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Château de Montreuil-Bellay

Château de Montreuil-Bellay
49260 Montreuil-Bellay

Frankreich

Hoch über dem Fluss Thouet gelegen, umfassen die Burgmauern gleich mehrere Gebäude: das Alte Schloss, das Neue Schloss, das Kleine Schloß und die Kollegiatskirche.

Die Festungswälle haben eine Länge von 650 Metern auf denen man heute spazieren gehen kann. 13 Türme schützen die Anlage. Das Torhaus ist mit einem Vorwerk besonders befestigt und all die Gräben und Erkertürmchen machen das sehr gut erhaltene Château de Montreuil-Bellay zu einem der schönsten Beispiele für mittelalterlichen Festungsbau in der Region.

Die erste Burg wurde im 11.Jahrhundert von Foulques Nerra, Graf von Anjou, auf den Fundamenten einer römischen Siedlung errichtet.

Foulques Nerra gab die Burg an seinen Vasallen Giraud Berlay, oder auch Bellay genannt. Montreuil-Bellay wurde bald als unbezwingbare Festung in den Kämpfen des englischen mit dem französischen Königshaus bekannt. Eine dreijährige Belagerung war notwendig um den Widerstand von Giraud II Berlay im Jahr 1151 zu brechen. Große Teile der Burg wurden zerstört und in kommenden Jahrhunderten wieder aufgebaut.

Im 13. Jahrhundert gehörten zum Besitz riesige Wälder und Montreuil-Bellay war beliebt für Hirsch- und Falkenjagd. Die Verbindungen zur Krone Frankreichs waren so stark, dass der König Philip Augustus im Jahr 1208 hier Hof hielt, ebenso Louis VIII im Jahr 1224.

Das 14. Jahrhundert brachte den 100-jährigen Krieg und mit ihm Hunger und Verzweiflung. Hungernde Bauern suchten Schutz in den Burggräben und den benachbarten Klöstern, während Guillaume de Melun-Tancarville im Jahr 1415 bei der Schlacht von Agincourt verstarb. Sein Enkel Guillaume d’Harcourt heiratete Yolande de Laval, Schwiegertochter des Königs René.

Das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaute Neue Schloss ist charakteristisch für seine Zeit mit seinem großen Treppenturm und den an neue Militärformen angepasste Terrassentürmen für die Artillerie. Die Burg wie wir sie heute sehen können, wurde zwischen dem 13. Und 15. Jahrhundert errichtet. Am Ende des 100-jährigen Krieges beendete den englischen Einfluss in der Region. Die Architektur veränderte sich, Verteidigung war nicht mehr der Hauptzweck.

Henry II d´Orleans, Herzog von Longueville erbte den Besitz. Als Botschafter hatte er 1648 den Westfälischen Frieden mit unterschrieben. Seine Frau Geneviève de Condé, ließ sich auf eine Rebellion ihres Bruders Le Grand Condé, ein und wurde vom König Louis XIV ins Exil verbannt.

Während der Religionskriege wurde Montreuil-Bellay von beiden Parteien genutzt.

Während der französischen Revolution war Jean-Bretagne of Trémoille, Herr von Montreuil-Bellay loyal zu Louis XVI. Die Burg wurde in ein Gefängnis für Frauen umgewandelt.

Nach der Revolution kaufte ein reicher Kaufmann aus Saumur, Adrien Niveleau die Burg, seine Tochter ehelichte Alexander Adrien de Grandmaison, Offizier der Wachen von Charles X. Sie vererbten das Schloss an ihren Neffen.

Georges de Grandmaison, Bürgermeister von Montreuil-Bellay  öffnete das Schloss während des 1. Weltkrieges für die Verwundeten. Nahezu 1.200 Soldaten wurden hier behandelt.

Heute kann man das Schloß besichtigen, 2 Etagen sind zu erkunden, die vollständig eingerichteten Räume im Erdgeschoss und die Kellergewölbe.

Gebaut im 15. Jahrhundert über Kellergewölben in denen lange Jahre Wein produziert wurde, ist das Neue Schloß die Hauptattraktion der Führung. Das Esszimmer mit geschnitzten Balken, das Schlafzimmer der Duchess de Longueville, ein großer Salon, ausgestattet mit Antiquitäten, ein kleiner Musikraum und die monumentale Wendeltreppe am Ende der Tour sind besonders sehenswert.

Die mittelalterliche Küche ist auch in einem exzellenten Zustand, sie ist im Stil des 15. Jahrhunderts gebaut.

Die Kollegiatskirche

Gebaut am Ende des 15. Jahrhunderts, wurde die Kollegiatskirche von Notre Dame von Stiftsherren, die auf dem Schlossgelände untergebracht waren, betreut. Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert der Stadt übergeben.

Reisetipps
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  • Reisezeit - Burgen, Schlösser & Gärten besucht man am besten zwischen Mai und Ende August. Öffnungszeiten für die Objekte sollte man IMMER separat recherchieren, da jedes Objekt ein eigenes „Süppchen kocht“. Wir standen Mitte September vor etlichen verschlossenen Türen.
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Weitere nützliche Links
Eintrittspreise
Die Innenräume kann man nur im Rahmen einer Führung sehen.

Erwachsene: 12,00 €
Jugendliche: 6,50€ (6 bis 14)
Kinder unter 6 Jahren sind frei

Wenn man nur den Garten besichtigen möchte, kostet dieses 6,50€
Öffnungszeiten
Das Château ist geöffnet vom 01. April bis 04.November.

April bis Juni:
täglich außer Dienstags
10:30 bis 12:00h und 14:00h bis 18:00h

Juli und August:
täglich 10:00h bis 12:30h und 14:00h bis 18:30h

September bis November:
täglich außer Dienstags
10:00h bis 12:30h und 14:00h bis 18:30h

Im April, Mai, Juni, September, Oktober und November:
Morgens nur 1 Führung um 10:45h – letzte Besichtigung um 17:00h.

Im Juli und August :
Letzte Besichtigung am Vormittag um 11:45h – am Nachmittag um 17:45h.