun“ wird fortgeführt. Ausgangspunkt bildet die Vita der ersten Äbtissin von Gandersheim, verfasst vom Corveyer Mönch Agius. Die Fürstliche Bibliothek öffnet ihre Schätze für thematische Führungen. Das Programm umfasst Konzerte mit alter und neuer Musik, philosophische Vorträge und literarische Lesungen.

Das Gartenfest Corvey kehrt vom 31. Juli bis 2. August 2026 zurück. Die Evergreen GmbH & Co. KG organisiert das hochkarätige Gartenfestival, das Qualität und kreativen Lebensstil in den Mittelpunkt stellt. Neben Pflanzen und Gartenaccessoires finden Besucher Mode, Schmuck und Wohndekoration. Die Veranstaltung richtet sich an Gartenfreunde, Familien und Genussmenschen gleichermaßen.

Hochzeiten auf Schloss Corvey

Der Kaisersaal mit den venezianischen Lüstern und prächtigen Stuckornamenten bietet den perfekten Rahmen für standesamtliche Trauungen. Bis zu 100 Gäste finden Platz. Der intimere Barocksaal eignet sich mit seiner schlichten Eleganz für kleinere Hochzeitsgesellschaften von etwa 50 Personen.

Die katholische Abteikirche mit ihrer barocken Ausstattung bietet einen würdigen Rahmen für kirchliche Trauungen. Die historische Barockorgel begleitet die Zeremonie musikalisch. Nach der Trauung können Paare ihre Gäste im Kaisersaal oder in der ehemaligen Klosterküche empfangen. Die Schlossgastronomie erstellt individuelle Catering-Angebote.

Die weitläufige Parkanlage und der Kreuzgang bieten traumhafte Kulissen für Hochzeitsfotos. Fotoshootings können im Vorfeld angemeldet werden. Die Außenbereiche der Welterbestätte sowie besondere Räume wie der Kaisersaal stehen nach Absprache zur Verfügung.

Anreise und Besucherinformationen

Mit dem Auto erreichen Besucher Schloss Corvey über die B 83, die Autobahnanbindung zur A 44 liegt 15 Kilometer entfernt. Parkplätze befinden sich direkt an der Welterbestätte, das Parken ist gebührenpflichtig. Radfahrer folgen dem Weser-Radweg, der direkt am Schloss vorbeiführt. Fahrradstellplätze sind ausreichend vorhanden. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt über den Bahnhof Höxter, von dort verkehren Busse zur Haltestelle Schloss Corvey. An Wochenenden und Feiertagen fährt in der Saison der Naturparkbus.

Ausflugsschiffe legen am eigenen Schiffsanleger an. Die Weser-Schifffahrt bietet Rundfahrten mit Halt in Corvey an. Seit der Landesgartenschau 2023 verbindet eine neu gestaltete Weserpromenade die Welterbestätte mit der Höxteraner Innenstadt. Der Spaziergang dauert etwa 30 Minuten und führt durch eine reizvolle Auenlandschaft.

Das Schlossrestaurant serviert regionale und internationale Küche in historischem Ambiente. Die Terrasse mit Blick auf den Schlosspark lädt zum Verweilen ein. Im Souvenirshop finden Besucher Bücher zur Geschichte Corveys, Postkarten, Honig aus der Region und Kunsthandwerk.

Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Schloss Corvey

Höxter

  • Historische Altstadt mit Fachwerkhäusern der Weserrenaissance

    Reich verzierte Fachwerkbauten prägen das Stadtbild der 1200 Jahre alten Stadt. Das historische Rathaus von 1613, die mittelalterliche St.-Kiliani-Kirche mit ihren Doppeltürmen und die gotische Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert lohnen einen Rundgang. Die Dechanei auf dem Marktplatz gilt als eines der schönsten Renaissancegebäude der Region. 15 Duftstelen führen durch die Altstadt und verbinden Sehenswürdigkeiten mit aromatischen Erlebnissen. Das Tilly-Haus am Johannismarkt erinnert an den Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges.

  • Huxarium Gartenpark

    Aus der Landesgartenschau 2023 entstand dieser attraktive Park zwischen Stadtwall, Weser und Welterbestätte. Themengärten, Wasserspiele und Kunstinstallationen laden zum Spaziergang ein. Der Park verbindet die Höxteraner Altstadt mit Schloss Corvey und bietet besonders im Frühsommer ein Blütenmeer.

