Nach drei Jahrzehnten kannst du im Neuen Palais Potsdam wieder die spektakuläre Obere Galerie besuchen. Fünf der wertvollsten Gemälde der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sind dort zu sehen – darunter zwei wiederentdeckte Meisterwerke der römischen Malerin Artemisia Gentileschi. Ein Besuch lohnt sich besonders für Kunstliebhaber und Geschichtsinteressierte.

Wiederentdeckte Schätze von Friedrich dem Großen
Friedrich der Große erwarb die Gemälde 1768 und ließ sie fest in die Wandvertäfelung einbauen. Dadurch blieben sie 256 Jahre lang praktisch unberührt – und der Öffentlichkeit verschlossen. Erst im frühen 20. Jahrhundert entdeckten Forscher, dass sich unter den Bildern zwei Werke von Artemisia Gentileschi befinden.
Tipp: Friedrich der Große wusste nicht, dass die Gemälde von einer Frau stammten – damals waren weibliche Künstler oft unter männlichen Namen geführt.
Die sechs Jahre dauernde Restaurierung brachte überraschende Erkenntnisse. Unter vergilbten Firnissen und Übermalungen kamen die ursprünglichen Farben wieder zum Vorschein. Besonders die Untersuchungen der Gentileschi-Werke lieferten neue Erkenntnisse über die Arbeitsweise dieser bedeutenden Künstlerin.
Was du in der Oberen Galerie siehst
Die Galerie zeigt fünf restaurierte Meisterwerke des 17. Jahrhunderts:
| Künstler | Werk | Entstehungszeit |
|---|---|---|
| Artemisia Gentileschi | Bathseba im Bade | 1635-45 |
| Artemisia Gentileschi | Lukretia und Tarquinius | 1627-1630 |
| Luca Giordano | Der Raub der Sabinerinnen | um 1675 |
| Luca Giordano | Urteil des Paris | um 1675 |
| Guido Reni | Selbstmord der Lukretia | 1625/1626 |
Hinweis: Das sechste Gemälde wird derzeit noch restauriert und ist daher nicht zu sehen.
Artemisia Gentileschi: Eine außergewöhnliche Künstlerin
Artemisia Gentileschi (1593-1654) war eine der ersten europaweit bekannten Malerinnen. Ihr Leben war geprägt von persönlichen Schicksalsschlägen, aber auch von außergewöhnlichem künstlerischem Erfolg. Mit 17 Jahren wurde sie Opfer eines Verbrechens, nach einem demütigenden Prozess heiratete sie und zog von Rom nach Florenz.
Dort konnte sie ihr Talent entfalten und ernährte – für eine Frau ihrer Zeit außergewöhnlich – ihre Familie mit ihrer Kunst. Sie arbeitete für Königinnen, Fürsten und Intellektuelle in Rom, Venedig, London und Neapel.
Tipp: In Deutschland gibt es außer den zwei Gemälden im Neuen Palais nur noch ein weiteres Werk von ihr in Pommersfelden.
Praktische Informationen für deinen Besuch
Eintrittspreise:
- Grand Tour inkl. Obere Galerie: 14 Euro
- Ermäßigt: 10 Euro
Öffnungszeiten:
- April bis Oktober: Mittwoch bis Montag 10–17.30 Uhr
- November bis März: Mittwoch bis Montag 10–16.30 Uhr
- Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließzeit
Rechenbeispiel: Eine Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder) zahlt für den Besuch 28 Euro – Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.
Besondere Erlebnisse und Tipps
Die neue SPSG-App „SANSSOUCI“ bietet eine kostenlose Tour durch die Obere Galerie. Mit deinem Smartphone kannst du vor Ort Hintergrundinformationen zu den prächtigen Räumen abrufen.
Tipp: Achte auf den speziellen Parcours „Der andere Blick“. An sieben Stationen werden Fragen gestellt, die deine Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Perspektiven der Künstler lenken.
Hinweis: Das historische Parkett aus der Erbauungszeit darf nicht betreten werden. Deshalb wurde ein partieller Fußbodenschutz installiert.
Warum sich der Besuch lohnt
Die Obere Galerie bietet dir die seltene Gelegenheit, Meisterwerke in ihrer ursprünglichen Umgebung zu erleben. Die Kombination aus restaurierten Gemälden, historischem Ambiente und neuen Forschungserkenntnissen macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Ich halte es für besonders wertvoll, dass du hier Werke einer der ersten europaweit bekannten Malerinnen sehen kannst – ein Stück Kunstgeschichte, das lange im Verborgenen lag.
Fazit
Die Wiedereröffnung der Oberen Galerie im Neuen Palais Potsdam ist eine kleine Sensation. Nach 30 Jahren kannst du wieder fünf der wertvollsten Gemälde der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in ihrem ursprünglichen Ambiente erleben. Besonders die wiederentdeckten Werke von Artemisia Gentileschi machen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weiterführende Links:
- Offizielle SPSG-Website – Hier findest du aktuelle Informationen zum Rundgang und zur App-Tour
- Unsere Übersicht der Potsdamer Schlösser – Plane deinen kompletten Potsdam-Besuch
Transparenzhinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.
Hast du Fragen zur Oberen Galerie oder anderen Sehenswürdigkeiten in Potsdam? Schreib gern unten einen Kommentar!


