Schloss Malberg

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Malberg aus der Luft
Schloss Malberg | „Das Barockjuwel im Kylltal“ © Förderverein Schloss Malberg
Malberg Terasse
Schloss Malberg mit Terrasse und Rundem Garten © Förderverein Schloss Malberg
Malberg Altes Haus mit Uhrturm
Schloss Malberg | ­­Das Alte Haus mit dem Uhrtürmchen © Förderverein Schloss Malberg
Malberg Tapeten
Schloss Malberg | Die wertvollen Wandbespannungen © Förderverein Schloss Malberg
Malberg Raeume
Schloss Malberg | Die renovierten Innenräume © Förderverein Schloss Malberg
Malberg ehemKapelle
Schloss Malberg | Kapelle mit Figuren von Ferdinand Tietz © Förderverein Schloss Malberg
Malberg Eisentor
Schloss Malberg | Die Eisentore zum Garten © Förderverein Schloss Malberg
Karte
Wissenswertes über Schloss Malberg

Lesezeit: 4 min

In der Kyllburger Waldeifel – nahe zu Luxemburg, Belgien und den Niederlanden – liegt auf einem Bergsporn über der Kyll das Schloss Malberg.


Das für die Region einzigartige Schloss trägt seinen Beinamen „Das Barockjuwel im Kylltal“ zu Recht. Die Schlossanlage Malberg besteht aus dem sogenannten Neuen Haus, dem Alten Haus, dem Arkadenbau, dem Brauhaus und der Kapelle.


Das Alte Haus

­­Das Alte Haus wurde zwischen 1707 und 1711 umgebaut, wann er entstanden ist, noch unklar, wird aber auf die Zeit vor 1600 geschätzt. Es ist ein viergeschossige Bau mit dem innerem Tor und dem sechsgeschossigen Uhrtürmchen in einfachen Renaissanceformen.


Ein erster urkundlicher Hinweis stammt aus dem Jahr 1008, als Ravengar als Herr zweier Burgen genannt wird. Kaiser Friedrich II. gab 1204 nach einem Konflikt den Befehl zum Abriss der Burgen. 20 Jahre später wird in einer Urkunde aber eine Burgkapelle genannt. Als „eines der ältesten Adelsgeschlechter Luxemburgs“ bezeugten sie immer wieder

Urkunden der Grafen von Luxemburg. Am Anfang des 14.Jahrhunderts stellten sie sich unter den Schutz des mächtigen Hauses Luxemburg. Durch den Verkauf von Burganteilen im 13. Jahrhundert – die letztlich bei den Trierer Erzbischöfen landeten, ergab sich eine lehnsrechtlich strittige Situation zwischen Trier und Luxemburg, die erst am Anfang des 15. Jahrhunderts gelöst werden konnte.

Das Neue Haus

­­Im 16. Jahrhundert kaufte Joachim von Manderscheid-Schleiden Teile der Burg. Der andere Teil wurde Florimond d’Ardre im Jahr 1615 an Cornelius von Veyde verpfändet. 1681 wurden seine Enkel endgültige Besitzer von Malberg.

Ein Nachkomme dieser Familie war Anfang des 18. Jahrhundert Weihbischof von Köln und verfügte über erheblichen Besitz. Dieser Johann Werner beauftragte den aus Venedig stammenden Architekten Matteo Alberti, das barocke Schloss von Malberg zu erbauen und die ganze Anlage zu einem repräsentativen Herrensitz im Stil einer norditalienischen Villa umzugestalten.

Dieses Neue Haus ist ein zweieinhalbgeschossiger Bau zu 9 Achsen, der dem Hof seine Schaufront zuwendet. Die Gartenfront ist bewusst einfach gehalten. Dieser wurde eine Terrasse für den sog. „Runden Garten“ angebaut, den man zwischen 1758 und 1760 mit äußerst qualitätvollen Figuren des Ferdinand Tietz bestückte. Einst schmückten sie die Balustrade der Gartenterrasse, heute findet man die Originale in der 1714 errichteten Schlosskapelle.

Der Vetter und Erbe des Weihbischof Franz-Moritz von Veyder wurde 1732 in den Reichsfreiherrenstand erhoben – zuvor hatte er günstig in die angesehene Familie de Neufforge geheiratet. Er baute das Eisenwerk an der Kyll, welches der Familie beachtlichen Wohlstand brachte.

Während der Französischen Revolution floh die Familie vor den anrückenden Revolutionstruppen – nur der älteste Sohn Karl blieb in Malberg. Leider war er bei der Verwaltung der Güter ein schlechter Wirtschafter und in Kombination mit einem üppigen Lebensstil führte das zu hohen Schulden und Versteigerungen des Besitzes – nur das Schloss und etwas Land blieb. Karls Tochter heiratete zwar unter Stand aber gewinnbringend den Oberforstmeister Franz Gerhard Schmitz. Die reparaturbedürftigen Gebäude konnten endlich instandgesetzt werden.

Heutige Nutzung

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Schloss von der Familie genutzt, zeitweise als Pension. 1989 wurde die Schlossanlage an die Verbandsgemeinde Kyllburg verkauft. Die Anlage wird und wurde mit hohem finanziellen Aufwand restauriert, so wurden z.B. im Sommer 2008 die ersten drei Räume des Schlosses wieder hergestellt.

Im „Neuen Haus“ befinden sich noch wertvolle Einzelstücke des Mobiliars aus den verschiedenen Zeitepochen und acht wertvolle Wandbespannungen. In den Jahren 1710 bis 1714 wurde der Arkadenbau als Verbindungstrakt zwischen dem Alten und dem Neuen Schloss errichtet. Die ehemals offenen Arkaden wurden als Wagenremise genutzt.

Die Schlosskapelle, das äußere Torhaus und das sogenannte Brauhaus runden die reiche Anlage ebenso wie der Eiserne Garten – ein französischer Garten, der bis ins 19. Jahrhundert von einem eiserne Zaun umgeben war und der Runde Garten vor der prächtigen Außenterrasse mit ihrem weiten Blick ins Tal ab.

Die Anlage wird gerne für Trauungen genutzt, darüber hinaus finden hier offizielle Empfänge, Ausstellungen und Konzerte statt.

Wir danken dem Förderverein Schloss Malberg für die Unterstützung. Die Bildrechte liegen dort.

Eintrittspreise
Die Gärten und Schlossanlage sind frei.

Die Innenräume sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen:
Erwachsene: 5,00 €
Kinder von 12 bis 18 Jahren: 3,00 €
Kinder unter 12 Jahren sind kostenfrei.

(Stand 2022)
Öffnungszeiten
Ostern bis 31.Oktober:
Gärten und Schlossanlage mittwochs und samstags von 11:00 bis 18:00h

Führungen:
Samstags 14:30 Uhr, Treffpunkt am unteren Schlosstor
im August zusätzlich mittwochs 14:30h

Schlosscafé:
geöffnet sonntags von 14:00h bis 18:00 und nach Absprache
(Stand 2022)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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