  • Godelheimer See

    Die Freizeitanlage Höxter-Godelheim bietet Badespaß für die ganze Familie. Der frei zugängliche See verfügt über einen Sandstrand, Spielplätze und Sportanlagen. Über den Weser-Radweg ist der See gut erreichbar. Umweltfreundliche Familien schätzen die kostenlose Nutzung.

Schloss Fürstenberg (5,4 km)

Das Jagdschloss der Weserrenaissance thront auf einem Bergsporn hoch über der Weser. Seit 1747 beherbergt es die Porzellanmanufaktur Fürstenberg, die zweitälteste bis heute am selben Standort produzierende Manufaktur Deutschlands. Im Museum erleben Besucher 275 Jahre Porzellankunst vom Rokoko bis zur Gegenwart. Bei Schauvorführungen demonstrieren Handwerker die traditionsreiche Fertigung. Der Schlosspark mit seinen Terrassen bietet weite Blicke über das Wesertal.

Schloss Bevern (12,8 km)

Das prächtige Schloss der Weserrenaissance entstand zwischen 1603 und 1612 für Herzog Statius von Münchhausen. Die vierflügelige Anlage mit ihren reich verzierten Giebeln zählt zu den schönsten Profanbauten der Epoche. Im Inneren birgt das Schloss das Weserrenaissance-Museum mit Möbeln, Gemälden und Kunsthandwerk aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Schlosspark lädt zum Flanieren ein.

Externsteine (35 km)

Die 13 bis zu 40 Meter hohen Sandsteinfelsen im Teutoburger Wald zählen zu den bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern Deutschlands. Einige Felsen können bestiegen werden und belohnen mit herrlicher Aussicht. Das Kreuzabnahmerelief aus dem 12. Jahrhundert gilt als bedeutendes Kunstwerk der Romanik. Der künstlich angelegte Teich und die umgebenden Naturerlebnispfade machen die Externsteine zum beliebten Ausflugsziel für Wanderer.

Adlerwarte Berlebeck (33 km)

Die 1939 gegründete Greifvogelwarte in Detmold gilt als die älteste Europas. 46 verschiedene Greifvogelarten mit über 200 Exemplaren leben hier. Mehrmals täglich finden spektakuläre Freiflugvorführungen statt, bei denen Adler, Geier und Falken dicht über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegen. Ein Lehr- und Informationszentrum vermittelt Wissenswertes über Greifvögel und Artenschutz. Die Adlerwarte beteiligt sich an internationalen Nachzuchtprogrammen bedrohter Arten.

Bad Driburg (18 km)

Das traditionsreiche Kur- und Gräfenstadt am Rand des Teutoburger Waldes lockt mit Kurpark, Therme und historischer Altstadt. Das Glasmuseum zeigt die Geschichte der regionalen Glasproduktion. Der Kurpark mit seinen alten Bäumen und Heilquellen lädt zum Entspannen ein. Zahlreiche Wanderwege führen in die umgebenden Wälder des Eggegebirges.

Bodenwerder (35 km)

Die Münchhausenstadt an der Weser ist die Heimat des berühmten Lügenbarons Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720-1797). Das Münchhausen-Museum in der um 1300 erbauten Schulenburg zeigt Erinnerungsstücke aus seinem persönlichen Besitz, Bilder und Dokumente aus seinem bewegten Leben. Über 1400 Buchausgaben der Wunderbaren Reisen und Abenteuer in 48 Sprachen belegen die weltweite Faszination der Geschichten. Das Geburtshaus am Münchhausenplatz beherbergt heute das Rathaus. Stadtführungen mit kostümierten Schauspielern erzählen humorvoll von den Abenteuern des Barons.

Wildpark Neuhaus im Solling (25 km)

Der über 50 Hektar große Wildpark in einer bewaldeten Hanglage des Sollings zeigt regionaltypische Tiere im natürlichen Lebensraum. Rothirsche, Wildschweine, Luchse und Wildkatzen leben in großzügigen Gehegen. Ein vier Kilometer langer Rundweg führt durch Mischwald und über Wiesen. Der Park ist ganzjährig kostenlos zugänglich und besonders für Familien mit Kindern geeignet.

Hameln (50 km)

Die Rattenfängerstadt an der Weser ist weltberühmt für die Sage vom Rattenfänger, der 1284 die Kinder der Stadt entführte. Die prächtige Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und Bauten der Weserrenaissance lädt zum Bummeln ein. Das Hochzeitshaus aus dem 17. Jahrhundert beherbergt eine astronomische Uhr, die mehrmals täglich ein Rattenfänger-Figurenspiel zeigt. Das Rattenfängerhaus trägt die historische Inschrift von 1284. Von Mai bis September findet jeden Sonntag das kostenlose Rattenfänger-Freilichtspiel in der Altstadt statt. Das Museum Hameln zeigt mit dem Mechanischen Rattenfänger-Theater die Geschichte der Stadt. Die Oster- und Bäckerstraße sind Fußgängerzonen mit Geschäften und Cafés.

