Sonderausstellung „Burgen in Hamburg – Eine Spurensuche“

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Das Archäologische Museum Hamburg zeigt noch bis zum 17. April 2022 die Sonderausstellung „Burgen in Hamburg – Eine Spurensuche“.

Mit dieser Ausstellung schlägt das Museum ein spannendes Kapitel der frühen Stadtgeschichte auf und nimmt nach neuestem Forschungsstand die mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Hamburg in den Blickpunkt.

Ausstellungsplakat © Archäologisches Museum Hamburg Illustration Roland Warzecha
Ausstellungsplakat © Archäologisches Museum Hamburg Illustration Roland Warzecha

Die historischen Überlieferungen werden mit den brandaktuellen Ausgrabungsergebnissen an der Neuen Burg verknüpft und die neuesten Forschungen zu Hamburgs „dunklen Jahrhunderten“ präsentiert.

Spektakuläre Animationen, Rekonstruktionen und Filme vermitteln ein ganz neues Bild von den Ursprüngen Hamburgs.

Wo stand die Burg in Hamburg?

Burgen als mächtige Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit ziehen die Menschen noch heute in ihren Bann und beflügeln ihre Phantasie vom Leben im Mittelalter. Auch in Hamburg gibt es Spuren dieser fernen Zeit, die aber nicht mehr sichtbar sind, sondern nur noch archäologisch erforscht werden können.

Schon im frühen Mittelalter gab es hier Befestigungsanlagen, die den wichtigen Warenumschlagplatz zwischen Nord- und Mitteleuropa schützten und die vor allem als befestigte Wohnsitze einen unentbehrlichen Schutzort und Machtfaktor für Herzöge und Kirchenfürsten darstellten.

Archäologisch betrachtet, gibt diese wichtige Phase der Hamburger Stadtgeschichte aber immer noch viele Rätsel auf.

Copyright: Archäologisches Museum Hamburg

Die Ausstellung „Burgen in Hamburg – Eine Spurensuche“ widmet dem 11. und 12. Jahrhundert, den beiden Jahrhunderten nach der ersten Hammaburg. Auslöser waren die sensationellen Grabungsergebnisse der letzten Jahre an der Neuen Burg.

Hier konnten grundlegend neue Erkenntnisse gewonnen werden, die den Übergang von der Hammaburg zur Neuen Burg in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Die Neue Burg – Zeitkapsel aus dem Mittelalter
Bildnis des Billunger-Herzogs Bernhard II. von Lucas Cranach d.J. © KHM-Museumsverband Wien
Bildnis des Billunger-Herzogs Bernhard II. von Lucas Cranach d.J. © KHM-Museumsverband Wien

Die Neue Burg war im 11. Jahrhundert die größte Burganlage Norddeutschlands und wurde im Auftrag des Billungerherzogs Bernhard II. ab 1021 errichtet – also vor genau 1000 Jahren.

Als Nachfolgebau der Hammaburg kam ihr eine Schlüsselrolle bei der Sicherung der Handelsstadt zu. Ihr mächtiger Wall schützte den Westen Hamburgs gegen feindliche Angriffe, während der Heidenwall am Speersort die Stadt nach Osten sicherte.

Das Gebiet der Neuen Burg gilt heute als die Keimzelle der Hamburger Neustadt. Mit ihr begann der Aufstieg Hamburgs zur künftigen Hansestadt.

Die Burg war aber nicht aus Steinen errichtet, sondern – wie im Norden üblich – aus Holz und Erde. Die neuen Erkenntnisse veränderten die Bewertung der historischen Abläufe, die bisher fester Bestandteil der Hamburgischen Geschichtsschreibung waren. In Hamburg und seinem Umland gab es weitere Burgen, die aber bislang kaum erforscht sind. Diese Lücke will die Ausstellung nun schließen.

Die Schau räumt mit vielen Vorurteilen zu mittelalterlichen Burgen auf, beleuchtet die damalige politische Lage und stellt die Hauptakteure vor. Wer waren die Erbauer der Burgen? Wer hatte die Macht und lenkte die Geschicke der Hansestadt in dieser Zeit? Detailreiche Illustrationen erwecken das frühe Hamburg zum Leben und zeigen die Burgen der Elbmetropole, wie man sie noch nie gesehen hat.

Copyright: Archäologisches Museum Hamburg

Zur Ausstellung erscheint außerdem ein umfassender Forschungsband mit der Zusammenschau der bisherigen Grabungsergebnisse.

Die Edition „1000 Jahre Neue Burg Hamburg“

Der Museumsshop wartet mit ganz besonderen Kostbarkeiten auf: Passend zur neuen Ausstellung „Burgen in Hamburg – Eine Spurensuche“ finden sich hier handgefertigte Unikate aus dem historischen Holz der Neuen Burg, das bei den Ausgrabungen geborgen werden konnte.

Das Veranstaltungsprogramm rund um die AusstellungIm Rahmen der Ausstellung wird ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für alle Altersgruppen angeboten: Bei Workshops und Aktionstagen können die Besucher mittelalterliche Handwerkskunst bei Live-Vorführungen entdecken oder sich von einem Comiczeichner in mittelalterlichen Gewändern porträtieren lassen. Bei Vorträgen, Führungen zu den Fundorten der Hammaburg und der Neuen Burg, aber auch einem extra für die Ausstellung zusammengestellten Kinoprogramm kommen nicht nur Mittelalterfans auf ihre Kosten.

Ort:
Archäologisches Museum Hamburg
Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Eintrittspreise:
6,00€ | Ermäßigt 4,00€ | Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sind kostenfrei

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