Am Dienstag, 1. September 2026, werden die Gebeine Kaiser Ottos des Großen im Magdeburger Dom wieder beigesetzt – in einem eigens gestalteten Sarg aus Titan. Damit enden anderthalb Jahre Untersuchung und Sanierung am Grabmal, über deren Beginn wir bereits berichtet haben. Die Zeremonie ist öffentlich.
Der Anlass war ein Befund, den niemand erwartet hatte. Bei einer Routineuntersuchung Ende 2024 entdeckten Fachleute Risse, Korrosion und schädigende Salze am Sarkophag im Hohen Chor. Die Stabilität des Grabmals war gefährdet. Von Januar bis Juni 2026 sanierten die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie den steinernen Sarkophag. Parallel untersuchten Archäologen den Standort.
Der zerfallene hölzerne Innensarg ließ sich nicht retten. An seine Stelle tritt ein Sarg aus Titan nach dem Entwurf der Schmuckkünstlerin Silke Trekel, die sich in einem Gestaltungswettbewerb der Kulturstiftung durchgesetzt hatte. Die notwendige Öffnung nutzten die Forschenden für anthropologische und genetische Analysen. Ergebnis: Bei den Gebeinen handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich um Otto I.
Was die Grabung unter dem Hohen Chor zutage brachte
Nebenbei fiel Bauforschung an, die den Dom selbst betrifft. Erstmals konnte das bislang unbekannte Gangsystem unter dem Hohen Chor dokumentiert werden. Hinweise auf die ursprüngliche Grablege fanden sich dagegen nicht. Überliefert ist, dass Otto I. im Jahr 973 neben seiner ersten Frau Editha bestattet wurde – wo genau, ist bis heute offen. An seinem heutigen Platz steht das Grabmal erst seit dem Domneubau im 13. Jahrhundert.
Otto I. (912-973) ließ sich 962 in Rom zum Kaiser krönen und gilt als Begründer des Heiligen Römischen Reiches. Magdeburg war seine Lieblingspfalz: Er baute sie zur Kaiserpfalz aus und erhob die Stadt 968 zum Erzbistum. Das Selbstverständnis als „Ottostadt“ reicht bis heute.
Der Ablauf am 1. September
Einlass ist ab 9:15 Uhr, um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst unter Leitung der Bischöfe Gerhard Feige und Friedrich Kramer. Anschließend sprechen Ministerpräsident Sven Schulze, Kulturminister Rainer Robra und Oberbürgermeisterin Simone Borris; die Festrede hält Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Gegen 11:30 Uhr wird der Titansarg in den steinernen Sarkophag abgesenkt.
Der Dom St. Mauritius und Katharina steht am Domplatz mitten in der Magdeburger Altstadt (Am Dom 1). Wer den Termin verpasst: Das Grabmal bleibt danach dauerhaft zugänglich – erstmals seit Anfang 2025 wieder ohne Einhausung.
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Autor: burgen.de Redaktion


