Auf Burg Rötteln hoch über Lörrach läuft bis zum 20. September die Wanderausstellung „Spuren, Schätze, Sagen – Burgen am Oberrhein“. Sie zeigt, was Archäologen in den letzten Jahren aus dem Boden geholt haben — und macht aus einem Ausflug zur Ruine eine kleine Zeitreise. Der Ort ist mit Bedacht gewählt: Rötteln ist selbst eine der Grabungsstellen.

Eine Ausstellung, die dort steht, wo gegraben wurde
Die meisten Burgenausstellungen finden in Museen statt. Diese nicht. Sie steht in der Anlage, über die sie erzählt — und das verändert das Lesen. Wer eine Vitrine mit Küchengerät betrachtet und danach durch den Hof geht, in dem gekocht wurde, versteht mittelalterlichen Alltag anders als am Schreibtisch.
Gezeigt werden Funde und Objekte aus laufenden Grabungen am Oberrhein. Sie erzählen vom Alltag in einer Burg: von der Küche bis zur Waffenkammer, von der Ernährung bis zur Bewaffnung. Dazu kommen Tafeln, die den aktuellen Stand der Burgenforschung in der Region zusammenfassen.
Das Projekt hinter der Ausstellung
Die Ausstellung ist der sichtbare Teil eines größeren Vorhabens. „Châteaux rhénans – Burgen am Oberrhein“ ist ein Interreg-Projekt, in dem Deutschland, Frankreich und die Schweiz zusammenarbeiten. Am Oberrhein stehen über 300 erhaltene Burgen — eine der dichtesten Burgenlandschaften Europas, die durch Grenzen aber jahrhundertelang künstlich zerteilt war.
Genau das will das Projekt aufheben. Es erforscht die Anlagen gemeinsam, bringt sie touristisch zusammen und macht sie über Grenzen hinweg sichtbar. Die erste Phase lief von 2023 bis 2025, eine Fortsetzung ist bis 2029 angelegt. Finanziert wird das Ganze mit rund fünf Millionen Euro, kofinanziert aus EU-Mitteln.
Warum sich Burg Rötteln auch ohne Ausstellung lohnt
Rötteln gehört zu den drei größten Burgruinen Badens. 1259 tauchte die Anlage erstmals in einer Urkunde auf, 1315 kam sie an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, ab 1503 war sie badisch. Ihr Ende kam am 29. Juni 1678: Die Truppen des französischen Marschalls Créquy zerstörten die Burg.
Was blieb, ist trotzdem beeindruckend. Ober- und Unterburg sind noch klar zu lesen, dazu Torhaus, Zugbrücke und Türme. Ab 1840 machte man die Ruine begehbar — eine der frühen romantischen Wiederentdeckungen im Land. Im Burgmuseum stehen Fundstücke und Modelle, die zeigen, wie die Anlage einmal aussah.
Praktische Reisetipps
- Beste Reisezeit: Für die Ausstellung bis 20. September 2026. Die Burg selbst ist von Mitte März bis Mitte November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 16 Uhr.
- Eintritt: Die Ausstellung ist im Burgeintritt enthalten — Erwachsene zahlen drei Euro, Kinder von sechs bis 14 Jahren 1,50 Euro.
- Anreise: Die Burg liegt über dem Lörracher Ortsteil Haagen im Dreiländereck. Basel ist rund zehn Kilometer entfernt, Freiburg etwa 60.
- Kombinieren mit: Hochburg bei Emmendingen, der größten Burgruine des badischen Oberlandes, und der Kastelburg bei Waldkirch — beide liegen auf der Strecke nach Freiburg.
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FAQ
Wie lange ist die Ausstellung „Spuren, Schätze, Sagen“ auf Burg Rötteln zu sehen? Bis Sonntag, 20. September 2026. Danach zieht die Wanderausstellung weiter.
Kostet die Ausstellung extra? Nein. Sie ist im normalen Burgeintritt enthalten, ein Zusatzticket brauchst Du nicht.
Lohnt sich der Besuch mit Kindern? Ja. Die Kombination aus begehbarer Ruine und echten Fundstücken funktioniert für Kinder oft besser als eine reine Museumsausstellung. Kinder unter sechs Jahren zahlen keinen Eintritt.
Was hat Burg Rötteln mit dem Projekt „Châteaux rhénans“ zu tun? Rötteln ist einer der Ausgrabungsorte des Projekts. Die Funde, die hier gezeigt werden, stammen also teilweise aus der Anlage selbst.
Autor: burgen.de Redaktion


