Burg Wolfsegg

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Seitenansicht © Kuratorium Burg Wolfsegg
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Blick von Suedwesten © Kuratorium Burg Wolfsegg
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Ausstellung im Festsaal © Kuratorium Burg Wolfsegg
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Große Stube © Kuratorium Burg Wolfsegg
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Frühlingssonne © Kuratorium Burg Wolfsegg
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Karte
Wissenswertes über Burg Wolfsegg

Lesezeit: 3 min

Die Burg Wolfsegg gilt als ist eine der am besten erhaltenen Burganlagen der Oberpfalz und bietet mit dem trutzigen Wohnbau, dem halbrunden Mauerturm und der hohen Umfassungsmauer des Burghofs noch heute ein anschauliches Bild einer kleinen Adelsburg aus dem späten Mittelalter.

Die Burg war fast vollständig mit einer zweiten, turmbewehrten Mauer umgeben. Trotz Verluste und Überbauung ist auch sie noch deutlich zu erkennen. Eine Besonderheit bildet das ausgedehnte Höhlensystem unter der Burg.

Wann die Burg Wolfsegg genau errichtet wurde, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Das Fälldatum eines im Mauerwerk verbauten Balkens konnte zwar auf die Jahre 1277/78 bestimmt werden, archivalische Hinweise setzen allerdings erst ab ca. 1350 ein. Um 1325/30 muss der Bau aber schon so weit fortgeschritten sein, dass man die Wölbung der Erdgeschoßräume in Angriff nehmen konnte. Erbauer der Burg dürfte Praun Wolf von Schönleiten bzw. sein mutmaßlicher Sohn Wolfhart gewesen sein, der sich 1351 (hier allerdings ohne Vornamen), nachweislich aber 1353 nach Wolfsegg benennt.

1358 sind sowohl Praun als auch Wolfhart schon verstorben. Ludwig, Herzog von Oberbayern und Markgraf von Brandenburg, belehnt die Töchter Prauns, Margarethe und Katharina, mit der Burg. 1367 verkaufen Margarethe und ihr Mann Ulrich Lichtenecker „unsre vestt Wolffsekk" an Ulrich und Hadamar von Laber. Katharina wird im Kaufvertrag nicht mehr erwähnt.

Vermutlich nach einem Brand wird Anfang des 15. Jahrhunderts das zweite Obergeschoss erneuert. Ursprünglich wohl aus einer Holzkonstruktion bestehend, wird es jetzt in Stein ausgeführt. Als neuer Repräsentationsraum entsteht hier der sog. Rittersaal. Er ist als einziger Raum der Burg mit einer mehrfarbigen Rankenmalerei geschmückt. Anstelle von Bohlen- bzw. Ständerkonstruktionen treten jetzt gemauerte Trennwände.

Mit dem Erlöschen der Herren von Laber 1475 endet auch die Blütezeit der Burg.

Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wird 1505 das ursprünglich oberbayerische Lehen Wolfsegg der neugeschaffenen Pfalz-Neuburg zugeordnet.

Den Herren von Laber folgen verschiedene Besitzerfamilien. Erst unter den Thumern wird in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts auf Wolfsegg wieder gebaut. Notwendige Instandhaltungsarbeiten werden durchgeführt, vor allem jedoch das erste Obergeschoss des Wohnbaus umgestaltet. Die Räume erhalten Gewölbe und Böden aus gebrannten Ziegelplatten. Zur besseren Erschließung der beiden Obergeschosse errichtet man hofseitig einen Treppenturm aus Backstein. Der alte Hocheingang wird vermauert.

Die Arbeiten sind die letzten größeren Baumaßnahmen auf Burg Wolfsegg. Die Burg hat ihre Bedeutung als standesgemäßer, wehrhafter Wohnsitz verloren. Alle zukünftigen Investitionen beschränken sich auf den unbedingt notwendigen Unterhalt der Anlage, damit sie als Behausung, z. B. für einen Verwalter, nutzbar bleibt.

Nach mehrfachem Besitzerwechsel gelangt die Burg 1886 an die Gemeinde Wolfsegg. Sie dient nun als Quartier für bedürftige Dorfbewohner und droht zunehmend zu verfallen. Die Situation bessert sich erst, als 1933 der spätere Bezirksheimatpfleger Georg Rauchenberger die Burg erwirbt und dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen in die Wege leitet.

Zur Fortführung seines Erbes gründet Georg Rauchenberger 1970 das Kuratorium Burg Wolfsegg e. V. mit dem Auftrag, die Burg zu erhalten und auch weiterhin für interessierte Besucher zugänglich zu machen. So konnte die Burg 1986 – 1989 grundlegend instandgesetzt und 1989 schließlich mit dem neu eingerichteten Burgmuseum eröffnet werden. Bei den jüngsten Arbeiten 2018/19 wurde das wissenschaftliche Konzept überarbeitet und mitsamt der Ausstellungstechnik den Erfordernissen eines zeitgemäßen Museums angepasst. Lebensgroße Nachbildungen der ehemaligen Bewohner erwecken die gotischen Räume zum Leben. Der Burghof wird im Sommer für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Südlich der Burg befindet sich auf einem Absatz des Burgfelsens die Burgkapelle. Sie diente gleichzeitig den Dorfbewohnern als Kirche.

Sollten Sie außerhalb der Öffnungszeiten in der Nähe der Burg sein, lohnt sich trotzdem ein Abstecher:  ein neu angelegter Rundweg mit Infotafeln zur Burg und zum Burgfelsen machen einen Besuch lohnenswert.

Wir danken den Verantwortlichen dem Kuratorium Burg Wolfsegg e. V. für Texte und Photos. Die Bildrechte liegen dort.
Eintrittspreise
Erwachsene: 4,00 € (ermäßigt: 3,00 €)
Kinder (bis 14 Jahre): 2,00 €
Familienkarte (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder): 10,00 €
Führungen (nach Vereinbarung, ab 8 Personen): Eintritt + 30,00 € / Führung

(Stand 2021)
Öffnungszeiten
Vom 1. Mai bis zum 3. Oktober:
Samstag, Sonn- und Feiertage von 10:00 bis 16:00h

Führungen und zusätzliche Öffnung nach Absprache (Änderungen vorbehalten)
(Stand 2021)

Alle Angaben ohne Gewähr. Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte überprüfen Sie diese kurzfristig auf der Website.
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