Schloss Branitz: Was Fürst Pücklers Baumuniversität gegen den Klimawandel ausrichten soll

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Auf zwölf Hektar entsteht in Cottbus Deutschlands größtes Modellprojekt für die Klimaanpassung historischer Gärten. Die Branitzer Baumuniversität im Außenpark von Park und Schloss Branitz soll Antworten liefern, die auch andere Anlagen brauchen werden. Am 31. August haben sich Bundesbauministerin Verena Hubertz und Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle den Baufortschritt angesehen.

Schloss Branitz - Hauptfassade © SFPM / Christiane Schleifenbaum
Schloss Branitz – Hauptfassade © SFPM / Christiane Schleifenbaum

Die Zahlen dahinter: 5,5 Millionen Euro kommen aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“, weitere sechs Millionen aus EU- und Landesmitteln. Aufgebaut wird das Vorhaben seit 2021, bis 2031 soll daraus ein bundesweites Kompetenzzentrum werden.

Eine Idee von 1846 wird wieder gebraucht

Der Name ist kein Marketing, sondern historisch. Ab 1846 legte Fürst Hermann von Pückler-Muskau in Branitz eine Baumschule an, in der große, verpflanzbare Solitärbäume herangezogen wurden. Er nannte sie Baumuniversität. Sie versorgte zunächst die entstehende Parklandschaft, wurde ab 1871 als Handelsbaumschule betrieben und bestand bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg.

2011 belebte die Stiftung Fürst-Pückler-Museum die Baumschule am Originalstandort nach Pücklers Plänen wieder. Seither zieht sie die Bäume für Nachpflanzungen selbst heran – der Branitzer Park zählt über 30.000 davon. Seit 2020 steht die Klimaanpassung im Zentrum.

„Vor 180 Jahren schuf Fürst Pückler seine Baumuniversität, um in der kargen Lausitz ,Oasen in Sandwüsten‘ anzulegen“, sagt Stiftungsvorstand Stefan Körner. „Heute stehen historische Parks durch den Klimawandel erneut vor existenziellen Herausforderungen.“

Vier Bausteine

Die historische Schlossgärtnerei wird zu einem Lehr- und Schaugarten: wiederhergestellter Frühbeethof, Hochbeete und Pflanzmauern in Lehm-Pisé-Bauweise, vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht.

In der Pücklerallee läuft eine Art Eichenteststrecke. Dort prüfen die Stiftung und ihre Forschungspartner, welche Eichenarten und Hybriden künftige Klimabedingungen aushalten – und dabei das historische Erscheinungsbild des Parks nicht zerstören.

Auf dem Gelände einer ehemaligen Großgärtnerei entstehen die eigentliche neue Baumuniversität mit Gewächshäusern und Forschungsinfrastruktur sowie eine modellhaft wiederhergestellte Kulturlandschaft. Dazu gehören Agroforstsysteme, ein Waldgarten, eine botanische Lebendsammlung, Wasserretentionsflächen und neue Spazierwege entlang historischer Sichtachsen.

Der vierte Baustein ist das Kompetenzzentrum selbst. Forschungspartner sind unter anderem die BTU Cottbus-Senftenberg, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die Humboldt-Universität und die TU Berlin sowie die Hochschule Geisenheim.

Warum das über Cottbus hinaus zählt

Brandenburg nennt sich das Gartenland Deutschlands und hat mehr als 400 denkmalgeschützte Parks und Gärten. Bis 2027 stellt das Land dafür bis zu 30 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln bereit. Hitze, Dürre, Starkregen und neue Schädlinge treffen historische Anlagen überall – Branitz soll das Referenzprojekt werden, an dem sich andere orientieren.

Zur Eröffnung der Baumuniversität sind zwei Bücher erschienen: ein Fachband zur Geschichte und Zukunft der Baumvermehrung und, für Kinder bis zwölf Jahre, „Die Bademeusel in der Branitzer Baumuniversität“ von Enrico Schnick.

Mehr Infos: Park und Schloss Branitz auf burgen.de · pueckler-museum.de


Autor: burgen.de Redaktion

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