Hansedokumente gehören jetzt zum „Gedächtnis der Welt“

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Die Generaldirektorin der UNESCO gab am 18. Mai 2023 bekannt, dass 17 Dokumente zur Geschichte der Hanse in das internationale Register des UNESCO-Programms „Memory of the World“ eingetragen wurden.

Die UNESCO reagierte damit auf einen Antrag, den die Hansestadt Lübeck 2017 mit Unterstützung der Deutschen UNESCO-Kommission in Bonn eingereicht hatte.

Historisches Erbe der Hanse wird international gewürdigt

Insgesamt wurden 17 Dokumente zur Geschichte der Hanse aus sechs Ländern in das Register aufgenommen. Neben dem Archiv der Hansestadt Lübeck sind auch die Staats- bzw. Stadtarchive in Braunschweig, Bremen, Hamburg, Köln und Stralsund sowie Partnereinrichtungen in Belgien, Dänemark, Estland, Lettland und Polen vertreten.

Die eingetragenen Dokumente umfassen Handelsprivilegien und Bündnisverträge, Protokolle der Hansetage (Rezesse), Zoll-Listen aus Hansestädten, Kaufmannsbriefe hansischer Kaufleute sowie Dokumente zu den hansischen Kontoren in Europa.

Die Hanse: Ein historisches Phänomen mit weitreichender Bedeutung

Sie sind repräsentativ für das Wesen und die Geschichte der Hanse, die über 600 Jahre lang die Geschichte Nordeuropas prägte. Über 200 Städte waren im Laufe dieser Zeit Teil der Hanse. Die Städte und Kaufleute bildeten ein weitreichendes Handelsnetzwerk, das über herrschaftliche, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg reichte.

Die Wirtschaftsbeziehungen der Hanse führten zu einem kulturellen Austausch in Sprache, Architektur, Kunst und Recht. Dadurch trug die Hanse zum Zusammenwachsen von Regionen und Menschen bei. Die Archivdokumente dokumentieren insgesamt das einzigartige historische Phänomen der Hanse.

Die Hansestadt Lübeck © Marius Steinke

Jan Lindenau betonte den internationalen Ansatz des Lübecker Antrags und bezeichnete ihn als „Ein Unternehmen ganz im Geist der Hanse – gemeinsames Handeln über Grenzen hinweg.“

Photo: Die Hansestadt Lübeck © Marius Steinke

Archivare und Politiker freuen sich über internationale Anerkennung

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau äußerte sich erfreut über die Auszeichnung und bezeichnete sie als eine Würdigung des historischen Phänomens der Hanse und ihrer kulturverbindenden Funktion. Lindenau ist auch Vormann der „Neuen Hanse„, einem Internationalen Städtebund mit fast 200 Mitgliedern in 16 Ländern.

Lübecks Senatorin für Kultur und Bildung, Monika Frank betonte die internationale Auszeichnung für die Hansestadt und hob die Bedeutung von Archiven als Bewahrer lokaler und nationaler Identität hervor. Angesichts von Falschnachrichten und Verschwörungstheorien seien Archive wichtiger denn je, da sie für Authentizität stehen.

Besonders glücklich über die UNESCO-Auszeichnung zeigten sich die Archivare Jan Lokers und Dominik Kuhn aus Lübeck. Die Auszeichnung fällt genau zusammen mit dem 725-jährigen Jubiläum des Archivs, das erstmals 1298 erwähnt wurde.

Ein bedeutendes Erbe für die Hanse und die Öffentlichkeit

Die Aufnahme der Hanse-Dokumente in das „Memory of the World“-Register der UNESCO ist eine bedeutende Anerkennung für die historische Bedeutung der Hanse und ihr Erbe.

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