Hornberg

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Geschichte der Burg Hornberg

Am Neckar entlang, rund 50 Kilometer südöstlich von Heidelberg findet sich eine Burg, deren Name jedem Schüler in Deutschland aufgrund ritterlicher Direktheit bekannt sein sollte: Die Burg des Ritters Götz von Berlichingen vermittelt auch heute noch einen Eindruck von der Unbeugsamkeit Ihres einstigen Bewohners =)

Der Geschichte nach lebte Götz von Berlichingen 45 Jahre lang auf seiner Burg Hornberg, erbaut im Jahre des Herrn 1184.

In seiner Jugend leistete er für verschiedene Fürsten Kriegsdienste, wobei er 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg für die bayrische Seite kämpfte. Durch eine unglückliche Schussverletzung durch verbündete Soldaten verlor er seine rechte Hand, die er durch eine geschmiedete (eiserne) Handprothese ersetzen ließ.

Deren Mechanismus war den Erzählungen nach so gut konstruiert, daß der Ritter damit sogar das Schwert führen und sein raues Leben nahezu uneingeschränkt weiterführen konnte.

1517 erstand Götz von Berlichingen die Burg Hornberg am Neckar, 1562 starb er hier im hohen Alter von 82 Jahren – beeindruckend für ein bewegtes Ritterleben eines der Überlieferung nach dermaßen undiplomatischen Rauhbeins =)

Seine Original-Rüstung steht heute im Museum auf der Burg Hornberg. Über 3 Generationen wirkte hier das Geschlecht derer von Berlichingen und bauten fleißig am Gemäuer.

Auf dem Bild ist ein Innentor mit dem angeschlossenen Pulverturm zu sehen – dieser wurde aus Sicherheitsgründen fast immer aus der Hauptburg hinausverlagert.

Die Burg Hornberg besteht aus 2 Burgen, die im Laufe mehrerer Bauphasen zu einer großen Anlage zusammengewachsen sind.

Die untere Burg aus der Staufferzeit wurde um 1160 gebaut, während die obere Burg von der Romanik über die Gotik bis zur Renaissance von mehreren Stilepochen geprägt wurde.

Heute gehört Burg Hornberg zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der deutschen Burgenstraße. Neben den allgemeinen Sehenswürdigkeiten finde ich besonders die 500-jährige Ulme bemerkenswert: Ein unglaublicher Respekt macht sich bemerkbar, wenn man neben einem so alten Lebewesen steht =)

Die Burg ist gut erschlossen, wahrscheinlich schieben sich hier jedoch in Hoch-Zeiten massiv Touristen durch.

Automatisierter Zugang mit Drehkreuz und Eintrittsautomat sprechen zumindest dafür – weicht auf Wochentage aus, dann ist es sicher etwas ruhiger.

Gastronomie und Hotellerie machen einen sehr edlen Eindruck, die Sommerkarte ließ mir als Freund guten Essens das Wasser im Mund zusammenlaufen =)

Fazit
Ein Literaturtrip, eine tolle Ruine und jede Menge interessanter Details machen diese Burg zu einem Pflichtbesuch.

Die Burg, die sich übrigens im Besitz des Barons von Gemmingen-Hornberg befindet (in der Familie seit 1612), beherbergt das älteste Weingut am Neckar, vermutlich wird hier seit dem 4. Jahrhundert Wein angebaut.

Noch 2 spezielle Daten:

1504 verlor Götz von Berlichingen seine rechte Hand
1504 eroberte Ritter Schott die Burg Hornberg zurück

Die Burg ist das ganze Jahr über geöffnet und das Weingut ebenso. Neben Führungen mit Führer (aber auch ohne Führer nur mit einem im Weinverkauf erhältlichen Büchlein „der Burgführer“) kann man auch Weinproben im alten Schloßweinkeller, urig zwischen den Fässern ab 10 Personen dort buchen. Hier auf dem Bild ist übrigens das „Alte Schloss zu Neckarzimmern“ zu sehen.

Besten Dank für die Bilder an Herrn Michael von Savary

Burg Hornberg
74865 Neckarzimmern
Baden-Württemberg
Deutschland

Telefon: +49-(0)6261-5001

Webseite der Burg Hornberg

Öffnungszeiten:
täglich 9 Uhr bis 17:00 Uhr, Führungen müssen vorher angemeldet werden.

Anfahrt:
Burg Hornberg liegt an der B27, in Neckarzimmern.

Preise:
Erwachsene 3,00 € Kinder 2,00 €

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