Wussten Sie schon?

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Verfasser des Deutschlandliedes, verbrachte seine letzten 14 Lebensjahre als Bibliothekar auf Schloss Corvey. Herzog Viktor I. holte ihn 1860 nach Corvey, nachdem Hoffmann wegen seiner politischen Ansichten seine Professur in Breslau verloren hatte. Der Dichter fühlte sich in der ländlichen Abgeschiedenheit an der Weser außerordentlich wohl. Er katalogisierte nicht nur die umfangreiche Fürstliche Bibliothek, sondern verdoppelte den Bestand durch geschickte Ankäufe auf über 70.000 Bände.

Hoffmann schätzte besonders die täglichen Spaziergänge durch den Schlosspark und entlang der Weser. In seinen Briefen schwärmte er von der Ruhe und der Schönheit der Landschaft. Am 19. Januar 1874 starb er in Corvey. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Welterbestätte. Eine Gedenktafel im Schloss erinnert an den bedeutenden Dichter. Sein Geburtsort Fallersleben, heute ein Stadtteil von Wolfsburg, widmet ihm das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum im dortigen Schloss.

Unsere Tipps für Ihren Besuch in Schloss Corvey<

Planen Sie mindestens zwei Stunden für Ihren Besuch ein. Das Westwerk mit seinen einzigartigen karolingischen Wandmalereien sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Die schmale Wendeltreppe zu den oberen Ebenen erfordert etwas Trittsicherheit, der Aufstieg lohnt sich aber wegen der Architektur. Im Kaisersaal bietet die Akustik ein besonderes Erlebnis, klatschen Sie einmal in die Hände und lauschen Sie dem langen Nachhall.

Die Führungen durch die Fürstliche Bibliothek finden nur zu bestimmten Zeiten statt, informieren Sie sich vorab über die Termine. Die Bibliothek gehört zu den Höhepunkten des Besuchs. Fotografieren ist in den meisten Räumen ohne Blitz erlaubt, fragen Sie im Zweifelsfall das Aufsichtspersonal.

Kombinieren Sie Ihren Besuch mit einem Spaziergang entlang der Weser oder durch die neu gestaltete Promenade nach Höxter. Bei schönem Wetter lohnt sich eine Pause im Schlossrestaurant auf der Terrasse mit Blick auf den Park. Die hausgemachten Kuchen sind besonders zu empfehlen.

Radfahrer sollten die Anreise über den Weser-Radweg wählen. Die Strecke zwischen Höxter und Corvey gehört zu den schönsten Abschnitten des Fernradwegs. Planen Sie Zeit für einen Abstecher zu den nahegelegenen Auenlandschaften ein.

Besucher der Sommerkonzerte buchen ihre Tickets am besten frühzeitig. Die Konzerte im Kaisersaal sind begehrt und oft ausverkauft. Die kostenlose Suppe vor den Abendkonzerten wird im Eintrittspreis einiger Veranstaltungen inkludiert.

Haben Sie Schloss Corvey schon besucht und welcher Raum hat Sie am meisten beeindruckt?

Eintrittspreise
Welterbeticket:
Karolingisches Westwerk, ehem. Barock-Abteikirche, Friedhof mit Hoffmann von Fallersleben Grab, ehem. Klostergelände mit den ehem. Konvent-Gebäuden, Museum und Bibliothek
Einzelpersonen: €14,00
Ermäßigt: €13,00
Kinder bis 17 Jahre kostenfrei

Kirchenticket: €5,00
Remtergarten:€6,50

Kombitickets Kirche,Museum,Remtergarten: €18,00

Öffentliche Führung:€5,00
(Stand 2026)
Öffnungszeiten
Bis 27.März: 2026 Führungen mit Voranmeldung
Ab 28.März 2026: Täglich von 10:00h bis bis 18:00h (letzter Einlass 17:00h) ohne Voranmeldung
Öffentliche Führung: täglich um 15:00h | Samstag, Sonntag, Feiertag: 11:00h und 15:00h

(Stand 2026)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website
Schöne Vorschläge finden Sie hier bei unserem Partner booking.com.
Empfehlungen der Redaktion
Anzeige
Banner : ROSE : Lieferbar MTB : 728x90